»You don't have to worry about me.«

Quantum of Solace
(Marc Forster, USA/UK 2008)
Kino

Glaubt man an die Aussagekraft der Oscars, die in diesem Jahr vergeben wurden, so ist The Bourne Ultimatum das derzeitige Nonplusultra was schnittige Actionfilme betrifft. Und in der Tat, die Aktion ist handfest, physisch fast schon spürbar, weil von einer unglaublichen Körperlichkeit durchzogen, und vor allem im Schnitt richtig gehandhabt. Nicht anders, sondern vielmehr exakt so, verhält es sich auch bei Quantum of Solace. Bereits die obligatorische Pre-Credit-Sequenz macht es deutlich, wenn Bond (Daniel Craig) urplötzlich im Aston Martin sitzt, dem bereits die Fahrertüre fehlt, und von Unbekannten unter Beschuss genommen wird. Was folgt, ist eine rasante Verfolgungsjagd quer durch italienisches Gebirge, die trotz ebenjener Rasanz nie aus den Fugen gerät, sondern das Geschehen stets geschickt versteht einzufangen. Danach dann erstmal eine kurze Verschnaufpause, denn jetzt wird sich zeigen, ob der neue Bond-Song endlich richtig zur Geltung kommt. Viele hassen ihn, aber mindestens genau so viele lieben ihn auch. In Verbindung mit der visuell äußerst gelungenen, wenn auch redundanten Credit-Sequenz, merkt man dem Song von Jack White und Alicia Keys endlich an, dass er doch ziemlich maßgeschneidert für das Sequel zu Casino Royale (dessen Song immer noch zu den besten der Serie zählt) ist.

Wie versprochen knüpft Quantum of Solace also an seinen Vorgänger an und gibt inhaltstechnisch das vor, was die Pre-Credit-Sequenz in Sachen Action vorgab. Bond auf der Suche nach den Hintermännern, die irgendwie immer als Leiche enden, sodass er nichts mehr an Informationen aus ihnen herausbekommen kann. Doch dieser neue, seelisch nicht unbedingt zerbrechliche, aber durchaus anbrechende Bond, dessen große Vorliebe fast schon zu einem Laster geworden ist, ist nur formal aus Rachefeldzug. Wer einen neuen Licence to Kill erwartet, der wird also enttäuscht werden. Bond ist in Quantum of Solace nämlich vielmehr auf der Suche nach Selbstläuterung, einer Katharsis, als auf dem im Vorfeld immer wieder genannten Rachefeldzug. Dass seine Gegner meist tot enden ist deshalb auch weniger Bonds Wut anzukreiden, als seiner und deren Art miteinander umzugehen. Gegen Ende bestätigt sich dieser Eindruck dann auch – Bond ist es eigentlich ziemlich egal, denn was, außer Ärger, hat er denn davon? "I don't think the dead care about vengeance." Und statt seiner vermeintlichen Liebe groß hinterher zu trauern, macht er das, was er am liebsten macht: sich amüsieren. Am liebsten in fremden Betten. Doch auch das bleibt nicht ungestraft und mündet schließlich in einer Szene, die einem der größten Bondmomente überhaupt würdigt.

