Die Qual der Wahl: Alle Kinos in Berlin


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Das Kino ist ein sehr vielschichtiger Ort. Mal ist es Ort der Ruhe, mal Ort der Spannung und manchmal auch Ort des Horrors (nicht nur filmtechnisch, sondern auch wegen der Nebensitzer). Unzählige Menschen zieht es Jahr für Jahr in die Lichtspielhäuser, die zwar immer wieder klagen, wie schlecht es ihnen doch geht, wenn aber Blockbuster laufen volle Häuser haben. Dominant in der deutschen Kinolandschaft sind dabei vor allem die großen Multiplexe, die man mittlerweile in jeder Kleinstadt findet. Hier kommt einem nicht selten alles wie eine einzige Massenabfertigung vor. Viel interessanter sind da schon die kleinen Kinos, die sich noch mehr um das Medium zu kümmern scheinen und mit Service aufwarten. Schöne, einheitliche Westen beim Personal, Platzanweiser und frisches Popcorn können beispielsweise noch immer großen Eindruck schinden. Und irgendwie fühlt man sich auch wohler, weil die Atmosphäre meist familiärer ist und die Säle noch aussehen wie in den guten alten Zeiten.

Wie gesagt, in jeder Kleinstadt gibt es mittlerweile ein Multiplex, aber die kleineren Programmkinos sucht man meist vergebens. Hier dürfen sich vor allem die Hauptstädter freuen, denn in der Region Berlin-Brandenburg gibt es mehr Kinos als man sich vorstellen, geschweige denn wünschen kann. Allein in Berlin gibt es über 60 Kinos, die mit einer unglaublichen Vielfalt aufwarten. Mal ganz davon abgesehen, dass ein Normalsterblicher gar nicht so viel Urlaub hat, um in einem Jahr all diese Kinos zu besuchen. Tja, wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual. Wenigstens können die Berliner und Brandenburger davon ausgehen, dass bei ihnen so gut wie jeder Neustart gezeigt werden dürfte – genügend Kinos stehen dafür ja zur Verfügung. Eine Auflistung aller Kinos in Berlin findet man beispielsweise unter http://www.in-berlin-brandenburg.com/Location/Kinos/ – mitsamt den Adressen und Telefonnummern. Jetzt braucht man eigentlich nur noch seine Freunde und frisches Popcorn, dann kann der Filmgenuss los gehen!


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Die geteilte Stadt: 'Possession' DVD Review


Will man über Trennung, über Teilung und Ungerechtigkeit erzählen, bietet sich das geteilte Berlin als Schauplatz ja geradezu an. Triste Wohnsiedlungen, leer gefegte Straßen und die noch tristere, gigantische Mauer, die da mitten durch die Stadt verläuft und nicht selten auch in den Köpfen der Menschen weiter verläuft. Und dennoch scheint es in dieser Umgebung tolle Wohnorte zu geben – für all jene, die es sich leisten können und zumindest ein kleines Stück Luxus genießen wollen. So zu sehen in Andrzej Zulawskis Possession, der keine Illusionen schafft, sondern uns mit der harten Realität konfrontiert. Und dennoch abstrahiert Zulawski auch, denn auf seinen Straßen finden sich keine Passanten, in den U-Bahnen finden sich nur die sozial Ausgegrenzten, die das triste Bild der Stadt unterstreichen. Wenn Mark (Sam Neill) durch die Straßen Berlins läuft, hört man jeden Schritt, jedes Klacken, das er mit dem Absatz seines Schuhs auf dem Asphalt kreiert. Man kann sogar so weit gehen und sagen, dass Zulawskis Berlin nur von Freaks bewohnt wird. Zum einen natürlich von Mark und seiner Frau Anna (Isabelle Adjani), zum anderen von sleazigen Privatdetektiven, undurchsichtigen Geschäftsleuten und Liebhabern mit Kung-Fu-Kenntnissen.

