Lancia lud zum 59. Taormina Film Fest nach Sizilien ein


Wie man ja bereits letzte Woche lesen konnte, durfte ich an Stefans Stelle auf Einladung des italienischen Autoherstellers Lancia auf das 59. Taormina Film Festival nach Sizilien fliegen. Lancia tritt dort als offizieller Sponsor und Fahrzeug-Partner auf und fährt die Stars und VIPs durch die malerischen Straßen des verschlafenen Küstenstädtchens. Dabei ist Lancia nicht nur irgendein Sponsor, sondern engagiert sich schon seit Jahrzehnten intensiv für das Medium Film. Durch Product Placement fanden Lancias Wagen den Weg in Woody Allens To Rome With Love, in Ron Howards Dan Brown-Verfilmung Angels & Demons oder in Deep Red.

Los ging es für mich aus Luxemburg und nach einer Zwischenlandung in Rom fand ich mich in Sizilien zunächst einmal ohne Koffer wieder. Ein Zustand, der für die nächsten zwei Tage anhalten sollte und relativ uncool ist, wenn man später gegen Abend in polierten Limousinen von Lancia zum piekfeinen Lancia Café gefahren wird, mit Blick über die funkelnde Bucht Taorminas, und dort zwischen geladenen Gästen in kurzer Hose rumläuft. Hey, es war heiß. Aber dafür kann ja niemand außer dem Flughafen in Rom was, mit dem ich später noch kuschelig werden sollte.

Nach einem Dinner in dem hübschesten Hotel, dem Atlantis Bay, in dem ich je schlafen durfte, ging es weiter über das Lancia Café in die Festhalle des Taormina Film Festivals, dem 2300 Jahre alten Greek Theatre, das bei Nacht einfach noch schöner aussah als auf den Photos, die Stefan sich im Netz ansah und dort schon neidisch wurde. Neidisch war er aber sicherlich nicht unbedingt auf das Programm, das ausschließlich auf italienisch abgehalten wurde. Komiker, Kritiker und Filmschaffende lieferten sich Wortgefechte, von denen niemand in meinen Kreisen etwas verstand, aber hey, die Kulisse war immerhin beeindruckend genug bis Jeremy Irons dann meine ganze Aufmerksamkeit erhielt.

Der war zugegen und wurde geehrt für sein schauspielerisches Engagement und seinen neuen Dokumentarfilm Trashed, in dem er über den Globus reist und unseren Umgang mit Müll offenbart. Der Trailer zeigt schon klar in welche Schiene das geht und dass ein Umdenken dringend notwendig ist. Irons bedankte sich, hielt sich aber leider kurz, weil er an dem Abend lernte, dass es "nichts Gefährliches gibt als einen Mann mit einem Mikrofon auf einer Bühne". Mein kleines Highlight des Abends.

Danach kam Conor Allyn auf die Bühne, der Regisseur des Films Java Heat, den wir im Anschluss schauen würden. Allyn sprach von seiner Kindheit, die er in Indonesien verbrachte und wie sehr er sich dem Land verbunden fühlt. Als Regisseur wollte er eine Hommage an die Buddy-Cop Film der 80er und 90er drehen und diese Dynamik zufällig befeuern, indem er einen Amerikaner und einen Indonesier zusammen bringt, die einen Bösewicht erledigen müssen. Das Casting für den Amerikaner fiel auf Kellen Lutz, bekannt aus Twilight als der Typ mit den dicken Muskeln im Hintergrund, der nie etwas sagt und böse guckt und ab und an mal durch die Luft springt in Actionszenen.

Es gab einen guten Grund, dass er selbst in den oft an Stummfilme erinnernden Twilight-Adaptionen kein Wort verlor: Der Typ kann nicht schauspielern. Null. Er bellt seine Dialoge geradezu heraus. Dazu spielt Mickey Rourke einen Bösewicht und ich bin mir sicher, dass Rourke das Drehbuch gelesen hat, noch weiß in welchem Film er mitspielt. Für ihn war das wohl ein schöner Urlaub in Südostasien, wo er in den Abendstunden mürrisch es in die Kamera murmeln musste und sich danach mit den Strandschönheiten vergnügen durfte.

