Ein-Mann-Weltpolizist: 'Captain America: The First Avenger'


Captain America dürfte hierzulande wohl eher zu den unbekannteren Comichelden zählen. Zumindest dürfte er aber zu den unbeliebteren gehören, denn außerhalb der Vereinigten Staaten dürfte man wohl kaum etwas mit dem patriotischen Superhelden anzufangen wissen. Schon hier, beim Setting, kann man als Filmemacher also ziemlich viel falsch machen, ist der titelgebende Held doch auch ein Kind seiner Zeit. Im Zweiten Weltkrieg sollte er als Geheimwaffe der USA gegen die Nazis kämpfen, im speziellen gegen seinen Erzfeind Red Skull. Es ist Regisseur Joe Johnston also durchaus hoch anzurechnen, dass er seinen Captain America: The First Avenger als period piece ansiedelt. Etwas, das bei der Masse der Comicverfilmungen leider viel zu oft untergeht – man muss das Ganze dem meist jüngeren Publikum ja schließlich schmackhaft machen und kann seinen Film daher nicht in einer Zeit spielen lassen, die noch nicht einmal die Eltern der Teens, die da im Saal sitzen, kennen. Zwar muss der Film hinsichtlich seiner Verwurstung in The Avengers einige Zugeständnisse machen, was das Setting betrifft, diese fallen glücklicherweise aber nur marginal aus.

Selbstverständlich ist Johnstons Captain America:The First Avenger dennoch kein Film, der im Klima des Zweiten Weltkriegs spielt, sondern in einer Art Paralleluniversum. Sicherlich, die Nazis haben die halbe Welt eingenommen und auch eine Abteilung für paranormale Forschung, aber mit der Wirklichkeit hat das nur wenig zu tun. Das sieht man allein schon am technologischen Fortschritt, den die Deutschen erreicht haben: da gibt es Laserwaffen, schnittige Limousinen in extra groß und Düsenjets, die es noch nicht einmal im 21. Jahrhundert gibt. Es wird also recht schnell deutlich, dass wir uns in einer quietschbunten Comicwelt, einer Fantasiewelt befinden (natürlich ist auch vom Holocaust nie die Rede). Eine Welt, die klar in Gut und Böse eingeteilt ist – was auch der Grund dafür ist, warum die USA eine Superwaffe in den Krieg schicken wollen. Immerhin sind sie der Hort der Freiheit. Was patriotisch klingen mag, ist es – überraschenderweise – eher selten. Captain America: The First Avenger nimmt sich vielmehr selbst immer wieder auf den Arm. So widmet Johnston dem Superhelden einen ganzen Abschnitt darüber, wie er für die Propagandamaschinerie missbraucht wird – einzig und allein um Kriegsanleihen unter die Bevölkerung zu bringen.

Captain America alias Steve Rogers (Chris Evans) durchschaut das Ganze allerdings recht schnell und macht sich auf den Weg zu seiner wahren Bestimmung: nämlich Seite an Seite mit den regulären Truppen an der Front zu kämpfen. Dieser Abschnitt hat ein klein wenig von Spider-Man; erst sehen wir Rogers in einem billigen Kostüm, wie er dabei ist, sich einen Namen zu machen. Später bekommt er dann sein richtiges Kostüm – samt Schild, versteht sich. Es sind ebenjene Momente, in denen Joe Johnston deutlich macht, dass sein Captain America nicht etwa ein weiteres Stück Propaganda ist (wie der Comic in den Vierzigern), sondern vielmehr eine Reflexion über diese. Alles bleibt hier stets goofy, wie eine knallbunte Wundertüte, die vor netten Ideen und Überraschungen nur so sprudelt. So vermittelt es jedenfalls der Gesamteindruck des Films, denn natürlich gibt es sie, die patriotischen Heldenszenen, in denen Steve Rogers selbstlose Phrasen drischt und nichts lieber möchte, als für sein Land und dessen Ideale in den Krieg zu ziehen. Dabei wird stets betont, dass es nicht etwa auf Muskeln oder eine gute Ausrüstung, sprich seinen Schild, ankommt, sondern auf die mentale Haltung zu Krieg und Frieden, zu Vaterland und dem Dienst an diesem.