Nicht nur zwischen den beiden politischen Systemen gibt es große Differenzen, auch zwischen den beiden Geschlechtern, die ihre Ehe am Ende sehen. Doch wie so oft will es einer der beiden nicht akzeptieren, weshalb es schließlich zum 'Kampf' kommt. Dieser ist dann auch ein Kampf auf Leben und Tod – und am Ende wird der anfangs kleine Küchenbrand zum globalen Brandherd. Es ist schon beeindruckend, was Zulawski in Possession alles vom Stapel lässt. Auch wenn er immer wieder auf grobe Schockmomente setzt und seinen eigentlichen Hauptdarsteller in voller Pracht zeigt, bleibt Possession stets bemüht und subtil in seiner politischen und gesellschaftlichen Allegorie. Ihm ist mit seinem Film so viel gelungen, dass man Possession keinesfalls einem Genre zuordnen kann. Er ist nämlich nicht nur Beziehungsdrama, sondern auch Thriller, Horrorfilm und alles andere – eine Art abseitiger, exploitativer Arthousefilm mit ganz vielen Gross-Out-Momenten und einem aberwitzigen Finale. Dabei setzt Zulawski weniger auf eine kohärente Geschichte, als vielmehr auf Fragmente, die des Öfteren ins Surreale abwandern. Auch das Spiel von Neill und Adjani grenzt nicht selten ans Surreale oder gar Masochistische. Zu Recht gab es dafür für Adjani den Preis für die beste Darstellerin in Cannes.

Dabei ist Possession aber nicht immer ein Vergnügen, denn gerade durch seinen Surrealismus, das enorm physische Spiel der Darsteller, das daher hin und wieder etwas redundant wirkt, ist es nicht immer einfach, dem Geschehen zu folgen. Man will sich nicht wirklich in die Beziehungsprobleme eines Ehepaares einmischen, das eigentlich alles hat, was es will. Doch erst später, wenn es sich zu einem größeren Ganzen entwickelt, ist man wieder voller Spannung dabei. Dann, wenn die ganze Welt plötzlich aus den Fugen zu geraten droht und endgültig alles gescheitert ist zwischen den beiden Liebenden, die einfach nicht zusammen sein können. Letztlich regiert der Nihilismus. Die einzige Konstante während alledem, das man buchstäblich als Krieg bezeichnen kann, bleibt der Ort, Berlin. Dass Zulawskis vermeintlicher Skandalfilm als solcher wahrgenommen wurde, liegt sicherlich auch daran, dass die Mauer nach Erscheinung noch acht Jahre bestehen sollte. Aber auch heute ist Possession noch ein ziemlich verstörendes Werk, das auch hinsichtlich seiner politischen Allegorien nicht an Aktualität verloren hat. Denn das Böse, das Zulawskis selbst erlebt hat, ist allgegenwärtig. (8/10)

Bildstörung hat die deutsche DVD-Premiere (Amazon-Partnerlink) als OmU im schicken Schuber und mit einem wundervollen Artwork veröffentlicht. Bild und Ton sind wie vom Label gewohnt auf hohem Niveau, die Extras wie immer große Klasse. Neben einem Audiokommentar findet sich eine fast einstündige Doku, die den Entstehungsprozess beleuchtet und die Beteiligten zu Wort kommen lässt (und auch auf die Skandalwirkung des Filmes eingeht). Krönender Abschluss ist das 48-seitige Booklet mit Texten von Jörg Buttgereit, Daniel Bird und Dr. Marcus Stiglegger, der zu Zulawskis Gesamtwerk schreibt. Schöner und dem Film gerecht werdender könnte eine Veröffentlichung kaum sein.


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Mit Groupon bleibt im Kino auch noch Geld für Popcorn


Ärgert ihr euch auch immer über die hohen Preise für Kinokarten? Wenn man an einem Samstagabend ins Kino gehen möchte und womöglich noch auf die Idee kommt, Popcorn und ein Bier zu kaufen, dann ist man ja schnell 20 Euro los. Das ist zum einen ärgerlich und zum anderen hält es viele davon ab, noch viel öfter ins Kino zu gehen. Doch es gibt eine Lösung: denn immer mehr Gutscheinportale bieten im Internet tolle Coupons auch für günstige Kinokarten an. Ein solches Gutscheinportal ist Groupon. Dort gibt es immer wieder Kooperationen mit verschiedenen Kinoketten, wodurch dir tolle Gutscheine angeboten werden können. Mit diesen Coupons kannst Du beim Kauf von Kinokarten Rabatte von bis zu 70 Prozent bekommen. Und das Tolle ist – es ist dabei völlig egal, welchen Film Du schauen möchtest oder wann.

