Die Hölle im Paradies: 'The Pacific'


Fast zehn Jahre ist es nun her, dass Tom Hanks und Steven Spielberg sich Band of Brothers, einer 10-teiligen Miniserie dem 2. Weltkrieg, angenommen haben. Die für HBO produzierte Serie setze neue Maßstäbe in Sachen Fernsehserie, nicht nur des Budgets wegen, das bei geschätzten 125 Millionen Dollar lag. Über einen Zeitraum von mehr als zehn Stunden folgte man jungen Soldaten, die für die Befreiung Europas kämpften, starben und sich gegenseitig Brüder waren. Keine Doku und kein Spielfilm konnten zuvor mit solchen Möglichkeiten den Krieg filmisch verarbeiten und veranschaulichen. Im Laufe der zehn Folgen begleitete man die Einheit junger GIs vom Kriegseintritt der USA, über die Landung in der Normandie, bis hin zur Entdeckung der Konzentrationslager. Nach diesem Zeitraum fanden sich dann nicht nur die Soldaten mit jeder Menge Unmenschlichkeit, viel Leid, aber auch schönen Momenten konfrontiert, sondern auch der Zuschauer. Es ist die Art und Weise, wie Spielberg und Hanks ihre Serie erzählen, damit sie auch beim Zuschauer eine Art Katharsis eintritt.

Band of Brothers basiert auf Büchern, Tagebucheinträgen und Interviews von Veteranen, die in Europa an vorderster Front gekämpft haben. Jeder der Protagonisten in der Serie basiert also auf einer Person, die wirklich dabei war und alles miterlebt hat. Die teilweise dokumentarisch anmutenden Sequenzen werden mit Interviewauszügen angereichert, die mal vor und mal nach der Episode zu sehen sind – ein stilistisches Mittel, das der Authentizität, aber auch der emotionalen Wirkung durchaus zuträglich ist. 2010, zum 65-jährigen Jubiläum des Kriegsendes, nehmen sich Hanks, Spielberg und Goetzman erneut dem 2. Weltkrieg an, nur um dieses Mal aber die andere Seite des Krieges zu zeigen – eine Seite, die weitaus weniger bekannt und medial verarbeitet ist als jene des Schauplatzes in Europa. The Pacific wirft nun einen Blick auf den Pazifikkrieg, genauer gesagt auf den Krieg zwischen dem japanischen Kaiserreich und den USA, der mit dem Angriff auf Pearl Harbor im Jahre 1942 begann. The Pacific nimmt sich dieses Ereignis als Startpunkt, auch wenn vom Angriff selbst nichts zu sehen ist. Im Dezember 1942 ist das ganze Land aber in Alarmbereitschaft, unzählige junge Erwachsene melden sich freiwillig, um den japanischen Erstschlag zu vergelten.

Von hier an folgen wir nun verschiedenen Einheiten und Protagonisten quer durch den Pazifik. Es geht von Guadalcanal nach Peleliu, Insel um Insel kämpfen sich die Marines tiefer in japanisches Territorium. Die Serie findet dabei stets eine ausgewogene Mischung zwischen Schlachtszenen, Handlungsszenen und ruhigeren Momenten. Wie bei Band of Brothers liegt auch hier ein Fokus auf der Beziehung zwischen den Männern, deren Gruppe heterogener kaum sein könnte – und dennoch ist es der gemeinsame Auftrag, der sie zusammenschweißt. Neu hingegen ist jedoch, dass The Pacific im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch einen Schwerpunkt auf die Familie legt. Was macht der Krieg mit den Familien an der Heimatfront? Und vor allem: Was stellt er mit dem (meist sehr jungen) Individuum an? The Pacific veranschaulicht dies eindrucksvoll durch die Figur des Sergeant John Basilone (Jon Seda), der für seine Taten auf Guadalcanal mit der Medal of Honor ausgezeichnet wird und fortan eine Tour durch die Staaten startet, bei der er für Kriegsanleihen werben soll. Die ganze Sache wird ihm aber immer mehr zum Dorn im Auge, da er mit dem Druck ein Held und Star zu sein nicht fertig wird. Er kehrt schließlich zu seinen Kameraden zurück, um auf Iwo Jima zu kämpfen.

