Fantasy Filmfest Nights: The Death of Death

Diary of the Dead
(George A. Romero, USA 2007)
Kino

George A. Romero, ein Name, der mittlerweile zu den größten des Horrorgenres gehört. Drei Jahre sind seit seinem Letzten, Land of the Dead, mittlerweile vergangen, umso größer also die Vorfreude auf seinen nunmehr fünften Teil der Dead-Saga. Doch was ist das? Enttäuschung macht sich breit, Romero baut ab. So spannend und interessant Romeros Geschichte beginnt – er startet die Zombie-Seuche neu, es gibt also keinerlei Zusammenhänge zu den anderen vier Filmen -, so schnell driftet sie doch in konventionelle, und bisweilen sogar Slapstickhafte, Bahnen ab. Die Protagonisten sind genretypisch jung, drehen gerade ihren eigenen Film, natürlich ein Horrorfilm. Es gibt den Anführer, das Girlie, die Toughe und den Hornbrillenträger (eine Referenz zu Romero selbst, der sogar ein kleines Cameo hat?) – nichts Neues also an der Horrorfront. Romero lässt diese Teens nun also das Geschehen der Apokalypse filmen, macht also quasi einen Film im Film. Dass die Hand(wackel)kamera dabei natürlich nicht fehlen darf, kann man wohl einerseits als Zugeständnis an den 'neuen' Horrorfilm lesen oder andererseits natürlich als Illustration der Prämisse sehen. Alles filmen soll er, der Filmstudent, unzensiert und stets nah am Geschehen dran – da macht es ihm dann auch nichts aus, dass sein Verhalten in bestimmten Situationen nur sehr schwer nachzuvollziehen ist – Cloverfield lässt grüßen.

An sich würde das ja gar nicht so groß ins Gewicht fallen, würde Romero selbst aber nicht den Anspruch erheben, dass sein Film nahezu real ist. Das Geschehen verfolgen wir stets aus der Perspektive des Kameramannes/Regisseurs, dementsprechend gestaltet sich auch die Optik von Diary of the Dead. Zugegeben, in dieser Hinsicht ist Romeros Film ziemlich atmosphärisch, wäre da nicht die Erzählerin aus dem Off, die bereits nach wenigen Minuten anfängt die Nerven zu strapazieren. Einerseits legt Romero wert auf Authentizität, die ihm bisweilen auch gelingt, andererseits unterwandert er dieser aber wieder durch ebendiesen 'Fremdkörper' (und durch den bereits erwähnten Humor, der zwar nicht neu ist, hier aber nicht nur fehlplaziert, sondern auch absolut over the top ist – Stichwort: Amish). Das ist nicht nur konträr, sondern auch ärgerlich, denn gute Ansätze sind reichlich vorhanden. Romero opfert diese aber zugunsten dieser Klischees, die fast wie Zugeständnisse an ein junges Publikum wirken, die mit seinen älteren Filmen zwar nichts anfangen können, dafür aber mit aktuellen Horrorfilmen. Spätestens wenn uns Romero seine Prämisse, einmal mehr die Kritik an der Gesellschaft, am Ende noch einmal ordentlich vor den Latz knallt: "Are we really worth saving? You tell me.", scheint es fast so, als sei von seiner einstigen Finesse nicht mehr viel übrig. Schade. (6/10)


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15 Kommentare zu “Fantasy Filmfest Nights: The Death of Death”

  1. April 14th, 2008 | 21:28

    Glaube ich jemandem, der [REC] abfeiert, ehrlich gesagt nicht. :fall:

  2. April 14th, 2008 | 21:36

    Hmm, blöd, dass mittlerweile fast jeder was beim neuen Romero auszusetzen hat, was? J.M.K. fand den ja auch nicht so dolle – O-Ton Rajko: "Diese Blasphemie wird noch ein Nachspiel haben. ;-)"

    Find' Dich doch einfach endlich damit ab, dass der eher saugt… :razz: :wink:

  3. April 14th, 2008 | 23:19

    Ohne jetzt meckern zu wollen, aber mich wunderts das du den Film trotzdem noch so hoch bewertet hast :mrgreen:

  4. April 14th, 2008 | 23:22

    Das liegt daran, dass es dennoch ein Romero ist, der auch seine guten Seiten hat – es geht ordentlich zur Sache, die Kameraoptik sieht gut aus und enige Schocks gibt es auch. 'Enttäuschend' muss ja nicht gleich heißen, dass ein Film schlecht ist.

