MTV Movie Awards 2007

Gerade gesehen und eigentlich recht erfeut. Wie immer ein gelungenes Jugendpendant zu den im direkten Vergleich ziemlich steif wirkenden Academy Awards. Klar, vieles ist over the top und infantil, aber tut es dem Spaß Abbruch? Nein. Sarah Silverman, die mir zuvor nur namentlich ein Begriff war, ist wirklich eine sympathische Zeitgenossin, deren Witze sich aber größtenteils doch nur auf Fäkalhumor beschränkten. Weitere Gedanken zum Ganzen mal (ja, habe gerade keine Lust das auszuformulieren) in kurzen Sätzen:

Jack Nicholsons Getue nervt immer mehr und wirkt nur noch aufgesetzt - Jessica Biel! – Der MTV eigene anfängliche spoof hat definitv gefehlt, auch wenn die spoofs der drei Fans durchaus darüberhinweg trösteten – Michael Bay gewinnt mit TRANSFORMERS und ist live da! – PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MAN'S CHEST gewinnt zwei Mal: Da haben wohl doch nur die Kids gewählt – Die beiden Musicacts waren absolut nicht mein Fall! – Alles ging schön straight von statten, schön!

Es gab zwar schon bessere Jahre, aber auch schon viele schlechtere. Die Gewinner aller Kategorien und die komplette Show zum online ansehen gibt es hier.


Die Achse des Bösen

Behind Enemy Lines: Axis of Evil
(James Dodson, USA 2006)
DVD

Optisch hemmungslos überladenes Sequel (da wollte wohl jemand [erfolglos] Bay und Scott imitieren), dass im Prinzip die gleiche Story hat, aber deren Umsetzung nicht über das DTV-Level hinaus kommt. In Hinsicht auf den Realitätsbezug steht das Sequel dem Vorgänger aber in nichts nach, inklusive schwarzer Außenministerin und Bush look-alike. Dabei ist die Aussage klar: Der Krieg ist schlimm und fordert viele (unschuldige) Opfer, das Militär ist gut und deren Angehörige Helden. Bis auf das Setting in Nordkorea gibt es eigentlich nichts wirklich Neues, was es im Genre nicht schon gibt. Da wird dann auch mächtig bei TEARS OF THE SUN geklaut, allen voran beim Score. Der Film war zwar unnötig (Stichwort Milchkuh), aber die Sichtung hat dennoch nicht wehgetan. Ja, Mittelmaß. (5/10)


THE FOUNTAIN Audiokommentar als Podcast

Laut Film Junk plant Regisseur Darren Aronofsky einen Audiokommentar für sein Meisterwerk THE FOUNTAIN als Podcast zu veröffentlichen, nachdem die DVD ja doch ziemlich spartanisch daherkam:

everything at the studio was a struggle.
for instance: they didn’t want to do a commentary track cause they felt that it wouldn’t help sales.
i didn’t have it in me to fight anymore.
whatever.

so:
niko, my friend who did the doc on the dvd came up with a novel idea.
we recorded a commentary track ourselves.
we’re gonna post it on a site soon, http coming soon.
you can play it and watch the flick and hopefully you’ll enjoy it.

Die genaue Adresse wird noch bekannt gegeben, ich freue mich jedenfalls schon riesig, denn über diesen Film könnte man Bände voll erzählen. Und als Podcast ist mir das Ganze auch lieber als auf Scheibe.

[Quelle: Film Junk/blog.peter-noster.de]


Der Archetyp des Actionfilms

Hard-Boiled (辣手神探)
(John Woo, Hong Kong 1992)
DVD

Erst zum zweiten Mal gesehen. Hier mal mein Eindruck nach der Erstsichtung, die immerhin schon gute eineinhalb Jahre zurückliegt:

Hier lässt es Woo wie noch nie zuvor da gewesen krachen! Ein Shoot-Out und Toter (…) folgt dem nächsten und die Gesetze der Physik spielen dabei natürlich eine untergeordnete Rolle. (…) Nach dem grandiosen THE KILLER, welchen Woo einige Jahre zuvor drehte, kann ich einem Vergleich zu diesem natürlich nicht entrinnen. Fazit: HARD-BOILED zieht gegen THE KILLER den Kürzeren (wenn auch nicht mit allzu großem Abstand).

Warum? Die Story und die Entwicklung der Freundschaft sind Woo bei THE KILLER eindeutig besser gelungen. Die Musik in HARD-BOILED ist zuweilen grausig, THE KILLER verwöhnt den Zuschauer mit sanften, gefühlvollen Klängen. Die Action (inklusive Bodycount) ist bei THE KILLER zwar geringer (…), aber deutlich angemessener.

Diesem Eindruck würde ich größtenteils noch zustimmen, THE KILLER ist der bessere Film. Am faszinierendsten an der gestrigen Sichtung fand ich jedoch nicht den horrenden Bodycount oder die Action (der Film ist sowieso der Inbegriff des Actionfilms), sondern die Parallelen zu INFERNAL AFFAIRS, der mir zu Zeiten der Erstsichtung noch nicht bekannt war. Nicht nur weil mit Tony Leung und Anthony Wong gleich zwei der Hauptcharaktere mit dabei sind, sondern auch die inhaltlichen Parallelen. Alan (Leung) trifft sich mit seinem Verbindungsmann auf dem Dach, erinnert sich nicht an seinen Geburtstag und bekommt ein Geschenk vom Cop. Keine Uhr, aber ein Feuerzeug. Das berührt mich, ja.

