Gewinnt Blu-rays und Poster zum Horrorstreifen 'American Mary'


Heute erscheint eines der ersten Horror-Highlights 2013 auf Blu-ray und DVD. Die Rede ist von Jen und Sylvia Soskas American Mary, der auch auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights zu sehen war. Darin geht einer jungen Medizinstudentin das Geld fürs Studium aus, weshalb sie kurzerhand beschließt sich fortan als Chirurgin in der Unterwelt zu verdingen … Nip/Tuck meets Cronenberg meets asiatische Sickos, brachte ich es in meiner Besprechung auf den Punkt. Wer auf frisches Horrorkino mit Gender-Subtext steht, der hat nun die Chance American Mary fürs Heimkino zu gewinnen. Ich verlose in Kooperation mit Universal nämlich zwei Blu-rays und zwei Poster zum Film.

Alles, was Ihr tun müsst, um eines der beiden Pakete gewinnen zu können, ist bis Mittwoch, 03. April, 23.59 Uhr einen Kommentar zu hinterlassen und das Gewinnspiel via Button zu liken. Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Leser – da der Film ab 18 Jahren freigegeben ist, müssen die Gewinner eine Kopie ihres Ausweises vorzeigen. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche Euch allen viel Glück & ein frohes Osterfest!

Update, 04. April Danke für Eure rege Teilnahme! Random.org hat die beiden Gewinner ermittelt: Paule und Clausy dürfen sich jeweils über eine Blu-ray und ein Poster freuen. Herzlichen Glückwunsch Euch beiden! Allen anderen danke ich fürs Mitmachen!


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Die selbsternannte Halbgöttin in rot: 'American Mary'


Sie gelten als Halbgötter in weiß. Ärzte genießen nicht nur in Deutschland von allen Berufsgruppen das höchste Ansehen, und in der Tat, es ist auch einer der wichtigsten Berufe, die es überhaupt gibt. Arzt zu sein ist für viele weniger ein Beruf als vielmehr eine Berufung. Arzt ist dabei keinesfalls gleich Arzt, denn einige Fachrichtungen genießen einen besseren Ruf als andere – auch unter den Ärzten selbst. Der Chirurg steht dabei dem Selbstverständnis vieler an der Spitze der Ärztezunft. So sieht es auch die junge Medizinstudentin Mary (Katharine Isabelle), die unbedingt Chirurgin werden will, auch wenn sie etwas chaotisch organisiert ist. Dies ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass sie ihre Studiengebühren nur mit Müh und Not zusammenkratzen kann. Eines Tages erhält sie einen folgenschweren Anruf: ihr wird kein Kredit mehr gewährt. Um ihr Studium, für das sie sogar ihre kranke Mutter in Osteuropa zurückgelassen hat, doch fortsetzen zu können, braucht sie eine neue Einnahmequelle. Sie heuert in einer Stripbar an – doch deren Besitzer benötigt erstmal Marys medizinische Kenntnisse. Schon bald taucht Mary immer tiefer in ein äußerst dunkle Welt ein, die mit dem Eid des Hippokrates nicht mehr vereinbar ist …

Jen und Sylvia Soska, zwei kanadische Zwillingsschwestern, haben mit ihrem zweiten Spielfilm American Mary ein äußerst dunkles und hartes Stück Horrorkino geschaffen. Wenn man sich ihren Film so ansieht, dann verwundert es einen auch nicht weiter, dass sich die beiden auch gerne 'Twisted Twins' nennen. In American Mary dekonstruieren sie nicht nur das fleckenlose Image der Chirurgen, sondern liefern einen äußerst ergiebigen Beitrag zum Gender-Diskurs im Horrorfilm. Bei den Twisted Twins ist der Beruf des Chirurgen ein von Männern dominierter. Männer, die teure Sportwagen fahren und die Arroganz auf ein völlig neues Level heben. Für sie sind ihre (todkranken) Patienten und deren Angehörige nur Schachfiguren, die bewegt werden müssen. Nach Dienstschluss treffen sie sich in geheimen Clubs und leben ihre Misogynität aus. Das sorgt bereits zu Beginn des Filmes für die eine oder andere Szene, bei der man ungläubig auf die Leinwand starrt, weil es einfach so absurd ist, was man dort gerade gesehen hat. Vom äußerst zynischen Humor der Halbgötter in weiß ganz zu schweigen. An der Männerwelt lassen die Twisted Twins hier weiß Gott kein gutes Haar.

Doch auch die Protagonistin selbst ist eine äußerst ambivalente Figur. Mary erweckt anfangs noch den Eindruck einer jungen Frau, die dem Druck dieser männerdominierten Welt durchaus gewachsen ist. Selbst ihrem Prof kann sie Paroli bieten. Doch auch sie wird immer mehr vom Schönheitswahn zerfressen – nicht durch sich selbst und ihren eigenen Körper, sondern durch die 'Schönheit' ihrer Patienten. American Mary führt uns nämlich in die krasse Welt der 'Body Modification' ein – und damit sind hier nicht etwa Tattoos und Piercings gemeint, sondern chirurgische Eingriffe, die einen Menschen noch einzigartiger machen als er ohnehin schon ist … Die Soska-Schwestern lassen dabei kein Detail aus und führen Charaktere ein, die nicht von ungefähr an äußerst schräge Auftritt aus Nip/Tuck erinnern. Für Mary sind diese Operationen in ihren eigenen vier Wänden irgendwann nicht mehr nur eine Einnahmequelle – das Studium hat sie ohnehin geschmissen -, sondern eine Berufung. Sie fühlt sich ihren Patienten und deren außergewöhnlichen Wünschen verpflichtet. Und auch sie bleibt dabei nicht unverändert, zumindest nicht in ihrem Inneren.

