Gewinnt 3×2 Freikarten für 'Fly Me to the Moon' in 3D!


Derzeit 'tourt' eine kleine belgisch-amerikanische Animationsproduktion durch ausgewählte 3D-Kinos in Deutschland und Österreich, die nicht nur Menschen zum Mond schickt: Fly Me to the Moon. Das Animationsabenteuer für Klein und Groß ist derzeit nur in sechs Kinos in ganz Deutschland und Österreich zu sehen, weshalb sich ein Blick umso mehr lohnen dürfte. Noch mehr lohnt es sich aber, da Ihr nun die Chance habt, Euch eine Begleitung zu schnappen und kostenlos in die Vorstellung zu kommen. Beispielsweise ins Corso Cinema International in Stuttgart-Vaihingen (alle anderen fünf Kinos sind hier aufgelistet). Fantasia Film hat freundlicherweise 3×2 Tickets bereitgestellt, die es hier auf Equilibrium nun zu gewinnen gibt.

Alles was Ihr dafür tun müsst, ist bis Sonntag, 28. Februar, 23.59 Uhr einen Kommentar zu hinterlassen, in dem Ihr offen legt, welche Produktion Euch bisher am besten in 3D gefallen hat oder auf welche Ihr Euch noch freut. Alternativ kann man auch via Twitter teilnehmen, indem Ihr einfach das Folgende twittert: '@EquilibriumBlog verlost 3×2 Freikarten für "Fly Me to the Moon 3D": http://bit.ly/aE02pj' (und dann bitte hier posten). Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Viel Glück allen Teilnehmern!

Das war's! Über 3×2 Freikarten dürfen sich lessa, Toba und Katja freuen. Herzlichen Glückwunsch!


Tags , , , , , , , , , , , , ,

Neuer Trailer zum 'A Nightmare on Elm Street' Remake


Der neue Trailer (480p/720p/1080p) zum Remake von A Nightmare on Elm Street aus der Michael-Bay-Schmiede ist da und sieht noch mal um einiges besser aus als noch der erste. Die Atmosphäre scheint richtig schön düster gehalten zu sein, da nerven auch die aalglatten Teens nicht groß. "Oh God!""No, just me." Deutscher Kinostart ist am 20. Mai.


Tags , , , , , , , , , , , ,

Kinostarts vom 25.02.2010


Bei all den großen Starts dieser Woche möchte ich natürlich einen ganz besonders erwähnen, nämlich Werner Herzogs The Bad Lieutenant: Port of Call – New Orleans. Leider läuft er wohl nicht gerade mit einer großen Kopienanzahl an, aber wer die Chance hat ihn auf der Leinwand zu sehen, der sollt diese auch unbedingt nutzen. Ob ich mir den neuen Scorsese antue, weiß ich noch nicht, auch wenn ich bisher mindestens so viele positive wie negative Stimmen gehört habe. Bevor ich's vergesse: Werner Boote, Regisseur von Plastic Planet, wird am Sonntag übrigens in Stuttgart bei der Vorstellung anwesend sein. Hier alle Starts der letzten Februarwoche im Überblick.

9 (Shane Acker, USA 2009)

Antônia – O Filme (Tata Amaral, BRA 2006)

The Bad Lieutenant: Port of Call … (Werner Herzog, USA 2009) – Review -

Eyvah eyvah (Hakan Algül, TÜR 2010)

Nine (Rob Marshall, USA/I 2009)

Plastic Planet (Werner Boote, AT/D 2009)

The Rainbowmaker (Nana Dzhordzhadze, FIN/I/RUS/D/NL 2008)

Shutter Island (Martin Scorsese, USA 2010)

Océans (Jacques Perrin et al., F/CH/E/MON 2009)

Wiegenlieder (Johanna Feindt et al., D 2010)


Tags

Grundgütiger! 'Showgirls: The Return' Trailer


Gerade surfe ich nichtsahnend durchs Web, da haut mich Kollege Flo an und schickt mir ganz unbekümmert den Link zur offiziellen Homepage zu Showgirls: The Return, auf der es den ersten Trailer (FLV, mäßige Qualität und absolut NSFW) zum 'Sequel' zu begutachten gibt. Stolze fünf Minuten ist er lang und man muss es schon sehen, um es zu glauben. Was man im letzten Jahr noch für einen schlechten Witz hielt, scheint nun also real geworden zu sein. Der Offenbacher Marc Vorlander hat doch tatsächlich sein Drehbuch nach Hollywood verkauft und scheint es nun wirklich ernst zu meinen – oder auch nicht … Bereits 95% sollen abgedreht sein, im Sommer soll es also eine Veröffentlichung geben, sagt zumindest Bild.de.


