Ein Feinschmecker kommt selten allein

Ratatouille
(Brad Bird, Jan Pinkava, USA 2007)
Kino

Kochen ist ja derzeit angesagt wie nie zuvor. Egal ob Das perfekte Dinner, Tim Mälzer oder Kerner und Co., alle scheinen gerade den Gourmet in sich zu entdecken (oder auch nicht). Da kommt der neue Disney/Pixar also genau richtig. RATATOUILLE nennt er sich, nicht gerade nach einem Gourmetmahl benannt, aber dennoch mit ganz viel Liebe zum Detail. RATATOUILLE ist nämlich nicht nur Ratatouille im Abgang ganz vorzüglich, sondern duftet schon großartig, bevor er auf der Zunge zergeht. Beim Wort Ratte vergeht einem der Appetit für gewöhnlich ja wieder, aber wer Remy einmal gesehen hat, der wird seine Meinung über diese Nager schnell ändern. Nicht nur, dass diese Figur eine der liebenswürdigsten im gesamten Pixar-Universum ist, nein, Bird und Pinkavas Film halte ich zudem für den bis dato best animiertesten Trickfilm aus diesem Hause. Das glasklare und von realem kaum zu unterscheidende Wasser zu Beginn zu sehen reicht da schon, um die Kinnlade bis knapp auf den Boden sinken zu lassen. Vom flauschigen Fell Remys und den wunderschönen Hintergründen (allen voran Paris bei Nacht) ganz zu schweigen.

In RATATOUILLE steckt unendlich viel Liebe zum Detail. Namen wie Anton Ego, der aus einem Monty Python-Sketch stammende Ober oder die Fleischbearbeitung à la Rocky Balboa sind da noch die offensichtlichsten Erscheinungen. Es fängt schon beim Poster mit der netten Lautschrift an, geht über den äußerst sympathischen Score (wer kennt die Marseillaise denn schon so?) von Michael Giacchino und hört irgendwo bei den liebenswerten Charakteren auf, die nur zu sehr an reale Pendants erinnern. An Pixars Neustem ist einfach nahezu alles perfekt. Das Tempo ist genau richtig, nämlich ziemlich schnell, die Lacher sind richtig dosiert und gestaltet – sowohl für die Alten, als auch für die Jungen ist genug dabei – und genau an der Stelle, als ich dachte, es würde ein unsäglicher Song einsetzten, sollte ich glücklicherweise eines Besseren belehrt werden. Danke.

Als einzigen Kritikpunkt sehe ich wenn überhaupt die Gewalt (statt einer Waffe hätte man nämlich auch ein Nudelholz o.ä. nehmen können), die für die allerjüngsten Zuschauer vielleicht nicht ganz geeignet sein dürfte und den bösen Küchenchef, der (warum auch immer) ein immigrierter Franzose (Marokkaner?) ist. Festzuhalten ist gerade dabei aber auch, dass es keinen wirklich Bösewicht gibt, sondern dieser hier, der Küchenchef, durchaus sympathisch sein kann – auf seine eigene Art und Weise eben. Und auch wenn der Ablauf Ratatouille des Ganzen in jedem Pixar nahezu identisch ist – ein Schlüsselereignis, dann der Anstieg der Spannungskurve, dann der (traurige) Höhepunkt und schließlich das Happy End -, so wird es dennoch zu keinem Zeitpunkt langweilig, weil wir bis zur letzten Sekunde mit unserem tierischen Helden mitfiebern können und es auch bis dahin immer wieder neue Ideen gibt. Und ohne zu viel zu verraten: Selten war ein Schluss so erfrischend anders, herzerwärmend und dabei dennoch komisch. So macht Didaktik Klein und Groß Spaß, so macht man es, jawohlja. Für mich ad hoc gesehen der bisher beste Pixar. (8/10)


Nutshell 30.09.07

Zum letzten Mal in diesem Monat…

Einen Sony BDP-S300 kaufen und die SPIDER-MAN-Trilogie auf Blu-ray erhalten (wobei, lieber einen HD DVD-Player kaufen) The Dirty Dozen

44 INCH CHEST klingt nacht etwas sehr feinem

Details und ein neues Mitglied (?) für J.J. Abrams STAR TREK-Film

Näheres zum Remake von THE DIRTY DOZEN

Wurde das OAR von PLANET TERROR für die DVD etwa geändert?


