Neuer Fahrer, altes Prinzip: 'The Transporter Refueled'


Er rollt wieder – der Transporter! Doch dieses Mal sitzt nicht etwa Action-Held Jason Statham hinterm Steuer, sondern Newcomer Ed Skrein. Dieser hat zuletzt in seiner Rolle bei Game of Thrones geglänzt und sorgt nun für Actionkino vom allerfeinsten. Die Story von The Transporter Refueled basiert erneut auf den zuverlässigen und überpünktlichen Frank Martin, der sich bereits einen Namen als so genannter Transporter gemacht hat.  Sein Job ganz simpel – er fährt Dinge ans Ziel und kassiert dafür Cash, nicht zu verachten in seinem schicken Audi S8. Wären da nicht die ganz so ungefährlichen Ladungen …

Mit guter Action, rasanten Verfolgungsjagden und heißen Frauen bietet auch der neue Transporter dem Zuschauer Action für die Augen. Hauptdarsteller Ed Skrein wirkt zwar zunächst als eher milchbubiger Nachfolger von Jason Statham, allerdings legt er diese Rolle schnell ab. Mit seiner coolen und lässigen Art und seinem ganz bestimmten Charme, wickelt er die Frauen um den Finger und die Bösewichte um so manche Eisenstange. Und auch Franks Vater – gespielt von Ray Stevenson, der zuletzt in Rollen wie Thor: The Dark Kingdom zu sehen war -, zeigt in diesem Streifen auch, wen Daddy noch so verkloppen kann. Action,die zu wohl auf der Strasse, als auch an Land und auf Wasser stattfinden, runden den Film ab. Kino für echt Actionfans, welche die traumhafte Kulisse der Côte d’Azur sich zu nutze macht. Einsteigen und ab geht die wilde Fahrt!  (8/10)

- Kritik von Julia


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Gelungener Reboot: 'Fantastic Four'


Es gibt sie wieder – die Fantastic Four. Die Verfilmung des Marvel-Comics über ein erfolgreiches Superhelden-Team startete am 13. August in den deutschen Kinos. Das Reboot handelt von vier jungen Erwachsenen, die mehr oder weniger in der Gesellschaft nicht die beste Stellung haben. Sei es die Idee zur Teleportation, schwere Familienverhältnisse oder ein einsames Leben wie im Knast, die vier haben alle etwas gemeinsam – sie sind Außenseiter. Eines Tages werden genau diese vier in ein Paralleluniversum teleportiert. Doch bis dies erst mal der Fall ist, zieht sich der Film ganz schön. Der Film beginnt bei Null und zeigt die Entwicklung einer einstigen Kindheitsidee – dem teleportieren. Hierbei scheinen die Filmemacher besonderen Wert auf Details zu legen, denn die Geschichte wird Schritt für Schritt erzählt. Fans der Action kommen hierbei wenig auf ihre Kosten. Nach Zweidritteln des Films jedoch geschieht die erste Action und der Zuschauer scheint allmählich das zu bekommen, was er sich vermutlich erhofft hat.

Marvel zeigt hier mal wieder mehr, wie faszinierend und SUPER diese 'Superhelden' sind. Es wird genauestens erklärt, welche Kraft welcher Held besitzt und wie er damit umgeht. Die Vier schließen sich jedoch erst wieder zusammen, um gemeinsam den Bösewicht, der ebenfalls in diesem Paralleluniversum erstanden ist zu bezwingen. Ob es gelingen wird, wird sich zeigen. Eines bleibt auf jeden Fall zu sagen. Das Reboot kann sich sehen lasse. Bildgewaltige Szenen, tolle Action-Sequenzen und neue Gesichter, die sich besonders gut als Superhelden machen. Fazit: Wer etwas abwartet und die Geschichte auf sich wirken lässt, wird am Ende mit guter Action und starken Effekten belohnt. (7/10)

- Kritik von Julia


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Not Quite Hollywood: 'Electric Boogaloo' Blu-ray Review


Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben, heißt es. Das gilt wohl auch für die Filmgeschichte, denn im allgemeinen Kanon der Klassiker tauchen wohl selten bis gar nicht Filme der beiden israelischen Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus auf. Das ist natürlich alles auch Definitionssache, denn Golan/Globus haben durchaus Filmgeschichte in Hollywood geschrieben – zumindest was die Quantität angeht, weniger was die Qualität der Filme angeht. Egal ob Filmkritiker oder normaler Filmgucker, niemand ist bisher wohl komplett um einen Film der beiden Israelis herumgekommen. Gerade wenn man Filme aus den 80ern nimmt – ja, auch Blockbuster –, dann kommt man eigentlich nicht um eine Produktion aus dem Hause Cannon herum. Diesem ganz besonderen Filmstudio geht der australische Dokuspezialist Mark Hartley, der bereits mit Not Quite Hollywood und Machete Maidens Unleashed! zwei tolle Dokus, die einen Blick jenseits des Mainstreams riskieren, abgeliefert.

Diese führt er mit Electric Boogaloo: The Wild, Untold Stoy of Cannon Films nahtlos fort, denn die Doku ist vor allem eines: ein riesiges Sammelsurium aus völlig abgedrehten Versatzstücken aus Filmszenen, Interviews und Archivmaterial der beiden Protagonisten. Herausgekommen ist ein unglaublich unterhaltsamer Film, der nicht nur alle Seiten der Medaille beleuchtet, sondern auch unglaublich große Lust auf die porträtierten Filme und Regisseure macht – vor allem auf eine Tobe-Hooper-Retrospektive habe ich jetzt Lust! Will man das Haar in der Suppe suchen, dann könnte man Electric Boogaloo lediglich ankreiden, dass Golan/Globus selbst leider nicht zur Wort kommen. Das lag aber daran, dass sie es nicht wollten – weil sie ihre eigene Doku über sich produzieren wollten. Da kann man am Ende dann nur sagen: q.e.d. Die beiden werden für immer eine ganz besondere Stellung innerhalb Hollywoods einnehmen. Wir haben ihnen sehr viel zu verdanken! (9/10)

Die Blu-ray aus dem Hause Ascot Elite (Amazon-Partnerlink) liefert nicht nur ein fantastisches Bild und einen entsprechenden dts-Track, sondern kann vor allem deshalb überzeugen, dass es sie überhaupt gibt. Solche kleinen Dokus, die kein allzu großes Publikum ansprechen, sind nicht selbstverständlich. Umso toller ist es, dass sich ein kleines Label dieses Films annimmt. Auch bei den Extras hat man sich viel Mühe gegeben, denn nebst Trailern auch noch einige sehr fanlastige Easter Eggs. Eine rundum gelungene Veröffentlichung.


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Es soll einfach nicht sein! 'Love, Rosie'


In Regisseur Christian Ditters neuem Film Love, Rosie geht es um eine innige Freundschaft zwischen zwei Teenagern und deren gemeinsamen Weg durch das Verliebt-, Verlobt-, Verheiratet-Sein. Lilly Collins (Spieglein, Spieglein) spielt die verträumte Rosie und Sam Claflin (Die Tribute von Panem) spielt den charmanten Alex. Love, Rosie ist die Verfilmung des Romans 'Für immer vielleicht' der irischen Schriftstellerin Cecelia Ahern.

Alex und Rosie sind seit früher Kindheit gut befreundet und verbringen sehr viel Zeit miteinander. Ein Jahr, bevor sie die Schule beenden, zieht Alex mit seiner Familie nach Boston. Den Kontakt zueinander halten die beiden dennoch. Rosie will nach der Schule zu Alex nach Boston zu ziehen. Doch sie wird schwanger. So zerschlagen sich ihre Pläne. Während Rosie in Irland ihre Tochter Katie alleine großzieht, studiert Alex in Havard Medizin. Es scheint als wolle das Schicksal nicht, dass die beiden zusammenkommen …

Zwei Menschen die viel Liebe füreinander empfinden aber dennoch nie zueinander finden. Man fühlt mit den zwei Protagonisten mit und hofft auf ein baldiges Happyend. Dieses wird jedoch spätestens nach 15 Minuten zerschlagen und erneut sitzt der Kinogänger da und leidet mit. Und immer wieder hat man das Gefühl- jetzt aber! Jedoch muss man sich auf einiges gefasst machen.

