Der Nebel des Grauens

The Mist
(Frank Darabont, USA 2007)
Kino

The MistOh Mann, ich kann es eigentlich immer noch nicht glauben, was ich da vor einigen Stunden auf der Leinwand gesehen habe. Eigentlich war ich mir ja ziemlich sicher, dass es ziemlich schwer würde, I KNOW WHO KILLED ME dieses Jahr noch zu unterbieten, doch mit der King-Short-Story-Adaption THE MIST zeigt Darabont eindringlich, dass es doch gar kein Schweres ist, dies zu tun. In seinem Film funktioniert rein gar nichts, vor allem wohl nichts, wie es von ihm beabsichtigt war. Zu allererst einmal ist der Horrorfilm nämlich mehr Komödie als Horrorfilm oder Thriller. So sehr man es auch versucht, man kann das Geschehen auf der Leinwand einfach nicht ernst nehmen, und so lässt sich THE MIST dann doch recht gut als Gagfeuerwerk lesen. Die Kreaturen sehen zwar auf den ersten Blick meist wie ihr reales Pendant aus (wobei es auch ziemlich abgedrehte Viecher gibt), doch erhascht man mal einen Blick auf deren "Gesicht", dann hat man schon den ersten Lachkrampf zu überstehen – von den mindestens weltklasse Animationen mal ganz zu schweigen. Der Höhepunkt findet sich dann aber in einem bug, der jeden Jurassic Park-Besucher noch mehr erstaunen würde, als jeder dort lebende Dino.

Doch damit nicht genug, denn was den Kreaturen an Schreckpotential fehlt, das besitzen die Darsteller. Ich kann nicht glauben, dass das wirklich der Punisher war, der da als Hauptdarsteller zu sehen war – nicht nur weil er aufgegangen ist wie Hefeteig, sondern auch wegen seiner Darstellung, die Jenseits von Gut und Böse ist. Auch seinen Kollegen sieht man die Freude förmlich ins Gesicht geschrieben, da wundert es auch nicht, dass man den Protagonisten diese grandiosen Dialoge in den Mund gelegt hat, die jeder TV-Gerichtsshow-Autor hätte besser hinbekommen als Darabont. Und genau wie bei diesen Shows erging es mir auch im Kino, ich wollte das Elend endlich beenden, umschalten und nach etwas Besserem suchen. Doch durch Schmerzen merkt man, dass man noch lebt, dachte ich mir und blieb brav sitzen, zumal ich meine beiden Begleiter ja nicht allein lassen konnte. Und tatsächlich, ich sollte dafür belohnt werden. Das Ende macht nämlich einiges wieder wett, so konsequent und herrlich doof ist es. Nur doof, dass mir einmal mehr nach einem Lachanfall war als nach einem Haufen Dramatik. Da konnte auch der gute Score von Mark Isham nichts mehr retten, denn der wurde ohne jegliches Gespür einfach über die Bilder geschmissen, sodass es erneut sehr wehtat.

Wie gesagt, als Komödie oder noch besser als Partyfilm, eignet sich THE MIST hervorragend. Er hat alles, was man von solch einem Film erwartet: Grandiose Dialoge, begnadete Darsteller, einen unfassbaren Spannungsbogen, CGI, die selbst Bays Letzten in den Schatten stellen und eine Prämisse, die mindestens so episch und subtil ist wie Goethes Faust. Nicht zu vergessen dass er Munition herzaubern kann und Hundefutter für 30 Jahre führt. Kaum zu glauben, dass dieser Mann für THE GREEN MILE und THE SHAWSHANK REDEMPTION verantwortlich zeichnet (geschweige denn der Film von der US-Kritik so gut rezipiert wurde). Aber ihm glaube ich sowieso nichts mehr, denn gegen ihn ist seine falsche Prophetin (Marcia Gay Harden) geradezu ein Brunnen der Wahrheit. (2/10)


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6 Kommentare zu “Der Nebel des Grauens”

  1. Januar 20th, 2008 | 13:46

    :lol: :lol: :lol:

  2. axi (73)
    Januar 20th, 2008 | 13:47

    muhaha!
    war doch gut, dass ich in KA geblieben bin!
    Obwohl ich den schon gerne sehen würde und ich den bestimmt nicht so schlecht finde wie du.

  3. Januar 20th, 2008 | 14:06

    Obwohl ich den schon gerne sehen würde und ich den bestimmt nicht so schlecht finde wie du.

    Kann schon sein – Chris und Sven fanden ihn gar nicht mal so übel… :wink:

  4. Januar 21st, 2008 | 0:03

    Noch schlimmer als Dreamcatcher?

  5. Januar 21st, 2008 | 15:20

    Noch schlimmer als Dreamcatcher?

    Ist zwar schon eine Weile her, dass ich ihn gesehen habe, aber ja, würde ich schon sagen.

  6. November 5th, 2009 | 17:53

    Noch schlimmer als Dreamcatcher?

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