Ein Cyborg aus Fleisch und Blut

I'm a Cyborg, But That's OK (싸이보그지만 괜찮아)
(Chan-wook Park, Südkorea 2006)
DVD

So ganz will der Film ja nicht in Parks bisherige Filmografie passen, ist er doch so ganz und gar anders als seine bisherigen Filme. Das muss nichts schlechtes heißen, im Gegenteil. I'M A CYBORG, BUT THAT’S OK ist eine gelungene Frischzellenkur für die sonst so düsteren und ernsten Filme des Südkoreaners. Nicht falsch verstehen, auch er behandelt ein ernstes und sensibles Thema, nur nicht mit der bedrückenden Dramatik, wie sie beispielsweise seine Rachetrilogie besitzt.

Gewalt gibt es ebenfalls reichlich (die Szene in der die Protagonistin in bester heroic bloodshed Manier die Angestellten zu einem Walzer niedermäht – herrlich schräg und einfallsreich!), in dieser Hinsicht ist ja aber Verlass auf Park, und auch hier folgt sie dem Aspekt der Rache.

Ferner geht es um Identität, die Findung und Zugehörigkeit seiner selbst. Im Prinzip ist I'M A CYBORG, BUT THAT’S OK so identisch zu Parks vorherigem Oeuvre, andererseits aber dennoch total anders. Ja, man könnte das Ganze durchaus als eine Freakshow bezeichnen, eine der netten Art aber. Park beschießt uns mit knalligen Farben, urkomischen Charakteren und jeder Menge unkonventioneller Geschichten und Schicksale. Den Charakteren wird viel Zeit eingeräumt, allen voran natürlich den beiden Protagonisten.

Der Fokus liegt auf den Figuren, eine weitere typische Eigenschaft für Park und sein Schaffen. Emotional starke Szenen gibt es dabei zuhauf und nahezu frei von Pathos (was bei seinen anderen meiner Meinung nicht der Fall war [aber auch überhaupt nicht schlimm ist]) sind diese auch. Park hat also alles richtig gemacht. Naja, nicht alles, denn das einzige Manko des Filmes sind die diversen Längen, mit denen er doch immer wieder zu kämpfen hat. Dieser bleibt aber auch der einzige Kritikpunkt, denn sowohl inszenatorisch – besonders das -, als auch optisch ist der Film ein Leckerbissen.

Und dennoch bleibt er eine Herausforderung (aber eine die sich lohnt) für jeden Anhänger Parks, denn hinter der knallbunten Fassade versteckt sich ein weiteres hochemotionales Drama, das sich in seinem Sujet nahtlos an die anderen Parks reiht. (7/10)

I’m a Cyborg, But That’s OK


Das Beste ist gerade gut genug!

Tja, seit heute bin ich nämlich stolzer Besitzer des neuen DVD Profiler Unlimited. Nachdem Invelos die Onlineprofile aller Nicht-Unlimited-Besitzer gelöscht hat, war dieser Schritt nur konsequent. Endlich High-Res-Coverscans, Beisteuerung neuer Profile und unzählige andere neue Features. In der Tat, 29,95$ sind nicht gerade wenig, aber wenn man bedenkt, dass dieser Betrag nur ein einziges Mal geleistet werden muss, dann geht das doch wirklich in Ordnung, oder? Und wie meint der allgemeine Tenor doch so schön: Wer Geld für ein paar Hundert DVDs hat, der hat auch mal 22,xx€ für ein tolles Programm wie den DVD Profiler über. Richtig! Meine (großartige) Sammlung lässt sich übrigens hier bestaunen…


MTV Movie Awards 2007

Gerade gesehen und eigentlich recht erfeut. Wie immer ein gelungenes Jugendpendant zu den im direkten Vergleich ziemlich steif wirkenden Academy Awards. Klar, vieles ist over the top und infantil, aber tut es dem Spaß Abbruch? Nein. Sarah Silverman, die mir zuvor nur namentlich ein Begriff war, ist wirklich eine sympathische Zeitgenossin, deren Witze sich aber größtenteils doch nur auf Fäkalhumor beschränkten. Weitere Gedanken zum Ganzen mal (ja, habe gerade keine Lust das auszuformulieren) in kurzen Sätzen:

Jack Nicholsons Getue nervt immer mehr und wirkt nur noch aufgesetzt - Jessica Biel! – Der MTV eigene anfängliche spoof hat definitv gefehlt, auch wenn die spoofs der drei Fans durchaus darüberhinweg trösteten – Michael Bay gewinnt mit TRANSFORMERS und ist live da! – PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MAN'S CHEST gewinnt zwei Mal: Da haben wohl doch nur die Kids gewählt – Die beiden Musicacts waren absolut nicht mein Fall! – Alles ging schön straight von statten, schön!

Es gab zwar schon bessere Jahre, aber auch schon viele schlechtere. Die Gewinner aller Kategorien und die komplette Show zum online ansehen gibt es hier.