Es ist nur einer von vielen Nebenplots, die die Miniserie auszeichnen und deutlich machen, wie sehr die Produktion auch von seinen talentierten Jungdarstellern profitiert. Wie bereits Band of Brothers kann auch The Pacific keinerlei Stars nachweisen, was sich als Glücksgriff herausstellt. Es ist vor allem die Authentizität, die dadurch eine Erhöhung findet und uns einmal mehr zeigt, dass es gewöhnliche Männer waren, die hier gekämpft haben. So spricht die Serie – und das ist ganz besonders hervorzuheben – beispielsweise auch Themen wie das Posttraumatische-Belastungssyndrom an, das einen der Protagonisten nach seiner Heimkehr fest im Griff hat. Es ist einmal mehr die Familie, die hier gefragt ist, die ihren Beitrag leisten muss – auch nach offiziellem Kriegsende. Es ist ein Mann im besten Alter. Studieren möchte er, aber das Marine Corps hat ihm außer dem Töten keine weiteren Qualifikationen beigebracht, so bleibt dieses Vorhaben vorerst ein Traum. Sowieso braucht er eine Auszeit – wie lange? Das weiß wohl niemand, nicht einmal sein Vater, der Arzt ist. Auch jene Kameraden, die zuhause ihr Glück finden, sei es das berufliche oder das private, sie alle bleiben gezeichnet von dem, was sie im Pazifik erlebt und durchgemacht haben.

Dieses besteht in The Pacific primär aus kleinen Schlachten, die immer wieder durch lange Pausen, in denen man praktisch auf den Feind warten muss, unterbrochen werden. Es ist wohl gerade solch eine Erfahrung, die schwer auf die Seele und Moral der Truppe schlägt. Und wenn es dann mal zum Kampf kommt, dann ist dieser meist kurz, dafür aber äußerst blutig und verlustreich. The Pacific schönt vor allem in den Schlachtszenen nichts, im Gegenteil, manche Einstellung hat man so auch noch in keinem Kriegsfilm gesehen. Dabei sind es nicht unbedingt explizite Tötungsszenen, sondern vielmehr humane oder inhumane Momente, die den Zuschauer meist unerwartet und unvorbereitet treffen. Die Japaner sind zwar meist nur Kanonenfutter, aber wer mit der japanischen Kultur etwas vertraut ist, der versteht, warum sie gerade als solches auf den Zuschauer wirken. In anderen Momenten wird dieser andere, fremden Kultur aber auch fast schon eine leichte Bewunderung eingeräumt, beispielsweise dann, wenn sie einen Kampfgeist offenbaren, der selbst die US-Soldaten trotz ihres Hasses zum Staunen bringt. Aufgabe ist für den japanischen Soldaten undenkbar, auch wenn seine Taten gerade deshalb so barbarisch wirken (natürlich werden auch die Kamikaze angesprochen).

Trotz all der Gräueltaten, die die beiden Seiten gegenseitig aneinander begehen, gibt es auch in The Pacific immer wieder Momente, die von einer unglaublichen Humanität geprägt sind und manchmal sogar so etwas wie Verständnis für die Gegenseite offenbaren. Auch wenn es für die meisten ein Schlachten bleibt, viele Soldaten lernen auch zu differenzieren. Dies ist wohl auch dem wunderschönen Setting geschuldet, das die Soldaten stets zu schätzen wissen. War es in Band of Brothers noch das urbane und triste Europa mit all seinen Häuserkämpfen, das die Soldaten zu überstehen hatten, ist es hier nun die wundervolle Natur der Pazifikinseln. The Pacific wartet mit Bildern auf, die bisweilen fast schon zu schön sind, um wahr zu sein. Man will es oftmals selbst kaum glauben, dass in diesem Naturschauspiel die Hölle tobt. Irgendwo zwischen Paradies und Apokalypse bewegen sich die Bilder in The Pacific dann auch – Bilder, die man nicht nur ob ihrer Komposition so noch in keiner Produktion gesehen hat. Wenn es nicht die Landschaft ist, die begeistert, dann sind es die Schlachtszenen, die man so noch nicht gesehen hat und die neue Maßstäbe setzen. Man weiß nicht, wo man hinschauen soll, überall scheint ein neuer Krieg zu toben -. es ist fast schon paradox, aber selten war Krieg so schrecklich und schön zugleich.