Die Gutscheine gelten in der Regel sogar für alle Kinos des jeweiligen Unternehmens. So könnt ihr in vielen verschiedenen Städten sparen. Diese Coupons könnt ihr übrigens auch super an eure kinobegeisterten Freunde verschenken, denn sie sind nicht an den Käufer gebunden. Ein Gutschein für günstige Kinokarten – das ist doch das perfekte Geschenk für Filmfreunde. Gönnt euch die besten Plätze im Kino zu den besten Zeiten und ärgert euch nie wieder über die hohen Preise für Kinokarten. Schaut einfach mal bei Groupon vorbei und seht euch die aktuellen Angebote im Bereich Kinokarten an. Sicher ist auch für Vorstellungen in eurer Stadt der ein oder andere interessante Gutschein dabei, wie zum Beispiel dieses Groupon Angebot in Berlin.


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Land of the Rising Sun

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Pharrell taucht ein in die pulsierende Metropole, in der unzählige Kontraste aufeinandertreffen. Er spricht mit 'Locals' und besucht einzigartige Orte abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Er steigt hinab in Tokyo's beeindruckenden 'Underground Palace'. Das unterirdische Tunnelsystem mit seinen mächtigen Säulenkonstruktionen wurde geschaffen, um Wassermassen bei Hochwasser umzuleiten. Es ist ein Beispiel für die Innovationskraft und den starken Widerstandswillen der Stadt. Auf diese Mentalität trifft Pharrell auch bei den jungen Betreibern der zahlreichen 'Do it yourself'-Projekte und Kunstgalerien, die sich den Folgen des Unglücks mit Kreativität stellen. Er führt Interviews mit lokalen Künstlern wie Verbal, dem Mitbegründer des Ambush Design Streetwear Labels und Musiker bei den Teriyaki Boyz, und der Elekropop Band Trippple Nippples. Die 'Tokyo Rising'-Dokumentation spiegelt den heutigen Spirit der kreativen Szene in der japanischen Metropole wider, die Verantwortung für ihre Heimat übernimmt.

"Die Einwohner von Tokyo waren für mich schon immer eine große Inspiration", sagt Pharell Williams. "Die Art und Weise, wie die Japaner Leben und Kultur vereinen, ist unübertroffen. Tokyo ist für mich wie eine zweite Heimat. Ich habe gerne die Gelegenheit ergriffen, dorthin zurückzukehren und auf meiner Entdeckungsreise alte Freunde wieder zu treffen."
Mit dem innovativen Projekt 'Explorations' begibt sich Palladium auf die Suche nach vergessenen Pfaden. Im Rahmen dessen dokumentiert die Marke mit Videos und Fotostrecken ihre Entdeckungsreise durch urbanes Terrain. Vor Tokyo erkundete Palladium einzigartige Orte in Detroit, Los Angeles, Berlin oder die Pirate Radio Stations in London. Mehr unter: www.palladiumboots.de

"Unsere Markenbotschaft handelt davon, sich die Stiefel anzuziehen und in urbanem Terrain jenseits der Touristenattraktionen auf Entdeckungstour zu gehen", so Barney Waters, Vice President of Marketing Palladium. "Tokyo ist eine der großartigsten Städte der Welt. Wir hatten das Gefühl, dass es nach der Naturkatastrophe vom März eine neue Geschichte der Metropole zu erzählen gibt. Wir wollten uns vor Ort ein Bild machen und erfahren, wie die junge, kreative Szene mit den Folgen des Schicksalsschlags umgeht und welche Visionen sie für ihre Zukunft hat."


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Gewinnt Tickets für 'Heavy Metal in Baghdad' in Berlin


Nächsten Mittwoch, den 07. September, läuft die viel gepriesene Doku Heavy Metal in Baghdad im Rahmen des In-Edit Musikfilmfestivals im White Trash in Berlin. Los geht's um 19.30h, Tickets kosten 6,00 EUR. Wer kein Bock hat, die sechs Öcken zu blechen, der kann hier wahlweise auch 1×2 Tickets für die Veranstaltung, deren Kartenkontingent sehr begrenzt ist, gewinnen. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist diesen Beitrag bei Equilibrium auf Facebook bis Sonntag, 23.59 Uhr zu liken. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück! Dank an VICE für die Kooperation.