Auf der anderen Seite führt aber auch Quantum of Solace das in gewisser Hinsicht fort, was Casino Royale begann (nein, er spielt nicht etwa Royal Vegas Mobile-Casino), nämlich eine partielle Demontierung des Mythos. Und so stellt sich Bond weder selbst vor, noch weiß er, was er da überhaupt aus seinem Cocktailglas schlürft. Da es sich aber um ein Sequel handelt, also um eine Geschichte in zwei Teilen erzählt, dürfte das alles halb so schlimm sein, denn in Casino Royale bekommen Fans, die damit Probleme haben könnten ihr Quäntchen Trost. Ferner ist dies aber nur konsequent, ist Bond mittlerweile doch zu einem Reboot geworden, einer, der der Figur erst noch Zeit geben muss, sich zu entwickeln. Da freut es dann auch, dass abgesehen von einigen etwas weiter entwickelten technischen Geräten, Gadgets wie aus den anderen Filmen erneut fehlen. Sowieso verlässt sich Bond hier primär auf sich, seinen Muskelkraft, seinen Umgang mit der Waffe und seinen Verstand. Andere Hilfsmittel außer der Waffe kommen so gut wie nie zum Einsatz, denn Bond ist nicht nur auf persönlicher Suche nach dem Seelenheil, sondern auch auf der Flucht vor seinem Arbeitgeber – jener, der die technischen Hilfsmittel stellt. Das Verhältnis zwischen den beiden, respektive M (Dame Judi Dench) und Bond ist einmal mehr äußerst reserviert. Rettet er ihr zu Beginn noch das Leben, begibt sie sich etwas später auf die Jagd nach Bond.

Zwar wird Bond nie wirklich zum Gejagten – denn dafür hat er zu viele Verbündete -, aber es gibt irgendwie auch keinen anderen Weg, das hohe Tempo des Filmes sonst zu halten. Quantum of Solace gerät hier wieder in die Schusslinie eines Jason Bourne, denn nach den Credits wird von einer Actionszene zur nächsten gehüpft, quer über den Globus verteilt. Dabei ist eine Actionszene schneller, höher und wilder als die andere, stets schön durchchoreografiert und von einer großen Physis durchzogen. Eine spektakuläre Kranverfolgungsjagd wie in Casino Royale sucht man aber vergeblich, alles bleibt dann irgendwie doch auf relativ bodenständigem Level. Der grandiose Shot, der einfängt wie Bond und Feind vom Dach durch Glas stürzen und Bond sich schließlich in einem Seil verheddert, gehört jedoch zu den absoluten Höhepunkten des jungen Actionkinos. Bei alledem bleibt dann aber auch kaum Zeit für Verschnaufpausen, ruhige Momente, die die Emotionalität ausarbeiten und mit dem Pathos aufwarten, das man im Vorgänger noch herzlich begrüßte (Momente und Konstellationen gibt es aber zuhauf). Das Ganze erweckt gerade in Hinsicht auf diese zwischenmenschliche Ebene den Eindruck, als habe man im Prequel bereits all sein Pulver verschossen und kann nun lediglich mit viel Action aufwarten.

Das mag zum einen daran liegen, dass solch ein Charakterkopf wie Eva Green in Quantum of Solace natürlich fehlt. Eine Frau, die Bond in seine Schranken wies, und das gleich in vielerlei Hinsicht. Olga Kurylenko ist zwar nett anzuschauen (auch wenn sie mit ihrer glänzenden Haut aussieht wie ein frisches Brathähnchen) und bietet Bond bisweilen auch Paroli, aber an die Klasse einer Vesper Lynd kommt sie natürlich so gut wie zu keinem Zeitpunkt heran. Doch andererseits ist von dieser Romantik mit dem Tod dieser auch nicht viel geblieben. Bond ist nunmehr viel zu beschäftigt, um der Vergangenheit hinterher zu weinen, er hat Zeit für Liebesabenteuer, aber für mehr nicht, dass muss auch Camille (Olga Kurylenko) einsehen. Und dennoch, ganz emotionslos ist auch Bond 22 nicht. Was vor allem in den Actionszenen für Adrenalin sorgt, nämlich schöne Parallelmontagen, findet auf der Bregenzer Seebühne schließlich seinen vorzeitigen Höhepunkt, wenn auch Puccinis Oper, von Täuschung und Rache dominiert, ihren Höhepunkt findet. Die filmische Klimax hingegen, fällt recht unspektakulär aus, sei es wegen des McGuffins oder der ohnehin recht dünnen Geschichte. Nichtsdestotrotz mimt Mathieu Amalric einen interessanten Bösewicht, der bisweilen nur schwer zu durchschauen ist und der mindestens so viel Charisma wie ein Le Chiffre besitzt.

