Ein Alien kommt selten allein

Aliens vs. Predator: Requiem
(Colin Strause, Greg Strause, USA 2007)
Kino

AVPRJa, da waren die Erwartungen dann wohl doch etwas zu hoch. Ich bin ja einer der wenigen, die dem ersten Teil doch einiges abgewinnen konnten, allein schon deshalb, weil man zwei der größten Filmmonster zusammenführte und die beiden sich mal ordentlich die Köpfe einschlagen durften. Da machte es auch nichts, dass die Story von einem wenig begabten Autoren stammen dürfte und sich der Goregehalt in Grenzen hielt. Umso größere Begeisterung herrschte also bei Ankündigung eines Sequels – mit mehr Gore, mehr Aliens und Predator und einer besseren Story (?). Leider stellt sich nun heraus, dass sich die vermeintlichen Verbesserungen gegenüber dem ersten Teil in Grenzen halten. Es gibt kaum mehr Aliens, kaum mehr Action und die Figuren und deren Handlungsrahmen sind fast noch beschränkter als jene im ersten Teil (und das will was heißen). Eine herbe Enttäuschung also, zumindest auf den ersten Blick.

ALIENS VS. PREDATOR: REQUIEM – man denke nur an den deutschen Titel, der weniger als überhaupt keinen Sinn macht – hat aber nämlich auch einige Momente, die durchaus unterhaltsam sind. Zum einen wären da die Figuren, die allesamt so blass bleiben, dass sie einem sofort wieder egal sind. Perfekt Voraussetzung also, um sich auf die große Schlachtplatte zu freuen, ja gäbe es sie denn. Sagen wir es so: Wer den Red Band Trailer kennt, der kennt auch alle Splatterszenen… Gut, es gibt auch noch eine, die man nicht kannte und die PREDATOR huldigt, wirkte sie nur nicht so extrem aufgesetzt, aber das tut hier ja sowieso alles. Zum anderen darf für die Zielgruppe (männlich, jung, Computerspiel erfahren) natürlich nicht das eye candy fehlen, das außer den Bikini aber leider nichts zeigt. Ja, so bleiben dann wohl mehr oder weniger nur noch die Kämpfe, mit denen AVPR leicht punkten kann, auch wenn diese meist so dunkel sind, dass man nicht einmal die Hand vor Augen sieht, geschweige denn Predatoren, die Aliens zu Brei verarbeiten.

Unterm Strich bleibt eine mehr als dürftige Fortsetzung eines objektiv betrachtet ebenfalls mehr als dürftigen Filmes. Die Action stimmt größtenteils nicht, die Figuren und Handlung sind Käse und mit den sechs Filmen der beiden Universen hat das sowieso nicht mehr viel gemein. Einzig und allein der Soundtrack hebt sich da noch am ehesten positiv hervor. Da stimmt es nicht gerade mit Freude, dass das Finale dann noch überdeutlich auf einen dritten Teil der Reihe anspielt – ALIEN und PREDATOR hatten zusammen ja schließlich auch vier Fortsetzungen… (4-5/10)


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9 Kommentare zu “Ein Alien kommt selten allein”

  1. R3 (206)
    Dezember 28th, 2007 | 16:24

    Zum anderen darf für die Zielgruppe (männlich, jung, Computerspiel erfahren) natürlich nicht das eye candy fehlen,

    Müsstest du, der auf dümmliche Kinderkacke (Transformers), eye candy (Jessica Biel, sonstige Bitches??? oder so) und Gewalt (seed, Hitman, Halloween Remake ????) steh, doch lieben… :grin:

    gerade, dass du (wie zu erwarten) jegliche Charaktertiefe und eine nicht vorhandene Story ankreidest, wundert mich ob anderer Reviews doch sehr…

    na, ich werd ja heut abend sehen, wie ich den Film dann so finde. Aber besser als irgendwelche x-ste Massenmörder was weiss ich scheiss dürftest es schon werden, wenn Aliens auf Predatoren RICHTIG einkloppen… nich wie der völlig vergurkte erste Teil (AVP 3/10)

    aber danke fürs Review

  2. Dezember 28th, 2007 | 16:33

    wenn Aliens auf Predatoren RICHTIG einkloppen

    Was nicht der Fall ist… :wink: Und da schaut der Junge einmal Cassavettes und schon hält er sich für was besseres. Warum ich AVPR nicht toll fand, dafür aber bspw. HITMAN ergeht hoffentlich aus den jeweiligen Reviews. Und auf 'Bitches' stehe ich sowieso nicht (klar ist die Biel heiß, aber Du weißt so gut wie ich, dass wahre Frauen jene wie Bergman sind)! :wink:

  3. David (113)
    Dezember 28th, 2007 | 20:56

    man denke nur an den deutschen Titel

    der heißt hier doch einfach nur AvP2.