Die Motivationen der Charaktere sind so komplett abwesend, dass selbst die amateurhaften Schießereien, Verfolgungsjagden und Explosionen, die alle zwei Minuten auftauchen, wenn Allyn merkte, dass seine Dialoge nicht funktionieren, nichts ändern. Die beiden Hauptdarsteller sind so extrem schlecht, dass die asiatischen Schauspieler komplett auftrumpfen können. Insbesondere der arme Ario Bayu spielt Kellan Lutz so sehr an die Wand, dass dessen Muckis Löcher in der Wand hätten hinterlassen müssen. Ich habe selten so einen unnötig langen, komplizierten und schlechten Film gesehen, was zusätzlich schade ist, denn ich sah ihn in dem schönsten Kino, das ich je betreten durfte.

Danach ging es wieder ins Hotel und am nächsten Morgen mit einem persönlichen Lancia Shuttle zum Flughafen zurück. In Rom hatte man immer noch nicht meinen Koffer gefunden, dafür aber kaputte Teile am Flugzeug, die repariert werden müssen und deshalb fiel mein Flug aus. Man sollte ja meinen, dass an einem internationalen Flughafen jemand Englisch spricht, zumindest die Supervisor, aber dem ist nicht so. Nach Stunden des Wartens wusste man dann endlich, dass ein Flugzeug aus Luxemburg eingeflogen ist. Immerhin nicht noch ein Tag in den gleichen Kleidern. Zwischenzeitlich wurde auch mein Koffer wieder gefunden und befand sich auf dem Rückweg – und war vor mir zu Hause. Immerhin ein Happy End.

Gastbeitrag von Sascha von PewPewPew

Foto: F H Mira (CC BY-SA 2.0)


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Kollege Sascha auf dem Taormina Film Fest auf Sizilien


Zu behaupten, dass ich noch nie auf einem Filmfestival war, wäre gelogen. Immerhin findet das Max Ophüls Festival jedes Jahr direkt vor meiner Haustür statt. Aber da fehlt eben nicht nur der gewisse Glamour und Prominenz, sondern auch der Flair eines Filmfestivals. Das hört sich immer so nach einem kleinen Abenteuer an. Und genau daher habe ich direkt Ja gesagt, als Stefan mich fragte, ob ich an seiner Stelle die Einladung von Lancia annehmen und zum Filmfestival nach Taormina auf Sizilien fliegen möchte.

Morgen früh geht es los mit dem Flieger über Rom nach Sizilien. Ein Wagen wird mich direkt vom Flughafen zum Hotel fahren, natürlich direkt an der Küste und mit Meerblick. Was will man mehr? Man fühlt sich gleich wie ein Filmstar. Nach einem Dinner geht es zur Hauptveranstaltung, in das wunderschöne, alte Greek Theatre zur Taormina Film Fest-Awardverleihung.

Am nächsten Tag ist schon wieder früh der Heimreisetermin angesetzt. So richtig weiß ich noch nicht, was ich erwarten soll, aber ich habe unglaubliche Vorfreude und in Italien war ich generell noch gar nicht und dann direkt nach Sizilien zu fliegen, in so eine schöne Stadt, ist natürlich der bestmögliche Ersteindruck. Ihr hört von mir dann wieder morgen von mir. Dann gibt's den ganzen Bericht.

Gastbeitrag von Sascha von PewPewPew

Foto: F H Mira (CC BY-SA 2.0)


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Viennale 2012: Servus, Wien!


Da war er dann auch schon, mein letzter Tag im wunderschönen Wien. Nachdem ich etwas länger geschlafen habe (ich war ja wie gesagt erst um 6 Uhr im Bett), wollte ich den Tag komplett der Stadt widmen, denn mein Flug ging erst um 20.55 Uhr, so dass ich noch genug Zeit hatte, einen auf Touri zu machen. So verschlug es mich also noch einmal zum Stephansdom, den ich dieses Mal auch von innen betrachtete (mein Gott wäre ich gern da drin, wenn sie am 04. Dezember Mozarts Requiem spielen!). Weiter ging die Reise zur Oper, zum Burggarten und schließlich auch noch zum Prater, der gegen halb drei aber erst aufzumachen schien, denn der Ansturm hielt sich noch sehr stark in Grenzen. Gefahren bin ich nichts, aber es gab schon einige Stände, die wirklich pervers aussahen, wenn ich das mal so sagen darf – da hätte ich es mir wirklich zwei Mal überlegt, ob ich das wirlklich mitmachen will und eine Karte löse. Vom Prater ging es dann wieder zurück in Richtung Ring, wo ich einen Blick auf das wunderschöne österreichische Parlament warf. Dank der Infotafeln gab es dann auch noch etwas Geschichtsunterricht.

