Der wahre kinematografische 'Untergang' des Dritten Reichs


Es gibt eine Szene in Inglourious Basterds, die zwar nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, aber doch so stellvertretend für den ganzen Film ist: Dr. Joseph Goebbels nimmt seine französische Dolmetscherin von hinten und hat dabei großen Spaß. Diese kurze Einstellung, diese wenigen Frames repräsentieren dabei wiederum nur einen Bruchteil seines lachhaften Charakters. Stellt man einmal allein diese Szene in Kontrast zur Darstellung Goebbels in Oliver Hirschbiegels Der Untergang, dann bemerkt man schnell, dass der wahre Wahnwitz nicht Tarantinos Film entspringt, sondern dem teutonischen Machwerk aus der Schmiede Bernd Eichingers. Man denke nur an die Gebrechlichkeit eines Goebbels in Der Untergang, das Pathos, die Verklärung, die ihn, seine Frau, ja seine ganze Familie umnebelt, um bei dramatischer Terminologie zu bleiben, denn nichts anderes als eine theatralische Inszenierung ist Der Untergang und seine Geschichtsverfälschung doch am Ende. Das gleiche gilt natürlich auch für den Führer selbst, der hier statt den schmeichelhaften Charmeur den Reichsführer gibt, für den das alles nur ein großes Indianer-und-Cowboy-Spiel ist, von dem er eigentlich keine Ahnung hat, aber er sitzt eben ganz oben, da ist das nicht weiter wild.

Natürlich tobt sich Tarantinos Neuer auch in Exploitationgefilden aus, keine Frage, das zeigen aber weniger die beiden genannten Akteure und ihre Überzeichnung, als vielmehr die Historizität, denn hier endet der Krieg schon im Jahre 1944, ohne die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches. Wobei man auch hier schon wieder, wäre man spitzzüngig, zu Recht behaupten könnte, dass es Der Untergang da ja auch nicht allzu ernst nahm, trotz der Zusammenarbeit mit diversen historischen Instituten. Das einzige, was für ein reines Exploitationkino fehlt, ist der Sex – wobei, den gibt es ja in Form von Goebbels "Ausrutscher". Ansonsten ist alles dabei, allen voran die Gewalt, die jedoch erstaunlich selten wirklich selbstzweckhaft daherkommt. Am meisten beutet Tarantino dann sowieso das Talent seiner deutschen Darsteller aus. Statt in einem weiteren deutschen TV-Schmonzes verbraten zu werden, leben allen voran natürlich Christoph Waltz, aber auch August Diehl und Daniel Brühl so richtig auf, als hätte man sie um den ewigen Schatten erleichtert, der deutsche Schauspieler bei ebendieser Thematik doch stets begleitet. Und sie haben ja auch allen Grund aufzuspielen, losgelöst von all dem deutschen Erinnerungskino, das, man kann es nicht oft genug betonen, in den meisten Fällen unehrlicher nicht sein könnte.

Natürlich ist es unmöglich einen Film mit dieser Thematik zu machen, der nicht wertend ist, da allein die Inszenierung des für dieses Kino stellvertretenden Der Untergang schon wertend ist, aber ein SS-Offizier, der in aufkommenden Nebelschwaden hingerichtet wird (die Rede ist von Thomas Kretschmanns SS-Gruppenführer Hermann Fegelein), weil er die NS-Führung davon überzeugen wollte, dass der Krieg bald zu Ende sei, ist schlichtweg unakzeptabel, zumal er ein linienteuer Nazischerge war. Alle gehen sie in tiefen Kitsch getränkt unter, und stets sind wir Zeuge dabei. Nur beim Führer natürlich nicht, der darf hinter verschlossenen Türen sterben. Allein diese Mystifizierung, die auch Georg Seeßlen in seinem Buch über Tarantinos Inglourious Basterds anspricht, zeigt die ganze Widerwärtigkeit, die doch in Der Untergang und Konsorten steckt. Bei Tarantino müssen all die bösen Schergen selbstverständlich auch ins Gras beißen, die Nazijagd ist schließlich der Hauptplot des Filmes, nur geschieht dies hier sang- und klanglos, wenn beispielsweise ein hoher Gestapo-Mann zuerst seine Hoden weggeschossen bekommt und dann einfach im Chaos oder besser gesagt Schnittgewitter des Drunter und Drüber untergeht. So ergeht es dann schließlich auch der gesamten Führungsriege, der keine Nebelschwaden zur Seite stehen, keine aufspielende Musik und keine nachdenklich stimmende Stille nach dem Höhepunkt.

