Arnold Schwarzeneggers 'Total Recall' DVD Commentary

Arnold Schwarzenegger. Man muss ihn ja lieben, da gibt es kein Vetorecht. Die einen mögen ihn wegen seines tollen (i.e. lustigen) Akzents, die anderen wegen seiner Schauspielkünste, wiederum andere wegen seines politischen Engagements. Ich für meinen Teil mag ihn seit heute wegen seiner Audiokommentare, speziell wegen des AKs zu Total Recall. Da gibt er nämlich nicht etwa seltene Einblicke in die Produktion oder sonstige Trivia, sondern erzählt ganz einfach, was da gerade zu sehen ist. DVD-Audiokommentare sind ja eigentlich dafür bekannt, dass man sie nicht nur hört … Vielleicht sollte das Arnie ja mal jemand sagen? Ganz großes Kino jedenfalls, Arnie.

(Via FilmDrunk)


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Lars von Triers 'Antichrist' und was er dazu (nicht) zu sagen hat


Achtung, Spoiler!

Ich habe selten zuvor so auf einen Audiokommentar eines Regisseurs gewartet wie auf jenen zu Antichrist. Primär in der Hoffnung darauf, dass Lars von Trier zu seinem Film Stellung nimmt, sowohl was das den Plot und seine Metaebene betrifft, als auch das Technische (schließlich wurde Antichrist mit der RED gedreht). Lauscht man also dem Audiokommentar, so wird schnell deutlich, dass von Trier hier nicht allein über seinen Film spricht, sondern in einen Dialog mit dem Filmwissenschaftler und Kritiker Maurice Smith (University of Kent) tritt. Eine Form, die sich ebenso schnell als äußerst glücklich gewählt herausstellen soll. Von Trier macht nämlich schnell deutlich, dass er von Technik so gut wie keine Ahnung hat, was er gegenüber Smith auch immer wieder betont. Zwar geht er auf einige spezielle Sachen, wie die Verzerrung der Bilder, in denen Charlotte Gainsbourgs Figur Visionen hat, ein, aber er weißt gleich darauf hin, dass er dies doch seinem DP Anthony Dod Mantle zu verdanken habe. Dennoch gibt er deutlich zu verstehen, dass viele Szenen alles andere als leicht zu drehen waren, allen voran jene Szenen mit den Tieren.

Lässt er in Hinsicht auf die technischen Herausforderungen noch einiges nach Außen dringen, so verhält er sich hinsichtlich des Plots fast schon konträr. Von Trier wiederholt ständig, in welcher Phase er den Film doch gemacht habe, und dass er vieles selbst erlebt habe (Träume, die im Wald spielen, Träume mit Tieren). Genau hier macht sich Smith dann auch bezahlt, denn er versucht immerhin so viel wie möglich aus von Trier herauszukitzeln, der das Ganze aber oftmals auch mit einem einfachen "I don't know" beantwortet. Es ist ja völlig in Ordnung, wenn ein Filmemacher sich eigener Interpretationen seiner Werke verweigert – er ist ja nicht der Einzige -, aber von Trier hinterlässt vielmehr den Eindruck, als habe er wirklich keine plausible Erklärung für dieses und jenes. All die Szenen, die für großes Aufsehen sorgten, will von Trier beispielsweise als Humor verstanden haben, sei es nun der sprechende Fuchs oder die berühmte Scherenszene. Keine Rede von Misogynie, Freud oder sonstigen Versuchen einer interpretatorischen Herangehensweise.

Von Trier weist ferner darauf hin, dass er Ähnliches auf schamanischen Reisen erlebt hätte, sei es nun die Therapie, mit der Dafoe versucht seine Frau zu heilen oder das Versinken von Gainsbourg im Grün des Waldes. Die Tiere seien ein Symbol für das Leben und den Tod, erwidert Smith, denn das Reh vereine mit dem toten Fötus (von Trier weist darauf hin, dass man einen echten Fötus benutzt hätte, den man dem Reh dann an das Hinterteil geschnallt hat und das Geschirr schließlich digital entfernt) die Balance zwischen Leben und Tod. Gleiches gilt für den Fuchs und die Krähe, die ebenfalls halb lebendig, halb tot sind. Statt darauf jedoch weiter einzugehen, leitet von Trier auf die Geräuschkulisse hin und gibt zu verstehen, dass es sich bei vielen der Töne um einen so genannten polish sound handle, der natürlich hergestellt wurde. So wird dann auch auf die verschiedenen optischen Stile des Filmes eingegangen. Die Eröffnungssequenz in Slow-Motion nennt von Trier 'monumental', den restlichen, an einen Dokumentarstil erinnernden nennt er den 'rauen Stil', der ihm aber letztlich nicht rau genug war.