Gegen 17 Uhr verschlug es mich dann noch einmal ins Café Prückel, in das ich am Mittwoch schon mit @sibab wollte, das aber leider restlos besetzt war. Dieses Mal hatte ich Glück und bestellte einen Apfelstrudel mit Latte Macchiato Kaffee Latte, was vorzüglich mundete. Danach ging es dann zurück ins Hotel, wo mein Gepäck auf mich wartete und ich schon bald zurück zum Flughafen gefahren wurde. Ja, es waren leider nur drei Tage, aber es waren wirklich drei fantastische Tage. Ich habe nicht nur eine wundervolle Stadt kennengelernt, in die ich so schnell wie möglich wieder zurückkehren möchte, sondern auch eine sehr nette Umwelt und tolle Menschen! Und das erste Mal Viennale war sowieso großartig, auch wenn ich nicht mehr allzu viel vom eigentlichen Betrieb mitbekommen habe. Als ich in der S-Bahn zurück vom Flughafen Stuttgart saß, wurde mir schnell bewusst, wie sehr ich Wien doch vermisse – ich kam nicht drum herum, darauf Folgendes zu twittern: 'Sitze gerade in der S-Bahn und frage mich, ob wir Schwäbisch nicht gegen Wienerisch tauschen können.'

Ich hatte also wirklich tolle drei Tage als Viennale-Blogger von Silhouette, für die ich mich natürlich auch bei Silhouette und der Viennale selbst bedanken möchte. Namentlich bei Petra, Mariam, Carina, Kathrin, Birgit und meinen beiden Fahrern. Und natürlich bei allen, die das Festival erst möglich gemacht haben. Mir wurde wirklich jeder Wunsch von den Lippen abgelesen und alle haben sich wunderbar um mich gekümmert. Wie sagte schon einer Eurer Landsmänner, liebe Österreicher: "Ich komme wieder!" Tschüss und Servus, Wien!

Bild: © Viennale


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Viennale 2012: Prätention, Preise und Party


Mittwoch, es ist der letzte Tag der Viennale, die heuer – auch so ein Lieblingswort der Österreicher – zum 50. Mal stattfand und am Abend mit Leonardo di Constanzos L'Intervallo enden sollte. Doch bis es so weit war, hatte ich erst einmal mit dem Aufstehen zu kämpfen, denn dank US-Wahl und dem frühen Hinflug am Dienstagmorgen hatte ich nicht gerade super viel Schlaf. Aber wer schon mal auf einem Filmfestival war, der weiß, dass der Schlaf meist eh nur sekundär ist. Man will ja schließlich Filme sehen und etwas vom Festivalbetrieb mitbekommen – und wie in meinem Falle auch noch etwas von der Stadt selbst. Alles aber halb so wild, denn nachdem ich gut gefrühstückt hatte und mein 'Problem' sich von selbst gelöst hatte (ich dachte, ich hätte zwei meiner Einstecktücher verloren), habe ich mich erst einmal auf einen Strudel und eine Melange mit der bezaubernden @sibab getroffen, mit der ich über Wien, seine Bewohner und deren tollen Dialekt gesprochen habe. Und eben über Gott und die Welt. Während ich meine Melange schlüfte, wurde der Gewinner des Silhouette Instawalk zu Fernando Meirelles 360 bekannt gegeben. Ein wirklich sehr schönes Foto, wie ich finde.

