Filmrätselstöckchen # 879

Machen wir's kurz: Ich habe bei TheRudi The Vanishing erraten und bin damit nun jener, der das FSR gemäß den Regeln fortführen darf. In die Tat umsetzten werde ich das heute um ca. 15.30 Uhr jetzt:

Filmrätselstöckchen # 879 (1) Filmrätselstöckchen # 879 (2) Filmrätselstöckchen # 879 (3)

Wieder mal eine recht schwere Geburt, aber angesichts des Filmes auch kein allzu großes Wunder. verschwender hat schließlich The Sword of Doom (大菩薩峠) gelöst und macht deshalb um 17.00 Uhr weiter.


Tags ,

Kein Schatz zum Verlieben

Fool's Gold
(Andy Tennant, USA 2008)
Kino

‘Fool’s Gold’Bei Definitely, Maybe hatte ich es ja erst erwähnt, dass die Amerikaner einfach keine RomComs machen können, und was zeigt Fool's Gold? Richtig, er ist wieder mal ein herrlicher Beleg für ebendiese Tatsache. Matthew McConaughey – den ich bisher wohl nicht im O-Ton gesehen habe, denn sonst wäre ich wohl nicht so überrascht gewesen, dass er bisweilen spricht, als sei er behindert – lockt die Frauen, Kate Hudson sorgt dafür, dass auch das männliche Publikum den Weg in den Kinosaal findet. Dazu gesellt sich ein Donald Sutherland, dem man sein Alter immer mehr ansieht, und ihm deshalb auch vergeben mag, dass er sich für solch einen Schund hergibt. Seine Rolle ist unfassbar grauenvoll, ist aber nur das i-Tüpfelchen einer vermeintlich humorvollen Katastrophe. Andy Tennant, der zuletzt für das Will-Smith-Vehikel Hitch verantwortlich zeichnete, den ich bis heute nicht gesehen habe, schafft es einfach nicht, auch nur eine einzige ordentliche Figur auf die Leinwand zu bringen. Vielmehr wirkt hier jeder wie ein Klischee des Klischees.

Tennant bedient sich nahezu aller Randgruppen. Da wäre zum einen McConaugheys Figur, hübsch, aber dumm wie ein Stück Brot. Kate Hudson ist die schöne Blonde, selbstbewusst und smart, die ihrem vermeintlichen Lover auch gerne mal Paroli bietet. Zu den beiden gesellen sich dann noch ein Schwulenpaar, das ob seiner Stereotypie schmerzvoller nicht sein könnte (mark my words: Die Schwulen werden diesen Film hassen!), ein ausländischer Sidekick, schwarze (!) Gangster und eine Tochter (Sutherlands), die zwar gewollt schmerzt, deshalb aber auch nicht erträglicher ist. Tennant begeht hierbei auch schon einen fatalen Fehler, indem er nicht nur einen Sidekick präsentiert, sondern gleich – nein, nicht zwei, nicht drei – vier Stück! Dass das nicht gut gehen kann, erst recht wenn keiner davon auch nur ansatzweise Humor besitzt, dürfte klar sein. Lieder beschränkt sich dieses Prinzip aber nicht nur auf die Figuren, sondern auch auf den Handlungsverlauf, der repetitiver und unspannender nicht sein könnte.

Was in Fool's Gold am ehesten noch funktioniert, sind seine Formalia. Welche Bilderflut einen hier bisweilen förmlich erschlägt, ist wirklich toll, auch wenn es im Endeffekt nichts anderes als ein großes Werbevideo für die Tourismusbranche der Karibik ist (aber wer findet die Karibik bitteschön nicht toll respektive träumt von einem Trip dorthin?). Das ändert aber auch nichts and der Tatsache, dass der Film einfach viel zu überkandidelt und überfrachtet ist – alles soll irgendwie niedlich und lustig sein, zudem noch spannend, doch ist es in Wirklichkeit nichts anderes als nervtötend und vor Klischees triefend. Ein mindestens so großes Wrack von Film wie das anfangs gesunkene Boot. (3.5/10)


Tags , , , ,

Kurz mal abgehakt # 27

Rambo: First Blood Part II – dass ich den Film nun innerhalb eines Jahres zum vierten Mal gesehen habe, denke ich, spricht für sich. Lieblingsmoment nach wie vor das Schlussgespräch mit Trautman, das alles doch so schön rekapituliert. (9/10)

