As Time Goes By…

Casablanca HD DVD… unfassbar, wie gut selbst 60 Jahre alte Filme dank HD aussehen können. Gerade habe ich den besten Film aller Zeiten auf HD DVD erhalten (Dank an Peter von Frosta für das Mitbringsel) und mal reingeschaut… Ich kann noch immer nicht glauben, dass dieser Film von 1942 (!) ist, denn er sieht auf HD DVD aus, als wäre es eine aktuelle Produktion – nur eben in 1.33:1 und in Schwarzweiß. Kein einziger Kratzer, kein Schmutz, kaum Rauschen und ein glasklares Bild. Das ist bzw. war die Stärke der HD DVD, die alten Klassiker, von denen Blu-ray bis heute kaum welche veröffentlicht hat (ROBOCOP scheint mir derzeit der älteste Film im Programm zu sein – und der ist von 1987). Aber was trauere ich? Allein wegen dieser Disk hat sich der Kauf des Player schon gelohnt, denn auch wenn sich das nach einer Floskel anhört, so wird man den Film wohl nie in einer besseren Qualität zu sehen bekommen – "Here's looking at you, kid."


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Kurz mal abgehakt # 19

BEERFEST – die ersten 20 Minuten sind genial, allen voran Donald Sutherlands Cameo als bayerischer Wirtsherr. Danach baut der Film aber stark ab und verläuft sich in gewohnten Bahnen aus Fäkalhumor, unlustigen Witzen und latentem Rassismus. Mit seinen knapp zwei Stunden Laufzeit zudem deutlich zu lang. Unschlagbar jedoch das deutsche Team, bestehend aus Jürgen Prochnow und Ralf Möller. Das bleibt im Gedächtnis, ansonsten aber nichts – wie nach einem feucht-fröhlichen Abend eben. (5/10)

MASTERS OF HORROR: PELTS – hier zitiere ich doch einfach mal Kollege soilworker: "Ganz so arg ist Pelts dann doch nicht, wenn auch beileibe kein Highlight. Bezeichnend ist es wohl, wenn ich eine Stripszene für das Beste an der Folge halte. Hervorstechend sind außerdem die ziemlich deftigen Splattereffekte und Meat Loaf als lüsterner, alter Sack. Worum es geht? Um magische Waschbär-Pelze, die den Besitzer in den Wahnsinn und letztendlich in einen blutig-fantasievollen Selbstmord treiben!" Bedenkt man jedoch, dass niemand geringeres als Dario Argento für diese Folge verantwortlich zeichnet, dann muss man sich wirklich fragen, ob das wirklich der Mann ist, der solche unsterblichen Klassiker wie PROFONDO ROSSO (aus dem er hier immerhin der Fahrstuhlszene huldigt) oder SUSPIRIA gezaubert hat… (5/10) In the Valley of Elah

IN THE VALLEY OF ELAH – hierzu wird es noch ein ausfürhliches Review geben, dass ich aber erst am Starttag veröffentlichen darf. Bis dahin sei nur so viel gesagt: Wer mit Haggis nichts anfangen kann, für den wird sein Neuer auch nur wieder ein riesiger Haufen pathetisch-konstruierter Scheiße sein (der diesjährige CRASH eben). Alle anderen dürften sich aber an einem tollen Irak-Drama-Thriller erfreuen, der einen superben Tommy Lee Jones zeigt und sehr ambitioniert ist, das Thema Irak-our boys-country aufzuarbeiten.


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Neues One Sheet mit dem Dunklen Ritter

filmz.ru hat eine neues Poster zu THE DARK KNIGHT parat, das Batman (Christian Bale) in voller Montur zeigt. Und wenn wir schon dabei sind: Trotz des Todes Heath Ledgers ist all seine Arbeit am Film komplett, sodass man nichts befürchten muss.