 

Bei Wong fiel es mir aber etwas schwer, ihn in der Rolle eines bad guys zu sehen, kenne ich ihn doch sonst nur in der Rolle des aufrichtigen Polizisten. Trotzdem ist es herrlich anzusehen, wie over the top er seine Rolle mimt und wie extrem schmierig er dabei rüberkommt. Meinen beiden Mitsehern hat es jedenfalls auch gefallen, auch wenn ich deshalb wieder mal nur in den „Genuss“ der synchronisierten Fassung gekommen bin. Aber hey, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein! (8-9/10)


Schwarze, Wald, Brüste

Vixen!
(Russ Meyer, USA 1968)
TV

Hmm, okay, gut. Mein erster Meyer und wohl auch mein letzter. Nicht weil ich nichts damit anfangen kann, sondern weil es sich bei den Filmen dann doch eher um Erotik dreht, wenn auch auf ganz zahme Art und Weise (zumindest aus heutiger Sicht). Erstaunlich dabei ist jedoch, dass Meyer einerseits den typischen Genrekonventionen folgt – es geht alle 10 Minuten „zur Sache“ -, diese andererseits aber mit einer ordentlichen Portion Sozial- und Gesellschaftskritik garniert. Er spricht dabei beispielsweise Themen wie Vietnam und Rassismus an, ohne diese aber zu fokussieren. Das muss er ja auch nicht, denn solange es üppige Brüste zu sehen gibt, ist ja alles im Lot. Sehr schwer zu werten, deshalb mal vorerst keine Wertung. Übrigens einer der ersten Filme in der Arte-Reihe, die ich auch wirklich als Trash bezeichnen würde. (x/10)

 


Kyoto war gestern

The Day After Tomorrow
(Roland Emmerich, USA 2004)
DVD

Popcorn-/Blockbuster-Kino in Reinkultur! Unterhält deshalb auch recht gut, ist aber auch extrem nervig. Auf der einen Seite haben wir die Geschichte um eine zweite Eiszeit – klar, nicht vollkommen unrealistisch (?), aber dennoch nur Mittel zum Zweck. Wie bei INDEPENDENCE DAY eben, nur dass dieser deutlich unterhaltsamer und bombastischer daherkam wie THE DAY AFTER TOMORROW. Es passiert im Grunde nicht viel: Es gibt einen gravierenden Wetterumschwung, der die nördliche Hemisphäre in Eis verwandelt und ein Vater, der seinen Sohn retten will. Zwischenzeitlich gibt es dann noch einige Katastrophenszenarien, that’s it. Und das auf zwei Stunden ausgedehnt, irgendetwas muss Emmerich also doch ganz ordentlich gemacht haben, denn langweilig wurde es mir eigentlich nicht. Dafür verantwortlich zeichnen dürfte wohl der tolle Sound der DVD, der jeden Nachbarn erfreuen dürfte.

 

So unterhaltsam und audiovisuell beeindruckend THE DAY AFTER TOMORROW auch daher kommen mag – die FX sehen wirklich sehr gut aus -, so ärgerlich und nervig ist er aber auch. Zum einen wäre da die Lovestory, die einfach nur schrecklich aufgesetzt wirkt, für solch eine Art von Film aber einfach auch dazugehört (siehe zuletzt auch THE SINKING OF JAPAN). Dann die Regierung, die nicht auf den schlauen Wissenschaftler hören will und dadurch das Schicksal unzähliger Bürger besiegelt. Bemerkenswert ist dabei aber, wie Emmerich Parallelen zur aktuellen Situation zieht, die amerikanische Regierung letzen Endes aber zur Vernunft kommen lässt.

 

Wehende US-Flaggen (gleich in der ersten Einstellung überhaupt zu sehen) und sich aufopfernde Helden gehören ebenso dazu wie Menschen, die entgegen aller Vernunft auf eigene Faust handeln. Dabei wirkt THE DAY AFTER TOMORROW im Kern auch erstaunlich wie ein Remake von INDEPENDENCE DAY. Alles ist da, die Katastrophe, die Helden, der Kitsch, der Sieg. Vom gleichen Aufbau der einzelnen Storyelemente ganz zu schweigen. Was in Emmerichs Alienspektakel jedoch konsequent ist, wirkt hier einfach dumm: Die ganze Katastrophe endet genau dann, als der gute und einzig schlaue Wissenschaftler (Dennis Quaid) der USA seinen Sohn (Jake Gyllenhaal) und andere Überlebende findet. Aha, alles klar. Was soll’s, man kann ja auch nicht mehr erwarten, oder? (5-6/10)


TV Tipps zum Wochenende [01.-03.06.07]

Freitag, 01.06.07

ProSieben, 20.15 Uhr: STAR WARS: EPISODE VI – RETURN OF THE JEDI

War für mich früher immer der beste der alten Trilogie.

VOX, 20.15 Uhr: THE CAT RETURNS (猫の恩返し)

Steht hier als Tipp, da ich mit den Ghiblis ja auch mal weiter machen sollte.

EinsFestival, 20.15 Uhr: LILJA 4-EVER

Schon sehr viel positives drüber gehört.

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