Kurz mal abgehakt # 10

Bevor es die beiden "großen" Reviews zu AMERICAN GANGSTER und HALLOWEEN gibt, erst einmal eine Zusammenfassung der letzten Tage.

A HISTORY OF VIOLENCE – seit dem Kinobesuch anno 2005 nicht mehr gesehen und gerade deshalb so angetan davon, wie groß er bei näherer Betrachtung (und einem kurzen Lauschen des Audiokommentars) doch ist. Mortensen und Bello agieren und harmonieren perfekt miteinander, die Schlussszene macht dies nur noch einmal allzu deutlich. Zwar wohnt dem zweitjüngsten Cronenberg diese gewisse Atmosphäre nur zu einem kleinen Maße bei, doch es sind gerade diese Momente, die so faszinieren und begeistern. Jedes Mal aufs Neue war ich "am Rande meines Sitzes", wusste ich doch genau, dass der nächste Gewaltausbruch unmittelbar bevorsteht und mich dann mit einer Roheit und Drastigkeit erfassen würde, die so nur vom Kanadier stammen kann. Ich bin gespannt auf EASTERN PROMISES. (8/10)

HALLOWEEN – vor Zombies Remake war eine erneute Sichtung von Carpenters Meisterstück natürlich obligatorisch. Und so hatte mich HALLOWEEN von Beginn der opening credits mit dem genialen Hauptthema an wieder voll und ganz in seinen Bann gezogen. Der Mord zu Beginn, in einem einzigen Take, die tolle Ausnutzung des Scopeformates, der Einsatz des Soundtracks und das lange (aber nicht zu lange) Hinauszögern von Myers Gesicht bzw. Maske – pure Magie. Es ist die unmittelbare Nähe zum Geschehen, das vorstädtische setting, welches den Film in seiner Wirkung erst so richtig aufgehen lässt. Man kann nicht anders, als sich zu wiederholen und Carpenters Film als einen der besten Horrorfilme überhaupt zu titulieren. Da tat auch die grottenschlechte DVD von Laser Paradise dem Genuss keinen Abbruch. (8-9/10)


Trailer zu 24 Season 7

Speziell für die Fans in Großbritannien präsentiert Kiefer Sutherland alias Jack Bauer den exklusiven Trailer zu Season 7 vor (leider scheint die Qualität aber nicht die beste zu sein). Wer die vorherigen Seasons nicht kennt, sollte um den Trailer also einen großen Bogen machen. Allen anderen sei gesagt, dass ich über die Rückkehr einer bestimmten alten Figur nicht gerade angetan bin – alles wirkt trotz relativ neuem Konzept doch wieder wie gewohnt.

24 Season 7

So langsam aber sicher scheint die Luft bei 24 raus zu sein, alles wiederholt sich seit Season 3 nämlich nur noch mehr oder weniger gut. Die Vorfreude ist aber dennoch groß, denn so etwas wie 24 hat das Fernsehen nie zuvor hervorgebracht und so etwas grandioses wird es wohl auch nie wieder geben. In diesem Sinne: Jack is back!


Nutshell 25.10.07

Spiegel Online über THE ASSASSINATION OF JESSE JAMES… Focus Asia Nights

Das internationale Poster zu HITMAN steht

Guy Ritchie wird beim Remake zu THE DIRTY DOZEN Regie führen

Das komplette Programm der Focus Asia Nights steht – naja…

Romero arbeitet schon an einem Sequel zu DIARY OF THE DEAD

Bei The Hut.com gibt es mit dem Code "Oct10" für 24 Stunden 10% auf alles

Bei Walmart gibt es das Pendant zum Toshiba E1 jetzt für 198$ – leider nur in den USA