Danach ging es dann weiter ins Künstlerhaus-Kino, das sich in der Nähe der Oper befindet und von außen recht unscheinbar ist. Im Saal angekommen, erwartet einen dann aber eines der schönsten Kinos, die ich je gesehen habe. In den Stuck und die Wandmalereien verliebt man sich sofort. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, u.a. auch mit vielen Schülern, was angesichts des Films aber nicht verwunderte, denn es lief schließlich Kenneth Lonergans Margaret. Ein 150-Minuten-Ungetüm mit einer langen Release-Geschichte und einem überraschend hochkarätigen Cast, der – das muss ich leider so deutlich sagen – mit das Schlechteste war, was ich in den letzten Jahren gesehen habe! Lonergans Margaret ist ein clusterfuck, wie er im Buche steht. Nichts will hier zusammen passen, nichts ergibt Sinn, nichts scheint auch nur ansatzweise interessant. Ich wusste es schon, als die Credits über die Leinwand flimmerten, dass es sich hier um pure Prätention handelt und mir das Ganze wohl nicht ganz zusagen würde. Je länger ich mir das Ganze jedoch antat, desto schlimmer wurde es. Wirklich, Margaret ist untragbar und ein riesiger Aufreger – und sollte am Abend dennoch den FIPRESCI-Preis gewinnen (sollte ich jetzt aus dem VdFk austreten?). Die Begründung ("masterpiece", "zeitgeist", "post 9/11") dafür kam fast schon einem Schlag in mein Gesicht gleich!

Nach diesen 150 Minuten Folter machte ich mich schnell auf den Weg zurück ins Hotel, denn um 19.30 Uhr gab es ja dann auch schon die Abschlussgala mit 20 Little Films und L'Intervallo. Doch bevor es mit den 19 kurzen Trailern zur Viennale losging, gab es zuerst eine Reihe von Preisen. Neben dem FIPRESCI-Preis waren das der Wiener Filmpreis, der Mehrwert-Filmpreis Erste Bank und der Viennale-Publikumspreis des Standard. An wen der Preis der FIPRESCI ging, will ich nicht noch einmal wiederholen, der Wiener Filmpreis ging an Michael Hanekes Amour (welch eine Überraschung). Leider war fast keiner der Preisträger mehr anwesend, was dann auch recht schnell zum Running-Gag des Abends wurde. Das ist aber wohl auch einer der größten Unterschied zur Berlinale – ja, ich höre ja schon auf mit den Vergleichen -, denn auf der Viennale ist alles einige Nummern kleiner und familiärer – keine allzu große Stardichte und Selbstbeweihräucherung, stattdessen feiert man die Viennale als Festival für die kulturinteressierten Besucher, die zwei Wochen lang in den Genuss von einheimischen und internationalen Produktionen kommen konnten.

Das ist einerseits toll und sehr begrüßenswert, andererseits aber auch etwas – und man verzeihe mir den Ausdruck – verschlafen. Das Prublikum im Saal war ungeduldig, wollte endlich die Filme sehen und war irgendwann auch nicht mehr so in wirklich in Klatschlaune. Ich weiß es nicht genau. Dann ging es mit 20 Little Films endlich los, mit Filmen von David Lynch, Jean-Luc Godard, Apichatpong Weerasethakul und anderen internationalen Filmemachern. Es gab keinerlei Vorgaben, wie Festival-Direktor Hans Hurch (der österreichische Dieter Kosslick) betonte – und das sieht man auch. Es war viel Mist dabei, aber auch einige wirklich originelle, schöne Filme. Die Sammlung an Kurzfilmen hat es jedenfalls auch ins MoMA geschafft. Nach einem kurzen Interview mit Leonardo di Constanzo gab es dann auch schon den Abschlussfilm der 50. Viennale, L'Intervallo, der bereits in Venedig gefeiert wurde. Di Constanzos Film baut eine interessante Atmosphäre auf, mit seiner Geschichte lässt er uns lange im Dunkel, bis wir langsam aber sicher erfahren, dass es irgendwie auch um die Mafia geht – der Film spielt schließlich in Neapel. Die beiden jungen Darsteller, die keinerlei Schauspielerfahrung hatten, schlagen sich extrem gut, auch wenn die Coming-of-Age-Geschichte nicht über die gesamte Spielzeit fesseln kann. Nichtsdestotrotz ist L'Intervallo ein eindrucksvolles Spielfilmdebüt – di Constanzo hat davor nur Dokus gedreht, was man seinem ersten Spielfilm auch anmerkt -, das sich technisch und vor allem darstellerisch durchaus sehen lassen kann. Ein gelungener Kontrast jedenfalls zum Hollywood-Eröffnungsfilm Argo.