Nutshell 29.09.07

Heute nicht allzu viel…

Clip zu SUKIYAKI WESTERN: DJANGO – subtitles, anyone?Sukiyaki Western: Django

Jessica Biel wird doch nicht Wonder Woman

Das Poster zum US-Remake von FUNNY GAMES ist sehr gut gelungen (was man vom Film wohl nicht behaupten kann)

Vom Machodarsteller zum Softie – die Top 7 bei den Cinematical Seven


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Nutshell 28.09.07

Und die Welle der Asia-Remakes scheint kein Ende zu nehmen – heute: OLDBOY (올드보이)

Ist das der INDIANA JONES 4 Plot? Planet Terror DVD

Neue Bilder zu SAW 4

Das erste Poster zu Pixars Neuem, WALL-E

AxelMusic verschickt PLANT TERROR bereits

Natalie Portman nackt?


Nutshell 27.09.07

JACKASS 2.5 und JACKASS 3 kommen

ZOMBIE MASSACRE – Dr. Bolls nächstes Bollwerk? Jennifer Garner/The Kingdom

Trailer zu MIDNIGHT MEAT TRAIN, Clive Barkers Neuestem

Die ersten vier Minuten zu Jenny Garners neuem Film, THE KINGDOM, gibt es online

Ein neuer Film der Hammer Studios?

EXILED erscheint am 22.10. in UK auf DVD

Review der DVD zu William Friedkins BUG, auf den ich seit dem FFF heiß bin


Chuck Norris!

The Hunting Party
(Richard Shepard, USA/Kroatien/Bosnien-Herzegowina 2007)
Kino

Filme über den Konflikt oder besser gesagt Krieg in Bosnien gibt es ja mittlerweile so einige. In erster Linie sind dies Actionfilme (BEHIND ENEMY LINES) oder eben Filme mit Dokucharme (NO MAN'S LAND) – jedenfalls setzen sie sich kritisch und aufklärend mit dem Thema auseinander. Nicht anders verhält es sich auch bei THE HUNTING PARTY, mit dem kleinen Unterschied, dass dieser in erster Linie eine Komödie ist, eine schwarze noch dazu. Zumindest will er das sein, denke ich. Denn so richtig kann sich Regisseur Shepard nicht für eines entscheiden, wird seine Komödie doch immer wieder von dramatischen, einfühlsameren Momenten durchzogen. Das muss nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten, aber in diesem Film tut es dies leider. Zeigt er in der einen Szene noch, welch ein Abenteuer der Krieg für einen Journalisten doch sein kann, zeigt er in einer anderen eine von Kugeln durchlöcherte Schwangere und andere Gräuel des Krieges. Der Krieg, ein Abenteuerspielplatz für wahre Männer.

Shepard begeht einen weiteren großen Fehler, indem er einen kleinen Nebenschauplatz ins Spiel bringt, der unnötiger kaum sein könnte. Um zu zeigen, wie sehr Duck (Terrence Howard) an seinem bequemen Leben hängt, führt er nämlich The Hunting Partykurz dessen Freundin ein, die nichts weiter als eye candy ist, total uninteressant (zumindest für den Verlauf des Filmes), und dennoch zeigt er sie am Pool, auf dem Schiff am Meer und mit anderen Männern rummachend. Klar, man muss zeigen, wie widerwillig Duck seinem alten Freund Simon (Richard Gere) hilft, aber ob auf diese Art und Weise sein muss? Ferner gleichen die Bösewichte eher einer hollywoodschen Lexikondefinition als einem Kriegsverbrecher. Doch genug der Kritik, denn bei THE HUNTING PARTY überwiegt definitiv das Positive, denn das Endergebnis all seiner Faktoren gleicht dem eines nahen Verwandten, nämlich LORD OF WAR. Nicht nur inhaltlich sind diese ähnlich, sondern vor allem auch auf formaler Ebene. Ist es in Letzterem der Weg der Kugel, ist es in Shepards Film ein nicht minder erfrischender Monolog, mit ebenfalls tollen Spielereien.