Lilly Collins spielt die Rolle der Rosie mit viel Charme. Man fühlt mit ihrem Filmcharakter mit und spürt die Weiterentwicklung innerhalb dieser Rolle. Und auch Sam Claflin glänzt. Als gut aussehender Junggeselle verkörpert er den sexy besten Freund für Rosie, für den sie scheinbar mehr als nur Freundschaft empfindet. Ein Film der zwar schnulzig, aber auch humorvoll und zum schmunzeln ist. Für alle Romantik-Fans ein absolutes Muss! (7/10)

- Kritik von Julia


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Zum Weinen schön: 'Wish I Was Here'


Wish I Was Here ist das Kickstarter-Projekt von Kult-Seriendarsteller Zach Braff (Scrubs), der schon mit seinem Vorgängerfilm Garden State Erfolge feierte. Aiden (Zach Braff) arbeitet als Schauspieler in Los Angeles, hat aber schon seit Jahren keinen größeren Erfolg mehr vorweisen können. Gemeinsam mit seiner Frau Sarah (Kate Hudson) und seinen zwei Kindern kommt er nur knapp über die Runden. Die Rechnung für die teure Privatschule zahlt sein Vater Saul (Mandy Patinkin). Als ihn eines Tages die Nachricht vom bevorstehenden Krebs-Tod seines Vaters erreicht, versucht er sein Leben zu ordnen und neue Prioritäten zu setzen. Kurzerhand beschließt er seine Kinder selbst zu unterrichten und ihnen einige Lebensweisheiten aus seinem eigenen Leben zu vermitteln …

Zach Braff spielt die Rolle des verzweifelten Familienvaters so gekonnt, dass er so manchem Zuschauer Pipi in die Augen lockt. Und auch Kate Hudson (How to Lose a Guy in 10 Days) hat ihre Hausaufgaben gemacht. Charmant wie eh und je spielt sie die süße und starke Frau an Braffs Seite- ein tolles Duo auf der Leinwand! Verzweiflung, Geldsorgen und Trauer sind eine super Ausgangslage für jegliche Dramen. Allerdings gelingt es Braff eine Geschichte zu erzählen, die viele Momente zum Schmunzeln, Besinnen und Mitfühlen bietet. Und auch der Realitätsbezug ist hierbei gut gelungen. Kein Kitsch und keine Überdramatisierung. Ein toller Film, zum Weinen als auch Lachen! (9/10)

- Kritik von Julia


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'Schoßgebete': Charlotte Roche macht auf liebenswert


Mit ihrem Debüt Feuchtgebiete sorgte Autorin Charlotte Roche in der Vergangenheit im Buchhandel, sowie auf der Kinoleinwand für viel Furore. Ihr zweites Werk Schoßgebete brachte ihr jedoch deutlich mehr Anerkennung in der Autorenwelt. Und auch der gleichnamige Film ist so ganz anders wie sein Vorgänger. Hierbei geht es nämlich nicht um Körperlichkeiten, sondern lediglich um eine Frau, die mehr Spleens hat als andere Frauen Schuhe.

Seit einem schweren Unfall, bei dem die Geschwister der Protagonistin Elizabeth Kiehl (Lavinia Wilson, Allein) ums Leben gekommen sind, kann diese kein normales Leben mehr führen. Von Schuldgefühlen geplagt verfällt Elizabeth immer wieder in ihre eigene Welt und wird zur totalen Neurotikerin. Der wöchentliche Gang zur Therapeutin Frau Drescher, (Juliane Köhler) hilft der verzweifelten Mutter ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Mit viel Selbstironie und der Hilfe ihres liebevollen Mannes Georg (Jürgen Vogel, Die Welle) scheint es so langsam wieder Bergauf für sie zu gehen …

Mit viel Sarkasmus und neurotischen Gags kann Lavinia Wilson in diesem Film überzeugen. Sei es die Rolle der verkorksten Mutter, die kläglich versucht sich ihre Neurosen gegenüber ihrer Tochter nicht anmerken zu lassen oder die totalen Angstzustände beim Aufzug fahren – Wilson bringt diese super rüber und zeigt einmal mehr, wie normal es sein kann, ein wenig verrückt zu sein.

