Gewinnt drei signierte Pressehefte zu 'The Last Exorcism'!


Als ich Regisseur Daniel Stamm vor einigen Wochen zum Interview traf  (das Interview findet sich in der kommenden Ausgabe der X-Rated), hat er mir freundlichweise noch drei Pressehefte zu The Last Exorcism signiert, die Ihr nun gewinnen könnt. Wie immer stehen Euch dafür drei Möglichkeiten zur Verfügung: 1. Hinterlasst einen Kommentar oder 2. Markiert den Post bei Equilibrium auf Facebook mit 'Gefällt mir' und kommentiert den Link oder 3. Veröffentlicht den folgenden Tweet und verlinkt in anschließend hier in den Kommentaren: RT @EquilibriumBlog Gewinnt eines von drei signierten Presseheften zu "The Last Exorcism": http://bit.ly/bG4brR. Zeit habt Ihr dafür bis Sonntag, 02. Oktober, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Glück Euch!

Update, 04. Oktober, 12.39 Uhr Die drei glücklichen Gewinner sind Ben, Julian & Michael. Herzlichen Glückwunsch Euch und allen anderen danke ich fürs Mitmachen!


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The Sweetzer Farm Project: 'The Last Exorcism'


Das Kino hat sich seit Beginn immer wieder gern diversen Mythen angenommen. Das Thema Exorzismus ist einer von ihnen, denn auch wenn die katholische Kirche nicht bestreitet, dass sie Exorzisten ausbildet und beschäftigt, so sind kaum Fälle dokumentiert, die jene Vorgänge, die das Kino immer wieder bunt beschrieben und inszeniert hat, bestätigen. Dass es dabei aber nicht immer so explizit zur Sache gehen muss wie in William Friedkins The Exorcist, zeigte spätestens Hans-Christian Schmids Requiem, der die Schrecken eindrucksvoll veranschaulichte, ohne die Schrecken zu zeigen. In Requiem geschieht nichts Übernatürliches wie in Friedkins Film, er spielt vielmehr mit Suggestion und Angst. Auch der zweite Spielfilm des deutschen Jungregisseurs Daniel Stamm bedient sich dieser Mittel. The Last Exorcism geht sogar noch einen Schritt weiter und spielt bewusst mit Mitteln des Dokumentarfilms. Was als Doku beginnt, wird jedoch recht schnell als Fake-Documentary entlarvt, denn dass es sich bei den Interviewten um Schauspieler handelt, wird anhand ihres professionellen Spiels bereits deutlich.

Dies tut The Last Exorcism jedoch keinen Abbruch, denn statt sich allein auf das Gimmick des found footage zu verlassen – wie so viele andere Film in jüngster Zeit -, erzählt Stamm eine spannende Geschichte um einen evangelikalen Pfarrer, der seinen letzten Exorzismus von einer Doku-Crew filmen lassen will, um zu zeigen, dass es sich dabei im Prinzip um einen Mythos handelt. Einen Mythos, der jedoch sehr hilfreich sein kann. Es ist alles eine Kopfsache, ist sich Cotton Marcus (Patrick Fabian) sicher. Und auch für den Zuschauer wir der Film recht schnell zu einer Kopfsache, kann er sich doch nie wirklich sicher sein, ob das, was hier geschieht, übernatürlicher oder ganz weltlicher Herkunft ist. Dabei verzichtet The Last Exorcism wie der deutsche Requiem größtenteils auf effekthascherisches Übergeben oder Kopfdrehen. Alles, was hier geschieht, bleibt stets medizinisch erklärbar – auch wenn es nicht gerade den Eindruck erweckt. Genau hier liegt der Reiz, der vom Film ausgeht, sein doppelbödiges Spiel, das nicht von ungefähr auch an Polanskis Rosemary's Baby erinnert. Ein Spiel treibt der Film dann auch mit der Religion an sich: Marcus ist nicht etwas ein katholischer Priester wie in all den anderen Filmen über Exorzismus, er ist ein Evangelikaler, der im Interview deutlich macht, dass wer an einen Gott und seine Engel glaubt, auch an den Teufel und seine Dämonen glauben muss. Dabei dekonstruiert Stamm die Evangelikale aber nicht direkt, sondern überlässt es ihr vielmehr selbst.

