Der Berg ruft! 'A Lonely Place to Die' Blu-ray Review


Die schottischen Highlands sind nicht nur für Bergsteiger ein beliebtes Ausflugsziel. Eine Landschaft, die atemberaubend schön ist, und das mitten auf der britischen Insel. Ihre Schönheit kann sich aber auch blitzschnell in blanken Horror wandeln, denn wenn der Berg ruft, ist immer auch die Gefahr mit an Bord. Das macht auch A Lonely Place to Die ziemlich schnell deutlich. Die vielen Totalen, mit denen Julian Gilbey seinen Thriller eröffnet, haben jene faszinierende Schönheit inne, die sich aber auch blitzschnell ins Gegenteil wandeln kann. Doch bevor der Berghorror beginnt, der eigentlich gar keiner ist – zumindest nicht konsequent -, spendiert uns Gilbey einige durchaus atemberaubende Aufnahmen der Highlands, die ohne billige Effekte auskommen und Stuntwork auf höchstem Niveau bieten. Wer noch nie ein Freund des gefährlichen Sports war, der wird es auch nach diesem Film nicht werden. Ein Verdienst, das man dem Film schon hoch anrechnen möchte, wäre da nicht der plötzliche Locationwechsel ins langweilige Tal.

Ab da beginnt A Lonely Place to Die nämlich nur noch vor sich hin zu plätschern und auch dem Plot gegenüber nimmt man eine gleichgültige Stellung ein. Das liegt zum einen daran, dass das Anfangsszenario mit einer 08/15-Geschichte weitergeführt wird und zum anderen, dass sich alles viel zu schnell und trivial auflöst. Dabei hätte es doch so viele interessante Ansätze gegeben, die der Film auch durchaus anspricht. Da ist von Kriegsverbrechen auf dem Balkan die Rede, zwei Veteranen, die dort gekämpft haben, sind involviert und Karel Roden als Darko ist auch schön ambivalent. Stattdessen setzt man aber aufs falsche Pferd, indem man den Figuren keinerlei Raum gibt, sich zu entwickeln und auf inhaltsleere Schauwerte setzt (den Karneval im Dorf). Da kann dann auch Melissa George, die ihr Bestes gibt und sowieso immer noch viel zu kurz in der Filmwelt kommt, nicht mehr viel retten. Dabei hatte doch alles so gut begonnen. Man könnte fast meinen, dass es sich um zwei verschiedene Filme handele. Am Ende herrscht dann einfach die indifferente Mediokrität. (5/10)

Die Blu-ray von Ascot Elite (Amazon-Partnerlink) kann schon deutlich mehr Eindruck schinden als der darauf befindliche Film. Das Bild kommt besonders bei den vielen Naturaufnahmen richtig gut zur Geltung. Auch der Ton wird den Effekten des Films gerecht, auch wenn er insgesamt etwas druckvoller sein könnte. Bei den Extras hat man allerdings ordentlich gespart. Neben dem Originaltrailer ist noch eine Trailershow auf der Scheibe zu finden, das war es dann auch schon. Gerade mehr Infos zu den tollen Stunts wären hier angebracht gewesen.


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3 Kommentare zu “Der Berg ruft! 'A Lonely Place to Die' Blu-ray Review”

  1. Simon (2)
    Februar 6th, 2012 | 10:16

    A lonely place to die ist ein extrem spannender aber auch brutaler Film, der vor allem durch wunderschöne Landschaftsaufnahmen glänzt. Warum der Film nicht im Kino lief, ist schleierhaft. Man kann nur hoffen, dass er nicht in den hinteren Videotheken-Regalen landet.

  2. Februar 11th, 2012 | 21:14

    Erst hatte ich Angst, in einem reinen Bergsteigerdrama gelandet zu sein. Dann gab es ein bisserl “Hoffnung” auf ein bisserl “Mystery”, aber das verflog auch (leider) schnell.
    Als sich am Ende der Plot herauskristallisierte, war ich enttäuscht. Die Bilder sind zwar schön, aber die Geschichte macht einen sehr bemühten Eindruck: “Wir wollen irgendwas bergiges drehen mit Drama und so …

  3. Februar 13th, 2012 | 19:59

    Ja, das trifft es recht gut.

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