Sie alle verbrennen, das Gesicht des angeblich Schwächeren vor Augen, Hitlers Gesicht nur noch ein einziger Brei, durchsiebt von unzähligen Kugeln – kein Märtyrertum, keine Heroisierung, nur ein Auftrag, der erfolgreich zu Ende gebracht wurde. Gleich danach geht es dann auch buchstäblich weiter mit der Geschichte. Wie singt Zarah Leander dann im Film auch so schön? "Davon geht die Welt nicht unter", wäre ja noch schöner. Bei allem Beifall, dem man Tarantino allein dafür schon geben möchte, verfällt aber auch er etwas in die typische Hollywoodkiste, bei der die Täter stets die Partei (Goebbels, Hitler), SS (Landa), Gestapo (Hellstrom) und SD sind. Die Wehrmacht kommt dabei stets fast völlig unbefangen davon. Dies sieht man am besten natürlich am Beispiel vom Schützen Fredrick Zoller (Daniel Brühl) oder Wilhelm, einem einfachen Soldaten, der gerade Vater geworden ist und eigentlich nur nach Hause zu seinem Sohn will. Vor allem Zoller macht eine Entwicklung durch, die ihm gegen Ende durchaus eine Katharsis zukommen lässt. Vom hilflosen Wehrmachtssoldaten, der die Stellung seiner Kameraden nicht preisgeben möchte und daraufhin von den Basterds zu Brei geschlagen wird, ganz zu schweigen. Hier ist kein großer Unterschied zu deutschen period pieces auszumachen, was an und für sich nicht weiter schlimm ist, da die Schuldfrage der Wehrmacht und ihrer Partizipation an Kriegsverbrechen noch immer nicht ganz klar definiert ist, aber es fällt zumindest auf.

All diese Zusammenhänge dürften aber nicht nur für den Verlauf der deutschen Erinnerungskultur von Interesse sein, sondern vor allem auch für den deutschen Film und die deutsche Medien im Allgemeinen. Waren es doch stets mediale Ereignisse wie die Serie Holocaust, die Bücher von Günther Grass und Jörg Friedrich, die für eine große öffentliche Diskussion und Auseinandersetzung gesorgt haben. Auch das trifft zumindest bis zu einem gewissen Grad auf Tarantino und seinen Film zu. Man schaue sich nur einmal das heuchlerische deutsche Plakat an, in dem natürlich das Hakenkreuz fehlt, weil es weder – wie auf einem anderen zu sehen – von einem Messer durchstochen wird, noch dezent im Hintergrund zu sehen ist. Es ist blutverschmiert, exakt das, was es schließlich auch präsentierte, aber das haben die Verantwortlichen wohl wieder nicht verstanden oder einfach nur nicht verstehen wollen. Immerhin dürfte es ja sowieso als großer Schritt gesehen werden, dass man bei uns Making-Ofs mit gut gelaunten deutschen Darstellern sieht, die große Namen tragen und sich nun für solch einen Film engagieren und die Werbetrommel rühren. Sicherlich ist es auch dem Namen Tarantino selbst zu verdanken, dass der Film hier so großen Anklang findet und es endlich normal werden lässt, dass auch deutsche Größen in solchen "darf-man-so-etwas-überhaupt-Filmen" mitwirken.