Was bei einem Charlotte-Roche-Film natürlich nicht fehlen sollte, ist der Sex – davon gibt es auch hier eine ganze Menge! Es wird heiß und wild mit Ehemann Georg (Jürgen Vogel), sei es im ehelichen Schlafzimmer oder gar im Bordell bei einem Dreier. Der schwere Unfall, der rückblickend immer mehr aufgedeckt wird, zieht den Zuschauer etwas runter und sorgt hin und wieder für gedrückte Stimmung. Nichtsdestotrotz kann sich der neue Streifen von Regisseur Sönke Wortmann (Das Wunder von Bern) sehen lassen. Sei es wegen der neurotischen Protagonistin, die Roche teilweise nachempfunden wurde oder dem liebevollen und strapazierfähigen Jürgen Vogel. (7/10)

- Kritik von Julia


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Neuer Kader, alte Action: 'The Expendables 3'


Sie sind wieder da! Die alten Herren des guten alten Action-Genres. Ganz vorne mit dabei sind wieder Sylvester Stallone und sein dicker Kumpel Arnold Schwarzenegger. Die zwei vom alten Schlag versuchen sich in The Expendables 3, dem dritten Teil der Action-Reihe, einmal mehr zu profilieren. Während Arnie allerdings wenig Screentime hat, darf sich Stallone über gaaanz viel Aufmerksamkeit freuen. Mit einer Coolness, die sonst keiner hat und auch einer gehörigen Portion Selbstdarstellung stiehlt diesem Mann wohl niemand so schnell die Show. Selbst Hollywood-Größen wie Harrison Ford oder Mel Gibson können ihm in Sachen Coolness nicht das Wasser reichen. Mit Stallone als Boss der Alt-Herren-Truppe kann aber auch einfach nichts schief gehen. Da die ersten beiden Teile schon so vor Action strotzten, wurde wohl im dritten Teil erneut versucht zu überbieten. Allerdings geht diese Rechnung nicht unbedingt auf.

Die Szenen ziehen sich sehr lang bis endlich mal eine Granate explodiert, oder eine ganze Armee von Männern in die Luft gejagt wird. Barney Ross (Sylvester Stallone) sucht sich für eine letzte Mission einen neuen Kader. Lässig wie immer mit der Zigarre im Mund zieht er durch das halbe Land und sucht sich neue Schützlinge – und seine Jungs vom alten Schlag müssen zurückbleiben. Allerdings kann man(n) und Frau sich darüber sogar freuen. Durch den Einsatz von Twilight-Star Kellan Lutz gibt's außer faltiger Haut und alten Muskelpaketen auch hübsches Frischfleisch zu bewundern. Und auch die Herren der Schöpfung dürfen sich über weibliche Unterstützung im Kader freuen. Mit Ronda Rousey tritt eine wahre Powerfrau so manchem Mann in den Hintern.

Die Action-Stars spielen sich die Bälle nur so zu und so kann auch viel geschmunzelt werden. Während Arnie seinen Kult-Spruch bringen darf, sieht man Jason Statham doch tatsächlich auch mal herzlich lachen. Welch seltenes Bild. Ansonsten ist die Action wie zu erwarten und der 'Plot Gut gegen Böse' kann ja letztlich auch nie schlecht werden. Ein Film der wahre Action-Fans mit Sicherheit anspricht und Fanboys auch ins Kino ziehen wird- ich meine bei dieser Star-Besetzung! (6/10)

- Kritik von Julia


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Ein Affentheater vom Feinsten: 'Dawn of the Planet of the Apes'


Zehn Jahre sind inzwischen vergangen, seit das freigesetzte Virus den Großteil der Menschheit ausgerottet hat. Die wenig übrig gebliebenen Menschen hausen in Ruinen der ehemaligen Stadt San Francisco. Eine Expedition in die Wälder, angeführt von Malcolm (Jason Clarke), trifft auf das von Caesar (Andy Serkis) angeführte Affenvolk. Diese haben sich mittlerweile ein eigenes Dorf im Wald errichtet. Das Zusammentreffen der beiden Rassen bewirkt Unruhe auf beiden Seiten, doch Malcolm und Ellie (Keri Russell) erwirken ein Friedensabkommen mit Caesar, das jedoch nur von kurzer Dauer ist.

Da die Menschen misstrauisch sind, hetzt Anführer Dreyfus (Gary Oldman) gegen die Herrschaft der Affen und macht diese für die Beinahe-Ausrottung der Menschen verantwortlich. Dreyfus sammelt eine gewaltbereite Gefolgschaft um sich und provoziert damit einen entscheidenden Kampf zwischen Menschen und Affen, der die Vorherrschaft ein für alle Mal klären wird.