Leider geht von Trier auch nicht großartig auf die Arbeit seiner beiden Darsteller ein, lässt nur das übliche Lob an die Oberfläche geraten, verliert aber kein Wort darüber, wie hart es für die Darsteller wohl war, in solch eine Rolle zu schlüpfen, die vor allem auf physischer Seite so viel abverlangt. Stattdessen weist er Smith darauf hin, dass er ihn kurz unterbrechen müsse, da sie beide doch eine der interessantesten Masturbationsszenen der Filmgeschichte genießen müssten (von denen es ja ohnehin nicht viele gäbe). Das zeigt einerseits, dass von Trier vielleicht über einen wirklich sehr ambivalenten Humor verfügt, andererseits zeigt es aber auch, dass er die ganze Chose mit seinen Depressionen geschickt für den Film und dessen Rezeption genutzt haben könnte (und diese Rolle im Audiokommentar dann fortführt). Etwas, über das von Trier hingegen gerne zu sprechen scheint, ist seine Vorliebe für Tarkowski. Fast in jeder Szene von Antichrist erläutert er, wie er sich hier von Tarkowski inspirieren hat lassen und wie er ihm dadurch hommagiert. Die Widmung seines Filmes ist dabei nur das offensichtlichste Beispiel.

Dachte ich nach der Erstsichtung noch, dass es sich bei Antichrist um einen der prätentiösesten und selbstgefälligsten Film der letzten Jahre handelt, so machte die Zweitsichtung (in digital) deutlich, dass es sich bei von Triers Film um einen der interessantesten der letzten Jahre handelt. Allen voran technisch kann von Triers Arbeit überzeugen und faszinieren – die Verweise im Audiokommentar unterstreichen diese Sichtweise dabei nur weiter. Vielleicht ist es gerade auch aus diesem Grund von Vorteil, dass von Trier einer Interpretation des Ganzen nicht vorgreift, so dass diese Faszination des Ungewissen, die von Antichrist ausgeht, nicht plötzlich in Gewissheit umschlägt (was ohnehin nur zu Teilen funktionieren würde, denn die Lesart des Autors muss ja nicht kongruent mit der des Rezipienten sein). Auch wenn der Begriff reichlich abgedroschen klingen mag, so scheint 'Meisterwerk' mir hier doch angebracht, und das gleich in vielerlei Hinsicht.

Die DVD, die von Ascot Elite am 18. März kommt, ist eine absolut würdige technische Umsetzung des Filmes. Das Bild lässt zwar zu jeder Zeit erkennen, dass es einen digitalen Ursprung hat, aber dies ist ja auch so beabsichtigt. Kontrast und Schärfe befinden sich auf hohem Niveau und auch der Ton, der auf Deutsch und Englisch jeweils in DD5.1 und DD2.0 vorliegt, kann überzeugen. Neben dem bereits erwähnten Audiokommentar gibt es auf einer zweiten Scheibe Interviews mit Dafoe und Gainsbourg, ein Making-Of, sowie ein Featurette zu den Special Effects, in dem unter anderem auf den Fuchs eingegangen wird. Eine äußerst gelungene Veröffentlichung.


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Kurz mal abgehakt # 29

Ich weiß, es gab schon seit schier unendlich langer Zeit kein(e) Review(s) mehr, was ich hiermit auch ändern will. Zugegeben, es hat sich auch nicht so viel angesammelt über die letzten Wochen, denn außer den PVs scheine ich derzeit nicht viel auf DVD oder im TV zu schauen – warum auch immer. Jedenfalls darf man sich in den nächsten Tagen noch auf ausführliche Reviews u.a. zu Speed Racer, Funny Games U.S. und Cassandra's Dream freuen. Bis dahin gibt es aber erst einmal einige Kurzreviews zu nicht allzu aktuellen Filmen.