Tags , , , , , ,

Ein kleiner Testbericht zur Onlinevideothek Lovefilm


Als ich vor einigen Jahren ein Probeabo beim damals frisch gegründeten Onlineverleih Lovefilm abschloss, war ich gespannt, was das werden würde. Komme ich letzten Endes billiger davon als bei meiner örtlichen Videothek (Vidirent), die immerhin 3,80 EUR für einen (aktuellen) Film von Heute auf Morgen will? Es war nicht ganz leicht zu beantworten, denn ich schaffte nicht gerade viele DVDs im Monat, was zu einem nicht gerade geringen Teil an Lovefilm selbst lag. Die Geschwindigkeit, mit der die Onlinevideothek ihre Filme verschickte, ließ doch zu wünschen übrig – obwohl ich mich mit dem Einwurf in den Postkasten stets beeilte. Wie sieht es also heute, einige Jahre nach dem Start und großen kommerziellen Durchbruch von Lovefilm, aus? Dank Katarina von sonic grape durfte ich von Dezember bis Februar Lovefilm erneut kostenlos testen, dieses Mal sogar in der Flatrate-Version. Und was soll ich sagen? Ja, es hat sich doch etwas getan bei Lovefilm, denn die Versandzeiten sind nun kaum mehr mit denen in den Anfängen zu vergleichen.

So schaffte ich es dann auch im Monat auf gut vier DVDs/Blu-rays, wobei das eigene 'Gucktempo' natürlich auch eine Rolle spielt (und bei mir ist dieses sehr gering). Die Auswahl ist im Großen und Ganzen deutlich besser als in meiner örtlichen Videothek, sogar kleinere Dokus bietet Lovefilm in seinem Programm an. Zur Verfügbarkeit aktueller Titel kann ich jedoch nichts groß sagen, denn ich konzentrierte mich während meiner Testphase primär auf ältere Titel (Stichwort 'Klassiker nachholen'). Besserungsbedarf besteht aber definitiv noch in einer Sache, nämlich der Sauberkeit der DVDs/BDs samt Hüllen. Was ich hier bisweilen geliefert bekam, ließ dann doch sehr zu wünschen übrig – verkratzte Scheiben, kaputte Plastikhüllen und einmal sogar ein ziemlich dreckiger Postumschlag, den ich so kaum anfassen wollte. Die von mir getestete Flatrate kostet normalerweise 11,99 EUR im Monat und erlaubt eine DVD/Blu-ray zu Hause zu haben. Ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man auf mindestens vier bis fünf DVDs/BDs im Monat kommt.


Tags , , , , , , ,

Die Gewinner der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin


Und schon ist wieder alles vorbei. Nacht fast zwei Wochen Berlinale wurden gestern abend die Gewinner der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin gekürt. Der Goldene Bär geht in diesem Jahr somit an Semih Kaplanoglus Bal, womit sich viele doch recht gut arrangieren können. Die Silbernen Bären gehen in Form des großen Preis der Jury an If I Want to Whistle, I Whistle (Eu cand vreau sa fluier, fluier), für die beste Regie an The Ghost Writer (for real!? Ich kann ja verstehen, dass Kollegen hier zueinander halten, aber nach all dem Getöse um Polanskis Figur wirkt dieser Preis dann doch reichlich platt), für die herausragende künstlerische Leistung an How I Ended This Summer (Kak ya provyol etim letom) und Apart Together (Tuan yuan) für das beste Drehbuch. Des Weiteren wurde Shinobu Terajima für ihre Rolle in Caterpillar (Kyatapirâ) – einer der Filme, die ich nun sehnlich erwarte – mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Das männliche Pendant konnten Grigori Dobybrin und Sergej Puskepalis für How I Ended This Summer gewinnen.  Alle weiteren Preisträger finden kann man hier nachlesen.

