Lieber Arm ab als arm dran!
The Machine Girl (『片腕マシンガール)
(Noboru Iguchi, Japan/USA 2008)
DVD
Als Teenager hat man es nicht leicht. Erst recht nicht, wenn man von anderen gehänselt wird. Wer kennt das nicht, wenn er mal ehrlich ist und zurück an seine neun, zehn oder dreizehn Jahre Schule zurückdenkt. Noch blöder ist es aber, wenn man nicht nur gehänselt, sondern auch erpresst wird – mit allem drum und dran: Schutzgeld, Gewalt und Waffen. Ja, in Japan geht es den Schülern wirklich dreckig, zumal sie auch noch Uniform tragen müssen. Auch Ami (Asami) trägt sie. Was bei ihren Schulkameraden aber dazu dient, sozialen Unterschieden vorzubeugen, hat bei ihr aber einen ganz anderen Zweck: Für sie kommt die Schuluniform einer Militäruniform gleich, denn sie ist bis an die Zähne bewaffnet und hat es sich zum Ziel gesetzt, mit ebendiesen bullies Schluss zu machen, nachdem diese ihren Bruder, das einzige verbleibende Familienmitglied, getötet haben.
Gleich zu Beginn verteilt der Film dabei die Seiten: Auf der einen steht ein Familienclan, der einer Mischung aus Yakuza und Ninja gleichkommt, auf der anderen Ami und die Eltern eines anderen getöteten Jungen. Praktisch, dass dieses Ehepaar Ahnung von Motoren und Elektronik hat, sodass sie Ami, nachdem sie ihren Arm im Kampf verloren hat, einen aus Metall spendieren können. Noch praktischer, dass dieser sogar Kugeln abfeuern und seine Gegner in Fetzen reißen kann. Ja, die Idee der fehlenden Gliedmaße, die durch Waffen ersetzt wird, ist spätestens seit Robert Rodriguez' Planet Terror nicht mehr neu, was Iguchis Film auch irgendwie etwas zum Verhängnis wird. Es haut keinen mehr vom Hocker, denn was macht es schon für einen Unterschied, ob man mit dem Fuß oder dem Arm seine Gegner dezimiert?
Leider ist das aber nicht das einzige Problem von The Machine Girl, denn selbst für eine B-Produktion wie diese, bei der man gut und gerne mal ein Auge zudrückt, findet man eklatante Mängel. Erst vor wenigen Tagen habe ich Le Bagman – Profession: Meurtrier gesehen, dessen Budget wohl ein Bruchteil dessen von The Machine Girl betragen haben dürfte, dessen Effekte aber um Welten besser aussehen. Natürlich geht es zur Sache, dass sich die Balken biegen – Fabse sprach bereits von einem potentiellen 131er -, doch was nützt das alles, wenn dreiviertel dieser Effekte so aussehen, dass man nicht mal mehr Lachen kann? Doch damit nicht genug, denn auch der Plot kann alles andere als begeistern. Nicht, dass man hier etwas Großes erwarten würde, aber selbst als Basis für die unzähligen Splattereinlagen eignet sich dieser nur begrenzt.
Auch den Schauspielern sieht man an, dass sie bisweilen aus ganz anderen Bereichen, wie beispielsweise jenem der JAV, stammen, so hölzern und leider auch unlustig ist ihr Spiel. The Machine Girl ist eine klare Enttäuschung, bedenkt man die enorme Vorfreude, die der Trailer weckte. Zu unausgegoren, zu billig und leider auch viel zu langatmig, was nicht gerade viel Vorfreude aus Tokyo Gore Police (東ä残酷警察) zulässt. (4.5/10)
Tags asami, honoka, japan, noboru iguchi, the machine girl
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