The Simpsons Movie – da ich ja einer der wenigen Menschen auf Erden bin, dem die Gelben nicht so zusagen, wundert es wohl auch nicht allzu sehr, dass ich auch mit der Filmversion nicht allzu viel anfangen konnte. Klar, einige Lacher gibt es, und auch die Omnipräsenz Al Gores ist amüsant, aber die emotionale Verbundenheit zu den Figuren und der ganzen gelben Welt, die wohl die meisten beim Sehen des Filmes haben, hatte ich einfach nicht. Eines weiß ich aber: Die Charaktere, allen voran Homer, klingen im Original besser als in der DF. (6.5/10)

‘Hallam Foe’

The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford – puh, was ein langer Titel. Was ein langer Film. Erstaunlich aber, dass sich diese Länge kaum bemerkbar macht, denn auch wenn Jesse James alles andere als temporeich ist, so ist er dennoch nie zu langsam. So ist das Ganze dann auch – wie zu erwarten – ziemlich schön in Szene gesetzt (man muss der Konkurrenz à la The Proposition und Co. ja schließlich die Stirn bieten können), mit klasse Darstellern versehen (wäre Casey Afflecks Gegner, Javier Bardem, nicht so stark gewesen, hätte er den Oscar mehr als verdient gehabt) und spart auch an sonstigem Pathos, wie dem Erzähler aus dem Off oder der Abblendungen, nicht. Bei letzteren beiden konnte ich dann aber auch einfach den Gedanken nicht verwerfen, dass ebendieses Pathos nur Mittel zum Zweck ist. Dennoch, ein schöner Film. (7.5/10)

Hallam Foe – langsam gewinne ich sie immer lieber, diese coming-of-age-Dramen. Warum? Hmm, weil sie mich persönlich mehr berühren als das ganze Popcongedöns im Kino? Weil ich mich nach den Prämissen dieser Filme sehne? Oder weil sie handwerklich einem großen Blockbuster in nichts nachstehen (oder meist sogar überlegen sind)? Hallam Foe trifft jedenfalls den Nagel wieder mal auf den Kopf: Ein äußerst sympathischer Protagonist, eine anrührende Geschichte und tolle musikalische Untermalung. (8.5/10)

‘Shooter’

Boogie Nights – irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Andersons Filme in der zweiten Hälfte immer etwas abbauen (zumindest ist dies auch bei There Will Be Blood der Fall). Dass er in der zweiten Hälfte etwas den Finger erhebt – und dass auf den Aufstieg tragödientechnisch der Fall folgen muss -, wundert angesichts der Thematik ja nicht, aber bisweilen meint er es dann doch zu gut (die Hälfte wird kriminell, alle nehmen sie Drogen, Zufälle, die so wohl nur im Film stattfinden, …). Der tolle Cast, eine unfassbar authentische Atmosphäre (yeah, 80's!) und unzählige unvergessliche Momente – allen voran die TV-Serie Dirk Digglers – lassen Letzteres aber nicht groß ins Gewicht fallen. (8.5/10)

Shooter – empfand ich dieses Mal als etwas besser als noch im Kino. Zum einen, weil ich ihn in HD gesehen habe, wofür solch ein Film natürlich prädestiniert ist, und zum anderen, weil er einfach so schön schnörkellos ist. Schön auch, wie Shooter in die ganze Patriotismus-Krieg-Öl-Demokratie-Debatte einsteigt, nur am am Ende dann wieder jeglichen Hauch von Politik in den Wind zu blasen. Die Bösen müssen eben bestraft werden, egal wie. Zwar nicht ganz so (offensichtlich) politisch wie der bessere Tears of the Sun, aber dennoch ein eindeutiges, für viele wohl mit Kopfschütteln rezipiertes, Statement Fuquas. (8/10)


Tags , , , , , , ,

Top 20 der besten weiblichen Nacktszenen 2007

Da surfe ich zum allerersten Mal auf TV Spielfilm, um mein Abo zu verlängern (denn ja, TV Spielfilm ist die beste Fernsehzeitschrift) und was entdecken meine männlichen Augen da? Die Top 20 der besten – wohlgemerkt – ‘Cashback’ Posterweiblichen Nacktszene aus dem Jahre 2007. Und da ich Euch diese von Mr. Skin (ich hoffe, das ist keine Pornoseite, denn man(n) muss sich dort anmelden – oder kennt die Seite jemand?) zusammengestellt Liste natürlich nicht vorenthalten möchte, riskiere ich es auch, böse Post Kommentare von Feministinnen zu bekommen…

1. Marisa Tomei in Before the Devil Knows You're Dead

2. Keeley Hazell in Cashback

3. Natalie Portman in Hotel Chevalier

4. Christina Ricci in Black Snake Moan

5. Sienna Miller in Factory Girl

Über die Liste, deren restlichen 15 Platzierungen sich hier finden, läßt sich sicherlich streiten, allen voran über die ersten Plätze. Deshalb: Was meint Ihr, respektive die männlichen (gerne aber auch weiblichen) Leser?


