Wilde Orchidee: 'Colombiana'


Olivier Megaton hat sich mit seinem Transporter 3 nicht gerade mit Ruhm bekleckert, war das zweite Sequel doch seelenlose Action ohne wirkliche Höhepunkte und vor allem mit jugendfreier Gewalt. Da konnte auch Produzent und Autor Luc Besson nichts mehr retten, und so wurde die Serie schließlich zu Grabe getragen (wollen wir hoffen, dass da nicht noch etwas kommt). Für Colombiana haben sich Regisseur Megaton und Produzent/Autor Besson erneut zusammengetan – dieses Mal aber mit einem deutlich attraktiverem Ergebnis. Das mag zum einen daran liegen, dass Colombiana um einiges straighter als der letzte Audi-Werbespot geworden ist. Zum anderen ist diese Tatsache sicherlich der Protagonistin des Filmes geschuldet, die spätestens seit J.J. Abrams' Star Trek vielen Männern ein Begriff sein dürfte. Und genau darauf verlässt sich der Film auch ein gutes Stück weit. Zoe Saldana, die superschlanke Verführung mit dominikanischen Wurzeln, die die Männer in Colombiana buchstäblich übers Kreuz legt und dabei stets auch noch eine hervorragende Figur macht (ebenfalls wortwörtlich zu verstehen). Es dürfte ihr endgültiger Durchbruch sein, denn auch wenn der Film kein wirkliches Actionhighlight ist, so ist es doch Zoe Saldanas Film – und nicht etwa Olivier Megatons oder Luc Bessons.

Das lässt sich bereits am restlichen Cast ablesen, der keinerlei wirklich große Namen parat hält. Michael Vartan, den man aus Alias und einer Handvoll Filmen kennt, vielleicht. Oder Jordi Mollà, der seine Rolle aus Bad Boys II wiedergibt und den fiesen Drogendealer mimt. Und dann wäre da natürlich noch Cliff Curtis, der – wie alle im Film – allerdings zur Nebenfigur gerät. Davon profitiert Saldana natürlich, doch nicht nur davon, denn die Rolle scheint ihr wie auf den Leib geschnitten zu sein. Vergleiche zu Lara Croft, Nikita oder anderen Actionheroinnen oder Killerinnen hinken dann auch größtenteils, denn Cataleya (Zoe Saldana) ist präzise, schnell und kompromisslos – und dennoch nicht ohne Gefühle. Vor allem ist es aber der Film, der schnell ist. Lässt sich der Film für seine Exposition noch recht viel Zeit, kennt er nur noch das Gaspedal, ist er einmal in Fahrt gekommen. Das ist zwar nicht immer ganz logisch oder gar nachvollziehbar, macht größtenteils aber dennoch Spaß. Und auch wenn es keine wirklich herausragenden action set pieces außer einem Haifischbecken gibt, macht Colombiana dennoch Spaß.

Das verdankt der Film zu einem nicht gerade unerheblichen Teil seinem erstaunlich hohen Gewaltgrad. Colombiana darf sich nämlich eines Prädikats durchaus rühmen – es ist der härteste PG-13-Film, den ich bis dato gesehen habe. Schaut man sich all die kleinen Gemeinheiten an, mit denen Colombiana immer wieder auftrumpft, vergisst man schnell, dass es sich hier nicht etwa um eine R-Rated-Produktion handelt, sondern tatsächlich um einen jugendfreien Actioner aus dem Hause Besson. Hierzulande kommt das Ganze aber zurecht mit einer FSK-16-freigabe (uncut) in die deutschen Kinos. Das ist dann aber auch schon die einzige große Nachhaltigkeit, für die der Film sorgt. Wirkliche Highlights gibt es nicht, weder darstellerisch, noch sonst irgendwie. Ja, Colombiana ist ein straighter, kurzweiliger Actioner mit einer tollen Hauptdarstellerin, der sich nicht mit unnötigem Ballast aufhält, letztlich aber doch in gewohnte Bahnen abdriftet (auch wenn einige politische Anspielungen wie das 'Unter-Obama-machen-die-USA-gemeinsame-Sache-mit-Drogenbossen-Szenario' eine nette Idee sind). Colombiana ist was für den kleinen Hunger zwischendurch. (6.5/10)


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2 Kommentare zu “Wilde Orchidee: 'Colombiana'”

  1. September 14th, 2011 | 16:00

    [...] Deutsch – Anfang – ft. TTB! – TGN Colombiana | Deutscher Trailer Full-HD In Blogs gefunden: Wilde Orchidee: &39;Colombiana&39; EquilibriumColombiana Review Mit Zoe Saldana Regie Olivier Megaton Produktion Luc BessonTrends [...]

  2. Januar 25th, 2012 | 8:48

    [...] Equilibrium (6,5/10) [...]

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