Bond 22 macht nichts anderes als seinen Fokus zu verlegen. Der liegt nach dem Vorgänger nämlich zu größten Teilen auf der Action, etwas, in der er aber auch brilliert. In gewisser Hinsicht ist gerade dies eine Annäherung an die Filme Brosnans, was aber wiederum paradox klingen mag, betrachtet man die leichte Demontage vieler Mythen der Serie. Aber selbst wenn eine Rückkehr und Reduzierung stattfindet, so bleibt Craig nach wie vor ein grandioser Bond. Auch in Quantum of Solace verleiht er der Figur eine glaubwürdige Brutalität und Physis, die zwar stets overdressed ist, aber ihr Handwerk wie kaum ein anderer versteht. Im Zusammenspiel mit seiner Mimik nimmt man ihm die äußeren und inneren Wunden auch ab, denn dieser Bond ist kein Superheld, sondern lediglich ein super Agent. Und wenn uns der neue Bond eines lehrt, dann, dass es der Geheimdienst ist, der stets gute Motive verfolgt. Ganz im Gegenteil zu den Regierungen, allen voran jene der Vereinigten Staaten und Großbritanniens. Vielleicht aber auch nur ein Zeichen dafür, dass Bond immer mehr in der Realität anzukommen scheint. (7.5/10)


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Ein Märchen neu erzählt: 'Beauty and the Beast'


Tale as old as time … Nicht nur bei diesem Song läuft es einem heute noch eiskalt den Rücken runter. Und ja, nun gibt es die Liebesschnulzen-Overloaded-Version des Märchens auch noch mit echten Schauspielern. Mit dabei ist Emma Watson, die man sonst eher als Hermine aus Harry Potter kennt. Nicht nur die Tatsache, dass sie aussieht wie einst die Belle aus der Disney-Verfilmung von 1991, nein sie kann auch noch singen. Und das gar nicht schlecht. So wurde ihr quasi die Rolle der Belle in Beauty and the Beast auf den Leib geschrieben.

Und irgendwie muss ich sagen, dass sie die Rolle der Belle auch perfekt verkörpert. Liebes, kleines Bauernmädchen, dass es aber auch teils faustdick hinter den Ohren hat- es passt perfekt zu ihr. Und dann auch noch die schönen Kostüme. Da haben sich die Macher wirklich ins Zeug gelegt und den Klassiker von '91 perfekt kopiert, denn die Kleidung sowie die Frisuren sind bis ins kleinste Detail dieselben. Also ein echter Augenschmaus für alle Fans des Disney-Klassikers. Ein weiterer Augenschmaus dürfte das Biest für einige sein – ja, richtig gehört. Nicht wegen seines atemberaubenden Aussehen, sondern wegen seiner Animation. Das Biest wurde mit Hilfe von Performance- und Facial-Capture-Technologie erschaffen und wirkt dadurch auch deutlich 'menschlicher' als im Zeichentrick-Film.

Es gibt einige Momente, in denen der Zuschauer merkt, dass das Biest in einem Körper gefangen ist, aber dennoch ein Mensch mit Fleisch und Blut ist. Genau hierbei ist es den Machern gelungen, eine Verbindung mit dem Biest zu schaffen. Das Biest wirkt sympathisch und man fühlt und leidet mit ihm. Angsteinflössend ist es eigentlich überhaupt nicht. Der schöne Prinz (Dan Stevens), der sich dabei am Ende entpuppt, sieht auch 1:1 wie im Disney-Klassiker aus. Die Macher haben scheinbar ein Händchen für Schauspieler, die aussehen wie Zeichentrick-Figuren, denn so auch beim absoluten Hass-Charakter Gaston. Dieser wird von keinem Geringeren als Luke Evans gespielt. Ja, richtig gehört – der sieht auch genau so aus wie der Gaston von Disney. Und er verhält sich auch so. Arrogant, hochnäsig, selbstverliebt und total besessen von Belle. Luke Evans spielt seine Rolle nicht nur, er lebt diese. Für mich spielt er die lebendigste Rolle und geht total darin auf.