Auf der Humorebene funktioniert THE HUNTING PARTY wirklich gut, auf der moralisch-dramatischen, wie gesagt, etwas weniger gut. Das letzte Drittel wirkt viel zu dick aufgetragen, viel zu human und aufklärerisch, so, wie man es aus Hollywood schon hundert Mal gesehen hat und es auch kaum anders kennt. Und so rührselig Shepards Prämisse auch sein mag, so neutral die Schilderung des Ganzen, so klischeehaft ist doch einmal mehr der Osten Europas. Alte Frauen, die kaum junge Männer kennen, überall nur Kneipen, in denen die Leute trinken und vertrauen kann man sowieso keinem. The Hunting PartySchade, dass Hollywood hier nichts dazu zu lernen scheint (da sei doch Eli Roths HOSTEL: PART II gelobt, der genau dies auf die Schippe nimmt). Egal, damit muss man mittlerweile ja wohl einfach rechnen. Denn was er hier verpasst, bügelt er mit seinen Pointen wieder glatt. Manches ist wirklich so urkomisch, dass man es kaum glauben mag, wenn am Ende eingeblendet wird, was alles den Tatsachen entspricht – und das ist, die Texttafel zu Beginn zeigt es, mehr als man denkt.

THE HUNTING PARTY verschenkt letzten Endes ein wenig von seinem Potential. Zwar ist der Kriegshintergrund beliebig austauschbar (THREE KINGS fällt mir dabei gerade noch ein), aber gerade durch Humor und einen wirklich gut harmonierenden und besetzten cast (okay, Diane Krüger kann man quasi in der Pfeife rauchen) ist der Film dann doch ziemlich souverän. Bedenkt man allerdings, was man auch mit einer etwas längeren Laufzeit hätte anstellen können, die meiner Meinung etwas zu kurz und komprimiert war, dann ist man doch etwas traurig. Da wundert es dann auch nicht, dass der große Bruder LORD OF WAR der etwas bessere Film von beiden ist. Trotzdem, eine gelungene Satire auf Kriegsjournalismus, Habgier und die heimlichen politischen Deals der Global Players. (7/10)


Nutshell 26.09.07

Werner Herzogs RESCUE DAWN wird am 20.11. auf DVD erscheinen

Kevin James wird demnächst in MALL COP zu bewundern sein Tony Leung

Kiefer Sutherland wird in Kanada geehrt

CD-WOW startet neu durch und spendiert jedem Mitglied drei 2,00 EUR Gutscheine (e-Mails checken)

AICN interviewt Tony Leung

Zack Snyder über sein neues Projekt WATCHMEN

Die deutsche LE zu TRANSFORMERS kann man sich wohl wirklich schenken

Die sieben besten Western seit UNFORGIVEN

Eine Best Buy-Studie zeigt, dass viele Amerikaner noch keine Ahnung von HD(TV) haben


Nutshell 25.09.07

I NOW PRONOUNCE YOU CHUCK AND LARRY ab 06.11. auf DVD Jessica Biel

Jessica Biel als Wonder Woman?

