PewCast 002: 'Zero Dark Thirty'


Wir haben es wieder getan! Sascha und ich haben uns selbst beim Wort genommen und die zweite Episode unseres gemeinsamen Podcasts aufgezeichnet (nachdem die eigentlich zweite Episode zu Django Unchained wegen technischer Probleme leider unter den Tisch fallen musste). Für PewCast 002 haben wir und dieses Mal in Form von Alex Gajic von Real Virtuality tatkräftige Unterstützung geholt. In der zweiten Episode besprechen wir Kathryn Bigelows 'Kill-Bin-Laden-Film' Zero Dark Thirty. Außerdem gibt es unseren Senf zu aktuellen Film-News, unseren zuletzt gesehenen Filmen und unserem 'Cool Thing of the Week'. Und keine Angst, dieses Mal sind wir deutlich kompakter und gehen Euch nur 80 Minuten lang auf die Ohren. Viel Spaß also beim Hören! Über Feedback freuen wir uns wie immer in den Kommentaren. Ein großer Dank geht wie immer an unseren Produzenten.

Shownotes

00:00:00 – Intro

00:04:00 – News

00:11:51 – Watched

00:24:13 – Zero Dark Thirty Review

01:12:00 – 'Cool Thing of the Week'

01:16:49 – Outro

Hören & Download / iTunes


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Die Stille nach dem Schuss: 'Zero Dark Thirty'


Das Bild ist noch komplett schwarz. Wir hören Originalaufnahmen von Telefongesprächen aus dem World Trade Center vom 11. September 2001. Wir kennen die meisten dieser Telefonate, die wir da fast schon voyeuristisch belauschen aus der Berichterstattung von damals. Wir sind diesen Aufnahmen komplett ausgeliefert, können nichts anderes tun als zuzuhören, wie ein zweites Flugzeug in das WTC fliegt und die Stimmen der Menschen voller Angst sind. Nein, keiner, der diese Ereignisse live miterlebt hat, wird sie jemals wieder vergessen. Erst eine Dekade später sollte der Urheber dieser Tat zur Rechenschaft gezogen werden. Doch bis dahin ist es auch in Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty noch ein weiter Weg. Auf die 9/11-Protokolle folgt ein harter Schnitt. Plötzlich befinden wir uns in einem Geheimgefängnis in Afghanistan, wo ein Verdächtiger – man sieht es ihm deutlich an – schon länger verhört wird. Es ist ein äußerst harter Schnitt. Einer, der Bigelow und ihrem Drehbuchautor Mark Boal im Vorfeld viel Kritik einbrachte, weil Bigelow das ausführlich zeigt, was nach wenigen Minuten folgt: Waterboarding und andere Foltermethoden.

Einerseits will man sich immer wieder ins Gewissen rufen, dass dieser Mann, der dort gerade das unangenehme Gefühl nacherlebt zu ertrinken, für ebenjene Ereignisse mitverantwortlich ist, mit denen Bigelows Film beginnt. Andererseits versteht es Bigelow aber auch, diese Szenen so zu inszenieren, dass nicht selten Mitleid für den Gefangenen aufkommt und man das Ganze nicht immer leicht ertragen, geschweige denn zusehen kann. Genau so ergeht es auch Bigelows Protagonistin Maya (Jessica Chastain), die vom Schreibtischjob in D.C. nach Afghanistan kommt und dort quasi gleich ins kalte Wasser geworfen wird. Anfangs scheint sie sich selbst nicht sicher zu sein, ob diese 'coercive interrogation' wirklich von Nöten ist. Sie selbst geht es jedenfalls anders an, auch wenn sie Gefangenen ebenfalls nicht mit Samthandschuhen anfasst. Doch nicht nur ihre Haltung gegenüber extremen Verhörmethoden soll sich schon bald ändern. Zero Dark Thirty ist nicht nur dieser 'Kill-Bin-Laden-Film', als der er anfangs etikettiert wurde, sondern vor allem auch ein Film über eine besessene Frau.