Und singen kann er auch noch. Seine narzisstische Ader und sein fehlendes Mitgefühl bewirken beim Zuschauer nur eins: Antipathie. Sympathie hingegen empfindet man wohl ausnahmslos für Chip, auch bekannt als Tassilo in der deutschen Version. Tolle Animationen lassen die kleine Tasse und seine Teekannen-Mutter zum Leben erwecken. Und auch Lumière und von Unruh entführen den Zuschauer in ein magisches, verzaubertes Schloss, welches mit viel Liebe und einer Menge Spaß gefüllt ist. Die beiden sind auch in dieser Märchenvariante zum schießen.

Alles in allem kann man sagen, dass die Realverfilmung den Nerv der Zeit getroffen hat und den Zeichentrick-Klassiker zwar in fast allem kopiert hat, aber seine ganz eigene Magie enthält. Nicht nur der Detailreichtum, sondern auch die Songs klingen aktueller und (fast) besser denn je. Auch wenn der Main-Song von Altmeisterin Celiné Dion wohl unschlagbar bleibt – reingehen lohnt sich für Groß und Klein.

- Kritik von Julia


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Gute Besserung! 'A Cure for Wellness'


Endlich mal wieder ein Film, der den Zuschauer so richtig packt. Bereits nach den ersten gesehenen Trailern stockte einem der Atmen und man war extremst neugierig auf die Story dahinter. Und dann auch noch die Besetzung mit Dane DeHaan, der bereits in Filmen wie Chronicles den mysteriösen Buben gespielt hat – genial. A Cure for Wellness startet zunächst mit einer typischen New Yorker Firmen-Szenerie, welche die Hektik und den Stress des Alltags widerspiegelt. Besessen vom Aufstieg in die höheren Etagen, scheint Mr. Lockhart (Dane DeHaan) sich keiner Sache zu schade zu sein. So erklärt er sich dazu bereit, seinen Chef und CEO der Firma, Mr. Pembroke, aus einer Art Wellnessurlaub zurückzuholen. Seine Reise führt ihn in die weit entfernte Schweiz. Und genau diese Reise ist dem Regisseur auch perfekt gelungen, es findet ein direkter und harter Cut zwischen dem unruhigen New York und der bilderbuchartigen Schweiz statt.

Die Landschaftsaufnahmen sind besonders gut gelungen und der Zuschauer taucht in eine völlig gegensätzliche Welt ein. Gezeichnet von Burgen, Wäldern und ganz viel Ruhe und Erholung. Dor eingetroffen stößt Mr. Lockhart auf die mysteriöse Spa-Klinik, deren Patienten dem jungen Amerikaner bereits von Anfang an nicht geheuer sind. Da wäre die alte Dame, die mysteriöse Botschaften mit Hilfe von Kreuzworträtseln puzzelt oder eine Vielzahl an verwirrten, aber sehr glücklich wirkenden Menschen, denen das Wasser trinken ziemlich wichtig scheint. Bereits hier wittert der Zuschauer, dass es mit dem Wasser etwas auf sich haben muss. Allerdings ist die Story so komplex, dass man kurze Zeit später wieder andere unheimliche und ungeklärte Dinge in den Vordergrund schiebt. Diese Spannung hält sich den ganzen Film lang und führt den Zuschauer durch eine atemberaubende Kulisse aus Schlossmauern (die teilweise auf der Burg Hohenzollern gedreht wurden), und Spa-Räumen, deren Funktionen und Sinn nicht nur den Zuschauer verwirren. Sei es eine Gruft unter den Schlossmauern oder die herrlich skurrile Dorfbar, deren Bewohner ebenfalls extremst merkwürdig scheinen – der komplette Film beschert dem Kinobesucher einen unfassbar langen Spannungsbogen, der sich auch erst gegen Ende des Films (und das bei zweieinhalb Stunden) aufklärt.