Fundamentalismus spielt ohnehin eine große Rolle im Film. Dabei hält sich The Last Exorcism mit Stigmata und Topoi größtenteils zurück, auch wenn recht schnell deutlich wird, dass die Familie des vermeintlichen Opfers mehr Redneck als behütete Familie ist. Dementgegen steht Marcus, der nicht dem klassischen fundamentalistischen Bild entspricht, das am liebsten mit Waffen hantiert und sonntäglich zur Erlösung in die Kirche rennt. Er ist vielmehr liebender Familienvater, der gut situiert in der Kleinstadt wohnt und an Gott glaubt. Er soll mit seinem letzten Exorzismus auf eine harte Probe gestellt werden – er selbst braucht nämlich eine Erlösung, ist er vom Glauben doch etwas abgekommen, ja macht sich gar lächerlich, in dem er den Exorzismus als Medienspektakel verkauft. Hier offenbart The Last Exorcism seine ganze Kraft, denn auch wenn mit Motiven und Symbolen gespielt wird, so werden diese gleichzeitig auch immer wieder gebrochen und verkehrt. Auch wenn der Fokus hier primär auf dem psychischen Terror liegt, so spannt Stamm den Bogen für einen PG-13er dennoch bis zum Anschlag – sogar mit sexuellen Anspielungen geizt sein Film nicht.

The Last Exorcism hat in den Vereinigten Staaten bisher das Zwanzigfache seines Budgets eingespielt und zeigt damit einmal mehr, dass diese Art von Film das Publikum noch immer für sich gewinnen kann. Das ist in Zeiten von Remakes, Reboots und Sequels schon eine gewisse Leistung. Dabei ist Stamms Film so etwas wie der Paranormal Activity des Jahres 2010, mit dem Unterschied, dass sein Film der bessere ist. Während die Geistergeschichte um zwei junge Studenten lediglich mit dem Ende punkten kann, gelingt es Stamms Film den Spannungsbogen permanent auf hohem Level zu halten – das Ende von The Last Exorcism setzt dem Ganzen nur noch eines drauf. Hier verliert sich der Film für ein paar Minuten sogar in camp-Gefilde, was angesichts all der pseudo-dokumentarischen Horrorfilme der letzten Jahr herrlich erfrischend wirkt und so etwas wie den vorläufigen Höhepunkt markiert. The Last Exorcism ist ein Musterbeispiel für ökonomischen, effektiven Horror. (8/10)


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Rape 'n' Revenge: 'Red White & Blue' Trailer


Gerade ging das Fantastic Fest zu Ende, da kommt der Trailer zu Red White & Blue um die Ecke (480p/720p), der eine Art Belebung des Rape 'n' Revenge-Filmes zu sein scheint. Darf man den Kritikerzitaten im Trailer Glauben schenken, dann handelt es sich in der Tat um einen beinharten Rachethriller oder gar Exploiter, der mit Minimalbudget gedreht wurde (was man dem Film allerdings auch ansieht).


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Vom Nerd zum jüngsten Milliardär: 'The Social Network'


Wir sehen mehrere kleine Bildschirme, die zu einem gigantischen zusammengefügt sind. Darauf sind Livezahlen der Facebook-Mitglieder zu sehen. Die Zahl steigt ständig, bis sie schließlich die 1-Millionen-Marke erreicht. Die Bildschirme versprühen buchstäblich ein Feuerwerk, man feiert in den frischen Büroräumen des sozialen Netzwerks Facebook. CEO Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) hat sich gerade seine ersten Visitenkarten kommen lassen, die mit 'I'm CEO, bitch!' betitelt sind. Es ist zugleich eine erfolgreiche, aber auch eine triste Nacht, denn Mark verliert seinen einst besten Freund Eduardo Saverin (Andrew Garfield), der ihn wenig später verklagen wird um sich sein Stück vom Kuchen zu holen. Dabei wird er gewiss nicht der Einzige bleiben.

Es ist nur eine kurze Szene aus David Finchers The Social Network, in der der Zuschauer sich sicher fühlt, etwas ganz Großem beizuwohnen. Seit es das Kino gibt, hat es sich immer wieder diverser Gründungs- und Entstehungsmythen angenommen, egal ob weltliche oder religiöse, das Kino bietet eine Projektionsfläche für das, was wir mit eigenen Augen nicht sehen konnten, Ereignisse, bei denen wir nun quasi als Augenzeuge fungieren. So verhält es sich auch bei der Verfilmung der Entstehungsgeschichte um das größte soziale Netzwerk der Welt. Finchers Film basiert dabei auf Ben Mezrichs Roman The Accidental Billionaires, der Mark Zuckerberg bis heute ein Dorn im Auge sein dürfte, zeichnet er doch ein ziemlich düsteres und raffgieriges Bild vom jungen CEO und Ex-Harvard-Studenten. Es wirkt dabei fast schon surreal, wenn die Million auf den Bildschirmen erscheint, hat man im Jahre 2010 doch stets im Hinterkopf, dass sich diese Zahl seit dem auf 500 Millionen gesteigert hat. Im Durchschnitt ist jeder zwölfte Mensch der Erde bei Facebook angemeldet.

