Interview mit dem Regisseur & Gewinnspiel zu 'Abaron'


Er hat es geschafft, die Premiere lief reibungslos über die Bühne und konnte den vollen Saal mit 350 Zuschauern in ihren Bann ziehen. Die Rede ist von Jungregisseur Marco Gutekunst und dessen period piece Abaron, über den ich ja bereits berichtet habe. Ich will nicht allzu viele Worte verlieren, außer, dass die Premiere in der Tat eine äußerst gelungene Veranstaltung war und ich gerne ein Teil davon war. Ich habe Marco Gutekunst dann auch zum Film selbst, seinen Motiven und seiner Inspiration interviewt.

Equilibrium (EQ) Was trieb Dich an einen 90-minütigen Spielfilm zu drehen?

Marco Gutekunst (MG) Die Lust am Film und natürlich die Herausforderung. Es ist ein großer Unterschied ob man, wie bei unseren bisherigen Projekten, einen halbstündigen Film dreht oder diese Zeit verdreifacht. Der abendfüllende Spielfilm ist nun einmal die Königsdisziplin. Nachdem wir auch schon bei früheren Projekten Festival-Erfolge feiern konnten, hat uns dies sehr gereizt und wir waren davon überzeugt, dass wir das schaffen können.

EQ Was war die größte Herausforderung dabei?

MG Es ist nahezu unmöglich eine Herausforderung konkret zu nennen, da jedes Entwicklungsstadium des Filmes seine eigene größte Herausforderung hatte. Angefangen natürlich bei der Entwicklung der Geschichte. Auf der Geschichte basiert der ganze Film, wenn diese nicht überzeugt, überzeugt der Film nicht.
Gerade bei Spielfilmlänge muss die Geschichte einen Spannungsbogen aufweisen und dramaturgisch so aufgebaut sein, dass der Zuschauer nicht abschaltet und den ganzen Film über auf die folgenden Szenen gespannt ist.

Außerdem stellte alles im Zusammenhang mit Locations, Maske, Ausstattung und Kostümen eine Herausforderung dar. Hier hat natürlich das Mittelalter-Genre eine große Auswirkung. Besonders die Locationsuche war für unsere Scouts sehr umfangreich, da keine neuzeitlichen Störelemente im Bild sichtbar sein durften. Es ist einem oft wenig bewusst, wie häufig unsere Landschaften mit Strommasten, Straßenmakierungen oder Schildern durchkreuzt sind. Auch die überraschende Stärke des Flugverkehrs nicht.
Auch die Maske war sehr aufwendig, vor allem die Szene der Lears erforderte einen hohen Aufwand, die Schauspieler wurden vor dem Dreh 2-3 Stunden geschminkt.

Schließlich mussten 160 Personen terminlich auf gemeinsame Nenner gebracht werden. Das bedurfte einer akribischen Organisationsarbeit.

Diese ganzen Elemente kombiniert, stellten die eigentliche Herausforderung des Filmes für uns dargestellt.

EQ Warum gerade das mittelalterliche setting?

MG Das hat zwei Gründe: Zum einen finden wir diese Zeit sehr spannend und zum anderen war es für uns aus oben genannten Gründen die besondere Herausforderung, die wir gesucht haben. Wir wollten eine andere Welt schaffen und inszenieren um den Zuschauer in diese zu entführen. Das Mittelalter, kombiniert mit Fantasy-Elementen bietet hier unzählige Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass wir durch viele Pessimisten, die uns gesagt haben, dass wir das doch eh nicht schaffen, nur noch zusätzlich motiviert wurden.

EQ Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Sponsoren?

MG Die Suche nach Sponsoren gestaltete sich mitunter als sehr schwierig. Zwar wird von vielen, gerade lokal ansässigen, Firmen permanent das Ehrenamt angepriesen und für unterstützungswürdig befunden, wenn man jedoch sie einmal konkret mit einer Anfrage kontaktiert, dann ist oft von den vorherigen Worten nur noch wenig übrig.

Es gab jedoch auch eine ganze Reihe an Beispielen, die das Gegenteil zeigen und uns sehr großzügig unterstützten. Waren diese einmal gefunden gestaltete sich die Zusammenarbeit als sehr unkompliziert, angenehm und effizient. Es gab hier keinerlei Komplikationen und wir waren froh, dass wir für die Produktion so viele Unterstützer gefunden haben. Auch die Arbeit mit den Gemeinden war sehr unproblematisch. Sei es bei der Kooperation mit der Ehninger Feuerwehr, dem Dreh im Deufringer Schlosskeller oder auch bei allen benötigten Drehgenehmigungen, wir haben letztlich nur gute Erfahrungen gemacht.

EQ Welche filmischen Vorbilder dienten Dir direkt oder indirekt als Vorlage (Regisseure, Filme, Stilrichtungen, etc.)?