Und auch wenn es bereits erste Stimmen gibt, die am Film viel auszusetzen haben (ja, Eli Roth hat wirklich keine Ahnung, wie Filme in den 40ern aussahen), unter anderem beispielsweise die Kapitelstruktur, die mehr aufgezwängt wirke als passend oder die dialoglastigkeit ankreiden (haben die schon mal einen Tarantino gesehen?), so ist es der Film selbst, der Tarantino hoch anzurechnen ist, der nicht nur ein Kapitel deutscher (Film-)geschichte zu Ende bringt oder besser gesagt zu Grabe trägt, sondern auch historisch so viel ehrlicher ist als ebendiese (kurz gesagt: man merkt, dass Tarantino fast zehn Jahre am Drehbuch schrieb). Natürlich sollte man bei alledem nicht vergessen, dass Inglourious Basterds auch hervorragendes Schauspielkino ist – und das nicht nur wegen eines hervorragenden Christoph Waltz (hier hat endlich der richtige Österreicher eine Hauptrolle), sondern auch wegen eines Til Schweigers, der – wie die anderen eben auch – endlich sein wahres Schauspieltalent unter Beweis stellen kann, nämlich das griesgrämige Dreinschauen, das einer gewissen Komik alles andere als entbehrt. Inglourious Basterds ist so viel, so detailreich, so ehrlich und vor allem so gut, dass er in Tarantinos Filmografie einen besonderen Platz einnehmen sollte. Gegen diesen Film wirken all seine anderen Werke fast schon wie postmoderne Ego- und Zitatemasturbation. Auch wenn der Begriff so ausgelutscht ist wie der deutsche WWII-Schmonzes, Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk. (10/10)

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Bibliographie

Bösch, Frank. Film, NS-Vergangenheit und Geschichtswissenschaft. Oldenbourg 2007.
Heer, Hannes. Hitler war's. Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit. Berlin
2005.


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22 Kommentare zu “Der wahre kinematografische 'Untergang' des Dritten Reichs”

  1. August 24th, 2009 | 2:06

    Schöne Review, auch wenn ich deinen Groll gegen "Der Untergang" nicht teilen kann.

    Ich halte Inglourious Basterds auch für einen großartigen Tarantinofilm, zur allgemeinen Großartigkeit fehlt ihm dann aber leider doch ein bisschen, vor allem am Ende. Beispielsweise fand ich das Ende mit Landa etwas einfallslos gelöst, der Charakter wird so genial aufgebaut, stellt den ultimativen Antagonisten, vielleicht sogar einen der besten der Filmgeschichte dar, er hätte irgendwie einen originelleren Abgang verdient gehabt, gerne brutal, gerne auch etwas lustig/ironisch aber irgendwas großes halt, nicht so eine Degradierung zur Witzfigur, denn das war der Charakter einfach nicht.

    Ansonsten wie gesagt ein toller Film.

  2. August 24th, 2009 | 9:25

    Der Film ist ehrlicher als die deutsche Geschichte?

    der nicht nur ein Kapitel deutscher (Film-)geschichte zu Ende bringt oder besser gesagt zu Grabe trägt,sondern auch historisch so viel ehrlicher ist als ebendiese

    Inwiefern? Oder muss ich da erst auf das tolle Buch von dem tollen Herrn Seeßlen warten? Nee, nee, Stefan, das ist sicherlich eines deiner bisher schlechtesten Reviews.

  3. August 24th, 2009 | 11:06

    Hier ist kein großer Unterschied zu deutschen period pieces auszumachen, was an und für sich nicht weiter schlimm ist, da die Schuldfrage der Wehrmacht und ihrer Partizipation an Kriegsverbrechen noch immer nicht ganz klar definiert ist, aber es fällt zumindest auf.

    Hä?

