Kino abseits des Mainstreams: avant*garde

Man sollte es wirklich einmal wagen und die Personen, die im Kino neben einem sitzen, nach Regisseuren wie Werner Herzog, Takeshi Kitano und Ingmar Bergman fragen (natürlich nach oder vor dem Film, nicht während des Films). Es ist die Reaktion, die mich entweder überraschen würde oder eben nach wie vor daran erinnern würde, dass für die meisten Kinogänger das Medium Film nichts weiter ist als eine Form der Unterhaltung – Kunst!? Nein, danke! Für alle, die von den drei Genannten noch nie etwas gehört haben, ist aber Heilung in Sicht, denn das neue Filmportal avant*garde, ein Ableger der Zeitschrift Widescreen, widmet sich den Filmemachern abseits der Multiplexe. Auf avant*garde finden sich neben zahlreichen Infos zu Regisseuren und deren Filmen auch ganze Sendungen, die sich mit den Regisseuren beschäftigen und diese mit zahlreichen Ausschnitten und Zitaten schmücken.
Acht Episoden stehen bereits zur Verfügung, die man mit einem Klick anschauen kann. Doch damit nicht genug, denn neben diesem äußerst ehrgeizigen Projekt findet sich zudem auch noch ein Blog und ein Forum, indem man mitdiskutieren kann. Wer herausfinden möchte, wer das Kino wirklich prägte und wer keine großen Studios und Budgets hinter sich benötigt um Filmperlen hervorzubringen, der kommt an avant*garde nicht vorbei.
Tags avant*garde, ingmar bergman, linktipp, takeshi kitano, werner herzog, widescreen
20 Kommentare













Selbst Kunst muss unterhalten können, niemand guckt sich Kunst an wenn der dabei gelangweilt wird.
Und Herzogs Filme sind sperrig und langweilig, von daher er ist sicherlich das schlechteste Beispiel in der Liste.
Naja, das kommt wohl drauf an, wie man 'unterhalten' definiert. Und Herzog ist sicherlich nicht das schlechteste Beispiel dort, im Gegenteil – allein sein NOSFERATU ist ganz großes Kino.
Schaut euch die Jarmusch-Episode an :love: Mein absoluter Liebling. Ehrlich gesagt überleg ich mir sogar die Jarmusch-Box zu kaufen. Muss nur schauen wo ich die am billigsten bekomme…
Sagen wirs mal so, die Doku "mein liebster Feind" ist schon unterhaltsam. Nosferatu kenne ich nur die S/W Fassung.
Zwar kenne ich davon wiederrum nur 17 Minuten, aber die sind fantastisch!
:love:
Ich komme da problemlos dran vorbei.
PS: Herzog suckt.
Das ist auch ein Linktipp, da spart man nicht mit Lob …
Und Herzog saugt nicht, niemals!
:razz:
Die haben auch mir ne mail geschickt, um Werbung zu machen.
Ich sehe das letzten Endes wie Vega: Man braucht die 15-min-Videos dort nicht anschauen. Lieber die Zeit investieren und sich selbst die Filme der dort genannten Regisseure ansehen und sich einen eigenen Eindruck verschaffen. Außerdem: Wer sich wirklich damit beschäftigen will, der wird mit dem dort ausgestrahlten Material nicht weiter kommen, als wenn er sich einen Wiki-Eintrag durchliest.
Nicht, dass die Videos schlecht wären, aber irgendwie verfehlt das Ganze seinen Sinn, wenn diese nur so kurz sind. Da gehört schon mehr dazu, als 15 Minuten etwas über einen Menschen zu erzählen. Vor allem dann, wenn man mir etwas über die Filmgeschichte sagen will.
Imho erzählt avantgarde nichts über das Kino an sich, über die Merkmale, die Konventionen, über die Entwicklung etc., sondern nur Kurzvorstellungen einiger Kultregisseure. Nicht mehr und nicht weniger. Bedaure.
Wie gesagt also: Lieber bei Amazon ein paar Scheiben ordern und die Filme, die dort behandeln werden, selbst anschauen und dazu lernen.
PS: Die Idee für Neueinsteiger ist ganz okay, aber größeres Wissen wird man da auch nicht erlangen. Da kommt man, wie MVV so schön sagte, problemos dran vorbei.