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Das waren die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin


Da sind dann auch schon wieder 10 Tage rum! Schöne 10 Tage waren es in Berlin, die 61. Berlinale, oder besser gesagt meine erste Berlinale, ist vorbei. Nunja, noch nicht ganz, in wenigen Stunden werden die Bären vergeben, aber das sollen die Filmschaffenden mal unter sich machen, ich bin dank Flieger nämlich schon wieder seit einigen Stunden zu Hause. Berlin mag ich als Stadt noch immer nicht, auch wenn man sich hier in der Region Stuttgart eine Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel wie in Berlin nur wünschen kann. Auch auf die Gefahr hin, dass ich damit auf einige arrogant und verwöhnt klingen werde: Berlin ist mir dann doch etwas zu dreckig und asozial. Hier sind nicht nur Asis in den S- und U-Bahnen, sondern auch normale Leute, wenn ich in eine Fast-Food-Kette mit dem goldenen M gehe, werde ich nicht von Bettlern belästigt und auch auf der Straße oder in der Bahn will mir kein Obdachloser aufdringlich seine Zeitung verkaufen. Von dem langweiligen Stadtbild außerhalb des Potsdamer Platzes mal ganz zu schweigen – dann doch lieber schwäbische Einöde.

Doch es gibt auch Positives zu berichten aus der deutschen Hauptstadt. Die Menschen sind nicht nur aufgeschlossener als die verwöhnten Bürger Baden-Württembergs, sondern vor allem auch um Welten freundlicher. Ich habe Situationen erlebt, in denen mir gedankt wurde, für die man hier sogar noch dumm angeschaut werden würde. Ich wurde Zeuge von Höflichkeit, die selbst mich, jemanden mit hohen moralischen Wertvorstellungen, schlichtweg verwunderte. Und auch wenn man in Bahnen und auf der Straße ständig besoffene oder gegen-den-Strich-gebürstete Menschen sieht, die Mentalität der Berliner ist eine völlig andere. Aber mal abgesehen davon, merkt man durchaus, dass die Uhren in der größten deutschen Stadt doch ein wenig anders ticken: kaum einen Tag da, werde ich Zeuge davon, wie jemand im McDonald's (ja, ich war dort des Öfteren) zusammenbricht. Einige Tage später meint eine ältere Dame im vorbeigehen, dass dort oben die Menschenfresser warten würden – aha, alles klar. Ja, Berlin, Du hast mich nicht selten zum Lachen gebracht – manchmal aus Freude, manchmal aus Widerwärtigkeit.

Doch lasst mich mal zum Filmischen übergehen, schließlich war ich ja nicht in Berlin um anthropologische Studien durchzuführen, sondern um die Berlinale zu besuchen, was konkret heißt: viele Filme, viel Anstehen und damit verbunden vor allem viel Geduld. Geduld brauchte man auch mit einigen Kollegen, die mich mit ihren vielen Unarten ebenfalls zum Staunen brachten. Es ist unglaublich, wie viele von ihnen nicht wissen, wie man sich benimmt – und dabei meine ich keine landesspezifischen Manierismen, sondern allgemeingültige Grundsätze des menschlichen Miteinanders. Nein, gedrängelt oder gedrückt wurde selten, aber viel schlimmer: die Organisatoren, die ihren Job besser hätten machen können, keine Frage, aber dennoch alles gaben, blöd anzumachen ist einfach ein Unding. Nur weil man mal einige Minuten länger warten muss, bezeichnet man die junge Dame, die uns auf dem Laufenden hält, noch lange nicht als "Asshole!"‘, wie es aus den hinteren Reihen schallte. Und nach der zweiten Pressevorführung im Berlinale Palast sollte man auch langsam wissen, dass Essen im Saal nicht erlaubt ist. Man muss einige sogar darauf hinweisen, dass man beim Husten normalerweise die Hand vor den Mund nimmt, schlimm!