    Im Übrigen schade, dass du verhältnismäßig wenig darüber schreibst, warum "IB" deiner Meinung nach ein Meisterwerk ist, sondern dich stattdessen darauf fokussiertst darzulegen, warum andere Filme nichts taugen.

  4. August 24th, 2009 | 12:24

    Beispielsweise fand ich das Ende mit Landa etwas einfallslos gelöst, der Charakter wird so genial aufgebaut, stellt den ultimativen Antagonisten, vielleicht sogar einen der besten der Filmgeschichte dar, er hätte irgendwie einen originelleren Abgang verdient gehabt, gerne brutal, gerne auch etwas lustig/ironisch aber irgendwas großes halt, nicht so eine Degradierung zur Witzfigur, denn das war der Charakter einfach nicht.

    Aber das ist es doch gerade, was ich durchaus positiv sehe – nämlich, dass man nicht von der Schiene abweicht, die IB die ganze Zeit fährt und nicht wieder in gängige Filmmuster zurückfällt (die großen Bösen müssen mit Sang und Klang untergehen), sondern dass er es konsequent durchzieht, die Führer des Dritten Reichs "verpuffen" zu lassen …

    Der Film ist ehrlicher als die deutsche Geschichte?

    Nein, sorry, aber da musst Du nochmal lesen. ;-)

    Inwiefern? Oder muss ich da erst auf das tolle Buch von dem tollen Herrn Seeßlen warten? Nee, nee, Stefan, das ist sicherlich eines deiner bisher schlechtesten Reviews.

    Nein, musst Du nicht, aber es wäre vielleicht hilfreich. Damit meine ich nichts anderes als bisherige deutsche Filme zum Thema, die er zu Grabe trägt. Und dass Du es für mein schlechtestes hälst, wundert mich irgendwie nicht, war abzusehen. ;-)

    Hä?

    Ja, die meisten Soldaten, die an Kriegsverbrechen teilnahmen hatten dann doch bisweilen großen Handlungsspielraum. Zudem hat es meist weniger ideologische Gründe gehabt als vielmehr soziologische. Natürlich war die Wehrmacht am Vernichtungskrieg beteiligt, versthe mich nicht falsch, aber es ist nicht klar definiert in welchem Ausmaß.

    Im Übrigen schade, dass du verhältnismäßig wenig darüber schreibst, warum "IB" deiner Meinung nach ein Meisterwerk ist, sondern dich stattdessen darauf fokussiertst darzulegen, warum andere Filme nichts taugen.

    Hmm, ich sehe den Grund gerade darin, warum IB so gut ist. ;-)

  5. August 24th, 2009 | 12:53

    Nein, sorry, aber da musst Du nochmal lesen.

    der nicht nur ein Kapitel deutscher (Film-)geschichte zu Ende bringt oder besser gesagt zu Grabe trägt,sondern auch historisch so viel ehrlicher ist als ebendiese

  6. August 24th, 2009 | 13:00

    OK, dann führe ich das eben noch mal etwas aus. Die (mediale) Erinnerungskultur gehört ebenfalls zur deutschen Geschichte. Diese versucht der Film zumindest in einen andere Richtung zu lenken – freiwillig oder unfreiwillig, wie bei Grass und Friedrich eben auch. Zudem trägt er auch das Kapitel des 3. Reiches zu Grabe, ebenfalls deutsche Geschichte. Und mit Filmgeschichte ist ebene der angesprochene verklärende Schmonzes gemeint, der so gerne bei uns im TV läuft. Ich wollte damit überhaupt nicht, wie Du es vielleicht missverstanden hast, sagen, dass der Film endlich zeigt, wie es damals wirklich war und somit einen Schlussstrich zieht, nein, Gott bewahre!

  7. August 24th, 2009 | 13:02

    Und mit "ebendiese" ist natürlich die Filmgeschichte gemeint, die er zu Grabe trägt (wie lange sie unter dem Erdboden bleibt ist jedoch eine andere Frage).