MG Eine direktes Vorbild gibt es für Abaron in diesem Sinne nicht. Wir wollten von Anfang an einen Film drehen, der seine ganz eigene Persönlichkeit hat und dementsprechend auch nicht gleich immer in Verbindung mit anderen genannt wird. Wir haben dennoch in den Film einige Hommagen eingebaut, die nur von echten Filmliebhabern erkannt werden. Sei es eine der Musen-Szenen, die an Basic Instinct angelehnt ist oder auch eine Sequenz in der die beiden Hauptfiguren in Gladiator-Manier durchs Feld stapfen. Die Szene an der Miragon auf die beiden Wachen an der Grenze zu Talandor trifft und sie letztlich mit dem Bogen erledigt ist eine direkte Hommage an Indiana Jones, der in einer Szene des Filmes auf einem Markt einen oritentalischen Kämpfer erschießt. Ansonsten hat auch Königreich der Himmel leichten Einfluss gehabt. Von diesem Film stammt die Idee, die Hauptfigur zu einem Schmied zu machen, auch wenn Markus Ertelt und Orlando Bloom sehr unterschiedliche Typen sind. Dass es einen sehr entscheidenden Twist am Ende des Filmes gibt war eine Inspiration von Million Dollar Baby.

EQ Was gefällt Dir persönlich am Film am besten?

MG Meiner Einschätzung nach schafft es der Film sehr schön, den Zuschauer in eine andere Welt zu führen. Es werden wunderbare Landschaften gezeigt, die mit Matte-Paintings noch spektakulärer gemacht wurden und die Geschichte des Filmes schien bei den Zuschauern sehr gut angekommen zu sein. Das war zumindest das Feedback.

EQ Beschreibe den Film und dessen Qualitäten bitte in einem Satz.

MG Abaron erzählt die spannende Geschichte eines untypischen Helden und nimmt dabei den Zuschauer mit auf eine fesselnde Reise in eine andere Welt.

EQ Was wird das nächste Projekt sein und wann kann man damit rechnen?

MG Wir haben zwar schon einige Ideen im Kopf, jedoch wollen wir nach dieser aufregenden Zeit erst etwas Erholung. Dann brauch ein Projekt dieser Größenordnung natürlich auch eine nicht zu unterschätzende Vorlaufzeit. Und es müssen natürlich die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählt auch die Größe des Teams, die noch wachsen muss. Wir laden gerne auch andere interessierte Filmemacher dafür ein.

EQ Welchen Rat würdest Du jungen Filmemachern mit auf den Weg geben?

MG Dass wo ein Wille ist, auch ein Weg ist. Und wenn der Wille stark genug ist, sich auch viele Wege auftun, von denen man nicht wusste, dass sie existieren. Auf keinen Fall sollte man sich von Pessimisten oder unvorgesehenen Situationen entmutigen lassen. Die werden definitiv kommen, aber bei entsprechender Reaktion auch sehr schnell wieder gehen.

EQ Vielen Dank für das Gespräch, Marco.

Wer nun neugierig auf das Projekt geworden ist, der hat die Chance eine von zwei DVDs zu gewinnen – u.a. mit Audiokommentar, Deleted Scenes und Making-Of -, die ich hier in Zusammenarbeit mit dem Filmverein Ehningen e.V. verlosen möchte. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist bis zum 06.09. einen Kommentar zu hinterlassen, that's it! Viel Glück und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.


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8 Kommentare zu “Interview mit dem Regisseur & Gewinnspiel zu 'Abaron'”

  1. August 22nd, 2009 | 15:59

    der film hört sich interessant an, dann mach mal den Anfang :)

  2. August 22nd, 2009 | 22:07

    Das ist auch für mich ein Film nach meinem Geschmack. Bin auch dabei.

    LG Oslo :)

  3. August 25th, 2009 | 22:44

    Der Film würde mich auch interessieren… würde gerne so eine DVD gewinnen ;-)

    Liebe Grüße
    Rene

  4. Debby (1)
    August 26th, 2009 | 11:38

    Hallo Stefan,

    ich möchte auch eine Abaron-DVD haben.
    Immerhin spielt mein Freund da mit! Und als kleine Wiedergutmachung! ;-)

    LG Debby

  5. September 6th, 2009 | 3:00

    ich spiele auch mit :)

  6. September 6th, 2009 | 20:30

    Na das würd ich mir auch gern mal anschauen.
    Also bitte eine DVD für mich. ^^
    LG

  7. September 6th, 2009 | 21:07

    als fan von fantasy filmen kann man nur gespannt sein, was dabei herausgekommen ist. uwe boll hat mit seinem "dungeon siege" gezeigt, dass man auch mit einem großen budget einen [wirklich] schlechten film machen kann, wenn aber echte fans [wie es hier der fall zu sein scheint] solch einen film machen braucht es kein großes budget um einen interressanten film zu machen und sieht es hier so aus als ob sie mit herz und hand dabei waren. klingt interessant – ich würde mich über eine dvd sehr freuen!

  8. Oktober 11th, 2009 | 13:37

    [...] Diese ganzen Elemente kombiniert, stellten die eigentliche HerausRead more at http://www.equilibriumblog.de/.....-zu-abaron… [...]

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