Sowieso sieht man vielen an, warum sie still und leise zu Hause Texte schreiben statt vor der Kamera oder im Radio zu agieren – aber das ist wieder ein anderes Thema … Auch hier gab es natürlich wieder positive Ausnahmen, allen voran unter den Kollegen aus dem Ausland. Die setzen sich nicht nur neben einen, sondern versuchen sich an so etwas wie einem Gespräch, worüber ich nie abgeneigt bin, im Gegenteil. Hierfür definitiv ein Pluspunkt für die Briten und die Spanier. Negativ aufgefallen, vor allem bei den Pressekonferenzen – ich war nur auf der zu Margin Call, weil dort sowieso meist nur Mist artikuliert wird und viel zu viele Leute in den kleinen Saal stürmen (man will ja schließlich auch mal einen Blick auf die Stars erhaschen, wenn man schon zu keinen Interviews eingeladen wurde) -, sind die Osteuropäer, die sich in jede noch so kleine Lücke drängten. Aber ich werde schon wieder zynisch. Besonders zu Beginn des Festivals war ich das, ja, weil ich eigentlich nur mäßige bis grottenschlechte Filme sah. Erst später wurde es besser, auch wenn mich eigentlich nur ein Film so richtig begeistert hat, und dann auch noch ein Kurzfilm, die ich eigentlich nicht wirklich abkann: The Lost Town of Switez ist ein lebendiges romantisches Gemälde, das mit unglaublicher Hingabe und Liebe zum Detail in sieben Jahren fertig gestellt wurde. Wahnsinn!

Am allerschönsten war aber eigentlich die Tatsache, dass ich endlich einmal all die Kollegen getroffen habe, die ich sonst nur von Twitter, Facebook oder deren Blogs kannte. Bisweilen wurde man sogar von wildfremden Menschen angesprochen, die einen Blick auf den Badge warfen und anhand des darauf aufgedruckten Namens wussten, dass man doch der Freund von diesem und jenem sei und auf Facebook regelmäßig Links teile oder kommentiere. Ich für meinen Teil hielt mich damit eher zurück, man will ja Profi sein und sich nicht als Fanboy outen, auch wenn man den einen oder anderen namhaften Kollegen in den Gängen des Hyatts (der zentralen Anlaufstelle für die Presse) sehen konnte. Schön auch, was für kompetente Köpfe meist hinter Avataren und Nicks stecken – da soll noch einer sagen, dass Blogger Schreiberlinge zweiter Klasse seien! Festival-Amok ist beispielsweise das Blog von Patrick Wellinski (@PWellinski) und Maria Wiesner (@MariaWiesner), die jeden Abend einen Videocast aufgenommen haben und darin aktuelle Wettbewerbsfilme besprachen. Auch Joachim Kurz (@Mietgeist) von kino-zeit.de führte ein tolles Berlinale-Blog, das tagesaktuell das Programm besprach.

Im Grunde eigentlich alles perfekt, wäre da nicht diese triste Grundstimmung gewesen, die sich bereits nach dem ersten Tag einstellte. Ja, das Programm war dieses Jahr nicht wirklich toll, wobei ich jetzt, im Nachhinein gesehen, vielleicht auch den einen oder anderen Film nicht hätte verpassen sollen. Dennoch freuten sich alle über die letzte Pressevorführung am Freitag, in der Jaume Collet-Serras Unknown Identity gezeigt wurde, der ziemlich campy daherkommt, halb Berlin zerstört und dabei Szenenapplaus wie noch kein anderer Film erntete. Dass die Kritiker auf solch einen Mainstream-Film so enthusiastisch reagieren, spricht dabei Bände – und nicht gerade für das restliche Programm der 61. Berlinale. Vielleicht wird im nächsten Jahr ja alles besser – wobei das wohl eher ein Wunschgedanke ist, wie die Kollegen bestätigen –, wenn ich wieder dabei sein kann, wovon ich nicht ausgehe. Wenn, dann dieses Mal wohl auf Seiten der PRler. Es müsste einfach auch mal frischer Wind in die ganze Chose – nicht, dass Boll auf einmal in der Jury sitzt, nein, aber dass Kosslick beispielweise nicht immer die gleiche Nummer aus dem Hut zieht und Anke Engelke aufhört das Ganze zu moderieren. Beide vereint sind nämlich ein einziges Trauerspiel – und zu einem solchen darf die Berlinale nun wirklich nicht verkommen.

Foto: Blogging Dagger


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61. Internationale Filmfestspiele Berlin


I'm in Berlin, bitch! Es ist schon wieder Mitte Februar, das heißt es ist Berlinale-Zeit. Und statt wie jedes Jahr zu bloggenden/schreibenden/sprechenden Kollegen zu verlinken, will ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich in diesem Jahr selbst auf der Berlinale zugegen sein werde. Das heißt konkret, dass ich akkreditiert bin und Euch Kritiken, Hintergrundberichte und hoffentlich auch Interviews aus erster Hand bereitstellen kann. Meine Kritiken werden sich aber nicht hier im Blog finden, sondern drüben bei F.LM, wo ich im Rahmen der Berlinaleberichterstattung auch gleichzeitig meinen Einstand geben werde (einige Berlinale-News sind bereits von mir verfasst worden). Das heißt aber auch, dass es hier die nächsten zwei Wochen etwas still werden dürfte, auch, weil ich nach meiner Rückkehr aus Berlin mein Studium zu Ende bringe, sprich meine letzten Klausuren habe.