Dass diese Motive auch stets nachvollziehbar und ehrbar bleiben, sorgt ein Red Skull (Hugo Weaving), der jedes Klischee eines Bösewichts erfüllt, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Und dennoch liegt hier einer der wenigen Schwachpunkte des Filmes. Weaving ist zwar durchaus bemüht und spricht mit einem hervorragenden deutschen Akzent, ist in seiner Figurenzeichnung aber deutlich weniger dämonisch als beispielsweise Scott Paulins Red Skull aus der berühmt-berüchtigten Captain-America-Verfilmung aus dem Jahre 1990 (der kürzlich als Director's Cut erschienen ist). Dass er daher auch vor eigenen Leuten keinen Halt macht, ja sich selbst sogar über den Führer stellt, ist ebenso obligatorisch wie die Tatsache, dass natürlich nur die Bösen Wagners Ring (genauer gesagt Siegfrieds Tod) lauschen. Doch gerade hier liegt wiederum auch die unverkrampfte, ja augenzwinkernde Herangehensweise Johnstons an den Stoff, sorgt diese Szenen doch auch für ein breites Grinsen. Dies ist ein wichtiges Gegengewicht zu den sonstigen Etappen der origin story, die des Öfteren Gefahr läuft, zu sehr zu menscheln, beispielsweise wenn Stanley Tucci als deutsch-amerikanischer Wissenschaftler versucht Rogers ins Gewissen zu reden.

Und dennoch verliert sich Captain America: The First Avenger nie wirklich in allzu emotionalen oder gar pathetischen Momenten, sondern prescht mit einem hohen Tempo vor, das der Film den ganzen Film über halten kann. Die Actionszenen sind wohl dosiert und halten auch den Spannungsbogen aufrecht, auch wenn sie in ihrem Ablauf eher Montagen ähneln als richtigen Actionszenen. Richtige action set pieces sind also eher rar gesät, stattdessen wird viel auf Slow-Motion gesetzt, was den Spaß aber nur wenig beeinträchtigt. Zumal der Film für seine PG-13-Freigabe erstaunlich viel Gewalt zeigt. Johnstons Film macht sehr viel richtig, was viele andere Comicverfilmungen, erst recht jene der letzten Zeit, falsch machen. Vor allem aber nimmt er sich selbst nicht zu ernst. Captain America: The First Avenger darf sich daher getrost als einer der besten Vertreter des Genres bezeichnen. (8/10)


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Neuer Trailer zu 'Captain America: The First Avenger'


Endlich gibt es einen neuen Trailer zu Joe Johnstons Captain America: The First Avenger – und er rockt (480p/720p/1080p)! Schade nur, dass solch ein Gag wie jener mit der Granate gleich im Trailer vorweg genommen wird, aber sei's drum. Ich bin mir nach wie vor ziemlich sicher, dass das die beste Comicverfilmung seit langem wird. Deutscher Start ist allerdings noch etwas hin, nämlich am 18. August.


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Trailer zu 'Captain America: The First Avenger' in HD


Da ist er dann auch endlich, der lang ersehnte offizielle Trailer zu Captain America: The First Avenger (480p/720p/1080p). Gefällt mir doch ziemlich gut, was ich da sehe, auch wenn man vieles bereits aus dem Superbowl-TV-Spot kennt. Deutscher Start ist am 21. Juli.


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'Captain America' Superbowl TV Spot & mehr


Gestern nacht fand wieder mal der Supberbowl statt, der mich auch in diesem Jahr kein bisschen mehr interessierte. Ganz im Gegensatz zu den ersten Bewegtbildern aus Captain America: The First Avenger (480p/720p/1080p), die top aussehen. Auch der Superbowl-Spot zu Battle: Los Angeles (480p/720p/1080p) und jener zu Transformers: Dark of the Moon (480p/720p/1080p) können sich durchaus sehen lassen. Der Rest der Spots, die vergangene Nacht liefen, interessiert mich nicht weiter, Ihr findet sie aber hier schön aufgelistet.


