Karamell in den Haaren

Caramel (سكر بنات)
(Nadine Labaki, Libanon/Frankreich 2007)
Kino

‘Caramel’Mein erster libanesischer Film – der offizielle Oscarbeitrag 2008 des arabischen Landes. Es geht um Frauen, Männer, Religion und die Beziehung zwischen diesen dreien. Regisseurin Nadine Labaki ist mit viel Eifer bei der Sache, das sieht man ihrem Film an. Er ist bisweilen geschwätzig und extrem feminin, ja. Ich gebe zu, für mich als Mann war es des Öfteren ziemlich schwer, dem ganzen Frauengetue zu folgen – ähnlich wie bei Frei nach Plan, zu dem gewisse Parallelen vorhanden sind -, denn Labaki fehlt manchmal dann doch das Timing für einzelne Szenen. Diese Lethargie, besser gesagt das Schmachten, durchzieht den ganzen Film, und meist funktioniert es sogar. Labakis Film verfügt über einige wirklich starke Szenen, andere wiederum sind zum davonlaufen (was aber auch an den starken kulturellen Unterschieden liegen könnte).

Caramel ist, um es auf den Punkt zu bringen, ein zwiespältiges Vergnügen für mich. Einerseits war ich vom Geschehen gelangweilt und davon angebiedert, was Labaki nicht alles in ihrem Film unterbringen will – angefangen bei den verschiedenen Religionen über die Beziehung Mann-Frau in Arabien, bis hin zu Freundschaft -, andererseits aber auch sicher, dass ich etwas Tollem beigewohnt habe. Der Film hinterlässt einfach eine Art lebensfrohes Gefühl, bedenkt man Hintergründe, dann will man den Film einfach mögen. Ein Frauenfilm, keine Frage, doch auch ich gehe mit einem Lächeln aus dem Kino – und das ist doch nichts, wofür man sich schämen muss, oder? (6-7/10)


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9 Kommentare zu “Karamell in den Haaren”

  1. Februar 27th, 2008 | 17:12

    Ein Frauenfilm, keine Frage, doch auch ich gehe mit einem Lächeln aus dem Kino

    Jetzt haste dich verraten! :mrgreen:

  2. Februar 27th, 2008 | 17:19

    Jaja, trag Du lieber mal wieder was Konstruktives statt Deiner dauernden Polemik bei… :razz: :wink:

  3. Februar 27th, 2008 | 17:21

    Da muss ich passen, hab den Film ja erfolgreich umschifft :wink:

  4. Februar 27th, 2008 | 22:05

    Ich fand ja schon den Trailer irgendwie sehr bieder; die Bilder gefielen mir aber sehr gut. Wahrscheinlich wäre das auch für mich ein klassischer Fall von "Handwerklich gut gemacht, aber not my cup of tea."

  5. gunnar (1)
    Februar 27th, 2008 | 22:21

    Angebiedert oder angewidert?

  6. Februar 28th, 2008 | 0:20

    für mich ein klassischer Fall von Handwerklich gut gemacht, aber not my cup of tea.

    Ja, so in etwa.

    Angebiedert oder angewidert?

    Ersteres. :wink:

  7. R3 (206)
    Februar 28th, 2008 | 13:59

    Hab mir jetzt mal den Trailer reingezogen. Zumindest hat es mal mein Interesse geweckt. danke für die Anregung :mrgreen:

  8. Somina (1)
    März 13th, 2008 | 16:10

    Ich habe den Film vor 2 Tagen in Oslo gesehen und er ist einer der schönsten Filme , den ich gesehen habe!!!Er hat mich zutiefst berührt.
    Aber vielleicht nicht für jede Seele.

  9. R3 (206)
    November 5th, 2009 | 17:54

    Hab mir jetzt mal den Trailer reingezogen. Zumindest hat es mal mein Interesse geweckt. danke für die Anregung :mrgreen:

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