Wer also nicht zu den glücklichen 4.000 Journalisten gehört, die in diesem Jahr akkreditiert sind, aber dennoch wissen will, warum Berlin für 10 Tage im Ausnahmezustand ist, der schaut hier und auf Twitter vorbei, wo ich eigens eine Liste mit Kollegen erstellt habe, die ebenfalls von den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin twittern und berichten. Wenn ich nicht gerade im Kino sitze oder mich in Berlin zurecht finde, dann schreibe ich Texte befinde ich mich wohl gerade auf einer Preisverleihung oder auf einer Party des Vice Magazine, die ich endlich mal wahrnehmen kann (ja, richtig, ich will Eure neidischen Gesichter sehen!). Ein Blick auf alle Kanäle – u.a. auch Equilibrium bei Facebook – lohnt sich also auch deshalb. Noch zwei Tage, dann sitze ich im Flieger und bin so lange in der Hauptstadt wie noch nie – mögen die (hoffentlich guten) Spiele beginnen!

Foto: Blogging Dagger


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'Durch die Nacht mit …' Cynthia Rothrock & Richard Norton


Der November ist da, dito eine neue Episode Durch die Nacht mit … In diesem Monat dürften alle Martial-Arts- und Trash-Fans auf ihre Kosten kommen, denn es 'paaren' sich niemand Geringeres als Cynthia Rothrock und Richard Norton. Das Ganze findet in Berlin statt, wo sie nicht nur ein bei einer Martial-Arts-Convention auftreten, sondern auch die Personenschützerschule von Ahmed Mohammed aufsuchen. Los geht's leider erst um 00.10 Uhr auf arte, aber das Wachbleiben dürfte hier einmal mehr lohnen, zumal Kollege Rajko von der Episode doch sehr angetan war uns sie gar in die Top 3 hebt.


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Berlin ist die Hölle: 'Unknown White Male' Trailer


Gerade stoße ich auf den Trailer zu Unknown White Male (480p/720p/1080p), schaue mir den Cast an und denke mir nur: Liam Neeson und Frank Langella an der Seite von Diane Kruger, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Karl Markovis und Stipe Erceg? Das ganze spielt in Berlin und Jaume Collet-Serra, der bisher fast nur Horror gedreht hat, führt Regie? Sounds interesting. Der Trailer sieht dann auch gar nicht mal so übel aus, Fans der Hauptstadt dürften jedenfalls auf ihre Kosten kommen – gut auch, dass das Adlon explodiert ist, als ich nicht da war … Gedreht wurde neben Berlin auch in den Babelsberger Studios,  deutscher Start ist am 20. Januar 2011.


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Roundtable Interview zu 'The Social Network'


Zum morgigen Start von The Social Network habe ich gestern Justin Timberlake, Jesse Eisenberg und Drehbuchautor Aaron Sorkin in Berlin zu einem Roundtable-Interview getroffen (deshalb leider auch nicht allzu viele Fragen). In entspannter Runde und mit Sicht aufs Brandenburger Tor, haben mir die drei nicht nur viel über den Film und ihre Figuren erzählt, sondern auch verraten, worum es im neuen Spider-Man-Film geht und warum Aaron Sorkin seinen Hut vor Zuckerberg zieht.

Justin Timberlake (Sean Parker)

Findest Du es nicht komisch, dass der Justin Timberlake in einem Film, der in der Realität angesiedelt ist und aktuelle Geschichte zeigt, eine andere, weniger bekannte Figur der Popkultur spielt?

Ich würde mich selbst nicht als eine Figur der Popkultur betrachten. Ich sehe mich selbst als Schauspieler und Musiker.

Aber Film und Musik, das ist doch Popkultur, oder?