Tags , , , , ,

'Indiana Jones IV': Erster TV Spot

Nach dem ersten Teaser Trailer im letzten Monat, ist nun ein erster, 30-sekündiger TV Spot (480p/720p/1080p) zu Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull aufgetaucht. Bis auf einen Dialog zwischen LaBeouf und Ford und einigen Höhlenszenen gibt es aber so gut wie kein neues Bildmaterial zu sichten. Dennoch, sobald John Williams' Theme ertönt, hat mich das Ganze (wieder).

‘Indiana Jones IV’


Tags , , , , ,

Poster zu Tarsem Singhs 'The Fall'

Hmm, in den letzten Tagen lassen die großen News irgendwie zu Wünschen übrig – oder: Die meisten Neuigkeiten interessieren mich einfach nicht (okay, die neuen Top-Secret-Fotos aus Star Trek sehen gut aus, aber einen eigenen Beitrag dazu? Die Zeiten, in denen ich Trekkie war, sind ja nun auch schon etwas länger vorbei). Und auch wenn mich der Film, um den es in diesem Beitrag geht, nach dem Trailer (480p/720p/1080p) bisher nicht unbedingt interessiert, will ich Euch das feine Poster zu Tarsem Sings (The Cell) neuem Film, The Fall, nicht vorenthalten. Präsentiert wird der Film in den USA, wo er noch keinen genauen Starttermin hat, von David Fincher und Spike Jonze – was auch immer das heißen mag.

‘The Fall’ Poster

[Quelle: AICN]


Tags , , , , ,

'My Sassy Girl': Trailer zum amerikanischen Remake

Oh, ja, das hatte ich ja schon wieder verdrängt vergessen, das Remake zu My Sassy Girl. Nach dem Poster, ist jetzt der erste Trailer zum Film aufgetaucht, der – man mag von den amerikanischen Remakes asiatischer Filme ja halten, was man mag – doch ziemlich besch… … eiden aussieht. Die Musik, die Darsteller (allen voran die Stimme Jesse Bradfords), … – alles scheint hier irgendwie nicht einmal ansatzweise an das Original hernazukommen. Aber lassen wir das, hier der Trailer…

[youtube VXsMTxrsQR4]

Diskussion: Was haltet Ihr denn davon (oder allgemein von der Remake-Flut/Wut)?

[Quelle: R3/Twitch]


Tags , , , , , ,

Trendiger Giftzwerg im Walkostüm, 16, sucht…

Juno
(Jason Reitman, USA/Kanada/Ungarn 2007)
Kino

‘Juno’Es ist der amerikanische Traum, wie er im Buche steht: Da beschließt ein gut-bürgerliches Mädchen von zu Hause loszuziehen, um Stripperin zu werden. Nebenher ist sie fleißig am Bloggen, wird dadurch schließlich von Hollywood entdeckt, schreibt ihr erstes Drehbuch und gewinnt dafür gleich den Oscar. Ihr Name: Diablo Cody, ihr Film: Juno, die Prämisse: Eine 16-jährige, Juno (Ellen Page), wird schwanger, was täglich passiert und ohne Probleme zu handeln ist. So weit, so gut. Oder auch nicht. Denn Juno wurde wohl wie kein anderer Independentfilm der letzten Jahre so gelobt, wobei er auch deutliche Schwächen besitzt. Ja, meine Erwartungen waren dann wohl doch etwas zu hoch, aber auch dem Kinopublikum, das asozialer nicht hätte sein können (ab jetzt boykottiere ich dieses Kino wirklich [trotz Studentenrabatts], entweder wird [allein] ins OV-Kino gegangen oder auf die DVD gewartet, so hart es bisweilen auch sein mag) will ich das teilweise Versagen von Juno zu einem gewissen Grad ankreiden.