Bigelow lässt sich viel Zeit für ihre 'Heldin', bei der wir nie wirklich wissen, was es nun eigentlich ist, was sie antreibt und dieser ständigen Gefahr aussetzen zu lassen. Ist sie einfach nur eine knallharte Karrierefrau oder ist sie der Meinung, dass sie eine gewisse Bringschuld zu begleichen hat? Zumindest zu Beginn bleiben sie und ihre Motive etwas im Dunkel. Erst später, wenn sie Freundschaften geschlossen hat, was angesichts der Arbeit und Lage schon schwer genug ist, wird klar, dass sie dies auch für ihre Freunde und Kameraden tut. Viele davon lernen wir im Laufe des Films kennen, viele davon gehen auch schnell wieder. Dies passiert aber meist unfreiwillig, denn Zero Dark Thirty schert sich nicht nur um sein vermeintliches Anliegen, das Finale in Abbottabad, sondern ist vor allem auch ein Film, dessen Anliegen es ist, den sogenannten Kampf gegen den Terror zu porträtieren. Ständig befinden wir uns an einem anderen Ort, in einem anderen Hotel, einer anderen Green Zone, einer anderen US-Basis. Genauso oft sitzen andere Terror-Verdächtige vor uns und ihren Richtern, bei denen wir schon mit den Namen Probleme haben, sie zu- oder gar einzuordnen.

Hier findet sich ein weiterer Aspekt, der im Vorfeld Anlass zur Kritik gab, denn nicht nur CIA-Direktor Morell war der Meinung, dass Bigelows Film nicht die Wahrheit spricht, waren es doch zig Tausende Männer und Frauen, die sich am Kampf gegen den Terror beteiligten und Bin Laden schließlich in Pakistan ausmachten. Doch diese Kritik greift nicht wirklich, denn Zero Dark Thirty ist immer nur eine Momentaufnahme. Wenn ein hochrangiger Taliban, von dem man sich Informationen erhofft, ein Geheimtreffen mit einer Kollegin von Maya (Jennifer Ehle) auf einer US-Basis hat, dann wissen wir, dass hier deutlich mehr als nur diese Gruppe von Beamten und Soldaten beteiligt ist. Doch es geht sowieso nicht um den Einzelnen, auch wenn es immer Einzelne sind, die beispielsweise bei einem Selbstmordattentat zu Tode kommen (das Bigelow in all seinem Schrecken immer wieder zeigt). Oder wenn Maya wie besessen davon ist, das große, geheimnisvolle Haus in Pakistan zu stürmen. Es geht um ganze Nationen, Allianzen und Systeme, deren Stellvertreter wir lediglich kennen lernen. Auch Bin Laden selbst ist ein Einzelner, der aber für ein ganzes System steht.

Genau hierin zeigt sich eindrucksvoll, wie stark Bigelows Film geworden ist. In einzelnen Szenen scheint alles so einfach und klar zu sein. Bigelows eine Pro-Folter-Haltung vorzuwerfen ist deshalb so vermessen, weil das alles doch so viel komplexer ist als es auf den ersten Blick scheint. In einer Szenen im Film heißt es explizit, dass das Verhören von Verdächtigen seit Obamas Präsidentschaft deutlich schwerer geworden sei, aber ist diese Aussage wirklich damit gleichzusetzen, dass Bigelow und Boal Folter begrüßen? So viel Fiktion und Dramatisierung auch in Zero Dark Thirty stecken mag, so real sind doch die Vorlagen nicht nur für 'Operation Neptune's Spear', sondern auch für den Kampf gegen den Terror. Auch die Tatsache, dass dies alles Opfer mit sich bringt, und zwar auf beiden Seiten, schönt Bigelow nicht. Maya weiß, dass es ihre Spur ist, die einen Unterschied machen kann. Und genau deshalb ist sie so besessen und überzeugt davon, dass ihr Weg der Richtige ist. Irgendwann ist sie allerdings an einem Punkt angekommen, an dem sie nicht mehr weiß, ob es das alles wert war. Sie dankt dabei nicht nur an sich, sondern auch an ihre Freunde und Kollegen.