Neben dem spektakulären und bildgewaltigen Kampf zwischen Mensch und Affe gelingt es Dawn of the Planet of the Apes gut, den Blickwinkel beider Rassen aufzuzeigen und zu verstehen. Es gibt einerseits uns Menschen, deren oberstes Ziel es ist die Menschheit weiter fortbestehen zu lassen und die wenig übrig gebliebenen zu beschützen. Auf der anderen Seite sieht man die Affen, die ebenfalls als Volk zusammen hausen und alles dafür tut, den eigenen Stamm zu beschützen – nun eben auch vor den Menschen.

Was dem Regisseur besonders gelingt, ist die Emotionen der Affen hervorzuheben. Man sieht diese zwar auch im Vorgänger, allerdings wird besonders in diesem Teil der Zuschauer in deren Bann gezogen. Man hat schon fast Tränen in den Augen, wenn Caesar sein neugeborenes Baby in den Armen hält. Besonders Caesar und sein Sohn stehen im Mittelpunkt der Handlung und stellen das menschliche Verhalten so realistisch dar, dass man als Zuschauer kurz vergisst, dass immer noch von Affen die Rede ist.

Der Wendepunkt dieser Geschichte ist, dass den Affen relativ schnell bewusst wird, dass sie sich gar nicht so sehr von den 'bösen' Menschen unterscheiden, obwohl sie dachten aus deren Fehlern gelernt zu haben.

Ein toller Film um Misstrauen, Freundschaft und dem einzigartigen Kampf zwischen Affen und Menschen. Manche Szenen ziehen sich etwas, aber alles in Allem, eine gut gelungene Action mit Nachdenk-Potenzial. (7/10)

- Kritik von Julia


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Wenn Gutmenschen in den Dschungel gehen: 'The Green Inferno'


Es sieht schon ziemlich beeindruckend aus, wenn die Kamera eine gefühlte Ewigkeit durch das schier endlos wirkende Grün fährt. Für jeden, der auch nur hin und wieder gerne draußen ist, ist das ein Anblick, den man am liebsten live vor Ort erleben würde. So stellt man sich den Regenwald am Amazonas vor. Selten sahen Bilder, die mit einer 'Consumer Cam' gedreht wurden, so beeindruckend aus. Wenn man diese Bilder sieht, denkt man keine Sekunde daran, dass es sich hier eigentlich um einen Kannibalen-Film handelt. Lediglich auf der Tonspur gibt es erste Anzeichen dafür, denn der Score, der dezent im Hintergrund ertönt, erweckt durchaus Reminiszenzen an Riz Ortolanis bekanntem Thema aus Cannibal Holocaust. Das war es dann aber auch schon mit den Abspielungen auf Ruggero Deodatos Klassiker des Genres. Zumindest fürs Erste, denn Roths The Green Inferno bombardiert uns erst mal mit dem Üblichen: Twens vom Reißbrett, die man nur sieht und schon bescheid weiß.

Doch Roth, der mittlerweile im Business angekommen und durchaus kein Hot-Shot mehr ist, spielt mit diesen Klischees. Wieder mal. Seine US-'Bratzen' blicken erneut durch die rosarote Brille auf das Weltgeschehen. Nur Justine (Lorenza Izzo) scheint hin und wieder etwas nachzudenken. Das hat sie wohl von ihrem Vater (groß wie immer: Richard Burgi), denn der ist immerhin hoher UN-Beamter und hat keinerlei Verständnis für die Gutmenschen, die von Weltpolitik keine Ahnung haben. Nichtsdestotrotz lässt sich Justine überreden, auf eine ganz spezielle Tour zum Amazonas mitzukommen. Es hätte nicht die Zeit gebraucht, die Roth auf die jungen Studenten und Weltverbesserer verschwendet, bis er und seine Stundeten endlich im Urwald ankommen. Einmal dort ist aber alles, was man bis dahin gesehen hat, aber schnell vergessen, denn ab hier mach Roth dann keine Gefangenen mehr. Der Flugzeugabsturz in die grüne Hölle läutet das Unglück ein und verliert trotz seiner mediokren Tricks nichts von seiner intensiven Wirkung.