Es ist wohl noch das buchstäblich natürlichste Pathos, dessen sich die Produzenten und Regisseure bedienen, denn auch dieses wird hier natürlich wieder groß geschrieben. Es ist die gleiche Ideologie wie bei Band of Brothers, die die Serie transportiert. Werte wie Kameradschaft, Ehre und Patriotismus werden groß geschrieben, auch wenn dies etwas differenzierter funktioniert als noch beim Quasi-Vorgänger. Hans Zimmer, Blake Neely und Geoff Zanelli liefern mit ihrer musikalischen Untermalung dabei ein Meisterwerk ab, das die melancholischen Bilder perfekt unterstreicht und das Pathos zusätzlich verstärkt. Spätestens wenn ihre Motive die Texttafeln begleiten, die uns über den weiteren Werdegang eines jeden Soldaten informieren, wird uns bewusst, dass dies ein ganz reales Pathos ist, denn: Ist es nicht ehrwürdig und beeindruckend, was diese jungen Männer geleistet haben, obwohl der Untertitel der Serie richtig anmerkt: 'Hell was an ocean away'? Es sind vor allem einmal mehr die Mannschaften, die, die den Krieg erlebt haben, denen die Serie ein Denkmal setzen will, das ist immer wieder zwischen den Zeilen zu lesen. Und genau das gelingt The Pacific auch – es ist nicht nur ein Mammutprojekt, sondern allen voran ein würdiges filmisches Denkmal für den Krieg im Pazifik.

Die Blu-ray, die seit 26. November im Handel erhältlich ist (Amazon-Partnerlink) und in einer schicken Tin-Box daherkommt (die leider etwas kleiner ist als jene zu Band of Brothers), wird der Qualität der Serie absolut gerecht. Mehr als das sogar, denn die apokalyptisch-schönen Bilder kommen erst mit der Blu-ray so richtig zur Geltung. Schärfe- und Detailgrad lassen keine Wünsche offen, vor allem bei Naturaufnahmen ist The Pacific absolutes Referenzmaterial. Lediglich in dunkleren Szenen und Nachtszenen könnte der Schwarzwert etwas besser sein. Der Ton der Scheiben steht der Bildqualität in nichts nach. Besondern in den Schlachtszenen ist auf jedem Kanal etwas los, und auch der Subwoofer ist so gut wie immer im Einsatz. Höhen und Tiefen sind dabei fein abgestimmt, Ungereimtheiten gibt es schlichtweg nicht. Dass solch ein Projekt natürlich genügend Extras produziert, versteht sich von selbst. Egal ob historische Landkarten, Bild-in-Bild-Einblendungen oder Interviews mit Historikern – die Extras sorgen für noch mehr Authentizität und zeigen, welche Arbeit und Recherche in dieser Miniserie steckt. The Pacific zählt somit sicherlich zu den Veröffentlichungen des Jahres. (10/10)


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Trailer zur Schock-Doku 'Tears of Gaza'


Jay von The Documentary Blog hat erst neulich wieder von einer Doku gesprochen, die er in Toronto gesehen hat und die in Sachen grafischer Gewalt wohl die meisten anderen Dokus in den Schatten stellen dürfte. Tears of Gaza dokumentiert die Ereignisse rund um die Bombardierungen des Gazastreifens im Jahre 2008/09 und soll dabei vor allem auf die Folgen des modernen, brutalen Krieges eingehen. Laut Jays Kritik haben viele spätestens dann den Saal verlassen, als die Kamera auf die tödlichen Schusswunden einiger Kinder draufhält, die von einem Arzt analysiert werden – in der Tat, harter Tobak! Dürfte aber allein schon deshalb interessant sein, da hier Aufnahmen zu sehen sind, die man damals in der medialen Berichterstattung (die massiv behindert wurde – hier wollte ich eigentlich zu einem tollen zapp-Beitrag verlinken, der aber – natürlich – nicht mehr online ist) absolut nicht sehen konnte.