Was nun genau die Klinik zu einem mysteriösen und unheimlichen Ort zugleich macht, bleibt hier den Filmfans zuliebe mal noch ungeklärt, allerdings bleibt nur so viel zu sagen – der Schluss hat es in sich, ist mir allerdings teils ein wenig zu trashig. Trotzdem – jeder Horrorfilm-Liebhaber wird mit klassischen Szenen seinen Spaß haben (Spiegel, Höhle, unter Wasser, dunkle Räume, Wassertanks). Jeder Thriller-Liebhaber mit einer komplexen Personenkonstellation seinen Adrenalinspiegel steigen lassen (junge gruselige Frau, besessener Klinikleiter). Und jeder Filmfan des guten Geschmacks wird sowieso auf seine Kosten kommen (Wasser, Aale, Urinproben, Gruft, Leichen, Behandlungen, Liebesgeschichte). Was bleibt da noch mehr zu sagen, als ab ins Kino!

- Kritik von Julia


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Die Suche nach einem zweiten Erfolgsrezept: 'Finding Dory'


13 Jahre ist es nun her, dass der kleine Clownfisch Nemo seinen Vater gesucht hatte. Ein riesen Erfolg, welcher heute noch die Verkaufszahlen der Clownfische hochtreibt. Damals hatte Nemos blaue Fischfreundin Dorie bereits unsere Herzen erobert. Und nun ist es erneut soweit und die vergessliche Doktorfisch-Dame bekommt ihren eigenen Film, Finding Dory. Wieder mit an ihrer Seite sind natürlich Kumpel Nemo und dessen Vater Marlin. Zusammen machen sie noch mal den Ozean unsicher und begeben sich auf eine gefährlich lustige Reise. Denn nachdem der vergesslichen Dorie Bruchstücke ihrer Vergangenheit aufgekommen sind, begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Familie. Ob das gut gehen kann, so ganz ohne Gedächtnis einmal quer durchs Meer? Nunja, eins ist sicher, ein Happy End gibt es bei den Fischchen ja meistens.

Etwas eintönig allerdings ist die Story. Sehr vorhersehbar und bereits am Titel erkennbar, Überraschungen bleiben leider größtenteils aus. Allerdings trifft man wieder alte sowie neue Gesichter und für die Kleinen wird dieser Film sowieso auch einer der Größten in diesem Jahr. Fazit: Süßer Animationsspaß, der für Kids ein Muss und für Adults ein seichter Genuss ist. Ob nun die Verkaufszahlen bei den Doktorfischen auch ansteigen werden!?

- Kritik von Julia


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Neuer Fahrer, altes Prinzip: 'The Transporter Refueled'


Er rollt wieder – der Transporter! Doch dieses Mal sitzt nicht etwa Action-Held Jason Statham hinterm Steuer, sondern Newcomer Ed Skrein. Dieser hat zuletzt in seiner Rolle bei Game of Thrones geglänzt und sorgt nun für Actionkino vom allerfeinsten. Die Story von The Transporter Refueled basiert erneut auf den zuverlässigen und überpünktlichen Frank Martin, der sich bereits einen Namen als so genannter Transporter gemacht hat.  Sein Job ganz simpel – er fährt Dinge ans Ziel und kassiert dafür Cash, nicht zu verachten in seinem schicken Audi S8. Wären da nicht die ganz so ungefährlichen Ladungen …

Mit guter Action, rasanten Verfolgungsjagden und heißen Frauen bietet auch der neue Transporter dem Zuschauer Action für die Augen. Hauptdarsteller Ed Skrein wirkt zwar zunächst als eher milchbubiger Nachfolger von Jason Statham, allerdings legt er diese Rolle schnell ab. Mit seiner coolen und lässigen Art und seinem ganz bestimmten Charme, wickelt er die Frauen um den Finger und die Bösewichte um so manche Eisenstange. Und auch Franks Vater – gespielt von Ray Stevenson, der zuletzt in Rollen wie Thor: The Dark Kingdom zu sehen war -, zeigt in diesem Streifen auch, wen Daddy noch so verkloppen kann. Action,die zu wohl auf der Strasse, als auch an Land und auf Wasser stattfinden, runden den Film ab. Kino für echt Actionfans, welche die traumhafte Kulisse der Côte d’Azur sich zu nutze macht. Einsteigen und ab geht die wilde Fahrt!  (8/10)