Es verwundert also nicht, wenn dieses Gefühl nicht nachlässt. Dieses Gefühl ein Teil des Ganzen zu sein, und so schafft Fincher es auch immer wieder uns in seinen Film einzubinden. Mal schmunzelt man über das aus heutiger Sicht unfertige Design der Useroberfläche, mal über die lüsternen und voyeuristisch veranlagten Elitestudenten – nur um dann festzustellen, dass man Facebook aus exakt denselben Gründen nutzt. The Social Network spielt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, bezieht hieraus einen Großteil seiner Spannung, denn obwohl die meisten mittlerweile wissen, wie die Entstehungsgeschichte ausgeht, fiebert man dennoch mit den jungen Protagonisten. Auch wenn es nicht verwundert, dass Alphatier Zuckerberg förmlich demontiert und entmystifiziert wird, so gelingt es Fincher doch auch mit den klassischen dramatischen Mitteln von eleos und phobos zu spielen: Mark ist ein zerbrechlicher Charakter, der stets nerdig und lediglich mit Adiletten bekleidet seine gesamte Freizeit vor dem Computer verbringt. Gerade hat seine Freundin mit ihm Schluss gemacht, da kommt ihm die Idee von The Facebook. Die folgenden Minuten, in denen sich Zuckerberg in das Netz von Harvard hackt und es schließlich zum Crash bringt, nutzt dabei viele Stilmittel des Thrillers, wie beispielsweise die Parallelmontage. Hier wird all das Genie, aber auch der Größenwahn deutlich, der Zuckerberg auszeichnet. War er gerade noch eine dramatische Figur, die sich seinen Frust in From eines Blogeintrags von der Seele schreibt, ist er im nächsten Moment schon wieder berechnender Anti-Held. Und trotzdem bleibt er vor allem eines: ein junger Student mit all den Problemen, die man in diesem Alter hat. Genau hier erinnert The Social Network dann auch an einen John-Hughes-Film, der es wie kein Zweiter verstand, die Jugend und ihre Probleme für ein Massenpublikum aufzubereiten. Auch Finchers Film, respektive Aaron Sorkins Skript reiht sich nahtlos ein in diese Tradition. The Social Network ist so etwas wie ein John-Hughes-Film für die Generation Web 2.0, für Studenten, die als Digital Natives gar kein Leben ohne Laptop und Internet kennen.

In seinen schlechtesten Moment ist der Film dabei ein Porträt über Gier und junge, schöne Menschen, die es zu etwas bringen wollen im Leben. Im Prinzip ein Film für alle jungen Kreativen und Entrepreneure, die das Web 2.0 zu nutzen wissen und wie Zuckerberg den größtmöglichen Profit daraus schlagen wollen. In seinen besten Momenten ist The Social Network aber auch ein Drama über Freundschaft, Verrat und Loyalität, das auch völlig unabhängig vom (realen) Kontext funktioniert und zum Großteil von seinen charismatischen und starken Jungschauspielern lebt. Allen voran Andrew Garfield liefert mit der Rolle des CFO Eduardo Saverin seine bisher beste Leistung in seiner noch sehr jungen Karriere ab. Es wundert daher auch nicht weiter, dass er der neue Spider-Man ist und zukünftig ein millionenschweres Franchise auf seinen Schultern lastet. Das Gewicht, das hingegen auf Zuckerbergs Schultern lastet, scheint jedoch kein Problem für ihn zu sein. Fincher erzählt seinen Film nicht immer chronologisch und synchron, vielmehr handelt es sich bei der eigentlichen Entstehungsgeschichte um Rückblenden, die vom Gerichtsprozess aus narrativ eingebettet werden. Zuckerberg ist die Ruhe in Person, geizt nicht mit Kommentaren um sein Milliardenvermögen und lässt dabei aber auch immer wieder eine gewisse Abgebrühtheit und Intelligenz durchdringen. Fincher zeigt hier einmal mehr, wie vielfältig sein Film ist: er ist nicht nur Thriller und Drama, sondern auch klassischer Gerichtsfilm, der Zuckerberg als äußerst ambivalente Figur zurücklässt. Formalästhetisch weiß Fincher Stilmittel ohnehin ökonomisch zu nutzen, und so erinnern die dunklen, tristen Campusstraßen Harvards (die mit der Red-One-Kamera gedreht wurden) nicht von ungefähr an die urbanen Labyrinthe aus Se7en.

