Wenn Gutmenschen in den Dschungel gehen: 'The Green Inferno'


Es sieht schon ziemlich beeindruckend aus, wenn die Kamera eine gefühlte Ewigkeit durch das schier endlos wirkende Grün fährt. Für jeden, der auch nur hin und wieder gerne draußen ist, ist das ein Anblick, den man am liebsten live vor Ort erleben würde. So stellt man sich den Regenwald am Amazonas vor. Selten sahen Bilder, die mit einer 'Consumer Cam' gedreht wurden, so beeindruckend aus. Wenn man diese Bilder sieht, denkt man keine Sekunde daran, dass es sich hier eigentlich um einen Kannibalen-Film handelt. Lediglich auf der Tonspur gibt es erste Anzeichen dafür, denn der Score, der dezent im Hintergrund ertönt, erweckt durchaus Reminiszenzen an Riz Ortolanis bekanntem Thema aus Cannibal Holocaust. Das war es dann aber auch schon mit den Abspielungen auf Ruggero Deodatos Klassiker des Genres. Zumindest fürs Erste, denn Roths The Green Inferno bombardiert uns erst mal mit dem Üblichen: Twens vom Reißbrett, die man nur sieht und schon bescheid weiß.

Doch Roth, der mittlerweile im Business angekommen und durchaus kein Hot-Shot mehr ist, spielt mit diesen Klischees. Wieder mal. Seine US-'Bratzen' blicken erneut durch die rosarote Brille auf das Weltgeschehen. Nur Justine (Lorenza Izzo) scheint hin und wieder etwas nachzudenken. Das hat sie wohl von ihrem Vater (groß wie immer: Richard Burgi), denn der ist immerhin hoher UN-Beamter und hat keinerlei Verständnis für die Gutmenschen, die von Weltpolitik keine Ahnung haben. Nichtsdestotrotz lässt sich Justine überreden, auf eine ganz spezielle Tour zum Amazonas mitzukommen. Es hätte nicht die Zeit gebraucht, die Roth auf die jungen Studenten und Weltverbesserer verschwendet, bis er und seine Stundeten endlich im Urwald ankommen. Einmal dort ist aber alles, was man bis dahin gesehen hat, aber schnell vergessen, denn ab hier mach Roth dann keine Gefangenen mehr. Der Flugzeugabsturz in die grüne Hölle läutet das Unglück ein und verliert trotz seiner mediokren Tricks nichts von seiner intensiven Wirkung.

Die ersten hat er hier schon übers Messer springen lassen – natürlich in bester Roth-Manier mit jeder Menge schwarzem Humor. Wer bis hierhin noch Hoffnungen hatte, dass es The Green Inferno durch die FSK schaffen könnte, wird eines Besseren belehrt. Von hier aus dauert es dann auch nicht lange, bis die ersten Protagonisten des indigenen Volkes, mit denen Roth gedreht hat und denen er zur Vorbereitung ja Cannibal Holocaust zeigte, in Erscheinung treten. Ihr optisches Erscheinungsbild verrät nicht nur der Gruppe Studenten, dass sie nicht im Paradies, sondern tatsächlich in der (grünen) Hölle gelandet sind. Von hier an serviert uns Roth dann auch genau das, was wir erwartet haben und was er uns versprochen hat: Ein Kannibalen-Ragout allererster Güte. Die infantilen Witzchen und der Fäkalhumor sind schnell vergessen, wenn die Kannibalen zuschlagen und es äußerst derbe zur Sache geht. Schön, dass The Green Inferno hier dann auch gut und gerne mal auf praktische Effekte setzt.

Der Film setzt hierbei teilweise auf klassische Genremuster, alles andere wäre zu viel verraten und daher gespoilert. Es sei aber nur so viel verraten: Es gibt dann doch noch einige überdeutliche Anspielungen auf Cannibal Holocaust, die schon jetzt für mächtig Gesprächsstoff hierzulande führen dürften. Am Ende, wenn man ob des Gesehenen ohnehin noch kurz zuckt, weiß Roth, wie man dem Ganzen moralisch noch die Krone aufsetzt. Hier und da könnte der Film zwar noch etwas runder und straffer sein, aber auch so ist The Green Inferno Eli Roths fiesester kleiner Film, den er bisher auf seine Zuschauer losgelassen hat. (8/10)


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Erster Teaser Trailer zu Eli Roths 'The Green Inferno'

Ich durfte Eli Roths The Green Inferno ja schon auf den Fantasy Filmfest Nights sehen (Review folgt) und kann deshalb sagen, dass es der erste Teaser Trailer ganz geschickt macht und nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig verrät. Schön finde ich ja auch, wie der Trailer am Ende extra noch mal erwähnt, dass mit einem echten Stamm gedreht wurde, der noch nie zuvor gefilmt wurde und dem Roth ja als Vorbereitung Deodatos Cannibal Holocaust zeigte. Einen deutschen Kinostart gibt es noch nicht (und wird es wohl auch nicht geben!?), US-Start ist am 5. September.


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Erstes Bild aus Eli Roths Kannibalenfilm 'The Green Inferno'


Neben Lars von Triers Nymphomaniac ist auch Eli Roths The Green Inferno einer meiner most anticipated movies of 2013 (auch wenn er nicht auf der Liste ist). Mit seiner ersten Regiearbeit seit Hostel: Part II will Roth den Kannibalenfilm wiederbeleben und ist dafür bereits im Oktober letzten Jahres zum Amazonas gefahren, wo er 'Eingeborenen' den Genreklassiker Cannibal Holocaust gezeigt hat. Heute wurde endlich ein erstes Bild aus dem Film veröffentlicht, der sich bereits in der Post-Produktion befindet. Wie zu erwarten ist es recht 'blutig'. Einen US- oder deutschen Kinostart gibt es noch nicht.

(Via Shock Till You Drop)


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Eli Roth macht wieder Splatter: Trailer zu 'Aftershock'

Nein, nicht als Regisseur, sondern (wieder mal) als Produzent, Darsteller und Autor. Und zwar in Nicolás López' Aftershock, bei dem die Zeit nach einem Erdbeben in Chile deutlich schlimmer ist als das Beben selbst … Sieht nicht uninteressant aus, der Trailer – und scheint zudem den einen oder anderen gory moment zu haben. Ach ja, Selena Gomez scheint auch mit von der Partie zu sein. Einen US-Start gibt es noch nicht.

(Via The Playlist)


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