- Kritik von Julia


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Gelungener Reboot: 'Fantastic Four'


Es gibt sie wieder – die Fantastic Four. Die Verfilmung des Marvel-Comics über ein erfolgreiches Superhelden-Team startete am 13. August in den deutschen Kinos. Das Reboot handelt von vier jungen Erwachsenen, die mehr oder weniger in der Gesellschaft nicht die beste Stellung haben. Sei es die Idee zur Teleportation, schwere Familienverhältnisse oder ein einsames Leben wie im Knast, die vier haben alle etwas gemeinsam – sie sind Außenseiter. Eines Tages werden genau diese vier in ein Paralleluniversum teleportiert. Doch bis dies erst mal der Fall ist, zieht sich der Film ganz schön. Der Film beginnt bei Null und zeigt die Entwicklung einer einstigen Kindheitsidee – dem teleportieren. Hierbei scheinen die Filmemacher besonderen Wert auf Details zu legen, denn die Geschichte wird Schritt für Schritt erzählt. Fans der Action kommen hierbei wenig auf ihre Kosten. Nach Zweidritteln des Films jedoch geschieht die erste Action und der Zuschauer scheint allmählich das zu bekommen, was er sich vermutlich erhofft hat.

Marvel zeigt hier mal wieder mehr, wie faszinierend und SUPER diese 'Superhelden' sind. Es wird genauestens erklärt, welche Kraft welcher Held besitzt und wie er damit umgeht. Die Vier schließen sich jedoch erst wieder zusammen, um gemeinsam den Bösewicht, der ebenfalls in diesem Paralleluniversum erstanden ist zu bezwingen. Ob es gelingen wird, wird sich zeigen. Eines bleibt auf jeden Fall zu sagen. Das Reboot kann sich sehen lasse. Bildgewaltige Szenen, tolle Action-Sequenzen und neue Gesichter, die sich besonders gut als Superhelden machen. Fazit: Wer etwas abwartet und die Geschichte auf sich wirken lässt, wird am Ende mit guter Action und starken Effekten belohnt. (7/10)

- Kritik von Julia


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Not Quite Hollywood: 'Electric Boogaloo' Blu-ray Review


Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben, heißt es. Das gilt wohl auch für die Filmgeschichte, denn im allgemeinen Kanon der Klassiker tauchen wohl selten bis gar nicht Filme der beiden israelischen Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus auf. Das ist natürlich alles auch Definitionssache, denn Golan/Globus haben durchaus Filmgeschichte in Hollywood geschrieben – zumindest was die Quantität angeht, weniger was die Qualität der Filme angeht. Egal ob Filmkritiker oder normaler Filmgucker, niemand ist bisher wohl komplett um einen Film der beiden Israelis herumgekommen. Gerade wenn man Filme aus den 80ern nimmt – ja, auch Blockbuster –, dann kommt man eigentlich nicht um eine Produktion aus dem Hause Cannon herum. Diesem ganz besonderen Filmstudio geht der australische Dokuspezialist Mark Hartley, der bereits mit Not Quite Hollywood und Machete Maidens Unleashed! zwei tolle Dokus, die einen Blick jenseits des Mainstreams riskieren, abgeliefert.