La double vie de Véronique – ich traue es mich als großer Fan Kieslowskis ja eigentlich kaum zu sagen, aber hier war ich doch etwas enttäuscht. Kieslowski scheint hier vielmehr auf das unbekleidete Äußere Irène Jacobs abzuzuielen als auf ihr emotionales Äußeres (das noch deutlich bezaubernder ist). Die Geschichte, die Kieslowski hier erzählt ist bisweilen schwer zu greifen – er philosophiert über Seelenverwandschaft, Freundschaft und, natürlich, die Liebe. Gewohnt setzt er dabei alles faszinierend in Szene und lässt Jacob den Film mal eben nahezu allein tragen, was angesichts ihrer Präsenz aber auch nur allzu verständlich ist. La double vie de Véronique ist großes emotionales Kino, das wollte ich mit dem einführenden Satz nicht verneinen, nur kommt er nicht an Dekalog oder Trois couleurs: Rouge heran. (8.5/10)

The Killing – ja, langsam aber sicher bereite ich mich mal auf mein Film-Noir-Seminar vor, das, wie ich jetzt erfahren habe, aber keinen Kubrick auf dem Plan hat. Egal, Kubricks The Killing ist jedenfalls ziemlich spannend, in seiner Erzählstruktur recht intelligent gesponnen und mit einem tollen Sterling Hayden, von dem ich in Zukunft definitiv mehr sehen will. Erstaunlich, wie roh und brutal Kubricks Film bisweilen daherkommt. Das alles wird dann nur noch von der grandiosen Schlusseinstellung getoppt, die dem Zuschauer, also dem potenziellen Verbrecher (?), direkt vor die Nase tritt. Crime doesn't pay, wer's immer noch nicht geschnallt hat, der weiß es spätestens jetzt. (8/10)

El Topo – ja, hier war die Vorfreude nicht minder groß – ebenso wie die Verwirrung. Um mit einem Brainstorming zu beginnen und zu schließen: Ureinwohner vs. Amerikaner, Sklaverei, Polygamie, Gewalt, Kolonialmentalität, Religion und ihr Einfluss, Herrschaftswahn, Vater-Sohn-Beziehung, … (5/10)

House of the Dead – machen wir's kurz: Zusammen mit zwei Freunden geschaut, die das ganze Boll-Gebashe ebenfalls verfolgt haben. Geschaut wurde das Bollwerk natürlich mit Audiokommentar (wir sind ja schließlich nicht lebensmüde!), und was soll man sagen? Es hat mindestens so viel Spaß gemacht wie noch beim ersten Mal.


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'Dungeon Siege': Highlights des Boll'schen Audiokommentars

Es ist ja nichts Neues: Dr. Uwe Bolls In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale versagte als Film ja kläglich. Die am 25.04. erscheinende DVD bietet Gott sei Dank ja aber nicht nur den Film, sondern auch einen Audiokommentar Dr. Bolls zum Film – auf Deutsch und Englisch. TV Spielfilm hat die DVD bereits rezensiert und war so freundlich, die Highlights des englischen Audiokommentars aufzuführen – es kommt als wieder mal etwas ganz Großes auf uns zu:

0:03:07: Uwe holt seine Hunde.
0:07:40: "Ich sagte Costner ab, weil er nur an Geld interessiert war"
0:27:44: Entschuldigt sich für seine Form: Migräne und Heuschnupfen.
0:28:39: Telefon! Uwe fragt seine Publizistin, ob er Hugo Boss wegen Sponsoring anhauen soll.
0:31:44: Uwe muss rülpsen.
0:37:29: Er wird müde und gähnt.
0:37:50: Telefon! Live-Vertragsverhandlungen mit Til Schweigers Agent.
0:41:37: Uwe holt Kaffee.
0:47:58: Er ist zurück, isst Sachertorte und redet fortan mit vollem Mund.
0:51:40: Jetzt holt er sich zur Verdauung schnell noch einen Espresso.
1:09:24: Uwe beschwert sich, dass das Pferd kein Feuer fing.
1:33:22: Er versteht nicht, dass die meisten Vertriebsfirmen den Film ungesehen ablehnten.
1:38:26: Telefon! Uwe koordiniert seine Zeit in Cannes: "Spanische Käufer sind wichtiger als Internet-Heinis"
1:49:00: Uwe hat keine Lust mehr und macht vorzeitig Feierabend.
(Cinefacts/TV Spielfilm)

Dr. Uwe Boll am

Ich werde die DVD zwar aller Voraussicht nach nicht kaufen – ein Mal reicht der Film absolut (nein, ist eigentlich schon zu viel) -, aber Ausleihen wird wohl Pflicht werden. Bier und Chips also schon mal kaltstellen für das Boll'sche AK-Entertainment!


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