The Dark Knight Poster


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Wettbewerbsprogramm der 58. Berlinale

Logo der BerlinaleEs ist bald wieder soweit, Deutschland darf eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt austragen, nämlich die Berlinale. Diese findet in diesem Jahr vom 07.02. bis zum 17.02. statt und wartet neben einer Retrospektive zu Luis Buñuel und zahlreichen anderen Programmpunkten (Talent Campus, Panorama) natürlich auch wieder mit 21 Filmen, die im offiziellen Wettbewerb laufen, auf. Dieses Jahr gehen die folgenden Filme an den Start:

Kirschblüten – Hanami von Doris Dörrie (Deutschland)
There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson (Vereinigte Staaten)
S.O.P. Standard Operating Procedure von Errol Morris (Vereinigte Staaten)
Happy-Go-Lucky von Mike Leigh (Großbritannien)
Gardens of the Night von Damian Harris (Großbritannien)
Elegy von Isabel Coixet (Spanien)
Julia von Erick Zonca (Frankreich)
Lady Jane von Robert Guédiguian (Frankreich)
Feuerherz von Luigi Falorni (Italien)
Caos calmo von Antonello Grimaldi (Italien) Berline Wettbewerbsposter
Restless von Amos Kollek (Israel)
Zou You (In Love We Trust) von Wang Xiaoshuai (China)
Sparrow von Johnny To (Hongkong/China)
Kabei (Kabei – Our Mother) von Yoji Yamada (Japan)
Lake Tahoe von Fernando Eimbcke (Mexiko)
Tropa de Elite (Die Elite-Einheit) von José Padilha (Brasilien)
Ballast von Lance Hammer (Vereinigte Staaten)
Bam gua Nat (Night and Day) von Hong Sangsoo (Südkorea)
Il y a longtemps que je taime (I've Loved You So Long) von Philippe Claudel (Frankreich)
Musta Jaä (Black Ice) von Petri Kotwica (Finnland)
Avaze Gonjeshk-ha (The Song Of Sparrows) von Majid Majidi (Iran)

Außer Konkurrenz laufen zudem:

Shine a Light von Martin Scorsese (Vereinigte Staaten)
Katyn von Andrzej Wajda (Polen)
Fireflies in the Garden von Dennis Lee (Vereinigte Staaten)
The Other Boleyn Girl von Justin Chadwick (Großbritannien)
Be Kind Rewind von Michel Gondry (Frankreich) (FAZ)

Besonders gespannt bin ich auf Johnnie Tos Neuen, SPARROW, THERE WILL BE BLOOD (wobei der ja kurze Zeit später regulär anläuft), und natürlich auf Michel Gondrys BE KIND REWIND. Blöd nur, dass ich zirka 600 Kilometer von Berlin entfernt wohne und deshalb keinen der Filme zu sehen bekomme. Naja, wenn das ZDF es wie letztes Jahr hält, dann wird es zumindest als kleinen Trost täglich ein Journal live von der Berlinale geben (hoffentlich wieder mit Kathrin Bauerfeind). Wie sieht es denn mit meinen Lesern aus – wird von Euch jemand anwesend sein?


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Wäre Lincoln doch nur ein Kulturbanause gewesen

National Treasure: Book of Secrets
(John Turteltaub, USA 2007)
Kino

National Treasure: Book of SecretsNett, ja, doch. Eben genau das, was ich nach dem ersten Teil und dem Trailer von diesem Sequel erwartet hatte. Familientauglich heißt hier wohl das Stichwort. Es ist ein Film, der keines der Familienmitglieder ausschließt – okay, die ganz jungen vielleicht -, denn NATIONAL TREASURE: BOOK OF SECRETS tut keinem weh und ist didaktisch und moralisch so sauber wie es ein Film aus dem Hause Disney eben ist. Es gibt Action, ja, aber die ist nie so grafisch oder explizit, dass die Kleinen nachts nicht mehr schlafen können. Umso erstaunlicher, dass diese sogar durchaus bei den Großen ankommt, auch wenn sie im Vergleich mit Harrison Fords Kultcharakter natürlich auf der Strecke bleibt. Abraham Lincoln, das geheime Buch des Präsidenten, eine Schatzkarte im Schreibtisch der Queen – die Ideen scheinen den Drehbuchautoren wohl nie auszugehen. Natürlich ist das bisweilen doof und konstruierter als konstruiert, aber einen gewissen Charme und Witz besitzen diese Theorien durchaus. Und vor allem will ich nicht wissen, wie viele Menschen bald am Mount Rushmore stehen werden und Wasser auf die Felsen gießen…

