Ridley Scotts 'Prometheus' jetzt auf DVD & Blu-ray


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Auf keinen anderen Film haben sich die Sci-Fi-Fanboys in diesem Jahr so gefreut wie auf Ridley Scotts Prometheus. Klar, da kommt nach einer halben Ewigekti endlich ein 'Prequel' zu seinem Meisterwerk Alien und dann dann sieht das Ganze auch noch unglaublich gut aus. Ich für meinen Teil war ja etwas zwiegespalten. Einerseits hat mich Scotts Film besonders visuell angesprochen, andererseits war das der typische Sci-Fi-Ethno-Kitsch, der in den letzten Jahren leider immer häufiger wird. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu wenig Fan, denn die wirklichen Fans und Kenner des Originals waren durchaus zufrieden, zumal Scott mit dem Film einige essentielle Fragen beantwortete.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich mir sagte, dass unbedingt eine Zweitsichtung her muss, so dass ich mir ein finales Urteil bilden kann. Diese Chance habe ich seit dem 07. Dezember, denn seit diesem Datum ist Prometheus endlich auf DVD & Blu-ray erhältlich. Neben der DVD gibt es noch zwei Blu-rays. Zum einen die Standard-BD mit Extras wie Audiokommentar und entfallenen Szenen, zum anderen die 4-Disc Collector's Edition mit O-Ring-Schuber, die DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D und Digital Copy enthält – und natürlich massig Extras.


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Ridley Scotts Ethno-Kitsch im Weltall: 'Prometheus'


Schaut man sich Ridley Scotts Prometheus an, fragt man sich einmal mehr, warum kein großer Regisseur je zu alter Größe zurück gefunden hat. Anno 1979 prägte Scott mit Alien nicht nur das Kino nachhaltig, sondern auch die Popkultur. Das von H.R. Giger designte Alien ist bis heute die Blaupause für außerirdische Wesen nicht nur im Film. Wenn man sich also über 30 Jahre später dazu entscheidet, ein Prequel, Reboot oder wie auch immer man es nennen mag, zu drehen, dann haben die Fans – und die hat Alien zuhauf – eine ziemlich hohe Erwartungshaltung. Eine Erwartungshaltung, der man eigentlich gar nicht gerecht werden kann. Und doch hat Scott es zumindest geschafft die Fan(boy)s mit Teasern und Trailer restlos zu begeistern – allein schon deshalb, weil er für die Titeleinblendung den Original-Effekt aus Alien verwand. Und überhaupt, 15 Jahre nach dem letzten (katastrophalen) Alien-Film ist man als Fan der Reihe einfach aus dem Häuschen.

Mit Prometheus will Scott uns nun also den Anfang allen Übels erzählen. Dieses Mal sogar in 3D. Scotts Exposition ist schön anzusehen: Wasserfälle, eindrucksvolle Landschaften – und plötzlich ein blaues Männchen mit Eightpack, das sich einer Art Ritual hingibt und schließlich in den Credits auflöst. Ein blaues Männchen? Schon hier, nach wenigen Sekunden, zeigt sich Scotts Einfallslosigkeit, denn das Wesen, das in Scotts Kosmos jenes ist, von dem der Mensch kreiert wurde, hat man so gefühlt schon einige dutzend Male gesehen. Außerdem sieht es unfassbar lächerlich aus, wie es da am Felsvorsprung steht und diesem komisch anmutenden Ritual nachkommt, das als ziemlich lahme Exposition für das vermeintliche Epos herhalten muss. Kurze Zeit später wird Prometheus dann aber schon spannender, aber nicht wirklich spannend. Die Charaktere werden langsam alle eingeführt, schließlich müssen wir uns mit ihnen die nächsten zwei Stunden herumschlagen.

Der einzig wirklich interessante Charakter bleibt dabei aber lediglich der Androide Dave (Michael Fassbender), der nicht von ungefähr an Data aus Star Trek und dessen Wunsch nach mehr Menschlichkeit erinnert. Er schaut David Leans Lawrence of Arabia in einem eindrucksvollen Heimkino und zitiert daraus. Fassbender brilliert in dieser Rolle natürlich erneut und markiert damit die einzige Figur im Film, die nicht einem Reißbrett entsprungen zu sein scheint. Natürlich gibt es da auch noch Noomi Rapace, die einen auf toughe Heldin machen darf, zu keiner Zeit aber an eine Ripley herankommt. Da kann sie noch so viele Eigen-OPs durchführen. Diese viel gelobte Szene ist eines der Highlights des Filmes, das ist richtig. Nur spricht es nicht gerade für den Film, wenn solch ein Moment schon als absolutes Highlight bezeichnet wird. Mal ganz davon abgesehen, dass der Realismus hier vollkommen auf der Strecke bleibt. Das ist an und für sich ja auch nicht weiter schlimm, wäre der Film nicht voll von diesen vielen Handlungen, die absolut nicht nachvollziehbar sind.