Zero Dark Thirty kommt über weite Strecken einem procedural gleich: Wir schauen Profis bei der Arbeit über die Schulter, mit dem Unterschied, dass sich dieses procedural über einen Zeitraum von fast 10 Jahren erstreckt. Und am Ende sind wir dann schließlich am Höhepunkt angelangt. Wir begleiten SEAL Team Six dabei, wie es Bin Ladens Hauskomplex in Abbottabad stürmt. Doch wenn wir hier endlich ankommen sind, scheint es nicht etwa so, als würde der Film nun sein eigentliches Sujet vortragen, sondern die Erstürmung wirkt nur noch konsequent und als eine logische Folge des zuvor Ges(c)ehenen. Das heißt nicht, dass es minder spannend wäre, im Gegenteil. Die letzte halbe Stunde ist visuelle und narrative Perfektion. Wenn die Arbeit getan ist und Maya die Bestätigung bekommt, die sie jahrelang gesucht hat, dann kommt doch alles ganz anders. Und am Ende, als 'Operation Neptune's Spear' erfolgreich verlaufen ist und die SEALs Material sichern und es noch immer nicht glauben können, was sie da gerade vollbracht haben, scheint alles so schrecklich gleichgültig. Nichts ist mehr von Bedeutung, die Entrückung ist da. Die junge Dame, nein Heldin, der CIA steht inmitten der Apokalypse. (9/10)


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CIA Direktor Morell scheint 'Zero Dark Thirty' nicht zu gefallen


Als gäbe es aktuell nicht schon genug 'Diskussionen' um Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty (zuletzt verurteilte Senator John McCain, der selbst Jahre lang in Vietnam gefoltert wurde, den Film), schaltet sich nun auch noch CIA-Direktor Michael Morell ein. Dem gefällt Bigelows 'Kill-Bin-Laden-Film' nämlich nicht wirklich, wie er unmissverständlich zu verstehen gab: "What I want you to know is that Zero Dark Thirty is a dramatization, not a realistic portrayal of the facts (…) CIA interacted with the filmmakers through our Office of Public Affairs but, as is true with any entertainment project with which we interact, we do not control the final product."

Im Kern geht es im darum, dass mehrere Hundert CIA-Beamte an der Jagd nach Bin Laden beteiligt waren und nicht wie im Film gezeigt nur eine Handvoll. Des Weiteren hält er in der Pressemitteilung, die man auf der offiziellen Website der CIA findet, fest, dass nicht die Verhörmethoden der Schlüssel zum Erfolg waren: "(…) the film creates the strong impression that the enhanced interrogation techniques that were part of our former detention and interrogation program were the key to finding Bin Ladin (…) That impression is false." (E! Online) Mal schauen, wer sich bis zum Kinostart noch alles zu Wort meldet …


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Nothing Else Matters: Final 'Zero Dark Thirty' Trailer

Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty wird bei der US-Kritik gerade in den höchsten Tönen gelobt und auch bei den Golden Globes wurde ihr 'Kill-Bin-Laden-Film' mit vier Nominierungen bedacht. Um die Zeit bis zum deutschen Kinostart am 10. Januar zu überbrücken, wurde heute heute der Final Trailer veröffentlicht, der absolut rockt! Zum Glück sehe ich ihn schon nächsten Freitag, denn bis zum 10. Januar würde ich es wohl nicht aushalten! Beim Metallica-Cover bin ich mir zwar noch nicht sicher, ob ich es richtig geil finde oder total unpassend, aber der Trailer ist auch so unfassbar gut und intriguing.


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'Zero Dark Thirty': Score von Alexandre Desplat komplett online


Bis zum 10. Januar müssen sich die deutschen Kinogänger noch gedulden, erst dann kommt Kathryn Bigelows 'Kill-Bin-Laden-Film' Zero Dark Thirty in die Kinos. Ich bin natürlich seit der Ankündigung heiß auf den Film, wobei sich mein Interesse noch weiter verstärkt hat, seit Zero Dark Thirty in den ersten US-Kritiken über den Klee gelobt wird und schon jetzt als heißer Oscar-Kandidat gesehen wird. Um die Zeit bis zum Kinostart zu überbrücken, hat Madison Gate Records den Score veröffentlicht, für den niemand Geringeres verantwortlich zeichnet als einer der besten aktuell arbeitenden Filmkomponisten, Alexandre Desplat. Alle 18 Tracks des Scores sind komplett online zu hören, und ich muss sagen, dass er mir recht gut gefällt, auch wenn ich etwas mehr Action erwartet hätte (die meisten Tracks sind ziemlich ruhig). Der Score ist ab dem 19. Dezember im Handel.