Nutshell 24.10.07

HALLOWEEN kommt am 18.12. in den USA als Director's Cut auf DVD John Rambo

Der finale Trailer zu JOHN RAMBO

Jessica Biel wird es demnächst in DIE A LITTLE zu besabbernwundern geben

SILENT HILL wird zwei Sequels bekommen

Kenta Fukasakus XX wird auf den Focus Asia Nights seine Weltpremiere feiern

Die FAZ reviewt LIONS FOR LAMBS


I AM LEGEND Final Trailer

Auf WorstPreviews kann man jetzt den finalen Trailer zu Will Smiths neuestem Vehikel I AM LEGEND begutachten. Das Digital Comic Book I AM LEGEND: AWAKENING, quasi die Vorgeschichte des Ganzen, findet sich zudem hier (480p). Ich freue mich jedenfalls schon auf den Film, denn wer hätte nicht auch mal Lust (zumindest für einen begrenzten Zeitraum) der letzte Mensch auf Erden zu sein und somit alles tun zu können wozu man Lust hat…?

I Am Legend


Kurz mal abgehakt # 9

Wird ja auch höchste Eisenbahn, dass sich hier filmtechnisch mal wieder etwas tut. Und wenn die letzte Woche "kulinarisch" auch nicht so viel Abwechslung bot (es blieb größtenteils bei Exploitation), so scheint man doch wenigstens etwas rumgekommen zu sein…

DRAGON SQUAD (猛龍) – "If Michael Bay directed a Hong Kong film, the result would likely be Dragon Squad." (LoveHKFilm.com), diese Aussage sollte mich schließlich dazu bewegen, den Film endlich zu erwerben und zu sichten. Gelohnt hat es sich, ja. Zwar kommt die Mischung aus Krimi und heroic bloodshed zu keinem Zeitpunkt an die alten, klassischen Schmachtfetzen heran, weiß aber dennoch vorallem optisch zu gefallen. Genau hier erinnert er nämlich unverwechselbar einem jeglichen Bay-Streifen, der seine "Effekte" jedoch nicht so inflationär einsetzt wie Regisseur Lee dies hier tut. Für Michael Biehn gibt's natürlich einen Pluspunkt, auch wenn dieser sichtlich ohne jegliche Lust bei der Sache zu sein schien. Ansonsten zwar kein Highlight, aber ein wirklich unterhaltsames Vehikel. Und in Sachen Gewalt und Besetzung alles andere als sparsam. (7/10)

ZERO WOMAN: RED HANDCUFFS (0課の女 赤い手錠) – herrlich sleazig und mit einer Protagonistin, an der man(n) sich einfach nicht satt sehen kann (was ein Körper!). Am köstlichsten unterhalten haben mich aber nicht die vielen Gewaltausbrüche – es wird vergewaltigt und gefoltert, bis sich die Balken biegen – oder Brüste, sondern die weit aufgerissenen Augen der beiden männlichen Protagonisten, wenn sie mal wieder einen Wutausbruch haben oder gerade ihren Bruder erschlagen – herrlich, das! Optisch ist das Ganze alles andere als Trash, denn vorallem die Rückblenden sehen ziemlich schick aus. Bei der Ausstattung scheint man ebenfalls nicht gespart zu haben, wird doch so einiges in die Luft gesprengt und auch die Handlungsorte erscheinen ob der kurzen Länge vielfältig. Als Sahnehäubchen gibt es dann noch einen feinen, schön funkigen Soundtrack und fertig ist die Spaßtorte. Mehr davon! (7-8/10)

ILSA, HAREM KEEPER OF THE OIL SHEIKS – Ilsa (Dyanne Thorne) darf mal wieder auf den Putz hauen – dieses Mal in Nordafrika in irgendeinem Harem eines durchgeknallten Scheichs. Und auch hier stehen wieder Folter und Mord an der Tagesordnung, im Prinzip blieb alles beim Alten, lediglich die Uniform hat die vollbusige Blondine getauscht. Ach ja, sie verliebt sich auch wieder, sogar richtig dicke. Ein Amerikaner ist es mal wieder, für den sie kaum erblickt, alles über den Haufen schmeißt und mal eben eine kleine Revolution im Harem startet. Ihre zwei Assistentinnen – nunmehr schwarz und dunkeläugig – stehen ihr dabei so loyal zur Seite, dass sie auch mal oben ohne in den Kampf ziehen, der Zuschauer hat ja schließlich auch nichts dagegen. In einem over the top-Geplänkel endet der ganze Spaß dann schließlich, und ich habe mich wieder mal 90 Minuten köstlich amüsiert. (6/10)