Ja, richtig, es ist Entertainment, aber ich wache nicht jeden Morgen auf und sage zu mir selbst: "Heeeey!" (lacht) Aber natürlich gibt es hier eine gewisse Ironie. Allen voran die Tatsache, dass ich Musiker bin und Sean Parker, den Erfinder von Napster, spiele. Ich persönlich denke aber auch nicht, dass Sean Parker die Musikindustrie auf dem Gewissen hat. Die Plattenfirmen hätten besser zuhören sollen. Was er tat, war das Herunterladen von Musik in schneller Geschwindigkeit zu ermöglichen, aber ich denke, das wäre ohnehin irgendwann passiert – und er war eben einer der Pioniere. Und er ist eben auch brillant. Diese Jungs wären nicht dort wo sie sind, wenn sie nicht brillant wären. Als Napster rauskam, war ich 19. Ich wäre wohl auf dem College gewesen, ich wäre einer der Jungs gewesen, die ihn nun verklagen. Was speziell mich angeht, habe ich mich nicht in einer Projektion verloren, sondern vielmehr das mit der Figur versucht, was ich mit ihr machen wollte. Du denkst da nicht dran, wenn du die Figur spielst, denn es könnte alles sein, er war nämlich auch Mitgründer einer der größten Onlineadressbücher, aber darüber will niemand sprechen, denn es ist nicht so cool und sexy wie Napster. Fragt man sich allerdings, warum er all das mit gegründet hat, dann beginnt man sich in die Figur hineinzuversetzen.

Jesse Eisenberg (Mark Zuckerberg)

Du hast heute Geburtstag, herzlichen Glückwunsch!

Danke.

Alle, die im Oktober Geburtstag haben, sind sowieso die Besten.

Wieso, wann hast Du?

Übermorgen.

27?

25.

Wow, Du siehst aus wie ein Mann. Ich sehe aus wie ein Junge.

Ich versuche mein Bestes.

Das machst Du aber ziemlich gut.

Wie war die Zusammenarbeit mit solch jungen Talenten wie Andrew Garfield, der den nächsten Spider-Man spielt, und Rooney Mara? Ihr seid die kommende Schauspielgeneration.

Danke, das ist sehr nett. Es ist nur lustig, weil da unten (zeigt aufs Brandenburger Tor) ist einer im Spider-Man-Kostüm.

Das ist Andrew.

Ja, das ist Andrew, der gerade für seine Rolle probt. Nein, sie filmen gerade den Film. Es geht um einen Typen im Spider-Man-Kostüm, der vor dem Brandenburger Tor Fotos macht.

Aber ich dachte Spider-Man ist in New York?

Nein, es ist eine deutsche Figur. Im Ernst, es war toll. Alle, die im Film mitspielen, sind großartige Schauspieler, und es ist ja auch ein Film, in dem jeder mitspielen will. Es handelt sich also um die Crème de la Crème. Und Rooney Mara, die Du genannt hast, wird The Girl with the Dragoon Tattoo sein. Sie ist zwar nur in ein paar Szenen im Film, aber für mich war es klar, dass sie phänomenal ist. Als wir zusammenarbeiteten, haben wir die Eröffnungsszene in der Bar ganze 99 Mal gedreht. Bis zum Ende war sie interessant und formte meine Figur.

Also hast Du die Szene absichtlich 99 Mal gedreht, um Zeit mit ihr zu verbringen?

(lacht) Nein, das war nicht meine Entscheidung sie 99 Mal zu drehen, aber es war eine gute Gelegenheit, viel auszuprobieren.

Aaron Sorkin (Drehbuch)

Wussten Sie, dass Mark Zuckerberg The West Wing als eine seiner Lieblingsserien in seinem Profil angegeben hatte, mit Aufkommen des Filmes aber löschte …?

… und sie wieder eintrug. Ich ziehe meinen Hut vor diesem jungen Mann aus vielerlei Gründen. An dem Tag, an dem die Story über ihn im New Yorker erschien, rief mich der Autor des Artikels an, um mir mitzuteilen, dass Mark es wieder eingetragen hatte. Besser als das, war jedoch letzte Woche. Wir sind Freitag mit dem Film gestartet, da spendete Mark 100 Millionen Dollar an öffentliche Schulen in Newark. Die Presse reagierte darauf mit viel Zynismus, denn es erweckte den Eindruck, als wollte er damit Kritik von sich weisen, die der Film aufwarf. Ich bin allerdings der Meinung, dass weder die Schüler in Newark, noch ihre Eltern oder die Lehrer sich darum kümmern, warum er das Geld gespendet hat. Auch mich interessiert es nicht, auch keinen anderen sollte es interessieren. Alles, was ich sage ist: Danke.


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