»Die Weißheit ist unser Hammer.«
In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale
(Dr. Uwe Boll, Deutschland/Kanada/USA 2007)
Kino
Kaum bin ich mit SEED dem ersten einigermaßen ordentlichen Dr. Boll begegnet, mache ich sofort schon wieder eine Begegnung mit einem absoluten Rohrkrepierer. Der Herr Dr. würfelt einmal mehr alles zusammen und lässt das, was dabei herauskommt, auf die Kinoleinwände los. Was das ist?
Naja, im Prinzip der dreisteste Klau der Ringtrilogie überhaupt, da war selbst STARDUST noch eigenständiger. Dr. Bolls Computerspieladaption ist ein bunter Wirrwarr, ein Potpourri aus Fantasy-, Ritter- und Actionfilm. Das wäre an sich ja gar nicht mal so schlimm, wäre da nicht einmal mehr das unsägliche Timing und der mehr als laienhafte Schnitt – Dr. Bolls wohl größtes Problem. Er macht nichts anderes als in sich absolut unkohärente Szenen aneinander zu reihen und diese so stümperhaft ineinander übergehen zu lassen, dass man nach wenigen Minuten eigentlich schon nicht mehr hinsehen kann. Vom schrecklichen Score und der Länge, die sich zieht wie ein riesiger Kaugummi (O-Ton Dr. Boll: "The director's DVD cut will be 45 minutes longer."), ganz zu schweigen.
Weshalb sich also den Film überhaupt erst antun? Gut, nach dem ordentlichen Abstecher ins Serienkillergenre war ich ja offen für neue Bollwerke. Und hey, Jason Statham ist mit von der Partie. Klar, dass er die Kampfsau schlechthin spielen darf, auch wenn manche Einlagen trotz Fantasy mehr als wehtun. Zudem war ich im Laufe der Spielzeit immer mehr überrascht, welche Darsteller Dr. Boll für seine Sache alle gewinnen konnte. Burt Reynolds (der sich permanent zu schämen scheint), Ron Perlman (dem man die Langeweile ansieht), Matthew Lillard (kann der überhaupt was anderes als solche Psychos spielen?), John Rhys-Davies (neunmalkluger Merlinverschnitt) und schließlich Ray Liotta und Claire Forlani, deren Overacting hart an der Schmerzgrenze ist. Aber eigentlich ja nicht verwunderlich, denn wie heißt es so schön? Für Geld tun Menschen eben alles.
Unterm Strich bleibt IN THE NAME OF THE KING: A DUNGEON SIEGE TALE also trotz Fantasy ein erschreckend langweiliges, vor sich dahinplätscherndes undefinierbares Etwas, das sowohl inhaltlich, als auch formal auf ganzer Linie versagt und dem man zudem nicht mal einen gewissen Trashappeal zustehen kann.
Dr. Bolls Größenwahn wird hier einmal mehr deutlich: Er sucht die epische Weite (wobei man ihm zugute halten muss, dass er Schlachten einigermaßen inszenieren kann), versucht an seine großen Vorbilder heranzukommen, die wieder mal omnipräsent sind. Im Prinzip ist sein Schaffen nichts anderes als repetitiv, nur eben im negativen Sinne. Und da verwundert es nicht wirklich, dass sein anderes Statement aus dem Interview mir Angst macht, denn da heißt es: "If we make over $40 million at the box office, we will consider a sequel." Da kann man nur hoffen, dass er unter den $40 Millionen bleibt. Aber vielleicht wird das mit dem (erfreulichen, spaßigen) Trash ja etwas bei FAR CRY, dessen Besetzung mit Til Schweiger, Udo Kier und Ralf Möller auch nach nichts anderem als solchem klingt (hoffe ich zumindest). (3/10)
Tags dungeon siege, jason statham, uwe boll
9 Kommentare













zustimmendes nicken in allen punkten :wink:
Danke, hatte auch nichts anderes erwartet (wobei: wie fandest Du POSTAL nochmal…? :razz: :wink: )
Ich fasse mich immer noch am Kopf wie verrückt ich doch sein konnte und in diesen Film gegangen bin, da hat mein gesunder Menschenverstand völlig ausgesetzt, wäre ich allein ins Kino gegangen, wäre ich nach bereits 5 Minuten gegangen, aber da noch ein paar Person mehr mit waren, musste ich leider das Machwerk bis zum Ende sehen.
echt kleriker, was du dir immer für ne scheisse in deiner Freizeit angucken kannst…. respekt :mrgreen:
Naja, man muss auch mal einen richtigen Scheißfilm durchsitzen, und mit meinen beiden Begleitern war das auch durchaus trotzdem unterhaltsam. Und hey, ohne die Bolls gesehen zu haben, kann man auch nicht mitreden (wobei, er macht ja immer die gleichen Fehler). :wink:
Schade! Dabei haben die RTL II Action News zuletzt doch so einem auf den Geschmack gebracht. Herr der Ringe Kamerafahrten durch Uwe Boll inszeniert und epische Schlachten :fall:
Puh, da muss ja wirklich ordentlich was schief gelaufen sein, wenn die topp Nachrichten von RTLII dem Ganzen so ein spitzen Zeugnis attestieren… :mrgreen:
:grin:
Ist doch nix neues ;)