GOLDFINGER – mein erster Bond mit Connery und ich bin sofort drauf und dran ihn als Zweitbesten nach Dalton in dieser Rolle zu bezeichnen. Im direkten Vergleich mit Moore und Brosnan (mit Lazenby kenne ich noch keinen) liegen natürlich Welten dazwischen, denn keiner ist so charmant wie Connery. Fröbe hingegen empfand ich als äußerst blass, als viel zu uncharismatisch und stereotyp. Ebenso die Bondgirls, von denen keine einzige ein Highlight darstellte, aber anscheinend setzte man hier sowieso mehr auf einen großen Brustumfnag als auf charmante Damen (da lobe ich mir doch Moneypenny). Umso erstaunlicher, wie offen GOLDFINGER mit dem sexuellen Kontext umgeht – von Metaphern über Namen, bis hin zu den genannten, großen Brüsten. Und das für eine Produktion aus dem Jahre 1964… Wie auch immer, Spaß hat es jedenfalls mal wieder gemacht, was vorallem auch dem tollen Plot und dem wundervollen Titelsong zuzuschreiben ist. (7/10)

EVIL DEAD TRAP (死霊の罠) – man nehme die musikalische Untermalung eines Dario Argento bzw. Goblin, die Bildsprache und Fleischmetaphorik eines David Cronenberg, gegen Ende noch ein wenig ALIEN und fertig ist ein japanischer Sicko, den ich für viel größer halte, als er auf den ersten Blick zu sein scheint. Die Atmosphäre ist großartig, und trozt der Tatsache, dass der Soundtrack nur aus einem einzigen Stück besteht und sich unzählige Male wiederholt, trägt er zu dieser dennoch in hohem Maße bei. Ein wenig Sex und Vergewaltigung darf natürlich auch nicht fehlen, vom "geschmackvollen" Splatter ganz zu schweigen. Und dennoch scheint hinter der einfachen, billigen und durchschaubaren Fassade etwas zu stecken, das sich bei der Erstsichtung nur schwer bis gar nicht erfassen lassen dürfte. Es ist diese Art Beigeschmack, der auch Cronenbergs Filmen stets beiwohnt – Medien, menschliches Fleisch, die Sensationsgeilheit der Medien/Zuschauer und das Erschaffen neuen Lebens. Statt zu kopieren kommt Ikedas Film aber stets auch mit eigenen Ideen auf (er nimmt bspw. SAW einiges vorweg) und spielt lediglich gezielt auf die genannten Klassiker an. Definitv ein Film, der mit wiederholtem Male wächst. (7-8/10)


Nutshell 23.10.07

TRANSFORMERS bricht die Verkaufsrekorde in den USA Transformers HD DVD

Scorsese und DiCaprio tun's schon wieder miteinander

16 Interviews und 11 Clips zu AMERICAN GANGSTER

Die Zeit im Interview mit Brad Pitt

Ein neues Komplettset der Bonds steht uns bevor

Tom Cruise wird kein Cameo in STAR TREK haben

Spiegel Onine stellt die Zeitungs-DVDs der Woche vor


Nutshell 22.10.07

Der neue Film Junk Podcast steht zum Download bereit In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale

Kommt da etwa wirklich ein Remake von THE EXORCIST!?

Wird es RAMBO V geben? Den neuen Trailer zum Vierten gibt es morgen!