Der Plot selbst muss dabei etwas zurückstecken, so dass einem das Ganze nicht immer ganz kohärent erscheint. Flashbacks, die nicht nötig gewesen wären, werden ausgewalzt, während anderes viel zu sehr im Dunkel bleibt. Doch der Film wirkt ohnehin des Öfteren wie ein Sammelsurium aus WTF!?-Momenten und interessanten Ideen, die sich nicht in eine Rahmenhandlung pressen lassen (wollen). Daher fällt das alles auch nicht wirklich schwer ins Gewicht. American Mary ist nicht nur Psychothriller und Drama mit reichlich sleazigen Momenten und Figuren, sondern vor allem auch Körperhorror. Die Soska-Schwestern haben mit American Mary wie zwei Chirurginnen einen Film mit vielen Horror-Versatzstücken erschaffen, der irgendwo zwischen Cronenberg, Nip/Tuck und asiatischen Sickos einzuordnen ist. Vor allem ist American Mary aber ein äußerst erfrischendes Stück Horrorkino und eines der ersten Highlights im noch jungen Filmjahr. (8.5/10)

'American Mary' wird auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights zu sehen sein und erscheint am 28. März auf Blu-ray und DVD.


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Marcus Stiglegger (Hg.): 'David Cronenberg'


David Cronenberg. Ein Name, der im Mainstream noch immer nicht ganz angekommen zu sein scheint. Gott sei Dank. In den letzten Jahren mag sich das etwas geändert haben, hat Cronenberg doch die Pfade des body horrors verlassen und sich Filmen zugewandt, die für viele Zuschauer 'offener' sein dürften. Viele seiner Fans nahmen ihm Filme wie Eastern Promises oder A Dangerous Method (der in der Tat eine herbe Enttäuschung ist) übel, sind sie doch bei weitem nicht so verstörend und verschlüsselt wie seine früheren Werke Videodrome oder Crash, die ich bis heute für seine interessantesten Filme halte. Letzterer wurde 1996 in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury geehrt, stößt ob seiner Sexualmoral bei vielen aber bis heute noch auf Unverständnis. Das bemerkt zumindest Cristina Nord in David Cronenberg, dem umfangreichen Sammelband zum kanadischen Regisseur, die zwar lange auf sich hat warten lassen, nun aber in ihrer vollen Pracht erhältlich ist. Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger hat das 320 Seiten starke Buch herausgegeben und bietet darin eine nicht nur umfangreiche, sondern vor allem aufschlussreiche Übersicht zu den Filmen Cronenbergs. Nach einem Vorwort, in dem Manfred Geier ganz persönliche Parallelen zu seinem und Cronenbergs durchaus erlebnisreichen Leben zieht, führt uns Marcus Stiglegger in den Cronenberg'schen Kosmos ein.

Im ersten Drittel des Werkes fokussieren sich die Essays auf Cronenbergs Filme im Gesamtkontext. So klärt uns Stefan Höltgen, ein ausgewiesener Cronenberg-Kenner, beispielsweise über filmische Räume in Cronenbergs Werk auf, während Bettina Papenburg über eines der bedeutendsten Motive Cronenbergs schreibt: den (offenen) Leib. Der Rest des Buches konzentriert sich schließlich auf die einzelnen Filme und lässt dabei keines seiner Werke aus (selbst seine Kurzfilme werden hinreichend geehrt). Natürlich dient der Sammelband weniger der ausführlichen Interpretation der einzelnen Werke, als vielmehr der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Film unter einem bestimmten Aspekt. Im Essay zu Videodrome betrachten Hermann Kappelhoff und Daniel Illger auf sechs Seiten die verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung. Etwas später – die Filme sind chronologisch geordnet – untersucht Cristina Nord Crash dann auf seine Körperflüssigkeiten und seine Symbiose aus Fleisch und Metall, und kommt zu dem Schluss: "Ein Bild fickt das andere." Letztere finden sich auch im Buch zuhauf; dienen aber weniger der Illustration, als vielmehr der Beweisführung. Auch sind sie nicht seitenfüllend und kunterbunt (und laufen damit Gefahr, den Leser vom Wesentlichen abzulenken), sondern passend platziert und in schlichtem schwarz-weiß gehalten.

Die Texte selbst benötigen aber auch die gesamte Aufmerksamkeit des Lesers, denn sie lassen sich nicht mal eben so überfliegen, sondern gehen stets film-, kultur- und medienwissenschaftlich an ihr Sujet heran. Wer also ein einfaches Nachschlagewerk zu David Cronenberg sucht, der ist hier an der falschen Adresse. Der Leser muss hier nämlich gewillt sein, sich nicht nur mit akademischer Sprache auseinander zu setzen – auch relevante wissenschaftliche Ansätze werden vorausgesetzt. Dafür dringt die Aufsatzsammlung dann aber auch ins Innerste des Gesamtwerks vor, das in seinen Motiven und Intentionen schier unerschöpflich ist. Mit den Autoren, die von Georg Seeßlen über Fritz Göttler, bis hin zu Filmemachern wie Dominik Graf reichen, hat man die Crème de la Crème der deutschen Filmpublizistik vereint (gewidmet ist das Buch übrigens dem in diesem Jahr Verstorbenen Michael Althen). Formal ist das Paperback ebenfalls auf höchstem Niveau angesiedelt, können sowohl das hochwertige Papier, als auch die schönen Screenhots voll und ganz überzeugen. Für Filmfreunde, für die ein Film nicht einfach nur unterhalten soll, ist David Cronenberg ein Pflichtkauf.

David Cronenberg – film: 16 ist im November im Bertz + Fischer Verlag erschienen und ist für 19,90 EUR entweder direkt über den Verlag (versandkostenfrei) oder alternativ über Amazon (Partnerlink) beziehbar.


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