Tja, nach dem Abschlussfilm gab es dann nur noch eines: Party! Hierzu bewegten sich die Gäste vom Gartenbaukino, mit kanpp 750 Plätzen das Wiener Flaggschiff, in den Volksgarten, wo bereits ein Buffet und mächtig viel Drinks auf uns warteten. Dank der vielen tollen Sponsoren (u.a. auch mein persönlicher Sponsor Silhouette), für die es bereits bei der Gala ein großes Dankeschön gab, war das Partyvolk dann auch mit reichlich Alkohol versorgt. Auch hier gab es Corona en masse, dito Jameson Whiskey, den ich zum ersten Mal mit Ginger Ale probiert habe, was wirklich richtig gut schmeckt. Auch die beiden DJanes, die uns einheizten, haben ihr Handwerk verstanden und für ordentlich Stimmung gesorgt. Ich habe viele nette Leute kennengelernt – aus Oxford, Chile und sogar aus der Steiermark – und mich natürlich nach wenigen Sekunden der Konversation als Deutscher 'geoutet' (ich kann es nur noch mal sagen, wirklich jeder spricht hier Dialekt). Kurz nach fünf war dann Schluss, noch mal etwas später war ich dann im Bett. Trotz Margaret also ein äußerst gelungener letzter Tag auf der Viennale und ein vorletzter in Wien!

Bild: © Viennale


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Viennale 2012: Von Kannibalen und dänischen Jägern


Heute war es endlich soweit, mein erster Tag als Viennale-Blogger von Silhouette. Um 7.00 Uhr bin ich in Stuttgart losgeflogen, um 8.15 Uhr hatte ich österreichischen Boden unter den Füßen. In der Festivalzentrale im Hilton Vienna angekommen, wurde ich vom Viennale-Team herzlich empfangen und in die Abläufe eingeführt. Viele fleißige und nette Menschen, die hier arbeiten, auch ein paar Deutsche. Ich bin jetzt jedenfalls mit reichlich Merchandising eingedeckt und einer nagelneuen Sonnenbrille von Silhouette, die außer mir sonst nur an die Filmschaffenden ging (und die wirklich sehr gut 'ausschaut'). Ach ja, die Verpflegung für Journalisten und Co. ist hier ebenfalls gigantisch – Schokolade, Kuchen, Saft, Wasser, Whiskey, Wein und massig Corona aus der Kühlbox! Da kann sich die Berlinale wirklich 'ne Scheibe abschneiden. Doch genug mit den Vergleichen, denn eines wird sofort klar – die Viennale ist nicht die Berlinale, nein. Das hört man von jedem und merkt es auch recht schnell. Die Viennale ist ein Publikumsfest, nicht eines für die Industrie und Kritiker wie jeden Februar in Berlin.

Berlin, tss, wer will schon nach Berlin, wenn er auch nach Wien kann? An wirklich jeder Ecke hört man Wienerisch, sogar an der Rezeption des Hilton! Den Karlsplatz und den Stephansdom habe ich bereits gesehen, dito den Stadtpark, durch den ich morgen wohl etwas ausführlicher spazieren werde (Bilder gibt's bei Instagram). Es sind aber auch die kleinen Unterschiede, die Wien so schön machen (oder Österreich im Allgemeinen), denn so gibt es hier bei McDonald's beispielsweise auch Eistee von Lipton! Wie angekündigt hat es mich heute in Cannibal Holocaust, der im Special Program läuft und in Thomas Vinterbergs Jagten verschlagen. Ersterer lief im wunderschönen Metrokino, das früher ein Theater war und dementsprechend hübsch ist. Hübsch war auch die grandiose 35mm-Kopie, die dem Film natürlich abs0lut gerecht wird und ihm deutlich mehr Kraft verleiht als eine DCP oder Blu-ray. Ich war nur sehr erstaunt, dass wirklich keiner den Saal frühzeitig verlassen hat … Entweder kannte ihn alle schon oder sie wussten, was auf sie zukommen würde.