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Zuhause arbeiten und Vorteile sichern

[Trigami-Review]

In Zeiten von Bonuskarten- und Punkten blickt so gut wie niemand mehr durch. Hierfür eine Karte, dafür eine Karte. Ganz anders ist dies bei port2, dem Onlineportal, bei dem man sich nu8r ein einziges Mal anmeldet und dann bei unzähligen Aktionen, Newslettern, Browsergames und Gewinnspielen teilnehmen kann. Und das Beste: man sammelt die Provisionen ganz automatisch, ohne dass man eine Karte oder Ähnliches vorzeigen muss. port2 listet alles aktuellen Aktionen auf, an denen man dann ganz einfach teilnehmen kann. Außerdem gibt es einen Chat, der hilft passende Angebote zu finden und wahrzunehmen. Auf der Seite hat man dann auch alles schön im Überblick, egal ob Aktionen, Chat oder den eigenen Verdienst. Jetzt zu port2.de.


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Aktion 'Kino kann …' Was kann Kino für Blogger?


Warum gehen wir ins Kino? Was kann das Kino in unserem Leben verändern? Was ist es, das uns verzaubert? Um diese Frage zu beantworten, hat Christian die Aktion 'Kino kann …' ins Leben gerufen, die nicht nur Filmblogger, sondern alle Blogger dazu aufruft, diesen Satz zu vervöllständigen. 'Kino kann Verlangen erwecken', sage ich und schiele dabei besonders gen Kieślowski … Jetzt seid natürlich Ihr gefragt: Was kann das Kino für Euch? Drüben bei Christian gibt es alle Infos zur Aktion, sowie Banner und Trailer, die er extra für die Aktion angefertigt hat. Unter allen Teilnehmern verlost er zudem diverse DVDs.


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'Videodrome' auf Criterion Collection Blu-ray


Am 07. Dezember erscheint das Highlight des Jahres in Sachen Blu-ray: David Cronenbergs Videodrome in der Criterion Collection. DVDBeaver.com hat einen ersten Test der Scheibe, die in jeglicher Hinsicht eine Offenbarung ist. Und auch die Bilder der Verpackung lassen das Fanherz höher schlagen. Spätestens jetzt bin ich doch froh, dass ich mir die DVD nie zugelegt habe, auch wenn Extras (und die Verpackung) identisch zu sein scheinen. Wenn etwas unterm Baum liegen soll, dann bitte das hier! Long live the new flesh!


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Erlebnisse als Geschenkgutscheine verschenken


Hierbei handelt es sich um einen außerredaktionellen Post

Noch vier Wochen, dann ist es endlich wieder so weit: das Christkind steht vor der Tür! Am 24.12. heißt es dann wieder Geschenke auspacken und die familiäre Gemeinschaft genießen. Dass Letztere aber hin und wieder auch an ebenjenem Datum in die Brüche geht, liegt nicht zuletzt auch an der Wahl der Präsente für die Liebsten. Für den Herren Socken und Unterwäsche, für die Dame Parfüm und für die Kinder etwas zum Spielen. Klingt langweilig? Ist es auch. Wie wäre es mit einem etwas anderen Geschenk für Weihnachten 2010? Statt zu Hause die Socken zu probieren oder sich ein zu parfümieren Ferrari fahren? Klingt doch schon deutlich spannender als Selbstgestricktes, oder? Erlebnisgeschenke heißt das Stichwort. Wie wäre es beispielsweise mit einem romantischen Wochenende oder einer spannenden Ballonfahrt hoch oben in den Wolken? Oder ein professionelles Fotoshooting, das sie nur von Ihrer besten Seite zeigt und Sie beruflich weiterbringen kann? Auch eine Tour mit dem Quad ist möglich.