Ebenfalls anrechnen muss man dem Sequel auch seinen Cast. Zur Stammbesetzung aus dem ersten Teil stoßen nun sogar Größen wie Helen Mirren und Ed Harris, die den Film natürlich um einiges bereichern. Über Cage lässt sich natürlich einmal mehr streiten, doch für diese Art von Film scheint er dann doch passend, denn das so etwas bisweilen von Overacting lebt, dürfte keinen (nach dem ersten Teil) wundern. Schön auch, dass BOOK OF SECRETS nicht die üblichen Sequelzutaten benutzt und gemäß denen höher, schneller und weiter zu sein/gehen als das Prequel. Zwar ist mir Teil Eins nicht mehr allzu präsent, aber wenn ich mich recht erinnere, hatte der sogar mehr Action zu bieten als BOOK OF SECRETS. Sowieso würde ich Teil Eins Teil Zwei dann doch leicht vorziehen, da er mir einfach auch in Hinsicht auf die amerikanische Geschichte um einiges didaktischer und potenter erschien. Jedenfalls ist Turteltaubs Fortsetzung ein feiner Abenteuerfilm geworden, der genau das ist, was man von ihm erwartet, nämlich nettes Popcornkino, an dem sich niemand stört, dessen Halbwertszeit aber der einer Tüte Popcorn gleich kommt. (6-7/10)


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10 Minuten allein mit Mandy Lane

Hach, was wird das dieses Jahr nur für ein Valentinstag – RAMBO, THERE WILL BE BLOOD und auch ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE starten am selben Tag. Letzteren habe ich schon auf dem Fantasy Filmfest im letzten Jahr sehen können und war doch sehr, sehr angetan. Für alle, die dieses Glück nicht hatten und sich noch bis zum 14.02. gedulden müssen, können sich jetzt immerhin schon die ersten zehn Minuten des Filmes bei Yahoo! anschauen.

All the Boys Love Mandy Lane

[Quelle: Filmstalker]


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Michel Gondry 'sweded' seinen eigenen Trailer

Also eines muss man ihm ja lassen: Die Ideen scheinen diesem Mann nie auszugehen. Erst 'sweded' er die großen Filme, macht darüber einen Film und jetzt muss sogar noch der Trailer ebendieses Filmes dran glauben. Gondry hat den Trailer zu BE KIND REWIND komplett allein gemacht und das Ergebnis kann sich nicht nur seiner Aberwitzigkeit wegen sehen lassen. Ich kann den 20.03. kaum erwarten…

Sweded Be Kind Rewind Trailer


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Heart of Glass

We Own the Night
(James Gray, USA 2007)
Kino

We Own the NightDie Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weißen. Die Ähnlichkeit, die James Grays Film in Hinsicht auf den besten Film des vorletzten Jahres – zumindest laut der Academy -, THE DEPARTED, besitzt. Das ist ja nicht weiter schlimm, aber es zeigt sehr deutlich, dass es in WE OWN THE NIGHT nichts, absolut gar nichts Neues zu sehen gibt (was es bei Scorseses Film streng genommen ja auch nicht gab). Auf der einen Seite befinden sich die Drogenbosse, einmal mehr Russen, auf der anderen die Guten, Cops wie Mark Wahlberg – um die dritte Brücke zu Scorseses Film zu schlagen – und Robert Duvall. Dass das natürlich nicht gut gehen kann, ist so offensichtlich wie Nicolas Cages schwindendes Haar. Umso erstaunlicher also, dass es Gray dennoch gelingt, den Karren nicht gegen die Wand zu fahren, sondern einen recht spannenden Thriller aus dem Stoff zu stricken. Diese Tatsache hat er aber auch dem Cast zu verdanken, keine Frage. Mark Wahlberg, Robert Duvall und Joaquin Phoenix, diese drei Namen tragen den Film, heben ihn aus all dem Thrillereinheitsbrei heraus. Natürlich schöpft keiner sein Potential voll aus, doch das müssen sie auch gar nicht.