Twitch hat ein Review zu Dr. Bolls IN THE NAME OF THE KING

Bilder der Eröffnung des Tokyo Film Festival

US-Box Office für's vergangene Wochenende

Neues Poster zu (dem ultra schlecht aussehenden) BEOWULF


Nutshell 21.10.07

Sonntag…

Spiegel Online über das Phänomen Dr. Uwe Boll

De Palma scheint mit REDACTED nicht hundertprozentzig zufrieden

Remake Nummer 13238249 – CHILD'S PLAY


Gefühlloses von Gefühllosen

The Invasion
(Oliver Hirschbiegel, USA 2007)
Kino

Eines gleich vorweg: Ich habe keines der unzähligen Remakes gesehen und nein, auch nicht das Original. Traurig eigentlich, wenn THE INVASION, ein uninspirierter, seelenloser Thriller, den Anfang macht. Egal, vielleicht eignet sich Hirschbiegels Hollywooddebüt ja als nettes Popcornkino, das wenigsten Effekt- und scare-technisch etwas hermacht. The InvasionDoch leider Fehlanzeige, denn selbst dafür eignet sich das Ganze nur bedingt. Es wird wohl einen Grund haben, weshalb sich die Gebrüder Wachowski James McTeigue geholt haben und diesen das komplette Ende Hirschbiegels noch einmal überarbeitet haben lassen. War das Ende des Deutschen wirklich noch schlechter als jenes, das sich im fertigen Film findet. Ich denke nicht, denn nahezu alles scheint angesichts der Routine dessen besser. Als massenkompatibler erscheint es angesichts dieser Tatsache aber, ergo war die Initiative der Wachowskis wohl "richtig" (denn der Durchschnittskinogänger will ja genau das und das bringt Geld). Aber was verschwende ich überhaupt so viele Gedanken daran?

Hirschbiegels McTeigues Version der Körperfresser beginnt unvermittelt, wirft den Zuschauer direkt in das Geschehen und tut sich bereits damit keinen allzu großen Gefallen. Statt die Spannung langsam aber sicher aufzubauen, sind die Bedrohung und das Schicksal der Protagonistin schon nach wenigen Sekunden ersichtlich. Das ist aber angesichts der Tatsache, dass THE INVASION sowieso zu keiner Zeit auch nur den Hauch einer Spannungskurve aufbauen kann, nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. So richtig erschrecken will man sich ob der überraschenderweise unspektakulären Mutanten auch nicht, und so bedeutet dies für den Film eigentlich schon den tödlichen Dolchstoß. Ja, von den politischen Untertönen, die mehr peinlich als subtil sind, ganz zu schweigen. Hier Irak, da Nordkorea und dort drüben das abscheuliche Wesen Mensch. Da muss man sich am Ende wirklich zusammenreisen, dass man keinen Lachanfall bekommt, wenn Craig zu Kidman meint, dass es doch Mist sei, dass im Irak schon wieder 89 Menschen getötet wurden und diese das nur mit einem Lächeln kommentiert.

Ohne Original oder Remake zu kennen glaube ich diesen jedoch sofort, dass sie sich mit ihrem politischen Umfeld subtiler auseinandersetzten (wie man ja überall liest). Die beiden angesprochenen Protagonisten bleiben somit also einer der wenigen Lichtblicke des Ganzen, The Invasionauch wenn man vor allem Craig gegen Ende hin ansieht, dass er seine Zeit doch lieber mit etwas anderem, sinnvollerem verbracht hätte. Tauscht man diese beiden jedoch gegen x-beliebige Noname-Produkte aus, bliebe dann wirklich nur noch ein schlechtes Abziehbild, welches auf seiner Rückseite nicht einmal mehr im geringsten Klebstoff aufweist. Der Film ist ein ganz klarer Fall von Sommerlochunterhaltung wie sie so nur aus Hollywood kommen kann – ideenlos, repetitiv und mit keinerlei Highlights. Gut, der viele unfreiwillige Humor (die Mutanten sind ja mehr zum Lachen als zum Erschrecken) wäre vielleicht zu nennen, aber denkt man nur mal an die nervtötende Beziehung Kidmans zu ihrem Sohn, dann hat man den Humor schnell wieder verworfen. Es wird nicht lange dauern, bis man THE INVASION ohne großes Dazutun wieder komplett aus seinem Gedächtnis gelöscht haben wird – und das ohne Gefühle. (4-5/10)


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