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Most Anticipated Films of 2011


Da ist es dann auch schon, das Jahr 2011. Und wieder stehen uns 52 Wochen voller Filme ins Haus, von denen ich einige ganz besonders erwarte. Im Februar geht es erstmalig auf die Berlinale, wo ich einige Filme bereits vorab zu sehen hoffe. Im März sind dann die Fantasy Filmfest Nights und im Sommer dann das Fantasy Filmfest. Gerade auf den beiden Letzteren dürften einige Filme zu sehen sein, die ich in diesem Jahr am meisten, nein am sehnlichsten erwarte. Zudem eignen sich die Festivals auch hervorragend dazu, Filme außerhalb des regulären Plans zu entdecken. Hier also meine zehn most anticipated films 2011, der deutsche Starttermin – falls bekannt – findet sich in Klammern:

The King's Speech (17. Februar)
Wurde 2010 von der amerikanischen und britischen Kritik ja gefeiert wie sonst nichts und dürfte schon jetzt ein absoluter Favorit für die Oscars sein.

Captain America: The First Avenger (21. Juli)
Comicverfilmung als period piece: Captain America (Chris Evans) kloppt sich mit Nazis (u.a. Hugo Weaving) – kann eigentlich kaum was schief gehen.

Battle: Los Angeles (14. April)
Sieht aus wie Transformers, nur ohne den Kindermüll – also wie perfektes Blockbusterkino.

The Girl with the Dragon Tattoo (unbekannt)
Vor einigen Tagen erst mit der Trilogie fertig geworden, gefiel mir der erste Teil mit Abstand am besten. Und seit The Social Network habe ich auch wieder vollstes Vertrauen in Fincher.

Armadillo (unbekannt)
Janus Metz Pedersen hat eine Einheit dänischer Soldaten im Camp Armadillo in der afghanischen Provinz Helmand begleitet. Soll Restrepo sehr ähnlich sein.

Machete Maidens Unleashed! (unbekannt)
Mark Hartley (Not Quite Hollywood) mit einer neuen Doku: dieses Mal erforscht er die Exploitationgefilde philippinischer Genrefilme der 70er – in denen noch ganzer Körpereinsatz gefragt war …

Scream 4 (unbekannt)
Wes Cravens vierter Aufguss, deessen Trailer mich erst neulich dazu brachte, mir den ersten Teil mal wieder anzusehen – und der sich mir erst bei dieser Sichtung in seiner ganzen Pracht präsentierte.

I Saw the Devil (악마를 보았다) (unbekannt)
Kim Ji-woons neuer Rachethriller soll nicht nur neue Maßstäbe in Sachen Brutalität setzen, sondern auch ein packendes Stück Film sein, über das ich bisher ausschließlich Gutes gehört habe. Aber bei Choi Min-sik vs. Lee Byung.-hun kann ohnehin nichts schief gehen.

Tabloid (unbekannt)
Errol Morris' Doku über die frühere Miss Wyoming, die einen jungen mormonischen Missionar missbraucht und eingesperrt haben soll. Interessantes Sujet und dann noch Morris' visuelle Kraft – eine sehr gute Kombination.

A Dangerous Method (unbekannt)
David Cronenbergs Neuer über die Freundschaft zwischen Carl Jung und Sigmund Freud und die Entstehung der Psychoanalyse. Eine Materie, wie geschaffen für Cronenberg.

Was habe ich vielleicht vergessen? Welche Filme erwartet Ihr im neuen Jahr am sehnlichsten?


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Neue Fotos vom 'Captain America: The First Avenger' Set


Im nächsten Jahr ist es endlich soweit – genauer gesagt am 21. Juli -, dann kommt Captain America: The First Avenger in die Kinos. Entertainment Weekly hat neue Fotos vom Set veröffentlicht, die unter anderem auch Hugo Weaving als Johann Schmidt alias Red Skull zeigen. Sieht insgesamt sehr gut aus, wenn auch etwas campy (was in diesem Fall aber nichts Schlechtes heißen muss, im Gegenteil). Ich hoffe nur, dass der gesamte Film im WWII-Setting verortet ist und nicht nur eine kurze Episode. Alle Fotos in voller Größe gibt's bei /Film.


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