Manche haben lieber Sex als sich um die verschollenen Crewmitglieder zu kümmern, andere nehmen es ganz gelassen, wenn die Kollegin mal eben den eigenen Freund in Asche verwandelt. Und sowieso weiß man hier nicht so recht, wie diese Besatzung überhaupt zustande gekommen ist. Zwischendrin versucht es Scott dann mit massig Philosophie und Meditation, die sich irgendwo zwischen Kreationismus, Evolution und Fantasy einpendelt. Mit der Vorgeschichte zu Alien hat das zumindest nicht allzu viel zu tun, auch wenn Scott sichtlich bemüht ist, immer und immer wieder Enden miteinander zu verknoten. Das, worauf Fans gewartet haben, hebt er sich dann aber für den Schluss auf – und handelt es in wenigen Sekunden ab. Aber Prometheus ist auch nicht unbedingt ein Alien-Prequel, so fair und ehrlich muss man schon sein. Wer sich also nur deshalb auf Prometheus freut, der sollte seine Erwartungshaltung schnellstmöglich anpassen.

Gute Ansätze sind da, das sieht man Scotts Film definitiv an. Nur leider macht er nicht allzu viel daraus. Stattdessen setzt er auf Effekthascherei, deren 3D-Bilder absolut keinen Mehrwert haben und die man (ohne 3D) schon deutlich besser in seinem '79er Meisterwerk gesehen hat. Untermalt wird das Ganze dann noch von den Ethno-Klängen von Zimmer-Zögling Marc Streitenfeld, was an und für sich nicht schlimm ist, in Hinsicht auf den von Scott geschaffenen Kosmos aber nur einmal mehr an der Sache vorbei geht. Prometheus ist kein wirklich schlechter Film, aber man wird das Gefühl nicht los, dass er so enorm gegen den Alien-Mythos und -Kosmos arbeitet, wie es zuletzt nur Alien: Resurrection getan hat. Scott macht ganz viel Lärm um nichts, denn Prometheus ist nicht nur unglaublich geschwätzig, sondern über weite Teile auch ziemlich unspannend. Und so wirklich verstanden, um was es Scott im Film nun eigentlich geht, das haben wohl ohnehin nur die Hardcore-Fans. Immerhin kann Scott aber mit sehr schönen production values punkten, das muss man ihm schon lassen. Hoffentlich bringt eine Zweitsichtung mehr Licht ins Dunkel – und das in jeglicher Hinsicht. (6/10)


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Offizieller Trailer zu Ridley Scotts 'Prometheus' … so what!?

Seit gestern Abend dreht nahezu die ganze Filmblogger-Szene am Rad – und das nur wegen eines Trailer. Nämlich dem offiziellen Trailer zu Ridley Scotts Alien-Prequel Prometheus. Der Teaser ist ja schon etwas länger draußen und sorgte ebenfalls für Jubelschreie. Der Trailer scheint dem Ganzen aber nochmal eins draufzusetzen und sorgt bei manch einem sogar für feuchte Höschen! Jetzt frage ich mich nur: Liegt das an mir oder gibt es noch andere, die zwar durchaus Interesse am Film haben, aber trotzdem ruhig sitzen bleiben können? Mich hat der Trailer ohnehin erst ab "Cut it ooooout!" gepackt – alles davor sieht aus wie so ziemlich jeder Sci-Fi-Film der letzten paar Jahre. Sei's drum, was nicht ist kann ja noch werden. Und während ein Großteil der Fanboys bei Prometheus Schnappatmung bekommt, bekomme ich sie eben bei Filmen wie Battleship oder Act of Valor. Fair enough. Deutscher Start ist am 09. August.


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Trailer zu Ridley Scotts 'Alien' Prequel 'Prometheus'

Für die, die ihn noch nicht gesehen haben: Der erste Trailer zu Ridley Scotts Prometheus. Mich haut er ja nicht gerade um (was soll diese blöde Titeleinblendung, die alle so toll finden?), aber da scheine ich wohl fast der einzige zu sein. Immerhin ist er gut besetzt. Deutscher Starts ist am 09. August 2012.