  8. August 24th, 2009 | 13:28

    Also ist deine Äußerung, dass Tarantino weitaus ehrlicher/getreuer den Niedergang des 3. Reiches zeigt, als deutsche Filme wie beispielsweise Der Untergang?

  9. August 24th, 2009 | 13:35

    Nein, nicht getreuer (zumindest nicht in den Abläufen), da ja außer Frage steht, was historisch den Fakten entspricht, nur tut dies Tarantino auf eine Art und Weise, die erhlicher ist als das, was Eichinger uns da präsentiert. Es geht hier um die Narrative, nicht den Plot, um es etwas zu verdeutlichen.

  10. August 24th, 2009 | 13:38

    Also erzählt Tarantino die deutsche Nazi-Geschichte historisch ehrlicher als Bernd Eichinger?

  11. August 24th, 2009 | 14:16

    Ach, Flo, warum willst Du denn nicht mal über den Tellerrand hinausschauen? Und warum hast Du so ein großes Problem damit, wenn mal einer Film wissenschaftlich angeht (siehe Deinen Kommentar zu Seeßlen)? Aber ja, Du hast es in etwa richtig erfasst – erzählt und inszeniert ihn deutlich ehrlicher, da weniger verklärt und weniger pathetisch. Lies wirklich mal den Artikel auf SpOn von Seeßlen, dann weißt Du auch, was ich meine – Goebbels wäre stolz auf einen Film wie DER UNTERGANG gewesen …

  12. August 24th, 2009 | 14:28

    Ich hab den Seeßlen-Mist gelesen. Aber wenn ein Autor (in diesem Fall: du) so schwammig formuliert und dann in den Kommentaren nicht mal Stellung dazu nehmen möchte … naja, passt zum gesamten Post.

  13. August 24th, 2009 | 14:40

    Also Stellung habe ich mehr als genommen, das zeigen allein schon die vielen Kommentare hier. Und schwammig, nun ja, vielleicht, aber ich habe besten Gewissens versucht, mich Dir zu erklären, das kannst Du mir nun wirklich nicht vorwerfen. Wenn Du das Ganze sowieso für "Mist" hälst, warum willst Du denn dann überhaupt noch tiefer graben, etwas, das ich bei Dir wohl nie verstenen werde.

  14. August 24th, 2009 | 14:49

    Zuerst heißt es, man soll richtig lesen, wenn man nochmal genau auf den Satz hinweist, wird er plötzlich relativiert, wenn man erneut nachfragt, wird impliziert, man blicke nicht über den Tellerand hinaus und zum näheren Verständnis solle man einen Artikel auf einer anderen Homepage lesen. Was die Tatsache, dass ich Seeßlens Artikel für Mist halte mit meinen Kommentaren auf deinem Blog zu tun hat, weiß ich auch nicht, außer – wie im obigen Satz angedeutet – du verknüpftst die beiden Beiträge unabdingbar miteinander. Tiefergraben wollte ich bezüglich deiner Aussage, dass Tarantino das 3. Reich ehrlicher darstellt, als deutsche Filme zum Thema. Wenn man so etwas nicht versteht, sollte man vielleicht das Kommentarfenster abschaffen.

  15. August 24th, 2009 | 14:55

    Lass mich nur zu Seeßlen etwas sagen – Du bist ja bekanntermaßen Akademiker, also weißt Du auch, wie sich Texte verhalten, wenn man sich auf andere bezieht und diese sogar angibt und verlinkt … Natürlich ist da ein Zusammenhang, wenn auch kein "unabdingbarer", so etwas ist eine wissenchaftliche Annäherung an einen Gegenstand, was Dir ja offentichtlich nicht gefällt. Und wenn ich immer noch nicht klären konnte, was Du wissen wolltest, dann tut es mir leid, ich habe es zumindest versucht, das sagte ich ja schon. Und nein, wieso das Kommentarfeld schließen, ist doch schon, darüber mal zu reden, gut, die Dialektik hier ist vielleicht nicht die beste, aber immerhin. :-)

  16. August 24th, 2009 | 15:12

    Du bist ja bekanntermaßen Akademiker (…) eine wissenchaftliche Annäherung an einen Gegenstand, was Dir ja offentichtlich nicht gefällt.

