Die neue Identität Japans
Yamato (男たちの大和)
(Junya Sato, Japan 2005)
DVD
Ganz grob kann man YAMATO wohl als Japans Antwort auf Bays PEARL HARBOR sehen. Die japanischen Soldaten sterben, die Amerikaner sind die bösen, die sie angreifen und ihre Schiffe versenken. Schon irgendwie verkehrte Welt: Bei Bays Film fiebert man mit den GIs mit und die Japaner sind der böse Feind. Hier fiebert man logischerweise mit den japanischen Soldaten mit, die Amerikaner sind die Bösen. Das tolle an YAMATO ist aber gerade diese Tatsache. Der Film versucht eben nicht die Tatsachen zu verdrehen und aus den Japanern die Guten zu machen, sondern zeigt anhand von historischen Originalaufnahmen den tatsächlichen Verlauf des Krieges, inklusive der Besetzung Koreas, Hong Kongs, etc. durch die Japaner. Und dennoch sterben sie alle durch US-Kugeln.
Ja, leicht zwiespältig ist YAMATO. Bei all der Militärverherrlichung, dem Pathos und Patriotismus ist die Prämisse zwar deutlich (der Krieg ist Mist, alle sind viel zu jung und für nichts gestorben), aber ein gewisser Nebengeschmack bleibt eben. Denn YAMATO ist im Grunde genommen ein ganz übler tear jerker, ein Film, der es auf die Tränendrüsen der Zuschauer abgesehen hat. Und so kämpfen auch unsere Protagonisten nicht selten mit den Tränen, sind Tod und Verderben doch ständiger Begleiter der Soldaten, die größtenteils noch Teenager sind. Satos Film ist deshalb auch primär ein Denkmal für die Gefallenen, für die es nichts Großartigeres gab, als ihr Leben für das Land zu lassen. Mit reichlich Action gespickt – auch wenn bei weitem nicht die tollen CGI eines PEARL HARBOR erreicht werden -, kommt man sogar auf dieser Ebene auf seine Kosten.
Es scheint fast so, als benötigten die Japaner dieser Art von Filmen. Auch AEGIS und SINKING OF JAPAN haben zuletzt gezeigt, dass sich in Japan eine neue Form der nationalen Identifikation und des Patriotismus herausbildet. Sie rekapitulieren ihre Geschichte und es entsteht eine neue Stärke, die die Fehler der Vergangenheit einsieht. Das wurde auch höchste Zeit, bedenkt man nur mal, dass wir Deutschen schon seit über 50 Jahren wieder eine eigene Armee haben und Japan noch immer von den so genannten Selbstverteidigungskräften sprechen muss (auch wenn es seit einigen Monaten offiziell ein Verteidigungsministerium gibt). YAMATO ist dabei ein großer Schritt in die richtige Richtung.
(8/10)
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2 Kommentare













Wer keine richtige Armee besitzt, spart eine Menge Geld …
:wink:
… und drückt sich vor internationaler Verantwortung. :wink: Und was macht man im Ernstfall? Sich auf die Anderen verlassen…? :???: