I'm Giving You a Night Call: 'Drive'


Nicolas Winding Refns Drive ist das passiert, was schon sehr vielen Filmen vor ihm widerfahren ist: Sie wurden im Vorfeld ins Unermessliche gehyped und können somit nur enttäuschen – wenn auch auf hohem Niveau. Vor allem bei den Fanboys und Nerds, die denken, dass sie Ahnung vom Medium hätten, war Drive das Must-See des vergangenen Jahres (meist schön aus dem Netzt gezogen, denn hierzulande startet er ja erst jetzt). Wenn man sie dann nach einer Begründung fragt, bekommt man meist nur die üblichen Adjektive und Phrasen entgegen geworfen, die im Prinzip nichts anderes als leere Worthülsen sind und eigentlich jeden zweiten Film beschreiben könnten. Ultracool, stylish, brutal, lässig, coole Dialoge, etc. pp. – Tarantino lässt grüßen. Nun würden an dieser Stelle viele sagen, dass er gerne ein Tarantino wäre. Da ich selbst aber kein allzu großer Fan des 'Meisters' bin, würde ich einen generellen Vergleich mit selbigem auch nicht unbedingt als Kompliment verstehen. Zumal das Tarantino-eske mittlerweile nur noch redundant und nervig daherkommt. Doch Drive befindet sich tatsächlich im Fahrwasser vieler Thriller, die man in den letzten Jahren so ähnlich bereits gesehen hat. Viel wirklich Neues gibt es nicht.

Dabei ist Drive aber bei Weitem kein schlechter Film. Nein, ganz bestimmt nicht. Sein Soundtrack ist in der Tat über allem erhaben, da muss man einfach in den Hype-Tenor mit einstimmen und ihn am besten gleich in der Dauerrotation hören. Durch ihn wird dem Film erst eine Atmosphäre zuteil, die ihn dann doch irgendwie aus der Masse heraushebt. Und doch trägt Refn leider viel dazu bei, dass sein Film letztlich über kurzweilige Unterhaltung kaum hinaus kommt. Dabei fängt alles so gut an. Die Exposition ist grandios atmosphärisch und spätestens wenn die Credits in pinken Retro-Lettern über die Leinwand flimmern, denkt man für einen kurzen Moment, dass man sich gerade in den 80ern befindet. Doch irgendwann kommt dann Carey Mulligan samt Balg ins Spiel und macht all ihre vorangegangenen Performances auf einen Schlag vergessen. Ihre Figur bleibt blass und gleichgültig; was Goslings Stuntman an ihr findet, bleibt ein einziges großes Geheimnis. Wenn er dann auch noch alles für sie riskiert, obwohl er sie gerade mal einige wenige Tage kennt, geht es mit dem Film schnell bergab.

Nicht so richtig bergab, aber er verschenkt so verdammt viel Potential, dass man sich einfach aufregen will. Da helfen dann auch die derben Gewalteinlagen, die quasi aus dem Nichts kommen und im Prinzip nur selbstzweckhaft sind, nichts mehr groß. Der Cast – allen voran natürlich Gosling – ist toll (bis auf Mulligan eben, aber das liegt auch zum Großteil am Drehbuch), aber auch hier wird wieder viel zu viel Potential verspielt, beispielsweise wenn 'Mad-Woman' Christina Hendricks nur wenige Minuten Screentime hat und Ron Perlman auf Autopilot agiert. Nach 100 Minuten ist dann auch alles vorbei und man fragt sich schließlich: really!? Das soll der Überfilm gewesen sein, für den Nicolas Winding Refn in Cannes prämiert wurde und der sich auf jeder Jahresbestenliste der US-Kritik befand? In einigen Jahren wird Drive wohl so ein Geheimtipp werden, der eigentlich gar keiner ist, den aber jeder Semi-Cineast jedem seiner Freunde empfiehlt, der mal was Cooles abseits des Mainstreams sehen will. Klappe zu, Affe tot. (7/10)


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'Melancholia' verschlingt alles – Weltuntergang ganz privat


Lars von Trier. Der letzte große Provokateur des europäischen Kinos. Bei der Premiere seines neuen Films Melancholia in Cannes sorgte er erneut für Schlagzeilen, da er sich selbst als Nazi bezeichnete und Verständnis für Hitler äußerte. Eine Aussage, aufgrund der er von der Festivalleitung prompt als 'persona non grata' des Festivals verwiesen wurde und die möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben könnte. Man fühlt sich an von Triers vorheriges Werk Antichrist erinnert, das bei seiner Premiere in Cannes allein aufgrund seines Titels und wegen expliziter Sex- und Gewaltdarstellungen ebenfalls für einen Skandal sorgte. Ein derartiger Vorfall ist immer hilfreich, kleinere Produktionen mit wenig Marketing-Budget ins Gespräch zu bringen. Daher sollte man die jüngsten Äußerungen des Regisseurs nicht zu ernst nehmen, denn Melancholia bietet aufgrund seines Filminhalts wenig skandalträchtigen Zündstoff. Und doch ist er Antichrist ähnlich.

Wie Antichrist beginnt auch Melancholia mit einer filmischen Ouvertüre. Alles geschieht in Ultra-Slowmotion: 2001-anmutende Bilder des Weltraums, das teilnahmslos wirkende Gesicht Justines während im Hintergrund Vögel tot vom Himmel fallen, drei Menschen auf der weiten Rasenfläche eines Anwesens über dem drei Himmelskörper Licht spenden: die Sonne, der Mond und ein unbekannter bläulicher Planet. Nur einige Beispiele einer Aneinanderreihung inszenierter Kunstwerke, unterlegt mit dem Vorspiel von Wagners Tristan und Isolde. Es sind majestätische Bilder von geradezu hypnotischer Gewalt, die den Zuschauer ab dem ersten Filmframe in seinen Bann ziehen. Bis am Ende der 8-minütigen Eröffnungssequenz klar wird, dass es nichts anderes als der Weltuntergang ist, dem man beiwohnt: die Erde wird von dem um ein Vielfaches größeren blauen Planet gänzlich verschlungen.

Von Anfang an ist also klar: es wird nicht gut enden. Das ist auch gut so, denn es geht hier zu keiner Sekunde um die Frage, ob, und wenn ja, wie die Erde gerettet werden kann. Auch interessiert zu keiner Zeit, was im Rest der Welt vor sich geht, seien es nun Massenpanik oder abstruse, verzweifelte Rettungsaktionen. Hollywood-Klischees des Katastrophenfilms, die ein Lars von Trier gar nicht nötig hat. Nein, die zentrale Frage in Melancholia beschäftigt sich damit, wie einzelne Menschen mit dem sicheren Untergang und, in Anbetracht dessen, miteinander umgehen würden. Im Kern ist Melancholia eine Charakterstudie. Weltuntergang ganz privat.

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern denen jeweils ein Teil des Filmes gewidmet ist: Justine und Claire. Zu Beginn scheint die Welt noch in Ordnung. Justine (Kristen Dunst) ist mit ihrem frisch angetrauten Mann Michael (Alexander SkarsgÃ¥rd) auf dem Weg zu ihrer Hochzeitsfeier auf dem Anwesen ihres Schwagers. Die lächerlich lange Stretch-Limousine bleibt in der gewundenen Auffahrt stecken und nachdem weder Chauffeur, noch Braut oder Bräutigam einen Ausweg finden, geht es zu Fuß weiter. So trifft das Brautpaar mit zweistündiger Verspätung, aber dennoch gut gelaunt auf ihrer eigenen Party ein. Was folgt ist eine zunächst anscheinend ganz normale Hochzeitsfeier. Justines Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) versucht, den geplanten Ablauf durchzusetzen, während sich die geschiedenen Brauteltern (hervorragend Charlotte Ramping und John Hurt) gegenseitig angiften und Justines Schwiegervater und Chef nur daran interessiert scheint, eine neue Tagline für die Werbefirma aus ihr herauszukitzeln. Übliche Probleme einer Familienfeier eben.

Justine versucht ihr bestes, den Anschein der Normalität aufrecht zu erhalten. Sie tut was man von ihr erwartet: lächelt, nickt und betont stets, ja, es sei genau das, was sie sich gewünscht hätte. Doch schnell wird klar, dass all das nicht aufrichtig ist, sondern nur aufgesetzt. Justine leidet unter Depressionen und die Hochzeit scheint der letzte, hoffnungslose Versuch zu sein, Normalität in ihr Leben zu bringen. Schließlich ist es doch das Normalste auf der Welt zu heiraten. Dass der Abend im wahrsten Sinne des Wortes unter keinem guten Stern steht, ist dem Zuschauer nun ja schon von Beginn an klar und so wird es keine Überraschung sein, wenn der Rest der Nacht nicht in den vom Hochzeitsplaner (Udo Kier) vorgesehenen Bahnen verläuft.

Teil zwei trägt den Titel 'Claire' und verschiebt den Fokus der Handlung auf Justines Schwester. Inzwischen hat die Menschheit den Planeten entdeckt, der sich bis dahin hinter der Sonne verborgen gehalten hatte und nun auf die Erde zurast. Geht man zunächst noch davon aus, Melancholia würde die Erde nur passieren, müssen die Protagonisten bald die grausame Realität erkennen und gehen auf ganz unterschiedliche Weise mit dem sicheren Ende aller menschlichen Existenz um.

Lars von Trier beweist sich erneut als Meister der Personenregie. Nachdem bereits Charlotte Gainsbourg für ihre Rolle in Antichrist den Preis für die beste weibliche Darstellerin in Cannes erhielt, wurde in diesem Jahr auch Kirsten Dunst diese Ehre zuteil. Einerseits überraschend, denn wer hätte ihr eine solche Leistung zugetraut? Und doch völlig zurecht. Zwar kann sie auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, schließlich litt auch sie einmal unter Depressionen, aber die Leichtigkeit mit der sie von vorgetäuschter Lebensfreude zu katatonischen Zuständen bis hin zur Lethargie wechselt, ist schlicht beeindruckend. Umso mehr, da ihr das gelingt ohne dabei das Publikum zu entfremden, was in Anbetracht einiger schwer verdaulicher Thesen, die von Trier ihr in den Mund legt, wahrlich kein Leichtes ist. Es ist nicht einfach eine derartige Figur darzustellen und gleichzeitig vielleicht nicht die Sympathie, aber zumindest das Mitgefühl des Publikums aufrechtzuerhalten.

Doch nicht nur Kirsten Dunst bietet eine beeindruckende Leistung. Als Gegengewicht zu Justine hat von Trier ihre Schwester Claire als ganz gegensätzliche Figur angelegt und mit Charlotte Gainsbourg auch sehr stark besetzt. Kiefer Sutherland als deren Gatte und Mann der Wissenschaft rundet die hervorragende Figuren-Konstellation ab. Es sind diese fein ausgearbeiteten und unterschiedlichen Charaktere, die trotz des eigentlich bekannten Ausganges die Spannung konstant hoch halten und es schließlich dem perfekten Schlussbild, das sich sicher noch lange im Gedächtnis der Zuschauer halten wird, ermöglichen, seine starke Wirkung zu entfalten.

Lars von Trier als prätentiös und selbstverliebt zu bezeichnen wäre sicherlich falsch. Zwar bestehen Ähnlichkeiten zu den Filmen der Dogma-Bewegung, allen voran zum dänischen Film Festen, doch eben diese Bewegung hat er selbst mitbegründet. Parallelen zu Antichrist sind sowohl stilistisch als auch inhaltlich unbestreitbar. Natürlich beschäftigt er sich in Melancholia auch mit sich selbst und verarbeitet seine eigenen Depressionen. Dies ist ihm sicherlich besser oder zumindest nachvollziehbarer gelungen als mit Antichrist und verleiht dem ausgezeichneten, gut recherchierten Drehbuch einen Eindruck von Authentizität und Aufrichtigkeit. Besonders in Justine dürfte von Trier viel von sich selbst eingeflossen lassen haben. Daher ist es demjenigen, der am Mensch von Trier interessiert ist möglich, auch ihn etwas besser zu verstehen.

Melancholia ist bei aller inhaltlicher Schwere ein erstaunlich 'schöner', geradliniger und zugänglicher Film geworden, unter dessen Oberfläche es viel zu entdecken gibt. Wenn man sich traut nur ein wenig an ihr zu kratzen, tun sich unzählige Interpretationsmöglichkeiten auf. Melancholia ist ein Filmerlebnis von unglaublicher Kraft und emotionaler Resonanz. Ein erstaunliches und großartiges Stück Kino. Einer der besten Filme des Jahres. Eine Erfahrung. Ein Meisterwerk. (10/10)

- Kritik von Christoph Gumpert


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Kein gewöhnlicher Nebenjob: 'Sleeping Beauty' Trailer


Von Julia Leighs Sleeping Beauty, der immerhin in Cannes lief, habe ich bisher nichts mitbekommen. Sehr unglücklich, wie sich jetzt herausstellt, denn der Trailer (SD, gute Qualität) sieht nach einem sehr interessanten Werk aus, in dem es um eine junge Studentin (Emily Browning) geht, die einen etwas anderen Nebenjob annimmt … Besonders in einer Einstellung, die im Trailer zu sehen ist, erinnert der Film doch etwas an Salò o le 120 giornate di Sodoma. Der Film war zwar gestern auf dem Filmfest Hamburg zu sehen, hat aber noch keinen regulären deutschen Kinostart. Ich hoffe, dass sich das schnellstmöglich ändern wird.


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Mondaufgang über dem Meer: 'Melancholia'


Wer vollkommen unberührt an den Film herangehen will, der sollte hier nicht weiterlesen, denn auch wenn der folgende Text keine expliziten Spoiler enthält, könnten einige interpretatorische Ansätze doch etwas zu viel vom Film vorweg nehmen.

Lars von Trier. Das enfant terrible des europäischen Autorenkinos. Das hat er vor einigen Monaten auch in Cannes wieder deutlich gemacht, wo sein Film Melancholia Premiere feierte. Am verwunderlichsten ist dabei ja eigentlich die Tatsache, dass es noch immer Medienvertreter gibt, die das alles wirklich bierernst nehmen, was der Gute von Trier da so von sich gibt. Der Rest weiß jedoch, dass das eine Mischung aus eiskaltem Kalkül und Kokettierens ist. Und nach Antichrist brauchte er für Melancholia vielleicht eine gewisse mediale Aufmerksamkeit, denn sein neuer Film kann weder mit perverser Gewalt, noch mit Hardcore-Sex-Szenen von sich reden machen. Im Gegenteil. So viele Gemeinsamkeiten Melancholia mit seinem Vorgänger Antichrist auch hat, so viele Unterschiede gibt es auch. Von Triers neues Werk setzt weniger auf Provokation, als vielmehr auf ruhige, aber dennoch deutlich wahrnehmbare Töne. Bei alledem scheint Melancholia schon viel mehr der Film zu sein, in denen von Trier seine angeblichen Depressionen verarbeitet als Antichrist. Dieses Mal ist es nicht der Untergang eines Ehepaares, das seinen Sohn verloren hat, sondern der Untergang der gesamten Menschheit, das Jüngste Gericht sozusagen.

Am Anfang sehen wir die beiden Schwestern Justine (Kirsten Dunst) und Claire (Charlotte Gainsbourg) in jener extremen Zeitlupe, die von Trier schon in Antichrist bis zum Exzess einsetzte. Sie scheinen vor etwas zu flüchten, doch wir wissen nicht was. Dazu hören wir Wagnersche Klänge aus dem Vorspiel von Tristan & Isolde. Nun weiß man, dass man im Arthousekino sitzt. Nach dieser Exposition Marke Antichrist beginnt dann auch eine normal anmutende Geschichte über ein frisch vermähltes Ehepaar, das sich auf dem Weg zu seiner Hochzeitsgesellschaft befindet. Die Limousine, in der sie sich befinden, ist zu lang, der Fahrer schafft es nicht um die Kurve, ohne den Wagen ins Abseits zu setzten. Da nimmt kurzerhand die Braut das Steuer in die Hand und manövriert die drei sicher zum abgelegenen Landhotel, in dem die Gäste schon warten. Es ist eine kurze Episode, die wie aus einer typischen Hollywood RomCom anmutet. Es geht dann auch eine gewisse Zeit lang so weiter: Vater (John Hurt) und Mutter (Charlotte Rampling) der Braut sind geschieden und giften sich an, die Schwester und ihr Mann (Kiefer Sutherland) sind mit Organisatorischem beschäftigt und jeder hofft, dass das alles so gut wie möglich über die Bühne geht. Nur der Wedding Planner (Udo Kier) hat schon resigniert.

Die Melancholie des Ganzen kommt dann aber recht schnell auf den Zuschauer zu, denn dass mit Justine irgendetwas nicht stimmt, wird spätestens dann deutlich, wenn sie am Tag ihrer Hochzeit fremdgeht. Melancholia ist dabei über lange Zeit fast schon ein Kammerspiel, das seine Figuren nicht aus dem Speisesaal respektive dem Landhotel entlässt. Zwar wechseln die Räumlichkeiten immer wieder, aber irgendwie sieht auch ein Raum aus wie der andere. Auch Justine sieht innerlich immer gleich aus, auch wenn sie sich äußerlich immer wieder perfekt verstellen kann und es perfekt schafft, die Maske aufrecht zu erhalten. Doch nur sie selbst ist es, die eines ganz sicher weiß: Das morgen schon die Welt untergehen wird. Sie hat schlimme Depressionen, ja, das wissen auch ihre Angehörigen und ihr Mann. Was sie aber nicht wissen, ist, dass Justine bereits am Tage ihrer Hochzeit vor dem Leben resigniert hat. Melancholia wird auf die Erde zurasen und alles zerstören, was man heute noch feiert. Das ist auch der Grund, weshalb Justine im Prinzip alles und jeder egal ist, und sie nur noch das macht, nach dem ihr ist. Sie sucht die Verbindung zur Natur (ja, wir sehen Dunst tatsächlich komplett nackt), die ihr aber auch keine positive Antwort geben kann. Der Untergang naht also, egal was Fachleute wie John (Sutherland) sagen.

Von Trier versucht sich mit Melancholia einmal mehr an religiösen Themenkomplexen. Und auch hier ist es wieder die Frau, die als eine Art Auslöser des Ganzen fungiert. Es ist bezeichnend, dass von Trier keine kirchliche Hochzeit, sondern nur den mondänen Teil, nämlich die Feier, zeigt, die im Grunde nur als Projektionsfläche für alle Beteiligten dient. Man merkt es seinem Film dabei stets an, wie bemüht von Trier doch ist, hier etwas noch Größeres, nahezu hermeneutisch Verschlossenes zu kreieren als Antichrist. Das größte Problem dabei ist aber genau diese Intention, die der Film verfolgt. Viele der Szenen wirken unglaublich redundant und ins Nichts führend, von ihrer teilweise unsäglichen Länge ganz zu schweigen. Der Cast macht dabei noch die beste Figur, allen voran natürlich Gainsbourg und Dunst. Und auch Sutherland, der eine größere Rolle spielt, als man anfangs meinen könnte, war selten so gut wie hier. Von Trier gelingt es dabei auch noch stärker seine Protagonistin zu einer Art Hassfigur zu machen – für die man dennoch auch Mitleid empfindet – als noch in Antichrist, denn Dunsts Figur nervt ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur noch mit ihrer 'mir-alles-scheißegal-Attitüde'. Und auch der Film selbst verliert sich irgendwann in seinem eigenen Wahn, wenn Wagners Vorspiel zum achten Mal erklingt und uns nochmal eine prätentiöse Slow-Motion-Einstellung im Wald vor den Latz geknallt wird.

Es steht außer Frage, dass von Trier hier wieder ein äußerst interessantes Mammutprojekt auf die Beine gestellt hat, über das man noch lange reden wird und das sich auf sämtlichen Jahresbestenlisten finden wird. Die Klasse eines Antichrist erreicht Melancholia dann aber nicht wirklich, denn dafür schafft von Trier nicht wirklich etwas Neues, sondern ruht sich auf seinen alten Errungenschaften aus, die er einfach etwas weiterspinnt. Wenn der Film tatsächlich wegen etwas in Erinnerung bleiben und gelobt werden sollte, dann für Dunst und Sutherlands Leistungen, die wirklich großartig sind. Der Rest ist handwerklich perfektes, aber leider auch typisch prätentiös-schweres Autorenkino, das sich der breiten Masse verschließt, Kritikern aber nur zu gerne in die Hände spielt. Melancholia lohnt schließlich aber allein deshalb schon, weil man von Triers kreativen Output nur zu gerne verfolgt. Auch wenn der nicht immer nach Meisterwerk schreit. (7.5/10)


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US Trailer zu von Triers Weltuntergangsoper 'Melancholia'


Nach dem ersten Trailer zu Lars von Triers Melancholia im April, ist nun auch der US-Trailer erschienen (480p/720p/1080p), der den Film eigentlich ganz gut zur Geltung bringt und Gott sei Dank nicht allzu viel vorweg nimmt. Vor allem zeigt er einmal mehr, wie wunderschön die Kameraarbeit ist. Eine Kritik zum Film gibt es demnächst (ist ja noch etwas hin, denn der deutsche Kinostart wurde auf den 06. Oktober verlegt), bisher nur so viel: Antichrist ist der deutlich bessere Film, denn auch wenn ich Melancholia mochte, so ist er – wie der Name schon sagt – phasenweise wirklich sehr, sehr dröge und schleppend – pure Melancholie eben. Und das muss man mögen, dieses 'Depri-Kino'.


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'Drive' International Red Band Trailer

Und schon wieder ein neuer Trailer zu Nicolas Winding Refns Drive, wenn auch nur ein ganz klein wenig anders als der kürzlich erschienene UK-Trailer. Nicht wirklich Red Band meiner Meinung nach, aber auch nicht gerade harmlos. Bin ja mal gespannt, auf wie vielen Jahreslisten man den noch lesen wird, denn Kinostart ist ja erst am 29. Dezember …

(Via /Film)


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Neuer kick-ass Trailer zu Nicolas Winding Refns 'Drive'

Nach dem ersten, ziemlich geilen Trailer zu Nicolas Winding Refns Drive, ist nun ein neuer Trailer in UK erschienen – etwas kürzer, aber immer noch kick-ass! Dauert leider noch bis zum 29. Dezember, bis der Film hierzulande zu sehen sein wird, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.


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Stuntman Ryan Gosling: 'Drive' Red Band Trailer

Nicolas Winding Refns Drive hat in Cannes nicht nur den Preis für die beste Regie gewonnen, sondern bekam für seinen Film auch durchweg positive Stimmen. Drive wird jetzt schon als The Transporter für Erwachsene bezeichnet und sieht in der Tat ziemlich gut aus, auch wenn ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob Ryan Gosling in solche einer Rolle taugt. Da freue ich mich schon mehr, dass Mad Men-Rotschopf Christina Hendricks mit von der Partie ist! Start in den US-Kinos ist am 16. September.

(Via I Heart Pluto)


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Gewinnt zwei Freikarten für Terrence Malicks 'The Tree of Life'


Dieser Post wird an oberster Stelle gehalten, alle anderen neuen Posts finden sich darunter

Die ganze Filmwelt spricht aktuell über Terrence Malicks The Tree of Life, der erst kürzlich die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat. In den deutschen Kinos wird er ab 16. Juni zu sehen sein. Aus diesem Anlass möchte ich in Zusammenarbeit mit Concorde Filmverleih 1×2 Tickets zum Film verlosen. Um teilzunehmen müsst Ihr hier lediglich einen Kommentar hinterlassen oder den Beitrag bei Equilibrium auf Facebook mit 'Gefällt mir' markieren. Zeit habt Ihr dafür bis Montag, 06. Juni, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Edit, 07. Juni: Random.org hat sich für Andreas G. entschieden, der sich über zwei Tickets für den Film freuen darf! Glückwunsch, Andreas! Allen anderen danke ich für Ihre Partizipation und vertröste Euch hiermit auf das nächste Gewinnspiel.


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Offizieller U.S. Trailer zu Noés 'Enter the Void'


In etwas mehr als zwei Wochen ist es so weit, dann startet Gaspar Noés Enter the Void auch hierzulande, wenn auch nur in wenigen deutschen Städten (immerhin ist Stuttgart dabei). Passend dazu ist heute der offizielle U.S. Trailer zum Film erschienen, der deutlich 'goutierbarer' daherkommt als alle bisherigen. An dieser Stelle sei zudem auf die sehr lesenswerten Kollegen von Negativ verwiesen, die Freikarten zum Film verlosen und alle Städte auflisten, in denen Enter the Void zu sehen sein wird.

(Via I Heart Pluto)


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