So pathetisch der Werbeslogan 'Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne dir ein paar Feinde zu machen' auch klingen mag, er könnte wahrer nicht sein. The Social Network ist ein Epos, das machen nicht nur die Texttafeln am Ende deutlich, die die Entwicklung der letzten Jahre nochmals rekapitulieren. Finchers Verfilmung der Entstehungsgeschichte von Facebook ist auch der Film einer ganzen Generation, die mit The Social Network etwas bekommt, das in Zeiten von kurzlebigen Statusmeldungen und Kommentaren von einer Nachhaltigkeit ist, wie man sie heutzutage nur noch sehr selten im Kino zu sehen bekommt.

Erschienen bei facebookmarketing.de


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1/6 eines neuen Lebens: 'Marwencol' Doku Trailer


Mark Hogancamp wird eines Tages in einer Bar von fünf Männern zusammengeschlagen. Er verliert jegliche Erinnerungen und baut sich fortan ein neues Leben auf – in einer neuen Welt namens Marwencol. Diese Stadt befindet sich in seinem Garten und besteht aus einem WWII-Szenario im Maßstab 1:6. Jeff Malmbergs gleichnamige Doku Marwencol konnte beim SXSW Festival in diesem Jahr bereits den Preis für die beste Dokumentation gewinnen und zeigt einmal mehr, welche Perlen man in Form von Dokus entdecken kann. Der Trailer (480p/720p) sieht nämlich schon mal hervorragend aus. Start in den Staaten ist am 08. Oktober.


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'Video Nasties: Moral Panic, Censorship and Videotape' Trailer


Derzeit scheint es ja eine wirkliche Flut von Dokus zu geben, die sich mit dem Exploitationfilm auseinander setzen. Beim Stöbern der Dokusparte bei Play.com bin ich jetzt schon ein paar Mal auf die DVD Video Nasties: Moral Panic, Censorship and Videotape gestoßen, die neben einer Doku auch Trailer zu allen Genannten Nasties beinhaltet. Unter anderem kommen Ruggero Deodato, Neil Marshall und Christopher Smith zu Wort, angereichert wird die Doku zudem durch seltenes Archivmaterial. Dürfte neben Not Quite Hollywood (der heute endlich eingetrudelt ist) und Machete Maidens Unleashed! eine perfekte Ergänzung für alle Fans des etwas anderen Films sein. Die DVD erscheint am 18. Oktober in UK.

(Via F5)


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Fünf DVD & Blu-ray Kaufempfehlungen


So lobe ich mir virales Marketing doch. Gutschein Codes, die Anfang des Jahres bereits das Oscar-Tipp-Spiel veranstalteten, hat mich gefragt, ob ich für meine Leser nicht fünf Filme des Jahres 2010 nennen könnte, die man unbedingt auf DVD haben sollte. Bei Gutschein Codes kann man aktuell zum Beispiel mit einem 10 Euro Otto Gutschein Filme günstiger kaufen. Allen voran die von mir Genannten natürlich. Als erstes will ich dann auch einen Film nennen, der im Kino nahezu unterging, nämlich The Young Victoria. Ein Film, der zu Recht den Oscar für die beste Ausstattung gewann und übermorgen auf DVD und Blu-ray erscheint. An zweiter Stelle möchte ich eine weitere britische Produktion nennen, die bereits auf DVD/Blu-ray erschienen ist: An Education. Ein wundervolles period piece, das deutlich macht, dass Carey Mulligan zum Besten gehört, das das Kino an Nachwuchs hat.