Was kann ich also von der diesjährigen Berlinale beziehungsweise der Berichterstattung selbiger mitnehmen? Nach wie vor ganz scharf bin ich auf Red Hill, den Kollege Patrick gestern sehen durfte und mich gleich im Anschluss bestätigte, dass es sich um einen wunderbaren kleinen dreckigen Film handelt. Der bereits  genannte Caterpillar dürfte vor allem einen schönen Kontrast zum sonst so pathetisch-nationalen Japankino der letzten Jahre darstellen, von den ganzen 'physischen Darstellungen' mal abgesehen. Der bei vielen als Schlaftablette gehandelte The Hunter (Shekarchi) macht ebenfalls einen recht interessanten Eindruck, auch wenn dieser natürlich auch aus anderen Gründen für Gesprächsstoff sorgte. Der bereits im Vorfeld viel diskutierte The Killer Inside Me soll zwar letzten Endes dann doch nicht der große Tabubrecher sein, für den einige ihn gehalten haben, aber es ist allein schon dieser 'Ruf', der ihn zumindest für mich doch interessant macht.

Zu guter Letzt wären da dann noch der neue Thomas Vinterberg, Submarino, und auch Oskar Roehlers filmischem Œuvre, der mit Jud Süss – Film ohne Gewissen für zahlreiche Buhrufe in den Pressevorführungen sorgte,  sollte ich mich endlich mal nähern – und sei es nur aus dem Grund, mich in meiner Annahme zu bestätigen, dass die deutschen Förderfonds endlich abgeschafft werden sollten. Hoffen wir, dass ich es vielleicht im kommenden Jahr endlich einrichten kann, die Berlinale zu besuchen.

Foto: Blogging Dagger


Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Zwischen den Zeilen: 'The Ghost Writer'


Reichlich Geplänkel im Vorfeld eines Film bringt vor allem immer eines: Publicity. Dabei spielt es meist eine untergeordnete Rolle, ob diese positiv oder negativ ausfällt. Im Falle von Roman Polanski trifft irgendwie beides zu. Die einen echauffierten sich über das Verhalten der Schweiz und der USA, die ihn vor einigen Monaten festnehmen ließen, andere sahen es nur allzu gerne, dass Polanski für seinen Fehler in den 70ern endlich zur Rechenschaft gezogen wurde (und irgendwie ja wieder doch nicht). Seinem neuen Film The Ghost Writer, der vor einigen Tagen auf der Berlinale seine Premiere feierte – gedreht wurde zu einem guten Teil immerhin in Berlin und Umgebung -, kann der Trubel um seine Person eigentlich nur von Nutzen sein. Er ist in aller Munde, sein Film wird auf der Berlinale gespielt, was will er mehr? Da wirkt es wie die ganze Geschichte um ihn selbst nicht verwunderlich, dass es sich um einen Verschwörungsthriller handelt, einen mit durchaus aktuellen Bezügen, brandaktuellen sogar. Während Tony Blair erst vor einigen Tagen Rede und Antwort in einem Ausschuss stehen musste, der sich mit der Irak-Invasion im Jahre 2003 beschäftigt, droht das gleiche auch dem ehemaligen britischen Ministerpräsidenten (Pierce Brosnan) in The Ghost Writer.