(Via The Playlist)


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Neuer Trailer zu Kathryn Bigelows 'Zero Dark Thirty'

Hui, sieht der gut aus, der neue Trailer zu Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty. Die Bilder sind fantastisch, irgendwo zwischen Poesi und Apokalypse. Auch vom ziemlich geilen Cast bekommt man im neuen Trailer etwas mehr zu sehen. Für den Score zeichnet übrigens Alexandre Desplat verantwortlich. Ich kann es kaum erwarten! Deutscher Start ist am 10. Januar 2013.


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Der komplette Machtverlust: 'The Ides of March'


Dass Politik nicht immer ein ganz sauberes Geschäft ist, weiß jeder, der die Tageszeitung liest oder im Fernsehprogramm auch mal zu den Nachrichten zappt. Weder Staaten noch Parteien schenken sich etwas, geht es um Intrigen, Korruption oder die Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft. Die Welt ist schlecht und ungerecht, die Politik trägt dabei einen nicht gerade kleinen Teil dazu bei. Davon scheint zumindest George Clooney überzeugt zu sein, der sich immer wieder äußerst politisch gibt. Sei es nun in seiner Rolle als Darsteller oder wie in Good Night, and Good Luck. auch als Regisseur. Seinen neuen Film hätte er zeitlich nicht besser timen können, denn The Ides of March kommt zu einer Zeit, in der der amerikanische Vorwahlkampf auf Hochtouren läuft, auch wenn es dieses Mal nur die Republikaner sind, die einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Präsidenten suchen. Das spielt für Clooneys Film aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle, bezieht sein Film doch erstaunlicherweise nicht eindeutig Stellung. In seinem Szenario schenken sich die beiden großen Parteien der Vereinigten Staaten nicht viel, auf beiden Seiten tobt sie Schlammschlacht. Und dann passiert es doch: In einem bedeutenden Moment des Filmes ist Clooneys Governor Morris der Meinung, dass die Demokraten endlich von den Republikanern lernen müssten. Unlautere Methoden meint er damit natürlich.

Clooney, der alte Demokrat, macht nicht einfach nur Zugeständnisse, sondern zeichnet ein äußerst dunkles Bild der politischen Landschaft, das weder schwarz und weiß, noch Gewinner und Verlierer kennt. Auch die Gewinner sind hier eigentlich nur Verlierer, denn sie haben nicht nur ihre eigenen Prinzipien verraten – das Fatalste, was ein Politiker tun kann -, sondern auch ihre Mitarbeiter, Freunde und Wähler verraten. Es ist durchaus ansehnlich wie es Clooney gelingt, sich selbst erst als Heiland mit stahlend-weißem Lächeln zu inszenieren (inklusive abgekupfertem Obama-Hope-Poster), nur um ihn später in eine äußerst ambivalente Figur zu verwandeln. Es verhält sich dabei wie in der echten Politik: Man lässt sich durch das Äußere und die Rhetorik täuschen, die berechnender kaum sein könnte und meist nicht einmal im Ansatz ernst gemeint ist. Man gibt dem (potentiellen) Wähler einfach das, was er hören möchte und lässt sich bei jedem von ihnen mal blicken. Die, die dennoch gegen ihn sind, bekommt er einfach, in dem er seine Positionen – oder besser gesagt seine Formulierungen – anpasst. Dieser Governor Mike Morris glaubt nicht an Gott, Allah oder gar einen anderen Gott – er glaubt an Amerika. Eine Aussage, die ihm gelinde gesagt gemischte Reaktionen einbringt.

Clooneys fiktiver Wahlkampf, der parallel zum echten Wahlkampf läuft, ist gerade am Anfang von vielen Analogien und Parallelen gezeichnet, die genau die richtige Richtung vorgeben, die der Film später aber nicht wirklich einschlägt. Es wird schnelles, verschachteltes Polit-Sprech gesprochen, das es des Öfteren erst einmal zu entziffern gilt, das gleichzeitig aber auch diese Authentizität aufbaut, die man dem Film so hoch anrechnet. Clooney ist zumindest anfangs nicht sehr darum bemüht, dem Zuschauer das alles verständlich und goutierbar zu machen, sondern er will ihn absichtlich herausfordern. Politik erfordert einen langen Atem, erst recht von jenem, der bei all den Rauchbomben, die von Politikern geworfen werden, dennoch durchblicken möchte. Man weiß lange nicht, wer nun eigentlich Freund und Feind ist, geschweige denn wen man selbst wählen würde. Es stellt sich dann aber recht schnell heraus, dass man sie alle nicht wählen wollte – und erst recht nicht für sie arbeiten. Stepehn Meyers (Ryan Gosling) tut es dennoch, wenn auch nicht ohne Hintergedanken. Während er lange Zeit die einzige Figur ist, mit der man sich zumindest ansatzweise identifizieren könnte, soll auch sein Fall kommen; auch wenn bei ihm die Fallhöhe bei weitem nicht so groß ist wie bei seinem 'Präsidenten' Morris.