Gehen wir etwas weg von der Insel, zu einem anderen Kontinent, der aber noch immer Spuren des Vereinigten Königreiches trägt: Kanada. Hier fristen zwei alte Herren ein recht tristes Dasein. Eines Tages beschließen sie jedoch, diesem ein Ende zu setzen und das zu machen, was sie immer gern getan haben: Metal. Die Rede ist natürlich von Anvil! The Story of Anvil, einer ebenso witzig wie emotionalen Doku, die selbst für nicht-Metal-Fans eine absolute Empfehlung ist. Bleiben wir bei Dokus (die sowieso viel zu kurz kommen): letzte Woche ist Roman Polanski: Wanted and Desired auf DVD erschienen. Der Film geht dem Prozess um Polanski nach und schildert, was in den Siebzigern alles falsch gelaufen ist. Die Doku liefert reichlich Hintergrund und ist dabei meist neutral, auch wenn sie sich gegen Ende dann doch etwas auf Seiten Polanskis schlägt. Ebenfalls seit kurzem auf DVD/Blu-ray erhältlich ist Harry Brown, in dem Michael Caine zum Charles Bronson wird und mehr als nur rot sieht. Ein beinharter Thriller, der kühler und rücksichtsloser kaum sein könnte.

Fünf Empfehlungen, die Euch hoffentlich bei der nächsten Kaufüberlegung helfen werden (man kennt es ja: man steht vor dem Regal und ist sich nicht sicher, ob man die Scheibe nun mitnimmt oder doch im Regal verstauben lässt). Es war bisher ja ohnehin ein recht schwaches Kinojahr, wie ich finde. Bleibt zu hoffen, dass auf DVD wenigstens noch einige weitere Perlen erscheinen, die den Weg ins Kino nicht geschafft haben – allen voran Dokus.


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Gesetzliche Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag

[Trigami-Review]

Zusatzbeitrag hier, Pro-Kopf-Pauschale dort. Unsere Gesundheit ist unser höchstes Gut – aber rechtfertigt das immer höhere Preise? Ein genauer Blick auf die eigene Krankenkasse lohnt hier, denn wer will schon mehr zahlen als er eigentlich muss? Krankenkassenportal.de schafft hierbei nun Abhilfe, denn das Portal bietet online ganz einfach die Möglichkeit zu einer Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag zu wechseln. Doch damit noch nicht genug, denn bei einem Wechsel von Ihrer alten Krankenkasse zu einer neuen ohne Zusatzbeitrag, können zudem Prämien kassiert werden, die den Wechsel noch attraktiver machen. Eine kostenlose Hotline oder sogar die Funktion eines kostenlosen Rückrufs stehen Ihnen hierbei zusätzlich zur Verfügung. Ein FAQ und aktuelle Nachrichten zum Thema runden das Angebot ab. Jetzt näher informieren.


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Die Dänen und Afghanistan: 'Armadillo' Doku Trailer


Während in Toronto das TIFF gerade in vollem Gange ist und ich voller Neid gen Kanada schiele (schließlich ist auch Carpenters Neuer zu sehen), tröstet mich zumindest der Film Junk Podcast mit ersten Reviews einiger der Highlights. Besonders aufmerksam bin ich dabei auf eine dänische Doku namens Armadillo geworden, in der Janus Metz Pedersen einige dänische Soldaten, die in Helmand – eine der umkämpftesten Provinzen Afghanistans – stationiert sind, begleitet. Ganze sechs Monate hat er das Leben der jungen Männer dokumentiert, die nur wenige hundert Meter von Talibanstellungen entfernt sind. Zwar ist der Trailer leider ohne UTs, aber so konzentriert man sich schon mehr auf die sehr schönen Bilder, die bisweilen aussehen, als wären sie einem Ridley Scott- oder Michael-Bay-Film entsprungen. Dürfte vor allem in Kombination mit Restrepo interessant sein.


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Der einsame Tagelöhner: 'The American'


Es gibt in Anton Corbijns The American eine Szene, in der George Clooney in einem Café sitzt und seinen Espresso genießt. Im Hintergrund ist Renato Carasones Klassiker 'Tu vuò fà l'americano' zu hören. Ein schöner Anachronismus, könnte man meinen. Jeder, der in diesen Tagen jedoch dem Radio lauscht, weiß, dass das Stück dank einem äußerst erfolgreichen Cover wieder in aller Munde ist. Ein veränderter Text und ein paar zusätzliche Beats und schon hat man einen aufpolierten Song – aus alt mach neu quasi. Der Song ist aber nicht das Einzige, mit dem Corbijns zweiter Spielfilm auf Altbewährtes setzt. Er setzt vor allem auf eines: Ruhe. In Zeiten, in denen ein Kamerastativ nicht weniger als ein Anachronismus angesehen wird, tut es unglaublich gut, einen Regisseur zu sehen, der weiß wie man mit ruhigen, stillen Bildern arbeitet. The American ist ruhig, manchmal sogar statisch, aber nie langweilig. Dabei geben die Anfangscredits bereits den Weg vor: Clooney fährt in einem alten Wagen durch einen langen Tunnel eher er im hellen Abendrot ankommt, dabei nimmt man lediglich Umgebungsgeräusche und Herbert Grönemeyers wundervolle Musik wahr, die die ewig lange Einstellung vom fast schon stoisch wirkenden Jack (Clooney) perfekt untermalt. Es sind Einstellungen, die man in heutigen Thrillern fast schon mit der Lupe suchen muss.