  5. April 15th, 2008 | 1:07

    Also zusammengefasst Style over Substance :fall:

  6. April 15th, 2008 | 10:45

    Ich muß sagen, daß ich mich auf Diary eigentlich sehr freue. Nach Land of the Dead erwarte ich ehrlich gesagt nicht so viel vom alten (O-Ton Rajko) Kauz. Vielleicht die beste Vorrausetzung für den Film. :cool:

  7. April 15th, 2008 | 11:39

    :shock: Spielt da Freddy Kruger mit :?:

    Von Romero kenne ich nicht viel, nur DAWN (den ich besser als das Remake finde, auch wenn etwas lang geraten) und LAND (der okay war, auch wenn alles schon irgendwie dagewesen wirkte). Aber auf Wackelkamera hab ich sowieso keinen Bock, versteh auch den derzeitigen Hype um dieses – wie der Schwabe sagt – G'schißlaweng nicht. *duckundweg*

  8. April 15th, 2008 | 11:47

    @rudi
    Dawn braucht man eigentlich nicht wirklich gesehen zu haben. Ich verspreche Dir aber, daß Dir die Night wirklich gefallen könnte. Die knappen 6 oder 7 Euro, für die die DVD momentan angeboten wird, sind wahrlich eine gute Investition. Schwieriger wird es wohl sein die Uncut Version von Day of the Dead zu ergattern. Romeros stärkste Fortsetzung. Auch wenn Day unter schlimmsten Overacting zu leiden hat, mein Lieblings Zombie Film. Ever :smile:

  9. April 15th, 2008 | 12:21

    Also Rudi, du musst sehr wohl die beste Trilogie, die das Genre je hervorgebracht hat, schauen. NIGHT/DAWN/DAY sind Meisterwerke, LAND kommt dem immerhin schon sehr nahe.

    J.M.K. fand den ja auch nicht so dolle – O-Ton Rajko: "Diese Blasphemie wird noch ein Nachspiel haben. ;-)"

    Der hält Lucas auch für den schlechtesten Schreiber aller Zeiten, so viel zur Glaubwürdigkeit. :mrgreen:

  10. April 15th, 2008 | 12:32
    Der hält Lucas auch für den schlechtesten Schreiber aller Zeiten, so viel zur Glaubwürdigkeit. :mrgreen:

    Ist er das etwa nicht!? :shock: :wink:

    @Peter

    Joar, nicht ganz.

    @verschwender

    Richtig so, bekehre den Rudi. :)

    @Rudi

    Nein, der spielt nicht mit, auch wenn es so aussieht. ;) Und ja, das 'Wackelkamerasubgenre' muss wirklich aufpassen!

  11. April 15th, 2008 | 12:49

    Vielleicht habe ich auch DAY gesehen, weiß nur noch dass es eine knapp 90-minütige Verschanzung im Einkaufszentrum gab mit wunderschön langsamen Zombies (wie Zombies eben zu sein haben imho). NIGHT hab ich zu Hause mal irgendwo als VHS-Aufzeichnung rumfahren gehabt, vielleicht finde ich den noch – aber Zombies geben mir nichts :honk:

  12. April 15th, 2008 | 12:50

    Das war DAWN Aber dann lass' es besser, so 'ne Grudneinstellung haben diese Filme nicht verdient. :wink:

  13. April 15th, 2008 | 13:11

    Aber dann lass' es besser, so 'ne Grudneinstellung haben diese Filme nicht verdient.

    Ich weiß eben die wahre Kunst des Filmemachens nicht zu schätzen :fall:

  14. April 15th, 2008 | 14:14

    Day spielte in dieser Militärbasis / Bunkerdings. Finde den echt gut, vielleicht sogar besser als Dawn.

  15. April 15th, 2008 | 14:15

    Die DVD kannste übrigens problemlos über die Cyber-Piraten oder die bekannten österreichischen Internethändler bekommen.

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