The Ides of March macht lange Zeit vieles richtig, und man ist nicht nur ob des tollen Schauspielkinos angetan – bis das dunkle Geheimnis Morris' ans Licht kommt und Clooneys Film leider in gewöhnliche Bahnen abdriftet. Diese Richtung, die der Film dann einschlägt verschenkt zu viel von dem Potential, das er anfangs aufgebaut hat und kommt mit Wendungen um die Ecke, die weder spannend, noch überraschend sind. Den Anspruch, den Clooney für sich selbst erhebt, kann er leider nicht aufrecht erhalten. Das Politthrillerdrama, das nicht selten an ein Stück von Shakespeare erinnert (das ihm ja indirekt auch den Titel gegeben hat), bekommt nun eine Dramaturgie, die nur noch durchexerziert wird und nun nicht mehr an Shakespeare, sondern vielmehr an einen ZDF-Sonntagsfilm erinnert. Das ist angesichts dessen, was uns The Ides of March anfangs präsentiert natürlich umso bitterer. Dennoch bleibt ein hervorragend gespielter, politisch hochaktueller Film übrig, der bei den Oscars sicher nicht unbeachtet bleiben dürfte. (7/10)


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Trailer zu George Clooneys 'The Ides of March'


George Clooneys The Ides of March (Wikipedia erklärt, was es mit dem Titel auf sich hat) dürfte bei den Oscars im nächsten Jahr durchaus berücksichtigt werden, denn der erste Trailer zum Film (480p/720p/1080p) sieht nach typischem Oscarmaterial aus, mit dem Unterschied zu vielen anderen Oscar-bait-Filmen, dass das Ganze wirklich sehr gut aussieht. Ryan Gosling spielt Clooneys Berater, der vom Konkurrenten abgeworben werden soll und die schmutzigen kleinen Spielchen der Politik kennen lernt. Alexandre Desplat steuert den Score bei. Deutscher Start ist am 22. Dezember.


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Gewinnt zwei Freikarten für Terrence Malicks 'The Tree of Life'


Dieser Post wird an oberster Stelle gehalten, alle anderen neuen Posts finden sich darunter

Die ganze Filmwelt spricht aktuell über Terrence Malicks The Tree of Life, der erst kürzlich die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat. In den deutschen Kinos wird er ab 16. Juni zu sehen sein. Aus diesem Anlass möchte ich in Zusammenarbeit mit Concorde Filmverleih 1×2 Tickets zum Film verlosen. Um teilzunehmen müsst Ihr hier lediglich einen Kommentar hinterlassen oder den Beitrag bei Equilibrium auf Facebook mit 'Gefällt mir' markieren. Zeit habt Ihr dafür bis Montag, 06. Juni, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Edit, 07. Juni: Random.org hat sich für Andreas G. entschieden, der sich über zwei Tickets für den Film freuen darf! Glückwunsch, Andreas! Allen anderen danke ich für Ihre Partizipation und vertröste Euch hiermit auf das nächste Gewinnspiel.


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Das waren die 83. Annual Academy Awards