    Ich stimme Dir wirklich in jedem Punkt zu. Aber Soundtrack? Musik ist mir in dem Film echt nicht aufgefallen, so gut kann die also nicht gewesen sein, behaupte ich mal. Gab es da echt Musik?
    Eye Candy kam natürlich viel zu kurz :-) und dass sie stirbt, sieht man schon im Trailer, irgendwie keine ideale Voraussetzung. Man sieht eigentlich alles schon im Trailer, was da sonst noch kommt ist einfach langweilig.
    Das "Eye Candy" macht übrigens auch bei "Wanted" mit. Vom Gesicht her fand ich die jetzt allerdings nicht so "candy-mäßig", aber darüber darf man ja streiten.

  4. R3 (206)
    Dezember 29th, 2007 | 10:14

    Was nicht der Fall ist :wink: Und da schaut der Junge einmal Cassavettes und schon hält er sich für was besseres. Warum ich AVPR nicht toll fand, dafür aber bspw. HITMAN ergeht hoffentlich aus den jeweiligen Reviews. Und auf Bitches stehe ich sowieso nicht (klar ist die Biel heiß, aber Du weißt so gut wie ich, dass wahre Frauen jene wie Bergman sind)! :wink:

    Ich halt mich doch nich für was besseres…. will dich doch nur aus der Reserve locken :mrgreen:

    AVP-R 6/10

    war doch ein ganz nettes Filmchen. Dümmliche Charaktere und ich hätt mir ein wenig mehr Action mit den Soldaten gewünscht, aber man bekommt Alien und Predator und Vs. ganz gut. Die meiste Gewalt is zwar im Red Band Trailer, aber das stört nich. Der Kill von der nervigen ollen war sogar mit Szenenapplaus bedacht im Kino. Und
    Im Gegensatz zum grottigen AVP (3/10) ein unterhaltsamer Film, den man gerne mal aus der Videothekt ausleihen kann. Nich eine voll panne Antarktisstory, sondern eher wie im ersten Predator Film bricht das Grauen ohne grosse Erklärungen aus. Die Story war gut. Dramturgisch hätte man die Pizzalieferungsszene resp. anschliessende Schlüsselsuchszene komplett rauschneiden können, da sie nicht, aber auch gar nichts zur Entwicklung des Films beiträgt. Sinnloses Filmmaterial, das nur die Geschwindigkeit aufhält. Aber die Strause Brothers sind ja auch nicht Cassavetes :wink: :mrgreen:

    An Predator oder die ersten beiden Alien Filme kommt AVP-R lange nicht ran

  5. Dezember 29th, 2007 | 12:28

    @David

    Er heißt hier Aliens Vs. Predator 2 – hieß der erste nicht Alien Vs. Predator…? Fand die Musik für solch eine Produktion recht gut, ja, auch wenn es jetzt nichts herausragendes war. Das eye candy war natürlich keine Miss World, aber nur bis auf den Bikini geht dann halt einfach nicht… :razz: :wink:

    @R3

    Volle Zustimmung zu der Pizzaszene… :roll:

  6. David (113)
    Dezember 29th, 2007 | 15:24

    Ah, I see. Ich dachte, Du störst Dich an dem "Requiem", was ja im deutschen einfach weggelassen wurde. Dass es im Deutschen "Alien" statt "Aliens" heißt war mir gar nicht aufgefallen.
    Also auf der Seite des UFA Kinos steht der Film mit dem Titel "Alien Vs. Predator 2" Beide im Singular.

    Szenen, die man hätte weglassen können, fallen mir zahlreiche ein. Selbst jemand, der noch nie was von Aliens gesehen hätte, langweilt sich nach der dritten Szene, in der jemand in eine Richtung schaut, dann den Kopf dreht und plötzlich von einem Alien ins Gesicht gesprungen wird.
    Eigentlich hätte man fast alles, was nicht im Trailer war, weglassen können.
    Was sollte die Szene auf dem Predator Planeten? Wenn nur ein einzelner von denen kommt hätten die auch einfach einen vom Schiff überleben lassen können oder so.

  7. Dezember 29th, 2007 | 15:46

    Naja, also der Blick auf den Planeten der Predator fand ich eigentlich den stärksten Moment, das hatte einfach was. Aber klar, wie Du sagst, hätte man das auch getrost weglassen können. Zudem nimmt es dem Ganzen Franchise der ersten beiden irgendwie auch den Mythos…

  8. Tharos (1)
    Dezember 31st, 2007 | 14:10

    Die Szene hat gezeigt wie langweilig ein Leben als Predator doch ist: Du gammelst daheim rum und wartest, dass endlich ein Notsignal kommt, damit man sich auf den Weg zu einem fremden Planeten zwecks Aufräumen machen kann ;)

  9. Januar 1st, 2008 | 13:56

    :mrgreen:

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