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'Alien, Marx und Co. – Slavoj Žižek im Porträt'


Wenn man ihn zum ersten Mal sieht, könnte man ihn durchaus für einen obdachlosen Alkoholiker halten, dem man noch schnell ein Hemd drüber gezogen hat, um ihn anschließend vor die Kamera zu stoßen. Selbst wenn man weiß, dass er kein Obdachloser ist, sondern der wohl bekannteste Slowene und Philosoph der Gegenwart, so scheint es dennoch nicht weit hergeholt, wenn man ihn für einen hyperaktiven Epileptiker hält. Die Rede ist natürlich von keinem Geringeren als Slavoj Žižek, der mindestens so schnell redet wie er denkt. Doch wer ist dieser Schnellfeuer-Philosoph, der seine Arbeiten auf Lacan und Hegel stützt? Natürlich könnte man sich nun den Wikipediaartikel durchlesen. Dieser mag auch durchaus Licht ins Dunkel bringen, aber kann er auch den Menschen Žižek illustrieren? Wohl kaum. Susan Charles de Beaulieu und Jean-Baptiste Farkas haben dem Querdenker deshalb ein filmisches Porträt gewidmet, das einen grundlegenden Einblick in den Kosmos des Slavoj Žižek liefert.

Wer ist dieser Mann und für was steht er? Welche Bereiche der Gesellschaft stehen ihm und seinen Überlegungen besonders nahe und wie steht es um sein Verhältnis zu Kollegen? Bedenkt man die Laufzeit von nicht einmal einer Stunde, so wird schnell klar, dass das für eine umfassende Doku deutlich zu wenig Zeit ist. Und dennoch: nicht nur, dass die knappe Stunde wie im Fluge vergeht, auch an Informationen mangelt es dem Porträt Alien, Marx und Co. – Slavoj Žižek im Porträt nicht. Wie der Titel bereits vermuten lässt, geht das Porträt primär auf Žižeks Ansichten rund um Marx, die Gesellschaft und das Medium Film ein. Während er anfangs noch die gesellschaftlichen Systeme der Bundesrepublik, der Franzosen und der Angelsachsen mit deren Toiletten vergleicht, kommt er etwas später dann auf das Thema Film zu sprechen. Es geht ihm um Identitäten. Er outet sich nicht nur als großer Fan von Lynch (welch Wunder) – auch wenn er ihm glücklicherweise eine gewisse geistige Unreife attestiert -, sondern erklärt anhand von Filmstills auch, was Alien, Fight Club und Filme der Marx-Brothers mit Identitäten zu tun haben (es liegt auch ein Bild von Kieślowski in der Reihe, aber leider geht er darauf nicht ein, denn sein Kreislauf will nicht ganz mitspielen).

Bei all der Sympathie, die der Film für Žižek aufkommen lässt, vergisst er es aber auch nicht, aufzuzeigen, dass er bei vielen anderen – seien es Feuilleton oder Kollegen – nach wie vor auf Granit beißt. Eine ambivalente Figur ist er allemal, das macht der Film generell schnell deutlich. Dennoch darf die Rolle, die Žižek in den letzten Jahren zuteil wurde, nicht unterschätzt werden, das machen auch seine Kollegen deutlich. Bei so vielen anderen wäre man heilfroh, wenn man sie und ihre Eigenarten nach einer Stunde wieder los wäre, aber bei Žižek ist es geradezu umgekehrt. Man verfällt der aggressiven Rhetorik dieses Zappelphilipp und würde ihr gerne noch weitere 60 Minuten lauschen. Egal ob Film, Philosophie, Politik oder Literatur, Žižek ist wie Treibsand, in den man immer weiter eintaucht – mit dem Unterschied, dass man es hier freiwillig tut. Alien, Marx und Co. ist dabei ein perfekter Einstieg ins ganz spezielle Universum dieses Mannes aus Ljubljana.

Die DVD, die in der filmedition suhrkamp erschienen ist, bietet allen Žižek-Süchtigen neben dem Hauptfilm noch Ausschnitte aus einigen seiner Vorträge, die insgesamt noch einmal 60 Minuten Material ausmachen. Der Hauptfilm wird dabei zeitgemäß in anamorphem Breitbild präsentiert, der Ton ist fernsehgerecht in Stereo vorhanden. Im Booklet befindet sich zudem ein Essay von Jens-Christian Rabe.


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