Ganz anders verhält es sich mit Eva Mendes. WE OWN THE NIGHT verweist sie einmal mehr auf die zweite Bank, ja verschenkt die Frau, die hier nicht einmal als eye candy einen guten Job macht. Vielmehr ist sie nervender Ballast, der die Flüssigkeit des Filmes nur aufhält und unnötige Nebenschauplätze eröffnet. Vom farblosen Bösewicht und dessen Klischeebeladenem Anhang ganz zu schweigen. Doch genug geschimpft, denn damit wären auch schon alle Schwächen von WE OWN THE NIGHT angeführt. Reden wir lieber über das Positive, wie beispielsweise den tollen Soundtrack, der die 80er authentisch wieder belebt und mit Blondie genau meinen Geschmack trifft. Ferner muss man ihm auch eine gewisse Emotionalität anrechnen, die zwar nie so tief geht, wie beispielsweise ein INFERNAL AFFAIRS (無間道), aber dennoch einige tolle Szenen vorzuweisen hat (auch wenn die Beerdigungsszene, die zu ebendiesen zu zählen ist, fast 1:1 aus THE DEPARTED – ein weiterer Cent in die Erwähnungskasse – übernommen zu sein scheint). Salopp könnte man aber auch sagen, dass der Film sich durch Pathos und Gewalt rettet. Das Pathos ist hier groß, weiß aber vor allem gegen Ende hin zu gefallen. Und auch in Sachen Gewalt geht man im Vergleich mit anderen recht weit.

WE OWNT THE NIGHT wird niemals so weit kommen wie es THE DEPARTED oder AMERICAN GANGSTER (wenn auch zu Unrecht) taten, doch das ist auch nicht weiter schlimm. Er will nichts besonderes sein, versucht nicht zwanghaft episch oder tiefgehend zu wirken. Er erzählt ganz einfach eine konventionelle Geschichte, ist dabei leicht überdurchschnittlich und sorgt für knappe zwei Stunden kurzweilige Krimiunterhaltung. Ein weiterer massenkompatibler, netter Thriller Marke Hollywood eben. (7/10)


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Titelschriftzug, Plot und erste Bilder zum neuen Bond

Nach der ersten Pressekonferenz und der dortigen Bekanntgabe des Titels von BOND 22, QUANTUM OF SOLACE, wurden nun auch die ersten offiziellen Bilder der Darsteller veröffentlicht. Des Weiteren gibt es nun auch den offiziellen Plot und den Titelschriftzug, der es einmal mehr versteht, auch das 007 geschickt mit einzubinden.

Quantum of Solace

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Aktive Teilnahmslosigkeit

No Country for Old Men
(Ethan Coen, Joel Coen, USA 2007)
Kino

No Country for Old MenDer amerikanische Süden. Hitze, Staub, Wüste. Es rauscht durch die Lautsprecher, man spürt die Schwüle und die willkommenen Winde, die einem um die Ohren fegen. Das Land ist weit, schier unüberschaubar, mit weit und breit nichts als trockenem Boden, einigen Bäumen und mittendrin einigen Männern, jungen Männern. Jede Einstellung ist eine Offenbarung, ein weitflächiges Stilleben – man will kaum glauben, dass es sich hierbei nicht um ein Gemälde handelt. Diese ersten Minuten von NO COUNTRY FOR OLD MEN fesseln, werfen den Zuschauer direkt ins Geschehen und gönnen ihm keine Pause. Im Gegenteil, nach den schönen Bildern bekommt man erst einmal wieder weniger schöne Bilder zu sehen: Gewalt, in all ihren Facetten, schmerzhaft, real. Es ist kein gewöhnlicher Killer (Javier Bardem), weiß Gott nicht. Er hat das Glück stets auf seiner Seite, denkt er zumindest, er fordert es heraus, spannt den Bogen bisweilen ziemlich weit. Es ist sein Land, es gelten seine Regeln, jeder der sich ihm in den Weg stellt wird beseitigt, ohne das kleinste Anzeichen von Mitleid.

Das muss auch bald Josh Brolin feststellen, der den Fehler begeht, sich ihm und seinem Geld in den Weg zu stellen. Er ist jung, kennt die Weite des Landes. Doch weiß er auch mit wem er sich da angelegt hat? Als Zuschauer weiß man es schnell, denn heißt es im Trailer noch "What's this guy supposed to be the ultimate badass?", so trifft es wohl nichts besser als ebenjene Aussage. Javier Bardem mimt einen Killer, der kälter, ausdrucksloser – er selbst ist dabei aber ausdrucksvoller als kaum ein Killermimender Darsteller vor ihm – und brutaler nicht sein könnte. Sein Gegenpart, Josh Brolin agiert nicht weniger grandios, auch wenn er als good guy (zumindest im direkten Vergleich mit Bardems Figur) natürlich weniger stark im Gedächtnis bleiben dürfte als Bardem, der einem in wirklich jeder einzelnen Szenen einen Schauer über den Rücken jagt. NO COUNTRY FOR OLD MEN wird von diesen beiden Größen ohne Probleme getragen, da bedürfte es eigentlich gar keinem Tommy Lee Jones oder Woody Harrelson mehr. Ersterer hat aber eine ganz bestimmte Funktion, er sorgt nämlich für den Humoranteil in dem sonst durch und durch düsteren Thriller. Er ist dabei jedoch weniger comic relief als der alte Mann, der die eine oder andere amüsante Anekdote zu erzählen hat.