Dieser soll für Kriegsverbrechen, namentlich Folter und Waterboarding, verantwortlich zeichnen. Doch auch Adam Lang ist nicht dumm, hat er sich doch frühzeitig in die USA abgesetzt, als deren Marionette er ohnehin gilt. Im Film munkelt die Presse, dass er stets den Willen des Verbündeten USA durchgesetzt haben soll, deshalb auch alle Minister entlassen habe, die dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge waren. Nun droht im der Prozess, da lässt sich die Außenministerin – natürlich schwarz und ihrem realen Pendant wie aus dem Gesicht geschnitten – mit ihm im TV blicken, man muss dem Verbündeten ja beistehen. Dies ist nur ein Beispiel für Polanskis Parallelen zum aktuellen politischen Geschehen und ist anfangs sogar noch relativ interessant. Je weiter sich The Ghost Writer aber in seinem Plot verliert, desto klischeehafter kommt er aber auch daher. Da verbündet sich der Ghost Writer der Lang-Memoiren (Ewan McGregor) mit dessen ehemaligem Verteidigungsminister, eine Rüstungsfirma sponsert Langs Luxusleben und die CIA rekrutiert anscheinend britische Intellektuelle, wenn sie nicht gerade unbequeme Ghostwriter ins Jenseits befördert. Was reichlich abstrus klingt, ist es die meiste Zeit auch, sorgt aber auch dafür, dass das Ganze sein Spannungsborgen nicht verliert. Polanski gelingt es immer wieder den Spannungsbogen auf einem Niveau zu halten, dass man das Interesse nicht verliert, auch wenn die Parallelen zur Realität durch ebenjene Verhandlungsläufe schnell wieder relativiert werden.

Zumindest zu einem gewissen Grad ist dies aber auch der Besetzung zuzuschreiben, denn vor allem bei Kim Cattrall fragt man sich ziemlich schnell, was die Gute hier eigentlich zu suchen hat. Auch Pierce Brosnans britischer Ex-Premier wirkt in erster Linie vielmehr wie ein dauergrinsendes Model für Anzüge, weniger wie ein führender Staatsmann. Genau diese Eigenschaft macht ihn dabei jedoch zur perfekten Marionette, die außer der Schale nichts Eigenes zu bieten hat und deshalb von anderen gesteuert wird – allen voran seiner Frau (Olivia Williams). Das Problem ist aber auch hier, dass dies den durchaus ernsten Ton des Filmes, den er ja bereits mit seinem Setting festigen will, in die genau andere Richtung kehrt, so dass die politische Inszenierung, die der Film zur Schau stellt, wiederum auch stets als filmische Inszenierung wahrgenommen wird. Da spielt es dann auch keine Rolle, wie authentisch die Nachrichtenberichte mit den originalen Senderlogos gehalten sind. So ist man ab einem bestimmten Punkt kein Zuschauer dieses ganzen 'Politkabaretts' mehr, der über etwas mehr Einblick in die Situation verfügt als der Zuschauer, der das Ganze von zu Hause aus am Bildschirm verfasst, sondern begibt sich zusammen mit dem 'Ghost' auf Entdeckungsreise. Quasi die politische Version von The Da Vinci Code. Und auch hier kann das im besten Falle höchstens Hardcore-Verschwörungstheoretiker hinter dem Vorhang herlocken.

Mit The Ghost Writer ist Polanski, der vor fünf Jahren seinen letzten Film drehte, aber dennoch ein mehr als solider Thriller gelungen, der dank seiner Atmosphäre viel Boden gewinnen kann und dafür sorgt, dass man das Interesse so gut wie nie verliert. Ohnehin ist The Ghost Writer oftmals mehr Komödie als Thriller, das wird schon zu Beginn deutlich, wenn James Belushi den grimmigen Verleger mimt, der in diesem snobistischen London wie ein Fremdkörper wirkt. Gleiches gilt für den britischen Akzent, der jeden im Film sofort outet, und somit fast schon zum Running Gag mutiert (dito Ewan McGregor, der sich mehr als einmal über die schottische Herkunft der Langs lustig macht …). Doch auch dieser ist spätestens nach dem dritten Mal nicht mehr allzu lustig. Da sorgt dann schon eher Eli Wallach für ein breites Grinsen, der einen alten Inseleinwohner spielt, der als erster zwischen den Zeilen liest. Exakt dies hätte sich Polanski sowieso stärker zu Herzen nehmen sollen: den Zuschauer mehr zwischen den Zeilen lesen zu lassen. (7/10)


Tags , , , , , , , , , , , , , , ,

Learning by Doing: 'An Education'