Um 20.30 Uhr gab es dann Jagten, der restlos ausverkauft war. Das heißt fast 750 Karten, denn so viele Besucher passen in das Wiener Flaggschiff-Kino Gartenbau, das ebenfalls ein Besuch wert ist, auch wenn das Anstehen davor eine … nunja … Erfahrung ist. Geplant war eigentlich, dass es nach dem Film ein Gespräch mit Regisseur Vinterberg geben sollte. Leider musste dieses aber abgesagt werden, da Vinterberg frühzeitig abreisen musste. Sehr, sehr schade, denn mit Jagten ist ihm nicht nur einer der besten Filme des Jahres gelungen, der den vielen Lobgesängen absolut gerecht wird und einen sich einmal mehr übertreffenden Mads Mikkelsen zeigt, sondern auch ein erneuter, intensiver Blick in menschliche Abgründe. Selten habe ich einen Kinosaal (mit über 700 Menschen!) so still erlebt!

Morgen geht es dann mit Kenneth Lonergans 150-Minuten-Ungetüm Margaret weiter, bevor am Abend dann mit Leonardo di Costanzos L'intervallo die große Abschlussgala inklusive Party stattfindet. Jetzt werde ich aber erstmal in mein Bett gehen und gespannt die US-Wahl verfolgen.

Bild: © Viennale


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Off to Vienna! Man sieht sich auf der Viennale


Wie ich bereits berichtete, bin ich in diesem Jahr Viennale-Blogger von Silhouette. Morgen geht es dann auch schon los – besser gesagt heute Nacht, denn mein Flug nach Wien geht bereits um 07.00 Uhr, so dass ich auch den Dienstag voll und ganz nutzen kann. Um 13.30 Uhr wird es dann auch den ersten Film geben (zusammen mit @Pokernatic), nämlich Cannibal Holocaust, dessen 35mm-Kopie hervorragend aussehen soll. Abends freue ich mich dann auf Thomas Vinterbergs Jagten mit Mads Mikkelsen, auf den ich schon seit Monaten heiß bin (und der ja in der Tat fantastisch sein soll). In der Nacht werde ich dann gespannt die US-Wahl auf dem Hotelzimmer verfolgen. Dazwischen? Twittern, Instagramen, Fotografieren und Impressionen sammeln. Ich werde Euch – soweit es mir möglich ist – jeden Tag eine kleine Zusammenfassung geben, so dass alle, die nicht auf der Viennale sein können, zumindest einen Eindruck davon bekommen, was sich in Wien während des Festivals tut. Vienna calling!

Bild: © Viennale


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Vienna Calling! Equilibrium ist Silhouette Viennale Blogger


Heute startet in der österreichischen Hauptstadt die Viennale, die in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert. Bis zum 07. November dauert das Festival, auf dem neben einem Spiel- und Kurzfilmprogramm natürlich auch Dokumentarfilme zu sehen sind. Das Ganze wird mit einem Special Program und einer Fritz-Lang-Retro abgerundet. Ich war bisher weder auf der Viennale noch in Wien selbst, weshalb ich mich besonders freue in diesem Jahr als Viennale-Blogger von Silhouette dabei zu sein. Vom 06. bis 08. November werde ich vor Ort sein und täglich über das Geschehen in Wien berichten. Besonders freue ich mich dabei auf das Special Program, das in diesem Jahr unter dem Motto 'Something Different Saw Them First' steht und Horrorklassiker zeigt, die von Genrespezi Jörg Buttgereit ausgewählt wurden. Unter anderem werden Ridley Scotts Alien und Ruggero Deaodatos Cannibal Holocaust zu sehen sein. Ich hoffe insbesondere, dass ich es zu Letzterem schaffen werde und ihn endlich auf großer Leinwand sehen kann.

