Kein Schatz zum Verlieben

Fool's Gold
(Andy Tennant, USA 2008)
Kino

‘Fool’s Gold’Bei Definitely, Maybe hatte ich es ja erst erwähnt, dass die Amerikaner einfach keine RomComs machen können, und was zeigt Fool's Gold? Richtig, er ist wieder mal ein herrlicher Beleg für ebendiese Tatsache. Matthew McConaughey – den ich bisher wohl nicht im O-Ton gesehen habe, denn sonst wäre ich wohl nicht so überrascht gewesen, dass er bisweilen spricht, als sei er behindert – lockt die Frauen, Kate Hudson sorgt dafür, dass auch das männliche Publikum den Weg in den Kinosaal findet. Dazu gesellt sich ein Donald Sutherland, dem man sein Alter immer mehr ansieht, und ihm deshalb auch vergeben mag, dass er sich für solch einen Schund hergibt. Seine Rolle ist unfassbar grauenvoll, ist aber nur das i-Tüpfelchen einer vermeintlich humorvollen Katastrophe. Andy Tennant, der zuletzt für das Will-Smith-Vehikel Hitch verantwortlich zeichnete, den ich bis heute nicht gesehen habe, schafft es einfach nicht, auch nur eine einzige ordentliche Figur auf die Leinwand zu bringen. Vielmehr wirkt hier jeder wie ein Klischee des Klischees.

Tennant bedient sich nahezu aller Randgruppen. Da wäre zum einen McConaugheys Figur, hübsch, aber dumm wie ein Stück Brot. Kate Hudson ist die schöne Blonde, selbstbewusst und smart, die ihrem vermeintlichen Lover auch gerne mal Paroli bietet. Zu den beiden gesellen sich dann noch ein Schwulenpaar, das ob seiner Stereotypie schmerzvoller nicht sein könnte (mark my words: Die Schwulen werden diesen Film hassen!), ein ausländischer Sidekick, schwarze (!) Gangster und eine Tochter (Sutherlands), die zwar gewollt schmerzt, deshalb aber auch nicht erträglicher ist. Tennant begeht hierbei auch schon einen fatalen Fehler, indem er nicht nur einen Sidekick präsentiert, sondern gleich – nein, nicht zwei, nicht drei – vier Stück! Dass das nicht gut gehen kann, erst recht wenn keiner davon auch nur ansatzweise Humor besitzt, dürfte klar sein. Lieder beschränkt sich dieses Prinzip aber nicht nur auf die Figuren, sondern auch auf den Handlungsverlauf, der repetitiver und unspannender nicht sein könnte.

Was in Fool's Gold am ehesten noch funktioniert, sind seine Formalia. Welche Bilderflut einen hier bisweilen förmlich erschlägt, ist wirklich toll, auch wenn es im Endeffekt nichts anderes als ein großes Werbevideo für die Tourismusbranche der Karibik ist (aber wer findet die Karibik bitteschön nicht toll respektive träumt von einem Trip dorthin?). Das ändert aber auch nichts and der Tatsache, dass der Film einfach viel zu überkandidelt und überfrachtet ist – alles soll irgendwie niedlich und lustig sein, zudem noch spannend, doch ist es in Wirklichkeit nichts anderes als nervtötend und vor Klischees triefend. Ein mindestens so großes Wrack von Film wie das anfangs gesunkene Boot. (3.5/10)


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5 Kommentare zu “Kein Schatz zum Verlieben”

  1. April 1st, 2008 | 12:30

    Bei mir bekommen Filme mit der Hudson alleine wegen ihrer Präsenz schon 4 Punkte :love:

  2. April 1st, 2008 | 12:43

    Pah!

  3. April 1st, 2008 | 12:54

    Pah!

    No u! :fall:

  4. Me (83)
    April 1st, 2008 | 20:03

    Die Frau wird langsam irgendwie alt :lol: Sorry :wink:

  5. April 1st, 2008 | 22:15

    @Me: Wenn du jünger wirst, würd ich Ausschau vor verrückten Wissenschaftlern halten :wink:

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