Nicht anders verhält es sich mit Harrelson. Doch egal wie präsent oder lustig die beiden auch sind, so gehört dieser Coen ganz klar Brolin und Bardem. Ihr Duell führt die beiden nicht nur quer durch Texas und Mexiko, sondern auch quer durch alle Schichten dieser Gesellschaft(en). Es kommen Fragen auf, Fragen nach Glück, Bestimmung, Prinzipientreue. Diese beschäftigen nicht nur die beiden Kontrahenten, sondern auch (zwangsweise) deren Angehörige. Da wäre beispielsweise Tommy Lee Jones’ Figur des Sheriffs, der dem Killer immer einen Schritt hinterher ist, ihn erst gar nicht zu sehen bekommt. Doch er hinterlässt Zeichen, Zeichen, die Sheriff Bell (Jones) deuten kann. Er weiß, dass dieses, sein Land verkommen ist. Er ist es diese Welt nicht mehr gewohnt, diese von Drogen und Geld korrumpierte. Da können ihm auch seine Freunde nicht von großer Hilfe sein, denn dazu sind sie auch zu alt. Gerade hier setzen die Coens ihre Prämisse, die nicht nur den Titel widerspiegelt. In ihrem Film gibt es keine Helden, denen das Land gehört. Jeder hat sein(e) Last(er) zu tragen. Nicht einmal der im Genre sonst so heroischen Sheriff, den der scheint schon lange Opfer seiner Lethargie und seines Galgenhumors geworden zu sein.

Dieser ist es auch, der die Dialoge prägt, wenn sich diese mal nicht auf die beiden Protagonisten und deren schlichten, aber dennoch subtilen Informationsaustausch konzentrieren. NO COUNTRY FOR OLD MEN lässt sowieso lieber Bilder sprechen, und so kommt der Film neben den relativ wenigen Dialogen auch nahezu ohne Musik aus, lässt besonders die eingangs genannte Weite des Landes für sich (eindrucksvoll) sprechen. Auch plottechnisch hebt sich der neue Coen bisweilen meilenweit von seinen Kollegen ab. Nicht unbedingt wegen des Plots an sich (hier wurden ja bereits viele Stimmen laut, die A SIMPLE PLAN anführten), sondern wegen der konsequenten Inszenierung dessen. Joel und Ethan Coen nehmen gewalttechnisch keinerlei Blatt vor den Mund und zeigen die Gewalt so, wie sie auch ein David Cronenberg zeigen würde – nämlich als das, was sie ist: drastisch und roh. Ihr vermeintlich psychopathischer Killer will dabei auch nicht so recht in eine Klischeekiste passen, auch wenn er natürlich bisweilen Eigenschaften aufweist, die kein Killer mehr nicht vorzeigen kann. Doch das fällt überhaupt nicht ins Gewicht, denn ihr Film ist perfekt, so wie er ist. Geht man nur mal ins Detail, dann scheint sich hier immer mehr zu erschließen. Der Weite des Landes wird die Enge der Beziehung, der Motels und deren Schächte, den Stiefeln und dem verwundbaren Fleisch gegenübergestellt – da scheint der Titel noch das Offensichtlichste zu sein.

NO COUNTRY FOR OLD MEN würde man das Abräumen bei den diesjährigen Oscars gönnen. Er hätte es verdient, keine Frage, denn er ist schlichtweg perfekt. Denkt man nur mal an die unzähligen Vehikel, die sich heutzutage (Psycho)Thriller nennen, dann wächst der Film nur noch weiter. Angesichts der doch recht beeindruckenden Filmauswahl, die dieses Jahr noch auf uns zu kommt, kann man wohl dennoch mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass er – wie im letzten Jahr bei den amerikanischen Kritikern – den besten Film des Jahres markiert. (10/10)


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