Dabei kann sich aber das gesamte Programm der Viennale sehen lassen. Eröffnet wird sie von Ben Afflecks Argo, den Abschluss macht Leonardo di Costanzos L'intervallo. Und dazwischen gibt es jede Menge weiteres zu entdecken wie beispielsweise Thomas Vinterbergs viel gefeiertes Drama Jagten mit Mads Mikkelsen oder Werner Herzogs dreistündiges Dokumonster On Death Row. Wien ist also für die nächsten zwei Wochen vor allem Filmhauptstadt, denn auch die Gäste sind ziemlich hochkarätig. Leider hat Werner Herzog kurzfristig abgesagt, aber dafür wird Michael Caine, dem die Viennale ein großes Tribute widmet, Wien beehren. Ebenfalls unter den Gästen: Punk-Legende Patti Smith und zahlreiche Newcomer.

Persönlich freue ich mich natürlich auch auf Wien selbst – ich kann es kaum erwarten den meiner Meinung nach schönsten Dialekt Europas vor Ort zu hören, mich mit einigen Wiener Twitterern auf die eine oder andere Wiener Melange zu treffen und die Stadt, die ja auch für zahlreiche Filme große Bedeutung hatte, zu erkunden. Ich hoffe jedenfalls, dass ich in diesen drei Tagen so viel wie möglich erlebe und mitnehmen kann, und Euch einen spannenden Einblick in die Viennale und Wien selbst geben kann. Am besten folgt Ihr mir dazu – wenn Ihr es nicht ohnehin schon tut – auch auf Twitter, denn hier wird es wohl die häufigsten Updates geben. Selbiges gilt natürlich auch für die anderen sozialen Netzwerke wie Instagram (stefan_r), Foursquare oder bei Equilibrium auf Facebook. Alle weiteren Infos zum Programm und zur Viennale findet man auf Viennale.at.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Silhouette, die das alles möglich machen und in diesem Jahr zum ersten Mal Partner der Viennale sind. Der Linzer Brillenhersteller, 1964 gegründet, ist heute die weltweit führende Marke bei leichten Brillen. Und Silhouette wäre nicht Viennale-Partner, wenn sie sich nicht etwas ganz Besonderes zum Wiener Filmfest ausgedacht hätten. Am 02. November veranstaltet der Brillenfabrikant den 'Silhouette Instawalk 360', bei dem es einen Walk zu den Drehorten von Fernando Meirelles' 360 geben wird. Von 15 bis 18 Uhr können Interessierte Instagramer die Filmschauplätze von 360 genauer unter die Lupe nehmen und eine Runde um den Ring in der Tram wie Sergej und Anna im Film drehen. Wer teilnehmen möchte – das Ganze ist auf 30 Plätze begrenzt – findet weitere Infos auf der Eventseite bei Facebook. Außerdem verlost Silhouette als Viennale-Partner 5×2 Viennale-Filmtickets und 10 der begehrten Taschen.

Ich hoffe, dass ich vielleicht den einen oder anderen von Euch in Wien treffen werde und drei schöne Tage voller Filme und Erlebnisse habe. Aber jetzt wünsche ich uns erst einmal eine schöne Viennale-Eröffnung.

Bild: © Viennale


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Das 7. Pornfilmfestival startet heute in Berlin


Heute startet in Berlin das 7. Pornfilmfestival Berlin, das bis zum 28. Oktober 'Flutschfilme' (wie sie Rajko nennt) aus den Bereichen schwul, lesbisch, transgender und anderen zeigt. Das Festival, das u.a. von Kurator Jochen Werner ins Leben gerufen wurde, ist weltweit einzigartig und zeigt neben Spiel- und Kurzfilmen auch Dokumentarfilme. Fünf Tage lang tobt also das Moviemento-Kino in Berlin und lädt alle Interessierten ein, die Filme sehen wollen, die wirklich abseits des Mainstreams sind. Das Besondere in diesem Jahr: Die diesjährige Retro feiert den 'Golden Age Porn' und zeigt deshalb Klassiker wie The Devil in Miss Jones, Boys in the Sand oder Exzesse in der Frauenklinik. Abschlussfilm am Sonntag ist übrigens Cherry mit James Franco und Heather Graham. Das komplette Programm und alle weiteren Infos gibt es auf der offiziellen Homepage.


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