Um diese und viele weitere Erlebnisgeschenke zu entdecken, gibt es geschenke-vergleichen.de, eine Seite, die sich der etwas anderen Art von Geschenk verschrieben hat und Erlebnis-Gutscheine im Preis-Leistungs-Vergleich bereithält. Sie geben ganz einfach die Art von Person ein, für die das etwas andere Präsent gedacht ist, den Ort und die Preisspanne. So können Sie sicher gehen, dass auch in Ihrer Nähe und für Ihren Geldbeutel ein Geschenk dabei ist. Sie wollen alles in einer Box, die Sie auch einpacken und unter den Baum legen können? Erlebnis Geschenkboxen gibt es zuhauf, von der Action-, bis hin zur Senioren-Box. Doch damit nicht genug, denn geschenke-vergleichen.de bietet Ihnen nicht nur die interessantesten Geschenke, sondern vergleicht diese auch im Preis. Über 20.000 Angebote werden abgerufen und verglichen, dabei werden ausschließlich seriöse Anbieter vorgestellt. Bis zu 50% sparen, heißt es im Bestfall. Sorgen Sie dafür, dass dieses Weihnachten nicht nur ein unvergessliches, sondern auch ein unglaublich spannendes wird!


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Nicolas Cage Losing His Shit!


Gut, war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand alle Ausraster von Nic Cage aneinander schneiden würde – aber das es so gut wird, hätte ich nicht gedacht! 4 Minuten most awesome Entertainment! Hier übrigens die Liste mit allen Filmen. In diesem Sinne: "Fuuuuuuuuuuuuuuuuuck!"

(Via FilmDrunk/Rochus)


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Kleine grüne Männchen: 'Green Lantern' Trailer


Ich muss gestehen, dass mit Green Lantern bis zur Ankündigung der Verfilmung kein Begriff war. Aber gibt ja auch mehr als genug Comichelden da draußen. Und wenn ich mir den ersten Trailer zu Green Lantern (480p/720p/1080p) so ansehe, dann ist es auch nicht weiter schlimm, dass ich ausgerechnet diese Figur nicht kenne, denn was hier zu sehen ist sieht nach crap aus, mehr fällt mir dazu ehrlich gesagt nicht ein. Und das nicht nur, weil die Effekte billig aussehen … Ryenolds sollte lieber einen neuen Van Wilder drehen oder wegen mir auch RomComs – aber er als Comicheld? Kinostart in den Staaten ist am 17. Juni 2011.


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Spread the Love! Ein ♥ für Blogs IV


Wie bereits am Samstag angekündigt, möchte auch ich heute meine deutschen Lieblingsblogs im Rahmen von 'Ein ♥ für Blogs' nennen – primär jene, die ich in den vorherigen Aktionen noch nicht genannt habe. Die Reihenfolge stellt dabei kein Ranking oder dergleichen dar, ich liste sie einfach so, wie sie mir in den Sinn kommen. Oder um es auf den Punkt zu bringen: ich liebe Euch alle! So, dann lasst mich doch mal mit Sumits Blog starten, einem hippen jungen Mann aus Stuttgart, der nicht nur unglaublich sympathisch ist – und das sage ich nach einem Candle-Light-Dinner im Vapiano einzigen Treffen mit ihm -, sondern auf seinem Blog Geschichten erzählt, die so unglaublich sind, dass sie wahr sein müssen. Wer aus der Region Stuttgart kommt, für den ist sein Blog ohnehin ein Muss (allein um die Geographie seiner Unterfangen nachzuvollziehen)!

Des Weiteren wäre da Remember it for later zu nennen, das Filmblog von Kollege Oliver, das sich speziell dem Action- und B-Movie-Kino verschrieben hat. Erst vor ein paar Tagen startete er einen Marathon zum Ninjafilm – diese Tatsache, da bin ich mir sicher, spricht bereits für ihn und sein Blog. Mindestens genau so viel Expertise findet man auf FacebookMarketing.de, dem größten deutschen Blog zum Thema Facebook. Wer wissen will, wo Facebook übermorgen steht, der kommt um das Blog, das zwei junge Freelancer führen, nicht herum. Ich durfte bereits als Gastautor fungieren, und es wird hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Ín Sachen Journalismus tut sich in den letzten Jahren ja sehr, sehr viel. Dass dabei nicht immer Journalisten diejenigen sind, die Beobachtungen und Entwicklungen artikulieren, ist bezeichnend. Anders verhält es sich beim JakBlog, dem Blog des Journalisten Christian Jakubetz, der gerade dabei ist mit Hilfe der Blogosphäre ein neues Journalistenbuch zu realisieren, das den zukünftigen Anforderungen angehender Journalisten gerecht wird. Der Untertitel 'Anmerkungen eines Medienmenschen' bringt den Inhalt des Blogs dann auch treffend auf den Punkt.