Diese führt er mit Electric Boogaloo: The Wild, Untold Stoy of Cannon Films nahtlos fort, denn die Doku ist vor allem eines: ein riesiges Sammelsurium aus völlig abgedrehten Versatzstücken aus Filmszenen, Interviews und Archivmaterial der beiden Protagonisten. Herausgekommen ist ein unglaublich unterhaltsamer Film, der nicht nur alle Seiten der Medaille beleuchtet, sondern auch unglaublich große Lust auf die porträtierten Filme und Regisseure macht – vor allem auf eine Tobe-Hooper-Retrospektive habe ich jetzt Lust! Will man das Haar in der Suppe suchen, dann könnte man Electric Boogaloo lediglich ankreiden, dass Golan/Globus selbst leider nicht zur Wort kommen. Das lag aber daran, dass sie es nicht wollten – weil sie ihre eigene Doku über sich produzieren wollten. Da kann man am Ende dann nur sagen: q.e.d. Die beiden werden für immer eine ganz besondere Stellung innerhalb Hollywoods einnehmen. Wir haben ihnen sehr viel zu verdanken! (9/10)

Die Blu-ray aus dem Hause Ascot Elite (Amazon-Partnerlink) liefert nicht nur ein fantastisches Bild und einen entsprechenden dts-Track, sondern kann vor allem deshalb überzeugen, dass es sie überhaupt gibt. Solche kleinen Dokus, die kein allzu großes Publikum ansprechen, sind nicht selbstverständlich. Umso toller ist es, dass sich ein kleines Label dieses Films annimmt. Auch bei den Extras hat man sich viel Mühe gegeben, denn nebst Trailern auch noch einige sehr fanlastige Easter Eggs. Eine rundum gelungene Veröffentlichung.


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Es soll einfach nicht sein! 'Love, Rosie'


In Regisseur Christian Ditters neuem Film Love, Rosie geht es um eine innige Freundschaft zwischen zwei Teenagern und deren gemeinsamen Weg durch das Verliebt-, Verlobt-, Verheiratet-Sein. Lilly Collins (Spieglein, Spieglein) spielt die verträumte Rosie und Sam Claflin (Die Tribute von Panem) spielt den charmanten Alex. Love, Rosie ist die Verfilmung des Romans 'Für immer vielleicht' der irischen Schriftstellerin Cecelia Ahern.

Alex und Rosie sind seit früher Kindheit gut befreundet und verbringen sehr viel Zeit miteinander. Ein Jahr, bevor sie die Schule beenden, zieht Alex mit seiner Familie nach Boston. Den Kontakt zueinander halten die beiden dennoch. Rosie will nach der Schule zu Alex nach Boston zu ziehen. Doch sie wird schwanger. So zerschlagen sich ihre Pläne. Während Rosie in Irland ihre Tochter Katie alleine großzieht, studiert Alex in Havard Medizin. Es scheint als wolle das Schicksal nicht, dass die beiden zusammenkommen …

Zwei Menschen die viel Liebe füreinander empfinden aber dennoch nie zueinander finden. Man fühlt mit den zwei Protagonisten mit und hofft auf ein baldiges Happyend. Dieses wird jedoch spätestens nach 15 Minuten zerschlagen und erneut sitzt der Kinogänger da und leidet mit. Und immer wieder hat man das Gefühl- jetzt aber! Jedoch muss man sich auf einiges gefasst machen.

Lilly Collins spielt die Rolle der Rosie mit viel Charme. Man fühlt mit ihrem Filmcharakter mit und spürt die Weiterentwicklung innerhalb dieser Rolle. Und auch Sam Claflin glänzt. Als gut aussehender Junggeselle verkörpert er den sexy besten Freund für Rosie, für den sie scheinbar mehr als nur Freundschaft empfindet. Ein Film der zwar schnulzig, aber auch humorvoll und zum schmunzeln ist. Für alle Romantik-Fans ein absolutes Muss! (7/10)

- Kritik von Julia


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Zum Weinen schön: 'Wish I Was Here'