Ich meine, dass das erste Drehbuch einer unerfahrenen Autorin – die immerhin ein Medien-Diplom hat und der die Materie deshalb nicht völlig fremd ist – nicht gerade perfekt ist, dürfte ebenso klar sein, wie die Tatsache, dass es die Figur der Juno so im wahren Leben nur einmal unter Millionen gibt – wenn überhaupt. Denn genau hier offenbart sich nämlich die größte Schwäche des Drehbuchs, nämlich seine Figuren. So liebenswürdig und von Ellen Page toll gespielt Juno auch sein mag, so ist sie dennoch nichts weiter als eine typisch-fiktive Erfindung des konservativen Hollywoods (das sich ja sonst so liberal gibt). Sie hat Ahnung von Musik, kennt Argentos Filme, und hat immer einen locker-flockigen Spruch auf den Lippen, der sie nahezu unzerstörbar erscheinen lässt. Natürlich schildert Juno auch den Kampf und die Verletzlichkeit dieser kleinen Göre, aber das ist nur oberflächlich und bisweilen verlogen, denn im Kern ist sie der Archetyp des starken Teens, der schon reifer ist als alle andere, bzw. dies gern wäre.

Zum anderen wären da die Eltern, im Prinzip eher konservativ, aber dennoch guten Mutes, denn was soll man denn machen? Da gibt es dann auch keine große Reflexion über die Zukunft oder dergleichen, sondern das wird schon werden – irgendwie. Überhaupt sind hier alle Figuren so schrecklich klischeeisiert – ich sage nur Jenny Garner (so sehr ich sie auch schätze) -, sodass die Geschichte niemals die Leinwand verlässt, sondern stets streng fiktiv bleibt – bei der Thematik dann irgendwie doch erschreckend. Es sind die Frauen, die hier das Sagen haben, da ist für Männer kaum Platz, auch wenn diese durch Jason Batemans Figur deutlich machen, was sie davon halten – die Gender Studies hätten jedenfalls ihre Freude am Film, da bin ich mir sicher. Richtig toll hier aber der buchstäbliche running gag, nämlich die Sportmannschaft Bleekers (gut wie immer: Michael Cera).

Dass das hier alles weniger spektakulär zugeht als in der Realität – allein Junos Freundin ist ja das komplette Gegenteil von ihr selbst -, dürfte also klar sein, zumal ich einen realen Fall kenne, indem die Mutter zwar schon ein paar Jährchen älter war, aber die solche Voraussetzungen nicht hatte (wobei ihre Eltern beide pensioniert sind, was immerhin auch schon ein großer Vorteil ist). Auf diesen Ebenen versagt Juno zu einem großen Teil, da will ich den vielen (deutschen, weil wohl aufgeklärter) Kritikern nicht widersprechen. Was macht Juno dann also doch zu einem buchstäblich netten Erlebnis? Zum einen ist es die Welt Junos, die zwar wie bereits genannt nur zu einem kleinen Bruchteil der Realität entspricht, dafür aber wohl gerade auch so liebenswert ist. Sie diskutiert über die besten Horrorfilme, zeigt ihren Mitschülern wo es langgeht und bleibt dabei doch stets zuckersüß (trotz widerlicher Kleidung uns bisweilen ungehörigem Verhalten). Es ist die Liebe, die im Detail steckt, wie die tolle Musikauswahl oder der noch tollere Vorspann, der wie eine Frischzellenkur wirkt – vom Burgerphone (das Fox in den USA ja auch an einige Kritiker versendet hatte) ganz zu schweigen. Auch wenn ich nie eine Highschool besucht habe (zumindest keine amerikanische) und den Lebensstil Junos auch alles andere als toll finde, so ist es doch diese Popkultur, die sie repräsentiert und in die sie involviert ist – wie wohl auch der Großteil der Rezipienten.

To put it in a nutshell: Reitmans Film gibt sich oberflächlich extrem liberal hipp und modern, ist unter der Lackschicht jedoch zutiefst konservativ, was alles andere als schlecht, aber irgendwie doch heuchlerisch ist. Formal gibt es nahezu nichts auszusetzen, und auch die Darsteller sind toll, so abziehbildhaft sie auch sein mögen. Dass das Drehbuch jedoch deutliche Schwächen aufweist, ist nicht von der Hand zu weisen – aber ein perfektes Drehbuch kann man von einer solch jungen, aber ehrgeizigen Frau auch nicht erwarten. Dennoch bleibt das ganze Phänomen um Juno, ob man ihn nun mag oder nicht, eine interessante, wenn auch überbewertete Angelegenheit. (7/10)


Tags , , , , , , ,

'Superhero Movie': Tom Cruise dreht durch!