Diese Vorliebe für das Bild an sich, für die Mise-en-scène und ihre Wirkung auf den Zuschauer zieht sich dann auch wie ein Leitmotiv durch Corbijns gesamten Film. Die Geschichte wird dabei schnell sekundär. Ein einsamer Killer, der die Schnauze voll vom Business hat und sich nach einem letzten Auftrag endlich absetzen und nur noch zur Ruhe kommen will. Das ist wahrlich keine Neuerfindung des Rads, aber das ist Corbijn auch bewusst. Selten versucht er sich bei typischen Thrillerelementen zu bedienen, stattdessen ist der Ausgang des Ganzen bereits lange vor dem eigentlichen Klimax offensichtlich. The American ist vielmehr am Zwischenmenschlichen, am Psychologischen interessiert. Jack – allein der Name des Protagonisten könnte generischer kaum sein – meint in einer der ersten Szene mit dem Priester (Paolo Bonacelli), dass er kein Händchen für Maschinen und Technik habe. Genau das Gegenteil ist allerdings der Fall. Bereits hier wird deutlich, dass Jack für etwas ganz anderes kein Händchen hat, nämlich für die Menschen in seiner Nähe, und für die Beziehung zu diesen. Seine letztes love interest hat er selbst exekutieren müssen, er ist buchstäblich zu weit gegangen. Nun tröstet er sich mit der Prostituierten Clara (eine Augenweide: Violante Placido), die ihm zumindest einige Bedürfnisse erfüllen kann.

Corbijn stellt Clooney dabei jede Menge Figuren zur Seite, die jede für sich eine andere Seite von Jacks innerem Leben widerspiegeln. Clara, die Jacks unterdrückte emotionale Seite offenlegt oder Vater Benedetto, der der Reue und der Selbstreflexion Jacks Raum gibt. Es ist nicht leicht, dieses Leben des einsamen loners, der wie ein Tagelöhner von Ort zu Ort zieht, seine Arbeit für einen oder mehrere Tage erledigt und weiter zieht. Es gibt deshalb auch nicht viele Konstanten in Jacks Leben, am ehesten noch die Tasse Espresso, die er an jedem Ort gleich gern trinkt. Oder seine Liebe zur Fitness, die ihm einen Sinn im Leben gibt, auch, weil sie wiederum obligatorisch für seine Arbeit ist. Ein Leben ohne die Arbeit, die er gut kann, aber nicht gerne macht, ist also nicht möglich. Das wird auch daran deutlich, dass er seine Auftraggeber stets bei einem Espresso im Straßencafé trifft. 'Du gibst vor Amerikaner zu sein', heißt in etwa die Übersetzung des Carasone-Songs, und in der Tat, Clooneys Figur im Film gibt nicht nur das vor zu sein. Seine wahre Identität, geschweige denn Zugehörigkeit erfahren wir nie, sie bleibt ebenso im Dunkel wie die iatlienische Kleinstadt bei Nacht. Seine Loyalität liegt nur bei ihm, das weiß Jack, sie ist ein Privileg für ihn, keine Notwendigkeit.

The American ist ein in erster Linie ein stream of consciousness, der sich seinen Figuren verschreibt und einen spannenden Plot dabei konsequent vernachlässigt. Clooney zeigt hier einmal mehr, dass er zur ersten Riege Hollywoods gehört, trägt er den Film doch nahezu ganz allein. Dass ein Fotograf wie Corbijn dabei ein Auge und ein Gespür für die kleinen Momente, aber auch das big picture hat, zeigt sich hierbei völlig deutlich. Und das von jemandem, der sonst primär Musikvideos dreht, die doch so völlig anders funktionieren, ist eine umso beeindruckendere Leistung. The American ist ein Musterbeispiel dafür, dass in der Ruhe eben doch die Kraft liegt. (8/10)


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