Die vorstädtische Tristesse durchzieht das Leben des britischen Teenagers Jenny (Carey Mulligan). Mit ihren 17 Jahren soll es für sie nichts Wichtigeres geben als die Schule, das Lernen und die Zukunftsvorbereitungen, denn ihre Eltern sehen sie schon in Oxford. Doch Jenny will aus diesem Alltagsgrau ausbrechen, sie ist eine Querdenkerin, die für ihr Alter untypischerweise auf französische Musik, Literatur und überhaupt das Dolce Vita des Festlandeuropas steht. Bildung als das höchste Gut, das Jennys Familie ihr mitgeben kann: entweder dies oder sie findet einen reichen Mann, der sie ohne Probleme versorgen kann. Was in den 60ern in Großbritannien galt, das hat sich bis heute nicht verändert. In einer Leistungsgesellschaft gibt es eigentlich nichts Wichtigeres als die Bildung, die für eine gute Profession sorgen soll, die wiederum Geld bringen soll, der Katalysator der Leistungsgesellschaft. Jenny als Mitglied der Bohème, wovon sie in der Gesellschaft aber auch nicht (über-)leben kann. Man ist gefangen zwischen zwei Welten, die man nur schwer bis gar nicht miteinander vereinbaren kann – erst recht nicht im strengen London der 1960er Jahre.

Da kommt Jennys Traumprinz David (Peter Sarsgaard) wie gerufen, wenn er sie eines regnerischen Abends zu sich ins Auto einlädt, angeblich um ihr Cello nicht dem Wetter auszusetzen. Er führt sie in die upper class ein, die vielmehr aus Vergnügen als auf Leistung setzt. Doch auch hier steht am Anfang eigentlich Leistung, wenn auch nicht bei David uns seiner Entourage. Jenny beginnt nicht nur sich in dieses Leben, das ihr David bietet, zu verlieben, sondern auch in David selbst. Was eigentlich einer Dichotomie gleichkommt, versteht Jenny erst langsam, und so zieht sich die Titelgebende Bildung aber auch Erziehung immer und immer wieder als zentrales Motiv durch An Education. Während David als Kulturführer agiert, sind es Jennys Eltern (ein großartiger Alfred Molina), die für die Erziehung sorgen oder es zumindest probieren. Ihr Bestes geben sie dabei aber in jedem Falle, auch wenn dies für Jenny nicht immer gleich ersichtlich ist. Es ist zu einem guten Stück natürlich auch ihrer jugendlichen Naivität geschuldet, dass sie so wenig über sich und ihren Stand in der Gesellschaft reflektiert. Und dennoch hat sie mit ihren Aussagen selten Unrecht, denn wer in der Gesellschaft hat nicht zumindest hin und wieder das Verlangen auszubrechen und das alles hinter sich zu lassen. Das weiß auch Jennys Lehrerin Miss Stubbs (Olivia Williams), die dem jedoch ihre Erfahrung und Reife entgegensetzen kann.

Was Lone Scherfig als klassische story of initiation beginnt, wird immer mehr auch zu einer Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und ihren (An-)Forderungen an sich. Nicht nur Jenny ist zwischen beiden Welten gefangen, sondern auch David, der seinen Stand in der Gesellschaft mit Jenny im konservativen Sinne festigen möchte, im Prinzip aber nur ein Parasit ist, der sich in der Oberschicht breit gemacht hat. Auch wenn Peter Sarsgaard gerade hier oft etwas zu steif wirkt, so ist es doch sein großer Charme (und der nahezu perfekt klingende Akzent), der zumindest ein leichtes Verständnis dafür schafft, warum sich Jenny gerade in diesen Mann verguckt. Vice versa gibt es ohnehin kaum Verständnisprobleme, denn Carey Mulligan ist nicht nur eine äußerst attraktive Frau, sondern liefert auch eine solch großartige Leistung ab, dass man durchaus gewillt ist sie als eine der besten Nachwuchsschauspielerinnen zu bezeichnen. Ihre Oscarnominierung ist jedenfalls nur konsequent. Man will diesem armen Mädchen einfach helfen, ihr die Intelligenz, die sie dabei ist aus dem Fenster zu werfen, aufzeigen, um sie vor dem nächsten Fehlschritt zu bewahren. Doch diesen muss sie bisweilen gehen, denn auch wie bei kleinen Kindern gilt es die Erfahrung einfach zu machen, nur um etwas später zu erkennen, dass man getrost auf diese hätte verzichten können. Eine etwas härtere Form des learning by doing quasi.