Die ersten hat er hier schon übers Messer springen lassen – natürlich in bester Roth-Manier mit jeder Menge schwarzem Humor. Wer bis hierhin noch Hoffnungen hatte, dass es The Green Inferno durch die FSK schaffen könnte, wird eines Besseren belehrt. Von hier aus dauert es dann auch nicht lange, bis die ersten Protagonisten des indigenen Volkes, mit denen Roth gedreht hat und denen er zur Vorbereitung ja Cannibal Holocaust zeigte, in Erscheinung treten. Ihr optisches Erscheinungsbild verrät nicht nur der Gruppe Studenten, dass sie nicht im Paradies, sondern tatsächlich in der (grünen) Hölle gelandet sind. Von hier an serviert uns Roth dann auch genau das, was wir erwartet haben und was er uns versprochen hat: Ein Kannibalen-Ragout allererster Güte. Die infantilen Witzchen und der Fäkalhumor sind schnell vergessen, wenn die Kannibalen zuschlagen und es äußerst derbe zur Sache geht. Schön, dass The Green Inferno hier dann auch gut und gerne mal auf praktische Effekte setzt.

Der Film setzt hierbei teilweise auf klassische Genremuster, alles andere wäre zu viel verraten und daher gespoilert. Es sei aber nur so viel verraten: Es gibt dann doch noch einige überdeutliche Anspielungen auf Cannibal Holocaust, die schon jetzt für mächtig Gesprächsstoff hierzulande führen dürften. Am Ende, wenn man ob des Gesehenen ohnehin noch kurz zuckt, weiß Roth, wie man dem Ganzen moralisch noch die Krone aufsetzt. Hier und da könnte der Film zwar noch etwas runder und straffer sein, aber auch so ist The Green Inferno Eli Roths fiesester kleiner Film, den er bisher auf seine Zuschauer losgelassen hat. (8/10)


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Kleiner Mann ganz groß: 'The Hobbit: The Desolation of Smaug'


Peter Jacksons Verfilmung von The Hobbit: The Desolation of Smaug startet heute in den deutschen Kinos. Der bereits zweite und somit mittlere Teil, der Trilogie hat atemberaubende Szenerien und brutale Schlachten intus. Ein Spektakel dass sich wahrlich in 3D zu schauen lohnt.

Bilbo Beutlin ist zwar nicht größer geworden, doch er ist trotzdem gewachsen. Gewachsen in Stärke und Mut. Mit seinen 13 Zwergen Freunden im Schlepptau macht er sich auf den Weg um den furchterregenden Drachen Smaug zu finden. Diesen gilt es zu besiegen – und zwar so gut wie alleine. Das Abenteuer kann also losgehen. Wären da nicht die abscheulichen Orks, die den Weg zusätzlich erschweren. Schrecklicher und brutaler denn je, gilt es diese bekämpfen. Peter Jackson hat sich hierbei viel Mühe gegeben ein möglichst großes Gemetzel zu zeigen. Dies ist ihm auch gelungen. Besonders brutal und blutig geht es im zweiten Teil zu. Und auch die Elben haben ihren Auftritt im Film. Wider Willen helfen sie den Winzlingen vor den nahenden Orks. Jackson setzt hierbei auf Action am laufenden Band. So will der Zuschauer nicht einmal eine Pinkelpause einlegen, ohne etwas zu verpassen. Bei den Zwischenschnitten der Ork- Zusammenkunft sinkt die Spannungskurve und der Zuschauer fragt sich, warum genau diese Szenerie überhaupt eingebaut wurde.

Neben der Action legt Jackson besonders viel Wert auf die Figuren. So bekommt jeder einzelne Zwerg seinen Auftritt und neben Elben, Orks und Riesenspinnen bekommt auch der Drache endlich seinen Auftritt. Zutiefst boshaft und feuerwütig scheint die titeltragende Figur relativ wenig Platz einzunehmen. Vielleicht möchte Jackson auch einfach noch etwas im Peto haben, wenn nächstes Jahr zur selben Zeit der dritte und letzte Teil des Hobbits in die deutschen Kinos kommt. Wir sind gespannt und genießen das bildgewaltige Spektakel, dass uns Jackson als vorweihnachtlichen Augenschmaus serviert.

- Kritik von Julia


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