Worte sind wertvoll: Redakteursstreik im streikblog0711


Vielleicht hat es der eine oder andere mitbekommen: Zeitungsredakteure und Volontäre streiken derzeit – vor allem im Süden des Landes. Ich selbst kenne Kollegen von der Stuttgarter Zeitung, die betroffen sind, weshalb ich an dieser Stelle ebenfalls auf das streikblog0711 der Stuttgarter Zeitungsredakteure aufmerksam machen möchte. Ich habe mich mit genanntem Kollegen bereits darüber etwas ausgetauscht, und wer die Medien etwas verfolgt (u.a. hat zapp darüber berichtet), der weiß, dass diese Streiks mehr als gerechtfertigt sind. Das Gehalt, mit dem die Redakteure – und vor allem Volontäre – in Zukunft abgespeist werden sollen, ist jenseits von Gut und Böse und ermöglicht ferner keinen guten und kompetenten (Lokal-)Journalismus mehr. Dass sich die Verleger damit wieder mal nur selbst ins Bein schießen, verstehen sie wohl genau so wenig, wie sie die gesamte Zukunft des Printjournalismus nicht verstehen.

Genau das ist auch der Grund, weshalb die StZ und die StN in den letzten Wochen so mager ausgefallen sind – aber wenn man es Verleger und Leser nicht spüren lässt, dann hat das Ganze ja auch keinen wirklich sein, nicht? Heute Mittag um 15 Uhr geht der Streik dann in die nächste Runde, es wird auf dem Schlossplatz gestreikt – mit einer Mischung aus Unterhaltung und Information, wie man auf dem streikblog0711 nachlesen kann. In diesem Sinne: support your local Redakteur/Volontär, wie es die Kollegen von Kessel.TV auch tun (und deren treffende Überschrift ich quasi geklaut habe)!


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Ein Kommentar zu “Worte sind wertvoll: Redakteursstreik im streikblog0711”

  1. Esther Kuhn-Luz (1)
    Juli 29th, 2011 | 12:22

    Demokratie lebt von guter Presse – um sich eine eigene Meinung machen zu können brauche ich Artikel, bei denen die Journalisten Zeit haben, zu recherchieren. Das geht aber nur bei genügend Zeit für die Arbeit – und ist verbunden mit einem Gehalt, dass die Wertschätzung der Arbeit zum Ausdruck bringt. Wenn die Arbeit der JournalistInnen immer schlechter bezahlt wird werden auch die Artikel not gedrungen oberflächlicher – und das können wir uns in unserer komplexen Welt nicht leisten. Als Wirtschafts- und Sozialpfarrerin weiß ich, wie wichtig gute Kommunikation ist – und wie wichtig eine Presse ist, die nicht nur Meinungen wieder gibt, sondern zum Nachdenken anregt.
    Ich wünsche den Streikenden weiterhin gutes Duchhalten – und den Arbeitgebenden ein tieferes Verständnis, dass gute Arbeit ihren Preis hat – und uns die Einsicht, dass wir zur Orientierung eine gute Presse brauchen – und die auch gerne bezahlen.
    Wirtschafts- und Sozialpfarrerin Esther Kuhn-Luz
    Vorsitzende des Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt

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