THE HITCHER [DVD]
Das Wichtigste gleich vorweg: Ich kenne das Original mit Hauer nicht. Das kann von Nachteil, aber auch von Vorteil sein. Storytechnisch sollen aber ja beide – so ist es mir zu Ohren gekommen – nahezu identisch sein. Rutger Hauer ist ein klasse Mann, keine Frage. Aber kommt er gegen einen Sean Bean an, dessen Charisma Berge versetzen könnte? Ich weiß es noch nicht, das Original wird aber bei Gelegenheit (ja, ich weiß, das sage ich immer) nachgeholt. Es ist nicht schwer, selbst ohne Kenntnis des Originals, zu bemerken, dass der Stoff ins neue Jahrtausend geholt wurde.
Schon zu Beginn wird klar gemacht, dass es sich hierbei um einen bösen Film handelt, der selbst vor unschuldigen Kaninchen und Libellen keinen Halt macht. Vor Menschen – und seinen sie noch so attraktiv – gleich zwei Mal nicht! Was folgt ist das Musterrezept des (Teen-)Horrorfilms des 21. Jahrhunderts: Ein Pärchen, beide gut aussehend, ein Psycho, ein wenig Splatter (wobei dessen Einsatz hier bisweilen gewaltig ist) und ein Finale, das man so schon mindestens tausend Mal gesehen hat.
“I want you to say four little words: I… Want… To… Die"
Ach ja, die Dialoge. Die besten kennt man ja schon aus dem Trailer, auf Grund derer ich auch erst so richtig Lust auf den Film bekommen habe. Ich meine, geht es noch dämlicher? Warum ist der Film dann trotzdem noch recht gut ansehbar und unterhaltsam? Richtig, es sind genau diese Dialoge, die so dämlich sind, dass es schon wieder lustig ist. Hinzu kommt natürlich die hübsch anzusehende Sophia Bush, wer hätt’s gedacht? Sean Bean halte ich für einen begnadeten Schauspieler, auch wenn er sich auf solch niedriges Niveau herab begibt und nur selten nicht am overacting vorbeischlittert.
Froh sein muss man in diesen Zeiten ja auch, wenn es einen Horrorstreifen gibt, der mal kein PG-13-Rating besitzt, sondern noch ordentlich auf den Putz haut, so wie es THE HITCHER tut. Natürlich reizt auch der Name Michael Bay, der hier als ausführender Produzent agierte, und dessen Optik omnipräsent ist. Nettes Teil für Zwischendurch, schön kurz, irgendwo zwischen Hochglanztrash und overacting, mit schönen Splattereinlagen und massig eyecandy. Für Genrefans aber ein Muss.
(6-7/10)
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