    Mich als Akademiker zu bezeichnen und mir im selben Satz zu unterstellen, ich könne mit wissenschaftlichen Annäherungen an einen Gegenstand nichts anfangen, müsste mir ja im Grunde den Titel des "Akademikers" wieder absprechen. Aber egal, unsere Diskussionauflage Nummer 1.203 führt wie schon die anderen zuvor wieder nirgendwo hin.

  17. August 24th, 2009 | 15:13

    Das würde ich nicht sagen – glaubst Du, dass sie immer mit einem Konsens enden sollen/können? Nein, und dennoch nimmt man daraus Dinge mit, also ich zumindest.

  18. August 24th, 2009 | 15:41

    Aber das ist es doch gerade, was ich durchaus positiv sehe – nämlich, dass man nicht von der Schiene abweicht, die IB die ganze Zeit fährt und nicht wieder in gängige Filmmuster zurückfällt (die großen Bösen müssen mit Sang und Klang untergehen), sondern dass er es konsequent durchzieht, die Führer des Dritten Reichs "verpuffen" zu lassen

    Das macht bei Hitler und Goebbles und der übrigen Nazielit ja auch durchaus Sinn, die werden als Hampelmänner eingeführt und gehen auch als solche.

    Wenn man diese Sang- und Klanglosigkeit aber wirklich konsequent durchgehalten hätte, hätte er Landa auch nicht fast schon zur Hauptfigur des Films machen sollen. Für mich ist das Ende -nach den starken Szenen von Landa im Vorfeld- einfach eine Enttäuschung.

  19. August 24th, 2009 | 15:43

    Sogar Hellstrom bekommt ja einen recht "krassen" Abgang spendiert, Landa hätte eine ähnliche finale Szene verdient gehabt.

  20. Peter von Frosta (31)
    August 25th, 2009 | 12:57

    Ich fand Landas Abgang passend, weil er doch zeigt was mit vielen Nazi Leuten damals passiert ist, die sich einer gerichtlichen Verfolgung entzogen haben.
    Nur halt das Landa im Gegensatz zu denen halt gebrandmarkt wird, wie die anderen gewöhnlichen Verräter.

  21. Sven (3)
    August 30th, 2009 | 16:53

    Also ich kenne ja den lieben Flo nicht persönlich, aber muss man mit so Leuten wirklich diskutieren? Von ihm scheinen einfach gerne Dinge bewusst falsch verstanden zu werden (ja, das geht) um anderen Leuten damit auf die Nerven zu gehen. Sowas ist meiner Meinung nach wenig produktiv (man merkt wie der gute Stefan gegen Wände anschreibt) und zeigt wieder, dass formeller Bildungsstand nicht zwingend mit Intelligenz einhergehen muss. Ich finde den Essay zum Film durchaus lesenswert. Über manche Punkte kann man diskutieren, was hier aber grundlegend gedacht wird kann ich nachvollziehen. Der Film ist wahrlich der kleine Basterd, der Teilen der deutschen Geschichte mit all ihren Symbolen und nachträglichen medialen Verklärungen den Mittelfinger entgegenstreckt – nichts weniger konnte man vom Ausnahmeregisseur erwarten.

  22. September 4th, 2009 | 22:11

    Also ich kenne den Flo auch nicht persönlich , aber weshalb redest du, Sven, so abfällig über ihn ("mit so Leuten")? Ein auch mehrfach getätigtes Nachfragen zur Präzisierung ist doch kein Dummstellen und wenn Stefan nicht auf die Fragen eingeht, sondern sich drum herumwindet, dann ist ein mehrmaliges Nachfragen imho legitim.

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