Die Achse des Bösen

Behind Enemy Lines: Axis of Evil
(James Dodson, USA 2006)
DVD

Optisch hemmungslos überladenes Sequel (da wollte wohl jemand [erfolglos] Bay und Scott imitieren), dass im Prinzip die gleiche Story hat, aber deren Umsetzung nicht über das DTV-Level hinaus kommt. In Hinsicht auf den Realitätsbezug steht das Sequel dem Vorgänger aber in nichts nach, inklusive schwarzer Außenministerin und Bush look-alike. Dabei ist die Aussage klar: Der Krieg ist schlimm und fordert viele (unschuldige) Opfer, das Militär ist gut und deren Angehörige Helden. Bis auf das Setting in Nordkorea gibt es eigentlich nichts wirklich Neues, was es im Genre nicht schon gibt. Da wird dann auch mächtig bei TEARS OF THE SUN geklaut, allen voran beim Score. Der Film war zwar unnötig (Stichwort Milchkuh), aber die Sichtung hat dennoch nicht wehgetan. Ja, Mittelmaß. (5/10)


THE FOUNTAIN Audiokommentar als Podcast

Laut Film Junk plant Regisseur Darren Aronofsky einen Audiokommentar für sein Meisterwerk THE FOUNTAIN als Podcast zu veröffentlichen, nachdem die DVD ja doch ziemlich spartanisch daherkam:

everything at the studio was a struggle.
for instance: they didn’t want to do a commentary track cause they felt that it wouldn’t help sales.
i didn’t have it in me to fight anymore.
whatever.

so:
niko, my friend who did the doc on the dvd came up with a novel idea.
we recorded a commentary track ourselves.
we’re gonna post it on a site soon, http coming soon.
you can play it and watch the flick and hopefully you’ll enjoy it.

Die genaue Adresse wird noch bekannt gegeben, ich freue mich jedenfalls schon riesig, denn über diesen Film könnte man Bände voll erzählen. Und als Podcast ist mir das Ganze auch lieber als auf Scheibe.

[Quelle: Film Junk/blog.peter-noster.de]


Der Archetyp des Actionfilms

Hard-Boiled (辣手神探)
(John Woo, Hong Kong 1992)
DVD

Erst zum zweiten Mal gesehen. Hier mal mein Eindruck nach der Erstsichtung, die immerhin schon gute eineinhalb Jahre zurückliegt:

Hier lässt es Woo wie noch nie zuvor da gewesen krachen! Ein Shoot-Out und Toter (…) folgt dem nächsten und die Gesetze der Physik spielen dabei natürlich eine untergeordnete Rolle. (…) Nach dem grandiosen THE KILLER, welchen Woo einige Jahre zuvor drehte, kann ich einem Vergleich zu diesem natürlich nicht entrinnen. Fazit: HARD-BOILED zieht gegen THE KILLER den Kürzeren (wenn auch nicht mit allzu großem Abstand).

Warum? Die Story und die Entwicklung der Freundschaft sind Woo bei THE KILLER eindeutig besser gelungen. Die Musik in HARD-BOILED ist zuweilen grausig, THE KILLER verwöhnt den Zuschauer mit sanften, gefühlvollen Klängen. Die Action (inklusive Bodycount) ist bei THE KILLER zwar geringer (…), aber deutlich angemessener.

Diesem Eindruck würde ich größtenteils noch zustimmen, THE KILLER ist der bessere Film. Am faszinierendsten an der gestrigen Sichtung fand ich jedoch nicht den horrenden Bodycount oder die Action (der Film ist sowieso der Inbegriff des Actionfilms), sondern die Parallelen zu INFERNAL AFFAIRS, der mir zu Zeiten der Erstsichtung noch nicht bekannt war. Nicht nur weil mit Tony Leung und Anthony Wong gleich zwei der Hauptcharaktere mit dabei sind, sondern auch die inhaltlichen Parallelen. Alan (Leung) trifft sich mit seinem Verbindungsmann auf dem Dach, erinnert sich nicht an seinen Geburtstag und bekommt ein Geschenk vom Cop. Keine Uhr, aber ein Feuerzeug. Das berührt mich, ja.

 

Bei Wong fiel es mir aber etwas schwer, ihn in der Rolle eines bad guys zu sehen, kenne ich ihn doch sonst nur in der Rolle des aufrichtigen Polizisten. Trotzdem ist es herrlich anzusehen, wie over the top er seine Rolle mimt und wie extrem schmierig er dabei rüberkommt. Meinen beiden Mitsehern hat es jedenfalls auch gefallen, auch wenn ich deshalb wieder mal nur in den „Genuss“ der synchronisierten Fassung gekommen bin. Aber hey, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein! (8-9/10)


Schwarze, Wald, Brüste

Vixen!
(Russ Meyer, USA 1968)
TV

Hmm, okay, gut. Mein erster Meyer und wohl auch mein letzter. Nicht weil ich nichts damit anfangen kann, sondern weil es sich bei den Filmen dann doch eher um Erotik dreht, wenn auch auf ganz zahme Art und Weise (zumindest aus heutiger Sicht). Erstaunlich dabei ist jedoch, dass Meyer einerseits den typischen Genrekonventionen folgt – es geht alle 10 Minuten „zur Sache“ -, diese andererseits aber mit einer ordentlichen Portion Sozial- und Gesellschaftskritik garniert. Er spricht dabei beispielsweise Themen wie Vietnam und Rassismus an, ohne diese aber zu fokussieren. Das muss er ja auch nicht, denn solange es üppige Brüste zu sehen gibt, ist ja alles im Lot. Sehr schwer zu werten, deshalb mal vorerst keine Wertung. Übrigens einer der ersten Filme in der Arte-Reihe, die ich auch wirklich als Trash bezeichnen würde. (x/10)

