81. Academy Awards: Die (un)verdienten Oscargewinner


Ich weiß, die Meinungen gehen schon jetzt mehr als auseinander, aber irgendwie hat mir das letzte Nacht nur bedingt zugesagt. Hugh Jackman verwandelt die ganze Chose in eine Musicalnummer, die Witze zünden nur im Verhältnis von 1:5 und manche 'Stars' sahen aus als hätten sie die Oscars mit der Berliner Tafel verwechselt. Die Montage zu Beginn und der Auftritt Ben Stillers a.k.a. Joaquin Phoenix waren klar die Highlights des Abends. Ansonsten, natürlich, business as usual (wobei mir die Idee mit den fünf Gewinnern, die die Nominierten vorstellen, gut gefallen hat).

Über die Gewinner selbst ist nicht allzu viel zu sagen, denn viele der Entscheidungen waren alles andere als Überraschungen. Die wohl klarste Entscheidung dabei: der Oscar für den Joker alias Heath Ledger, der mich spätestens bei der Übergabe der Trophäe etwas ärgerte. Vorallem, weil es doch ziemlich enttäuschend für die anderen Nominierten gewesen sein muss, da sie wussten, dass sie natürlich nicht den Hauch einer Chance hatten. Von dem ganzen Unfug um den Totenkult um Ledger mal ganz zu schweigen. Aber das ist eben Showbusiness, und Hollywood liebt solch pathetisches Geplänkel.

So richtig verärgert haben mich eigentlich nur drei Gewinner. Zum einen natürlich Sean Penn als bester Hauptdarsteller – zwar keine falsche Entscheidung, denn er war wirklich sehr, sehr gut, aber Rourke hätte den einfach haben müssen. Zum anderen natürlich der Oscar für Kate Winslet als KZ-Aufseherin, der für mich die wohl größte Fehlentscheidung des Abends darstellt. Ich meine, was hat sie denn groß gemacht? Etwas rumgefummelt, etwas traurig geschaut und viel Alters-Make-up getragen. Identisch verhält es sich eigentlich bei Penelope Cruz, die zur besten Nebendarstellerin gekürt wurde – ich lachte.

Abschließend stelle ich fest, dass die Veranstaltung auch immer langweiliger und angestaubter wird. Da kam es gerade recht, dass die Preise dieses Jahr im Eilverfahren überreicht wurden – und dennoch ging es bis 6 Uhr -, und immerhin blieb so ja dann auch mehr Zeit für Werbepausen (und nein, ich will ProSieben wirklich nicht für ihre monotonen Werbeblöcke kritisieren, denn es ist immerhin lobenswert, dass sie die Verleihung schon seit so vielen Jahren ausstrahlen; zudem war Gätjen wieder mal sehr gut, vorallem auch im Vergleich zu seinen amerikanischen Kollegen). Ach ja, auf der offiziellen Seite gibt es die komplette Liste der Gewinner. Wer noch einmal mein Spam Liveblogging überfliegen möchte, der kann dies bei Twitter tun.

Hoffentlich gehen im kommenden Jahr wieder bessere (oder anders gesagt: weniger kalkulierte) Filme an den Start. Und bitte bringt mir Ellen DeGeneris Jon Stewart zurück (oder noch besser: Leno, der hat ja jetzt Zeit)!


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8 Kommentare zu “81. Academy Awards: Die (un)verdienten Oscargewinner”

  1. Februar 23rd, 2009 | 15:20

    zudem war Gätjen wieder mal sehr gut

    An welcher Stelle denn?

  2. Februar 23rd, 2009 | 15:30

    Ich mag den grundsätzlich. Zudem stellt er ordentliche Fragen, spricht sehr gutes Englisch und ist einfach sympathisch.

  3. Februar 23rd, 2009 | 17:06

    Also ich fand ja diese Spanisch-Zettelnummer von dem Gätjen als er mit der Cruz gesprochen hat mal wirklich ätzend.

  4. Februar 23rd, 2009 | 17:12

    Gerade die Nummer fand ich doch nett – er zeigte, dass er sich Mühe gab und so was wirkt immer entgegenkommend …

  5. Februar 23rd, 2009 | 17:19

    Dann hätte er den einen Satz wenigstens auswendig lernen können. Das hätte Stil gehabt. ;-)

  6. Februar 23rd, 2009 | 17:49

    Gätjen ging echt gar nicht. Der ist zwar sexy, aber leider diesmal völlig trashig gewesen.

  7. Februar 23rd, 2009 | 20:28

    [...] der Oscar. Gastgeber war Wolverine, der zwar anfangs eine Wahnsinnsshow hinlegte, aber wohl nicht so ganz überzeugen konnte (Jon Stewart war schon genial, [...]

  8. CharlesDexterWard (10)
    Februar 24th, 2009 | 14:10

    Ach nee, Gätjen geht ja nun gar nicht. Beim Roten Teppich geht es doch nicht darum, ob es "Sex and the City2" geben wird, sondern nur um Outfits, mensch haste das immer noch nicht kapiert :)) ?
    Hugh Jackman fand ich auch recht anstrengend – viel zu viel Gesinge. Bei der Oscarvergabe muss ich Dir beipflichten, der Oscar für Ledger war eine wirkliche Peinlichkeit und Penelope für diesen öden Film auszuzeichnen …. O.o
    Und Kate Winslet hatte es mehr oder weniger angekündigt, dass sie wohl erst so eine Rolle annehmen müsse, um den Oscar zu bekommen – hat sie ja konsequent durchgezogen ;) Trotzdem eine Fehlentscheidung, aber rote Augenringe und null Makeup, also "der Mut zur Hässlichkeit" im Film zählen in den letzten Jahren wohl bei den weiblichen Oscarbekommerinnen zu einem "must have", schade.
    Am besten hat mir die Actionfilm-Trailercollage mit den Hives gefallen.

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