Johnnie Tos EXILED wird für Hong Kong ins Oscar-Rennen gehen

Wenn Tarantino nicht will, dann eben Eli Roth

Film Junk-Podcast unbedingt anhören – gestern Nacht gehört und begeistert – lustig, informativ und kompetent (gut, wie man A HISTORY OF VIOLENCE als Liebling von Cronenberg haben kann verstehe ich zwar nicht, aber egal)

Für eine kleine Umfrage spendiert Amazon.de einen 5,00 EUR Gutschein

THE FAST AND THE FURIOUS 4 wird kommen


Boys gone wild

Superbad
(Greg Mottola, USA 2007)
Kino

Man rekapituliere Seth Rogens Charakter aus KNOCKED UP und stelle sich vor, wie dessen Jugend ausgesehen haben muss. Richtig, in etwa kommt SUPERBAD dabei heraus. Nicht allzu erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Rogen – der neue Star am amerikanischen Comedy-Himmel – nicht nur das Drehbuch mitschrieb, sondern sich auch für eine Rolle als Chaoscop nicht zu schade war. Hinzu kommt, dass der hier auftrumpfende Protagonist, Jonah Hill, ebenfalls in KNOCKED UP mitwirken durfte, und das in einer nicht allzu gravierend anderen Rolle. Bediente letzterer Film eher das humorvolle, junge Erwachsene Publikum, fährt SUPERBAD wieder auf der Teenschiene, aber wohlgemerkt ohne die klassischen Fallen oder Klischees des Genres. So spart sich Greg Mottolas Film nicht nur die Fäkalwitzchen (zumindest größtenteils) oder die obligatorische Fleischbeschau, sondern belässt es auch bei unseren drei Protagonisten und schlägt sich nicht noch mit dutzenden anderen Figuren herum.

SuperbadDabei versteht er es auch außerordentlich gut, seine Geschichte voranzutreiben und garniert sie mit einer Humordichte, die man so heutzutage wirklich nicht mehr zu sehen bekommt. Selten, wirklich ganz selten lässt er seinem Publikum überhaupt mal Zeit zu verschnaufen – und wenn, dann nur sehr kurz. Unsere Helden werden dabei durch tolle Spielereien (Zeitlupe aus dem Bus) und durch einen noch tolleren, wie die Faust aufs Auge passenden, sehr funkigen Soundtrack unterstützt. Doch nicht nur formal spielt SUPERBAD auf einem hohen Level, auch in seiner Geschichte, die er uns vermittelt und die – ähnlich wie bei KNOCKED UP – wohl ein Großteil des Publikum selbst schon so erlebt hat (mehr oder weniger eben). Seth (Jonah Hill) – man beachte den Namen und die Verbindung zu Rogen – will es noch mal so richtig krachen lassen, bevor er von der Highschool aufs College wechselt, frauentechnisch versteht sich. Dass ihm dabei aber einige Steine in den Weg gelegt werden, dürfte ebenfalls klar sein. Am Ende ist es dann aber doch einmal mehr die Freundschaft und wahre Liebe die zählt, Alkohol und Sex sind ja schließlich vergänglich.

Absolutes Highlight des ganzen ist aber der Charakter des Fogell alias McLovin (Christopher Mintz-Plasse), der zwar auf den ersten Blick wie ein Abziehbild der Loserfiguren aus den unzähligen anderen Teenklamotten wirkt, näher betrachtet aber so ziemlich der erste ist, der auch wirklich lustig ist. Er wirkt so ehrlich und bisweilen authentisch, dass sich wohl jeder, der auch nur ansatzweise ehrlich zu sich selbst ist, zu einem gewissen Grade selbst in ihm wieder erkennt. Sowieso decken unsere drei Helden wohl nahezu jeden Typen ab, den man so an einer Highschool finden kann: den dicken, der auf noch dickere Hose macht, den schüchternen Normalo und eben den nerdigen Freak. Und ist es nicht genau das, worüber wir am meisten lachen können, über uns selbst und andere, die uns nur zu bekannt vorkommen? SUPERBAD ist die wohl beste Teenkomödie seit… …ach, ziemlich langer Zeit. Wenn man an ihm etwas kritisieren kann, dann nur die Laufzeit, die man vor allem im letzten Drittel hin und wieder zu spüren bekommt. Ansonsten gibt es aber zumindest für das jüngere und jung gebliebene Publikum absolut nichts zu meckern. (8/10)


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