Uhhhhh, ganz viele Experten auf Equilibrium. :cool:
Naja, im Endeffekt richtet sich avant*garde eben an Neulinge. Ihr könnt jetzt keine 2 Stunden lange Dokus über Bergman und co. erwarten. Wir wollen Neulinge an "Filme für Fortgeschrittene" heranführen. Deshalb sind unsere Folgen im Endeffekt auch größtenteils Filmempfehlungen. Leute, die die Filme und Regisseure schon kennen werden bei uns wohl nicht besonders glücklich werden. Natürlich versuchen wir auch die "Fortgeschrittenen" irgendwie mit einzubinden, aber der Fokus liegt eben auf Einsteigern. (Ich vertrete hier meine persönliche Sicht)
Ist nicht selbst der anspruchsloseste Film noch eine Form von Kunst? Und liegt Kunst nicht immer im Auge des Betrachters?
Wobei ich dir dahingehend zustimme, dass Filme für die meisten Zuschauer "nur" Unterhaltung sind. Aber ist das überhaupt schlimm? Ich selbst höre auch gern Musik, ohne mich mit der Musikgeschichte zu befassen. Oder schaue mir Bilder an, ohne mir die Biografie der Malers durchzulesen. Oder lese ein Buch, ohne mich großartig mit dem Autor und seinen weiteren Werken zu beschäftigen. Oder gehe in die Oper, ohne mich vorher über das Stück und die dazugehörige Geschichte zu informieren. Oder oder oder.
Wie sieht's mit dir aus? Schenkst du jeder Kunstform die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient hätte, oder sind manche Kunstformen nicht auch für dich einfach "nur" Unterhaltung?
Kunst ist doch ebenfalls Unterhaltung :fall:
@CineKie Ich versteh nur Bahnhof :honk:
@ Alec
Mein Kommentar gilt dem Ursprungsbeitrag. Und dort besonders dem Satz "[...] dass für die meisten Kinogänger das Medium Film nichts weiter ist als eine Form der Unterhaltung – Kunst!? Nein, danke!", der zum einen impliziert, dass nur anspruchsvolle Filme Kunst sind und zum anderen den Zuschauern vorwirft, Filme nur zur Unterhaltung zu sehen.
Achso sorry, dachte das würde sich irgendwie auf meinen Post beziehen. Hab da die connection nicht so verstanden :mrgreen:
@CineKie
Es geht auch nicht unbedingt darum, dass man sich Hintergrundwissen aneignet, sondern lediglich darum, dass man Film als Kunstform sieht – wie eben Musik, Fotografie und Co. auch. Glaubst Du, ich kenne mich in jeder Kunstform aus (dennoch weiß ich, dass da viel mehr dahintersteckt als nur die glänzende Oberfläche)? Da hast Du schon Recht, keine Frage.
Nur war das auch ein kleiner Seitenhieb gegen so einige Cinefactler, die sich ja mit Film beschäftigen, auch das ein oder andere Wissen haben, Film aber als reine Unterhaltungsform sehen, die keinerlei sonstigen Ansprüche stellt – und das macht mich traurig!
@ Cleric
Okay, wenn du darauf hinaus wolltest, gebe ich dir vollkommen Recht: Man sollte Filme selbstverständlich als Kunstform anerkennen, selbst wenn man sie nur zu Unterhaltungszwecken schaut.
Gerade von Menschen, die sich in einem Filmforum wie Cinefacts tummeln, kann man das eigentlich erwarten …
Siehe hierzu auch die Threads zu RAMBO oder 300 … (Rajko weiß, wovon ich spreche)
:honk:
Sind ja auch richtig originelle avant garde Beispiele… langweilig
Sollen mal Cassavetes oder Malle zeigen :love:
Jarmusch find ich zum Glück überhaupt nicht sehenswert :fall:
Hab mal Chungking Express gesehen. Also nett mgeacht haben sie das schon. hat Lust gemacht, endlich mal meine ungesehene Korea DVD reinzuwerfen. Bisher hab ich den Film erst im Kino gesehen.
Also ne zweite Staffel mit Cassavetes und anderen vielleicht etwas unbekannteren Beispielen wäre nett. Kaurismäki, Shepitko oder Raymond Bernard würden mich interessieren, da Eclipse unlängst von diesen DVDs aufelegt hat.