Das war es dann auch schon, nicht viel, aber die Qualität zählt ja schließlich. Alle, die ich jetzt nicht genannt habe, dürfen sich dennoch geliebt und vor allem gelesen fühlen. Strengt Euch einfach noch etwas mehr an, dann seid Ihr das nächste Mal vielleicht dabei. Oder noch besser: Macht einfach auf Euch aufmerksam, dann entdecke ich auch Dein hoffentlich sehr lesenswertes Blog. Ich bin für Neues immer offen, denn um ehrlich zu sein: ich habe schon länger keinen neuen Feed mehr abonniert. Aber dafür ist diese Aktion ja auch da, schaut einfach mal bei den Anderen.


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Das Cabinett des Mr. Vorlander: 'Showgirls: Exposed'


Vielleicht sollte man als erstes vorausschicken, dass es sich bei Showgirls: Exposed nicht etwa um einen Spielfilm im konventionellen Sinne handelt, sondern um ein 'Music Photo Play'. Diese Bezeichnung, die Regisseur Marc Vorlander seinem Film selbst gibt und die auch im Film selbst erwähnt wird, trifft es dann nämlich auch ganz gut. Das vermeintliche Sequel zu Showgirls ist dann auch weniger eine in sich kohärente Geschichte, als vielmehr eine Mischung aus Musikvideo, Fotoband und Performance-Kunst. Die Szenen aus Das Cabinett des Dr. Caligari, die zu Beginn in den Film eingebaut und neu untertitelt werden, mögen für viele zwar ein Sakrileg darstellen, geben aber die expressionistische Richtung des Filmes vor: Vorlander und sein Photo Play sind vielmehr am Ausdruck und der Darstellung interessiert, weniger an einer in sich schlüssigen oder gar interessanten Geschichte. Natürlich wirkt das alles oft prätentiös, wie so viele Musikvideos oder Videoinstallationen im Museum eben auch, aber Showgirls: Exposed lässt sich auch prima als eine Hommage an die 80er lesen. Überall finden sich Bilder mit knalligen Neonfarben und Nachzieheffekten, die mit heftigen Synthieklängen unterlegt sind, die entweder einem Musikvideo einer aufstrebenden, aber konventionellen Popband entstammen könnten oder aus einer Montage eines 80er Jahre B-Movies genommen wurden.

Dass das auf Dauer natürlich ermüdend und redundant ist, ist selbstredend. Die Credits, die auch nach 20 Minuten noch nicht geendet haben wollen und die im Prinzip immer wieder das gleiche erzählen, tun ihr Übriges. Aber wir dürfen nicht vergessen, wir haben es hier nicht mit einem Spielfilm zu tun. Wenn wir jedoch in diesem Genre bleiben wollen, käme wohl als erstes der Experimentalfilm in Frage, um Vorlanders Film zu klassifizieren. Showgirls: Exposed ist so narrativ wie eine Packung Kekse, aber das ist ihm auch bewusst. Der Fokus liegt auf der bereits angesprochenen Optik, die zwar nichts bietet, was man nicht schon einmal gesehen hat, aber zumindest nicht unschön eingefangen ist. Vorlander, der nicht nur als Regisseur, sondern auch als Kameramann fungierte, hat ein gewisses Gespür für Bilder, weshalb er sein Machwerk auch richtig deklariert. Die Effekte, die sich durch alle Bilder des Filmes ziehen, sind natürlich weniger abwechslungsreich und nicht immer passend, aber man hat schon Langweiligeres gesehen. Auch mag es auf den ersten Blick vielleicht verwundern, dass es in regelmäßigen Abständen Stripeinlagen inklusive Titten zu sehen gibt, aber dann darf man eben auch nicht vergessen, dass es sich ja schließlich um diese Showgirls dreht, deren Kapital nun mal ihr Körper ist.