Wish I Was Here ist das Kickstarter-Projekt von Kult-Seriendarsteller Zach Braff (Scrubs), der schon mit seinem Vorgängerfilm Garden State Erfolge feierte. Aiden (Zach Braff) arbeitet als Schauspieler in Los Angeles, hat aber schon seit Jahren keinen größeren Erfolg mehr vorweisen können. Gemeinsam mit seiner Frau Sarah (Kate Hudson) und seinen zwei Kindern kommt er nur knapp über die Runden. Die Rechnung für die teure Privatschule zahlt sein Vater Saul (Mandy Patinkin). Als ihn eines Tages die Nachricht vom bevorstehenden Krebs-Tod seines Vaters erreicht, versucht er sein Leben zu ordnen und neue Prioritäten zu setzen. Kurzerhand beschließt er seine Kinder selbst zu unterrichten und ihnen einige Lebensweisheiten aus seinem eigenen Leben zu vermitteln …

Zach Braff spielt die Rolle des verzweifelten Familienvaters so gekonnt, dass er so manchem Zuschauer Pipi in die Augen lockt. Und auch Kate Hudson (How to Lose a Guy in 10 Days) hat ihre Hausaufgaben gemacht. Charmant wie eh und je spielt sie die süße und starke Frau an Braffs Seite- ein tolles Duo auf der Leinwand! Verzweiflung, Geldsorgen und Trauer sind eine super Ausgangslage für jegliche Dramen. Allerdings gelingt es Braff eine Geschichte zu erzählen, die viele Momente zum Schmunzeln, Besinnen und Mitfühlen bietet. Und auch der Realitätsbezug ist hierbei gut gelungen. Kein Kitsch und keine Überdramatisierung. Ein toller Film, zum Weinen als auch Lachen! (9/10)

- Kritik von Julia


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'Schoßgebete': Charlotte Roche macht auf liebenswert


Mit ihrem Debüt Feuchtgebiete sorgte Autorin Charlotte Roche in der Vergangenheit im Buchhandel, sowie auf der Kinoleinwand für viel Furore. Ihr zweites Werk Schoßgebete brachte ihr jedoch deutlich mehr Anerkennung in der Autorenwelt. Und auch der gleichnamige Film ist so ganz anders wie sein Vorgänger. Hierbei geht es nämlich nicht um Körperlichkeiten, sondern lediglich um eine Frau, die mehr Spleens hat als andere Frauen Schuhe.

Seit einem schweren Unfall, bei dem die Geschwister der Protagonistin Elizabeth Kiehl (Lavinia Wilson, Allein) ums Leben gekommen sind, kann diese kein normales Leben mehr führen. Von Schuldgefühlen geplagt verfällt Elizabeth immer wieder in ihre eigene Welt und wird zur totalen Neurotikerin. Der wöchentliche Gang zur Therapeutin Frau Drescher, (Juliane Köhler) hilft der verzweifelten Mutter ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Mit viel Selbstironie und der Hilfe ihres liebevollen Mannes Georg (Jürgen Vogel, Die Welle) scheint es so langsam wieder Bergauf für sie zu gehen …

Mit viel Sarkasmus und neurotischen Gags kann Lavinia Wilson in diesem Film überzeugen. Sei es die Rolle der verkorksten Mutter, die kläglich versucht sich ihre Neurosen gegenüber ihrer Tochter nicht anmerken zu lassen oder die totalen Angstzustände beim Aufzug fahren – Wilson bringt diese super rüber und zeigt einmal mehr, wie normal es sein kann, ein wenig verrückt zu sein.

Was bei einem Charlotte-Roche-Film natürlich nicht fehlen sollte, ist der Sex – davon gibt es auch hier eine ganze Menge! Es wird heiß und wild mit Ehemann Georg (Jürgen Vogel), sei es im ehelichen Schlafzimmer oder gar im Bordell bei einem Dreier. Der schwere Unfall, der rückblickend immer mehr aufgedeckt wird, zieht den Zuschauer etwas runter und sorgt hin und wieder für gedrückte Stimmung. Nichtsdestotrotz kann sich der neue Streifen von Regisseur Sönke Wortmann (Das Wunder von Bern) sehen lassen. Sei es wegen der neurotischen Protagonistin, die Roche teilweise nachempfunden wurde oder dem liebevollen und strapazierfähigen Jürgen Vogel. (7/10)

- Kritik von Julia


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