BLIND BEAST (盲獣) [TV]

Blind Beast

 

Mindestens so faszinierend wie verstörend. Ein Film, der von Obsession, Kunst, Tod und Liebe handelt. BLIND BEAST behandelt so viele Themen, dass es erstaunlich ist, wie der Film all diese unter einen Hut bekommt. Besonders Highlight ist dabei der Streit zwischen Aki (Mako Midori), Michio (grandios: Eiji Funakoshi) und dessen Mutter (Noriko Sengoku) – da hatte ich wirklich eine Gänsehaut, schon lange hat mich nichts mehr so berührt und gleichzeitig geschockt wie diese Konversation (bzw. Streit). Am dem Film fasziniert einfach alles, angefangen vom Angst einflössenden Atelier, über Michios Charakter, bis hin zum sadomasochistischen Finale. Die Kamera hält das Geschehen meisterlich fest, mit Techniken, die ihrer Zeit weit voraus zu sein scheinen.

 

Ich gebe zu, ich habe den Sinneswandel Akis zuerst durchaus für real befunden, doch dieser stellte sich nur kurze Zeit später als Trugschluss heraus. Er kommt, das weiß man, aber er kommt langsam. Dann, plötzlich tritt er ein, die beiden beginnen damit, den ganzen Tag nichts anderes mehr zu tun als sich gegenseitig zu quälen. Der Schmerz, die Erregung, soll immer intensiver sein. Immer perfidere Methoden denken sie sich dazu aus, bis beide schließlich der Tod ereilt. Er war abzusehen, unumgänglich. Michios (Gefühls-)Leben bekommt einen Sinn, auch wenn dieser nur kurz anhält. Der Film bricht Tabus, jene der Zeit und jene des Landes.

 

Hinzu kommt der Ödipuskomplex, den Regisseur Masumura kurzerhand umdreht, und so ist es nicht der Sohn, der seine Mutter begehrt, sondern die Mutter, die ihren Sohn begehrt. Je länger man darüber nachdenkt, desto komplexer erscheint einem das Ganze. Warum Arte den Film aber in seiner Trashreihe zeigt, frage ich mich schon, denn als Trash würde ich BLIND BEAST nicht im Geringsten bezeichnen. Allein die angesprochene Komplexität spricht dabei für sich. Ein Filmerlebnis, dass ich nur allzu gerne wiederholen würde – ein kleines Meisterwerk.

 

(8-9/10)

 

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16 BLOCKS [DVD]

16 Blocks

 

Bruce Willis in einer ähnlichen Rolle wie zuletzt in HOSTAGE. Und das ist nicht die einzige Parallele, die die beiden Filme aufweisen. 16 BLOCKS ist nämlich ebenso gleichgültig wie HOSTAGE. Willis spielt die Rolle ja ganz gut, und auch David Morse als Bösewicht (hat der eigentlich auch schon mal einen Good Guy gespielt?) ist gut besetzt. Im Ganzen können aber die beiden nichts gegen den vor sich hinplätschernden Plot tun. Ja, in gewisser Weise ist 16 BLOCKS ähnlich wie 24. Alles geschieht nahezu in Echtzeit, doch der Film erreicht dabei zu keinem Zeitpunkt die Klasse und vor allem Dramatik einer Episode 24. Am Tempo liegt es nicht, dies ist ziemlich hoch. Vielmehr ist es die Trivialität der Geschichte. Zu vorhersehbar, zu oft da gewesen ist das Ganze.

 

Schade, wo doch gerade Donner ein Actionspezi ist. 16 BLOCKS ist trotzdem kein schlechter Film, auch wenn mich Mos Def, der schnellstens mal seine Muttersprache sauber lernen sollte, ungemein aufregt. Denn dafür gibt es dann doch den ein oder anderen Lichtblick, allen voran die bereits genannten Darsteller. Badelts Musik stimmt ebenfalls. Das laut DVD-Cover schockierende alternative Ende ist dabei kein wirkliches. Vielmehr ist es Hollywood typisch noch versöhnlicher und konstruierter. Das war mir dann aber ehrlich gesagt dann sowieso egal – wie der Rest des Filmes eben. Leicht überdurchschnittlich, mehr nicht.

 

(6-7/10)

 

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NAKED LUNCH [DVD]

Naked Lunch

 

Mh, gut. Man merkt sofort, dass es sich hier um einen Cronenberg handelt. Deformierte Körper, halluzinogene Zustände, surreale Bilder und jede Menge Körperöffnungen. Am meisten verwandt ist NAKED LUNCH dabei wohl mit EXISTENZ und VIDEODROME. Vor allem der Handlungsbogen um Spionage, gezielte Tötungen und Co. erinnert stark an Letzteren. Das ist dann aber auch schon so ziemlich alles von dem was ich verstanden habe. Peter Weller liefert zwar die bisher beste Leistung ab, die ich von ihm gesehen habe, dafür nuschelt er aber ziemlich stark. Bleibt die Frage, ob das Ganze ergiebiger gewesen wäre, hätte er dies nicht getan. Ich denke nicht. Nicht wirklich. Vielmehr scheint da wohl Burroughs literarische Vorlage zu helfen, die ich aber ebenfalls nicht kenne (und auch nicht kennenlernen will).

 

"Exterminate all rational thought. That is the conclusion I have come to.", das dürfte es wohl am besten treffen, denn rational kann man, respektive ich, NAKED LUNCH nur bedingt erschließen. Neben den bereits genannten Themen greift Cronenberg auch Dinge wie Homosexualität, Arabien und Drogen auf. Inwiefern er diese jedoch zeigt oder wertet entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Die Schwulen waren meiner Meinung aber etwas zu klischeehaft besetzt und gehalten – vielleicht war das in den Fünfzigern aber auch noch anders, ich weiß es nicht. Aber was wäre ein Cronenberg denn, wenn man sofort alles erschließen und deuten könnte? Genau, Hollywood typische Massenware. Und genau das ist der Film nicht, im Gegenteil. Ein ebenso interessantes wie abgefahrenes Stück Film.

 

(7/10)

 

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ICE AGE: THE MELTDOWN [DVD]

Ice Age: The Meltdown

 

Eigentlich sind diese Art von Filmen ja absolut nicht mein Ding. Und so langweilte mich gerade ICE AGE bis knapp an die Schmerzgrenze. Doch was ist das!? Das Sequel ICE AGE: THE MELTDOWN macht mir richtig Spaß! Der Humor und die Pointen stimmen (Highlight: "I believe I can fly."), die Länge, die das Ganze schön kurzweilig macht, ebenfalls. Schön auch, dass der Humor sich in erster Linie weniger an die Kleinen, als an die Erwachsenen richtet. Bleibt also so gut wie kein Kritikpunkt außer eben jener, dass es sich um einen Zeichentrick- bzw. Animationsfilm handelt. Doch wenn die bildtechnisch brillante DVD über meinen LCD flimmert, dann spielt diese Tatsache sowieso eine eher untergeordnete Rolle. Ein Spaß, den ich mir sogar noch einmal "antun" würde.

 

(7/10)

 

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