Oscar 2008 – Fazit
Ja, ich habe von der ersten Minute bis zur letzten durchgehalten und mir die Hollywood'sche Selbstbeweihräucherung angeschaut. Sogar für die deutsche und amerikanische Red Carpet Show war ich mir nicht zu schade respektive zu müde. Beobachtungen bezüglich dieser: Steven Gätjen ist zwar nicht der allerbeste Moderator, aber er stellt keine dummen Fragen, bekommt alle großen Stars vors Mikro (gut, Scott Orlin sei Dank) und sein Englisch ist auch recht gut. Außerdem ist ein großer Unterschied zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Format/Fernsehen
sichtbar.
Okay, kommen wir zur eigentlichen Verleihung. Im Großen und Ganzen bin ich mit den Preisträgern zufrieden – die komplette Liste aller Gewinner findet sich hier (schön bebildert). Die Coens haben mit ihrem Meisterwerk No Country for Old Men zu Recht vier Goldene Jungs eingesackt, Daniel Day-Lewis Preis geht ebenfalls mehr als verdient in dessen Hände und Ratatouille war ohne Frage der beste animierte Film des letzten Jahres. Der Rest war mehr oder weniger schon im Vornherein klar: Diablo Cody macht eine Karriere von der Stripperin zur Oscargewinnerin, Atonement bekommt den besten Score und Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street bekommt die beste 'Art Direction'.
Überrascht, oder besser gesagt verärgert, hat mich aber die Tatsache, dass Transformers leer ausgegangen ist, das ist ein Skandal (zumal der Mann, der hinter den Effekten steht schon 20 Mal von der Academy übergangen worden ist) – das waren die besten Spezialeffekte seit Beginn der CGI. The Bourne Ultimatum sackt dafür alle drei Preise ein, in denen auch Transformers nominiert war und holt sich damit die meisten Preise nach den Coens. Richtig überrascht hat mich auch, dass Österreich (und Deutschland, wenn man es genau nimmt) mit Die Fälscher gewinnt – einmal mehr zeigt sich, dass der Komplex Drittes Reich eben unerschöpflich ist und im Ausland noch immer anzukommen scheint (was eigentlich traurig ist,
ich meine, können wir überhaupt noch mit etwas gewinnen, das nicht von unserer Vergangenheit handelt?). Auch überrascht hat mich Tilda Swinton, die Cate Blanchetts Bob Dylan mal eben den Preis stahl.
Zur Verleihung selbst will ich noch anmerken, dass John Stewart ein deutlich besserer Host war als Ellen DeGeneres im letzten Jahr. Seine Witze waren schön getimt, gingen einigen gegen den Strich und waren nie unter der Gürtellinie. Das Rahmenprogramm war hier nämlich die Spaßbremse, denn die diversen Rückblicke zum 80. waren ja ganz nett – vor allem alle 79 'Best Picture' (nein, The Departed!) -, gingen aber teilweise ob ihrer Redundanz und Belanglosigkeit doch auf die Nerven. Von den bisweilen schrecklichen Songs und den unzähligen Werbeunterbrechungen – die man ja aber schon gewohnt ist – ganz zu schweigen… Aber das gehört sich wohl auch irgendwie auf einer Party, auf der sich die Reichen und Schönen selbst feiern. Bis auf Transformers bin ich wie gesagt sehr zufrieden, ich freue mich auf nächstes Jahr.
Tags 2008, gewinner, oscar
15 Kommentare













Warst wohl doch etwas müde, sonst hättest du mitbekommen, das nicht BOURNE sondern COMPASS den Effektoscar gewonnen hat :wink: Somit gingen nicht alle Bayschen Preise an den Geheimagenten ohne Erinnerung (wobei mir ein Agent mir Erinnerung und ich ohne Erinnerung an den Agenten lieber wäre).
Oha, da hast Du natürlich Recht – aber sagen wir nicht müde, sondern abgelenkt, ja? :wink:
Na gut, abgelenkt….afk :wink: :razz:
Also die Alan Menken-Songs aus ENCHANTED sind doch schön!
Immer diese Musicalpuristen. :wink:
Diablo Cody war keine "Bordsteinschwalbe" – sie war eine Zeitlang Teilzeitstripperin. Da besteht schon ein Unterschied.
Danke für den Hinweis, sehr peinlich… :oops:
Es waren ja nicht alle schlecht, aber sie haben mit der Zeit genervt und den Fluss aufgehalten. :wink:
gern geschehen, ich habe im den letzen wochen halt viele interviews mit dem juno team gehört, da merkt man sich das.
Fand von denen nur "That's How It Works" gelungen :cool:
Hab ich dir vorhin erst gesagt, dass die Tabledancerin war :roll:
Echt? War ich wohl abgelenkt. :razz: :wink:
Auch noch eine kleine Korrektur: Der bereits 20 Mal erfolglos für einen Oscar nominierte Kevin O'Connell war nicht für die Toneffekte oder die visuellen Effekte, sondern für die Tonmischung verantwortlich. Gemäss Aussagen in einem Interview freut er sich aber über jede Nomination, auch wenn er nachher nicht gewinnt.
OK, danke – nur fair ist es irgendwie trotzdem nicht. :cry:
20 Nomination sind doch eine schöne Leistung. Dafür hat er auch 20 Zertifikate erhalten, und die Arbeit wird ihm bei diesem Leistungsausweis wohl kaum ausgehen. Zudem sollen die Academy Awards auch gar nicht fair sein. Das wäre ja völlig langweilig. :wink:
Klar sind das nette Referenzen, aber irgendwann sollte das dann schonmal was werden. :fall:
gern geschehen, ich habe im den letzen wochen halt viele interviews mit dem juno team gehört, da merkt man sich das.