»Get yo ass back in my house!«

Black Snake Moan
(Craig Brewer, USA 2006)
DVD

Black Snake MoanSo langsam aber sicher muss ich die "Großen" des Jahres noch nachholen, und da ich BLACK SNAKE MOAN im Kino verpasst hatte, nun eben auf DVD. Auf DVD, die – so muss man Paramount an dieser Stelle wirklich mal loben – bildtechnisch wirklich auf Referenzniveau arbeitete, so großartig ist dieser Transfer. Und wenn dann auch noch der Film Freude bereitet, dann sitzt man wirklich etwas Großem bei. Doch alles nach und nach. BLACK SNAKE MOAN entwickelt sich nämlich langsam, kommt anfangs als schwüles Südstaatendrama daher, das einmal mehr von Gott, dem verlorenen Glauben und einer gescheiterten Liebe handelt. Samuel L. Jacksons Figur ist die Wut, gemischt mit Melancholie und einem Riecher für Gerechtigkeit. Christina Riccis Charakter, eine Sexbesessene Schlampe, die den White Trash kaum anschaulicher darstellen könnte. Sie ist im Gefühlschaos, sucht die Lösung ihrer Probleme im Alkohol und in den Drogen. Ihr Freund (gar nicht übel: Justin Timberlake) zieht gen Irak, lässt sie mit ihren Problemen allein.

Die Wege all dieser Figuren sollen sich schon bald kreuzen und so entwickelt sich BLACK SNAKE MOAN langsam aber sicher zu einer Mischung aus Drama, Thriller, Musikfilm und Komödie – ich meine, auf die Idee, eine Frau bei sich zu Hause anzuketten, muss man erst einmal kommen. Brewers Film lässt sich nämlich nicht einfach in eine Kiste stecken, denn dafür ist er einiges zu vielschichtig. Vielleicht nicht in seiner Prämisse, die einmal mehr die konservativen Werte und Tugenden hochhält, aber in seiner Inszenierung, in der er die Realität des Öfteren mit dem Gegenteil vermischt, ohne es dabei aber zu übertreiben. Der Film hat nämlich ein Gespür für Timing, verschenkt kaum Zeit, sondern füllt diese wohl proportioniert. Und auch wenn das Ende zugegeben wirklich dick aufgetragen, ja wohl fernab jeder Realität ist, so bleibt BLACK SNAKE MOAN nicht nur ob seiner grandiosen Darsteller im Gedächtnis, sondern auch wegen seinem Blues, den er ganz einfach im Blut hat. (7-8/10)


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5 Kommentare zu “»Get yo ass back in my house!«”

  1. Dezember 25th, 2007 | 17:43

    ich meine, auf die Idee, eine Frau bei sich zu Hause anzuketten, muss man erst einmal kommen

    Ich kann dich ja gern mal mit in ein Paar Berliner Clubs nehmen, da relativiert sich diese Originalität schnell wieder. :wink:

  2. Dezember 25th, 2007 | 18:14

    :mrgreen: :lol:

  3. Dezember 25th, 2007 | 21:55

    [...] Here's another interesting post I read today by Equilibrium [...]

  4. Februar 5th, 2008 | 20:03

    [...] Equlibrium: 7.5 von 10 [...]

  5. Februar 6th, 2008 | 6:25

    [...] Equilibrium: 7.5 von 10 [...]

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