 


Kyoto war gestern

The Day After Tomorrow
(Roland Emmerich, USA 2004)
DVD

Popcorn-/Blockbuster-Kino in Reinkultur! Unterhält deshalb auch recht gut, ist aber auch extrem nervig. Auf der einen Seite haben wir die Geschichte um eine zweite Eiszeit – klar, nicht vollkommen unrealistisch (?), aber dennoch nur Mittel zum Zweck. Wie bei INDEPENDENCE DAY eben, nur dass dieser deutlich unterhaltsamer und bombastischer daherkam wie THE DAY AFTER TOMORROW. Es passiert im Grunde nicht viel: Es gibt einen gravierenden Wetterumschwung, der die nördliche Hemisphäre in Eis verwandelt und ein Vater, der seinen Sohn retten will. Zwischenzeitlich gibt es dann noch einige Katastrophenszenarien, that’s it. Und das auf zwei Stunden ausgedehnt, irgendetwas muss Emmerich also doch ganz ordentlich gemacht haben, denn langweilig wurde es mir eigentlich nicht. Dafür verantwortlich zeichnen dürfte wohl der tolle Sound der DVD, der jeden Nachbarn erfreuen dürfte.

 

So unterhaltsam und audiovisuell beeindruckend THE DAY AFTER TOMORROW auch daher kommen mag – die FX sehen wirklich sehr gut aus -, so ärgerlich und nervig ist er aber auch. Zum einen wäre da die Lovestory, die einfach nur schrecklich aufgesetzt wirkt, für solch eine Art von Film aber einfach auch dazugehört (siehe zuletzt auch THE SINKING OF JAPAN). Dann die Regierung, die nicht auf den schlauen Wissenschaftler hören will und dadurch das Schicksal unzähliger Bürger besiegelt. Bemerkenswert ist dabei aber, wie Emmerich Parallelen zur aktuellen Situation zieht, die amerikanische Regierung letzen Endes aber zur Vernunft kommen lässt.

 

Wehende US-Flaggen (gleich in der ersten Einstellung überhaupt zu sehen) und sich aufopfernde Helden gehören ebenso dazu wie Menschen, die entgegen aller Vernunft auf eigene Faust handeln. Dabei wirkt THE DAY AFTER TOMORROW im Kern auch erstaunlich wie ein Remake von INDEPENDENCE DAY. Alles ist da, die Katastrophe, die Helden, der Kitsch, der Sieg. Vom gleichen Aufbau der einzelnen Storyelemente ganz zu schweigen. Was in Emmerichs Alienspektakel jedoch konsequent ist, wirkt hier einfach dumm: Die ganze Katastrophe endet genau dann, als der gute und einzig schlaue Wissenschaftler (Dennis Quaid) der USA seinen Sohn (Jake Gyllenhaal) und andere Überlebende findet. Aha, alles klar. Was soll’s, man kann ja auch nicht mehr erwarten, oder? (5-6/10)


TV Tipps zum Wochenende [01.-03.06.07]

Freitag, 01.06.07

ProSieben, 20.15 Uhr: STAR WARS: EPISODE VI – RETURN OF THE JEDI

War für mich früher immer der beste der alten Trilogie.

VOX, 20.15 Uhr: THE CAT RETURNS (猫の恩返し)

Steht hier als Tipp, da ich mit den Ghiblis ja auch mal weiter machen sollte.

EinsFestival, 20.15 Uhr: LILJA 4-EVER

Schon sehr viel positives drüber gehört.

Den kompletten Beitrag lesen …


Twitch reviewt HOSTEL: PART II

Heute in genau zwei Wochen startet Eli Roths Sequel zum umstrittenen HOSTEL. Am Film scheiden sich ja die Geister, ich für meinen Teil finde ihn toll und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass ich mich schon sehr auf den 14.06. freue. Und nachdem Twitch nun eines der ersten Reviews führt, steigt die Vorfreude weiter an, besonders bei näherer Betrachtung folgenden Absatzes:

The Italian detective in the opening hospital sequence is Luc Merenda, the star of many 70's polizia films and famed director Ruggero Deodato (Cannibal Holocaust, 1980) flew from Rome to portray Hostel 2's cannibal (in an over-the-top scene that puts Hannibal Lecter to shame). So, yes, without question, Hostel 2 pays homage to the 1973 Italian giallo films that Roth had never seen until recently and I suspect this influence has rewardingly stylized the violence.

Bleibt nur noch abzuwarten, was die FSK dazu meint, bis jetzt ist der Film jedenfalls noch keiner Prüfung unterzogen worden. Mehr Informaionen, Trailer und Co. auf der offiziellen deutschen Homepage.

[Quelle: Twitch]


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