Langsam habe ich ja die Schnauze voll von diesen Blockbuster-Verarschungs-Filmen à la Epic Movie (der allerdings nicht sooo schlecht war) oder zuletzt Meet the Spartans. Doch leider sind sie unglaublich erfolgreich, so dass es nicht verwundert, dass immer mehr von ihnen an den Strand gespült werden – das aktuellste Beispiel: Superhero Movie, der in den USA am kommenden Wochenende startet. Warum erwähne ich dieses Stück Zelluloidverschwendung also, vorallem wenn schon der Trailer alles andere als lustig war? Nun ja, Tom Cruise ist Schuld, denn zum Start haben die Macher einen exklusiven Clip zum Film veröffentlicht, indem Miles Fisher Tom Cruises legendäres Scientology-Video genial auf den Arm nimmt. Ich glaube, allein wegen des Clips sollte man den Film doch sehen. Gott sei Dank muss man für diesen (wohl einzig) genialen Gag nicht ins Kino…

[youtube pzIM5Ya0yYM]

[Quelle: /Film]


Tags , , ,

Stolz & Vorurteil

Atonement
(Joe Wright, UK/Frankreich 2007)
DVD

‘Atonement’Eigentlich wollte ich ja gar nichts mehr zum Film schreiben, ist er doch schon lange aus den Kinos wieder draußen. Doch etwas sagt mir, dass ich den Film wenigstens mit ein paar Worten würdigen sollte (ich könnte mir noch immer in den Hintern beißen, dass ich die PV ausließ), denn auch wenn er als Ganzes kein Meisterwerk ist, so finden sich doch einiger wunderschöne Aspekte. Zum einen wäre da der Soundtrack – wunderschön melancholisch und mit einigen absoluten Höhepunkte der Filmmusik (das Stück am Strand Dünkirchens, das Miteinbauen der Schreibmaschine) -, der zu Recht den Oscar gewann, unterstreicht er doch die ohnehin schon majestätischen Bilder und gibt ihnen somit den letzten Schliff. Letztere erinnern nicht von ungefähr an klassische Gemälde aus der Romantik – allen voran an die meisterhaften Werke eines Caspar David Friedrichs. Ferner sind die Parallelen zu Wrights (besserem) Pride & Prejudice nicht zu übersehen. Weniger harmonisch funktioniert die Geschichte an sich, denn sind die Zeitsprünge anfangs noch ein schönes Stilmittel, die den Plot nicht aufhalten, sondern ihn konsequent fortführen, hinterließ vor allem der große Zeitsprung am Ende ein eher schmerzhaftes Gefühl bei mir. Das schreit leider zu sehr nach Epik, wie das die letzten Jahre ja fast jeder 'große' Film tat. Ich hätte es ja so gern gesehen, wenn der Plot nicht unbedingt ins Kriegsgeschehen eingegriffen hätte (was aber nicht weiter störte), sondern die Geschichte am Hof weitergesponnen hätte. Mit dem Zeitsprung am Ende – so sehr er der Prämisse auch gerecht wird – hat Wright aber einiges, nicht nur an Atmosphäre, kaputtgemacht.

Wie bereits angesprochen, auf formaler Ebene ist Atonement schlicht und ergreifend perfekt, und auch der Cast weiß zu begeistern – Keira hat hier einmal mehr gezeigt, dass sie nicht nur eine der hübschesten Jungdarstellerinnen ist, sondern auch eine der Talentiertesten. Nur leider macht ein Schluss, allen voran bei solch einem emotionalen Film, eben viel aus. Und so kann ich einfach nicht aufhören, mich an ebendiesem zu stören. Nichtsdestotrotz wäre Atonement sicher auf meiner Bestenliste des letzten Jahres gelandet, denn um wirklich nicht zu gefallen, macht er einfach viel zu viel richtig, und das sogar sehr. Schade übrigens, dass es nur die DVD und nicht die HD DVD war, denn bei einigen Einstellungen in HD wäre ich wohl in Ohnmacht gefallen. (8.5/10)


Tags , , , ,
1 2 3 ... 5
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: