Filmreihe: Die politische Kamera
Zwar nicht mehr ganz neu, aber lieber zu spät als nie. Das Deutsche Seminar der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zeigt wie jedes Semester auch dieses (Sommer-)Semester wieder eine Filmreihe, an der man sich entweder aktiv beteiligen kann, oder der man einfach beiwohnt. Diese steht dieses Mal unter dem Motto Die politische Kamera, ist meiner Meinung aber etwas weniger interessant als die Vergangenen (Gewalt im Film):
In den einschlägigen Lexika klafft zwischen dem ‚phantastischen’ und dem ‚pornographischen Film’ eine Lücke: zum ‚politischen Film’ findet sich kein Eintrag. Im Bereich der Filmkritik, wo dieser Begriff allerdings häufig auftaucht, bleibt die Vorstellung davon, was ‚politisch’ ist bzw. sein kann, in der Regel ziemlich diffus.
Wir wollen uns im Rahmen unserer Reihe mit internationalen Spielfilmen (seit den 50er Jahren) beschäftigen, die zwar jeweils verschiedenen Genres (Melodram, Thriller, Historienfilm etc.) zuzuordnen wären, in denen jedoch dominant – in welcher spezifischen Form auch immer – eine politische Intention aufscheint.
Stellt sich der politisch engagierte Spielfilm notwendig in den Dienst einer bestimmten Ideologie? Es ist nicht immer leicht auszumachen, wie genau ein politischer Film dem Ideologieverdacht begegnet. Oder ein Regisseur. Aber das Problem ist spannend. Beobachtet man etwa, wie Godard die Blickrichtung verschiebt (“Man muß keine politischen Filme machen, aber man muß Filme politisch machen.”), so ist noch längst nicht klar, was man damit gewinnt – oder verliert.
Was ist ein ‚politischer Film’, was ein ‚politisch gemachter’? Wie werden dementsprechend die Darsteller eingesetzt? Wie agiert die Kamera? Welche spezifischen Techniken kommen zum Einsatz? Wie verträgt sich Filmkunst mit Politik? Hier ist die Frage nach einer politisch engagierten Ästhetik und ihrer Abgrenzung zur Propaganda (sowohl bezüglich der histoire als auch des discours des Films) ebenso zu stellen wie diejenige nach dem Wechselspiel von mimetisch darstellendem, realitätsbezogenem Anspruch und fiktionaler Überformung.
Statt findet das ganze jeden Donnerstag von 18.30 Uhr bis 22.00 Uhr im Hörsaal 036. Weitere Informationen finden sich hier. Wer also mal in der Nähe ist und Lust hat, sollte definitiv einen Blick riskieren.
[Quelle: Universität Tübingen]