Na, das war doch gar keine so schlecht Show, im Gegenteil. Auch wenn ich Anne Hathaway noch immer nicht leiden kann (die Augen und der Mund machen mir einfach nach wie vor große Angst), hat sie eine ziemlich gute Figur gemacht an der Seite des Sympathiebolzens James Franco. Vor allem die Eröffnungssequenz mit Freeman und Baldwin war gar nicht mal so unlustig, auch wenn man sich hier deutlich bei den MTV Movie Awards bedient hat. Aber das macht nichts, wirklich nicht, denn der Show hat der jüngere Anstrich durchaus gut getan, sehr gut sogar. Zwar hätte man etwas weniger betonen können, dass man jetzt ganz jung und hipp ist, aber sei's drum – schließlich feiert man sich ja immer noch selbst. So ging es in diesem Jahr dann auch recht zügig, auch wenn die Show so lange wie immer dauerte, kam sie mir deutlich spritziger und schwungvoller vor: keine fünf Damen oder Herren, die den/die beste/n Nebendarsteller/in präsentieren und dazu erstmal einen halben Roman von sich geben, kaum ewig lange Dankesreden, die nur aus Namen bestehen und vor allem keine Musicaleinlagen! Gut, die eine Nummer von Hathaway, aber die habe sogar ich verkraftet.

Überrascht war ich über die vielen Insider und selbstkritischen Witzchen, die immer wieder zum Besten gegeben wurden (allen voran Jude Law und Robert Downey Jr., aber auch Bale hat subtil an seinen Hit angespielt) – da hat man von den letzten Globes und Gervais wohl einiges abgeguckt. Bevor ich zu den Gewinnern übergehe, will ich aber noch kurz bei den Formalien bleiben, denn so richtig entzückt hat mich gestern Abend eigentlich keine Dame wirklich. Mila Kunis‘ Kleid war da noch das Beste, alle anderen waren ja eine mittelschwere bis schwere Katastrophe! Was sollte denn an dem Kleid von Jennifer Hudson beispielsweise so toll sein, außer dass Hanni und Nanni deutlich zu sehen waren und es sicher nicht allzu bequem hatten!? Sandra Bullocks Kleid war auch okay, aber rot? Ehrlich? Die Farbe ist doch mindestens so langweilig und übersättigt wie der schwarze Anzug bei den Herren (ich habe Downey Jr.s Anzug vom letzten Jahr vermisst, der sah klasse aus). Lob auch an Steven Gätjen, der wieder mal hervorragende Arbeit geleistet hat und dessen Garderobe stilistisch sowieso immer erste Sahne ist (ach ja: ProSieben, falls Steven in den nächsten Jahren zu alt werden sollte oder wegen was auch immer nicht mehr moderieren kann, würde ich seinen Job sehr, sehr gerne übernehmen!).

Vor allem war Gätjen auch mal wieder eine schöne Abwechslung zu den US-Kollegen, die in diesem Jahr fast einen neuen Tiefpunkt erreicht haben – so oberflächlich und langweilig kann dich keiner Fragen stellen und moderieren, oder? Der Herr Modeexperte mit dem weißen Vollbart brachte das Fass schließlich zum überlaufen! Zum Glück hielt sich Annemarie Warnkross' Zeit in Grenzen, denn die Frau ist nicht nur ein absolutes No-Go, ihre Moderation war gestern auch so hölzern und aufgesetzt wie selten zuvor. Bleiben wir bei Ärgernissen und gehen zu den Preisträgern über, von denen nicht nur viele eine sichere Bank waren (die ganzen Technikoscars an Inception, klar), sondern von denen viele auch enttäuschten. Allen voran der Regieoscar an Tom Hooper, der eigentlich an David Fincher hätte gehen müssen! Dass The King's Speech dann auch noch bester Film wird, ist eine Frechheit. Immerhin hat Aaron Sorkin den Preis fürs Drehbuch absahnen können – alles andere wäre aber auch ein Skandal gewesen. Den Soundtrackoscar hingegen hätte ich Alexandre Desplat viel mehr gegönnt als Trent Reznor und Atticus Ross, deren OST auch sehr gut war, keine Frage.

Alles in allem eine Show, die zum Glück nicht so zäh war wie die letzten Jahre. Ich glaube, die Frischzellenkur hat nicht nur dem Publikum, sondern auch der Show selbst gut getan, denn auch kleine Dinge, wie beispielsweise die Nutzung der Bühne(neffekte) waren in diesem Jahr schön. Und meine Güte, was für eine Show hat denn bitteschön Kirk Douglas abgezogen!? Zu erst dachte ich noch, dass er gar nicht Herr seiner selbst sei, nur um dann festzustellen, dass Douglas den größten Humor von allen besitzt. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Alten der Show nicht im Publikum sitzen, sondern hinter der Kamera. Franco und Hathaway dürfen im nächsten Jahr gerne wieder kommen – am besten mit Baldwin zusammen.


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