In diesen Sequenzen wird dann auch deutlich, dass Vorlander wohl viel Spaß bei den Dreharbeiten gehabt haben muss, denn die Bilder sind in diesen Sequenzen meist statisch, so dass Vorlander sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren konnte: an der Stange tanzende Stripperinnen, die gar nicht unattraktiv sind. Da kommt es dann auch schon mal vor, dass sie miteinander rummachen und neben Vorlander auch der Hund zuschauen darf – ein Private Dance für zwei, quasi. Einmal wird die Stange oder Matratze gar gegen einen Pool ausgetauscht, in dem sich dann zwei nackte Damen räkeln dürfen. Der Film konzentriert sich hierbei aber nicht nur auf die weiblichen Reize, sondern einmal mehr auf die Farben und allerlei andere technische Spielereien, die auf Low-Budget-Niveau machbar sind. Der Film kommt ohnehin ohne Worte aus – insgesamt werden vielleicht vier Sätze gesprochen -, stattdessen lässt er die Musik sprechen, die – und das muss man ohne jedwede Ironie sagen – zu einem beachtlichen Teil wirklich gut ist und großen Spaß macht. Auch wenn die Bilder hin und wieder entbehrbar erscheinen mögen, die Musik ist es nicht. Wenn nicht gerade Synthieklänge über die Bilder rauschen (die ebenfalls nicht übel sind), ist es eine schöne Mischung aus Soul, R'n'B und fetten Hip-Hop-Beats. Besonders die gefühlvollen Songs von Nyssina (die in den USA bereits von Universal unter Vertrag genommen wurde), die von einer ruhigen, aber auch kraftvollen weiblichen Stimme getragen werden, können sich mehr als hören lassen.

So viel Kritik sich der Film und Regisseur auch ausgesetzt sahen – völlig uninteressant ist Showgirls: Exposed nicht geraten. Dass Vorlander viel mit Ironie spielt, wird einem spätestens bewusst, wenn man ein Interview mit ihm liest. Diese Ironie findet sich natürlich auch in seinem Film wieder. Vorlander versucht Filme wie Showgirls und Konsorten auf das reduzieren, was sie letztlich sind, beziehungsweise uns von ihnen im Gedächtnis bleibt. Betrachtet man den Film aus dieser Perspektive, dann wird auch die bitterböse Ironie deutlich, mit der Vorlander sein ganzes Projekt angeht: man denke nur an die Poolszene aus Verhoevens Film oder die Sache mit dem Eis – minutenlange Sequenzen, wie zwei Stripperinnen im Pool planschen, sind im Prinzip nichts anderes als diese unfreiwillige Komik, die bereits das Original auszeichnete. Showgirls: Exposed ist ein Projekt, an dem viele Menschen großen Spaß hatten und das marketingtechnisch kaum besser hätte aufbereitet werden können (man erinnere sich nur an die Website mit dem Trailer, die laut Vorlander sämtliche Server zum Crash brachte und mit den ganz großen Filmen mithalten konnte, was die Klickzahlen betraf). Für ein Mainstreampublikum ist der Film aber nicht goutierbar, das muss man ganz klar sagen. Aber das ist bei Videokunst, die in ach so hippen Museen präsentiert ja auch der Fall.

Showgirls: Exposed schwimmt dabei im Fahrwasser von Exit Through the Gift Shop, denn beide Filme machen auf ihre Art und Weise deutlich, dass Kunst ein mehr als streitbarer Begriff ist und heutzutage alles als Kunst gilt. Mehr Geister als bei Showgirls: Exposed und seinem Status als Kunstobjekt dürften sich daher wohl nur beim Essen scheiden. Eines ist Vorlander allerdings wie auch Mr. Brainwash aus Banksys Film gelungen: er hat es geschafft, dass man über ihn und seinen Film redet – allein das ist bereits eine Kunst für sich.


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