Lernen ist ohnehin das Schlüsselwort des Filmes, denn es geht nicht nur ums Lernen fürs Leben, Oxford und alles damit verbundene, sondern auch um das oftmals forcierte Lernen der Wahrheit, der eigenen Umstände und des Unglücks, in das man sich selbst hineingeritten hat. Das gilt für alle Beteiligten, egal ob Jennys Eltern, die es bei aller Strenge letzten Endes doch zu gut mit ihrer Tochter gemeint haben oder Davids Freund Danny (Dominic Cooper), der zu spät erkennt, was sein 'Freund' wirklich im Schilde führt. Das Erlernen geht mit dem Erkennen Hand in Hand, das macht An Education deutlich. Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen will. An Education geht genau den richtigen. (8.5/10)


Tags , , , , , , , , , ,

X-Rated: Ausgabe 52 ab 27.02. am Kiosk!


Und dieses Mal ist das Cover richtig gut geworden, wie ich finde (auch wenn es der Film alles andere als sein soll). Neben dem Titelthema Halloween II findet sich zudem einiges zu The Wolfman, Interviews mit Andreas Pape und Eduardo Sanchez und eine DVD-Besprechung zu District 9 aus meiner Feder. Den kompletten Inhalt von Ausgabe #52 gibt's wie gewohnt auf der Homepage,


Tags , , , , , , , , ,

60. Internationale Filmfestspiele Berlin


Es ist mal wieder so weit, die Berlinale, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiert, steht vor der Tür. Heute abend um 20.00 Uhr wird sie dann offiziell von Dieter Kosslick und Jurypräsident Werner Herzog eröffnet. Ganze 11 Tage stehen wieder Filme, Filme und nochmals Filme auf dem Programm – gut, und das ganze Drumherum eben. Wer wie ich nicht dabei sein kann, der kann dem Geschehen rund ums Festival aber auch außerhalb Berlins folgen. 3sat überträgt heute die komplette Eröffnungsgala, die von Anke Engelke moderiert wird (ich will die Bauerfeind zurück!). Auch wird es wieder ein nahezu tägliches Berlinale Journal geben, das ich in den letzten Jahren neben dem Internet eigentlich immer als beste Quelle für alles rund um die Berlinale empfand. Apropos Internet: auch hier gibt es in diesem Jahr wieder eine Berichterstattung, die eigentlich nichts zu wünschen übrig lassen dürfte. An erster Stelle möchte ich hier das Blog von Kollege Thomas Groh nennen, der in den letzten Jahren immer wieder auch (neben kompetenten Filmeindrücken) mit schönen bis kuriosen Geschichten abseits des Roten Teppichs erfreute.

In diesem Jahr ist er aber hauptsächlich für den Perlentaucher tätig, zusammen mit seinen Kollegen Lukas Foerster und Ekkehard Knörer – von den letzten beiden gibt es übrigens auch im Blog von Cargo Lesenswertes. Ebenfalls einen Blick wert ist das Berlinale-Blog des epd, bei dem es unter anderem von Dr. Stefan Höltgen und Jörg Buttgereit tägliche Updates geben wird. Und auch die taz hat natürlich tägliche Updates aus der Hauptstadt. Eine schöne Auflsitung aller Onlinemedien, die berichten, findet sich übrigens auch bei Movies & Sports. Um noch einmal aufs Fernsehen zurück zu kommen: ebenfalls nicht uninteressant ist das Einsweiter Berlinale Tagebuch auf Einsfestival, das vom 11. bis 20. Februar täglich ab 20.00 Uhr zu sehen ist und sich offensichtlich an ein jüngeres Publikum richtet, nichtsdestotrotz aber oftmals 'quirlige' Berichte hat. Natürlich darf auch das 'alte' Medium Radio nichr fehlen, hier sei Deutschlandradio Kultur genannt, das ebenfalls mit täglichen Berichten und Specials aufwartet. Hoffen wir so gerüstet also auf eine spannende 60. Berlinale mit vielen tollen Filmen.

Foto: Blogging Dagger


Tags , , , , , , , , , , , , , , , ,
1 2
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: