Epic Beard Man eher unepisch: 'Bad Ass'


Filme, die auf Videospielen basieren. Check. Filme, die auf Brettspielen basieren. Check. Filme, die auf einem Internetmeme basieren. Check. Es gibt nichts, was sich nicht zu einem Film machen ließe. Das dachte sich wohl auch Craig Moss, der mit Bad Ass ein legendäre YouTube-Video verfilmte, das einen Vietnam-Veteranen in einem Bus zeigt, der einen Mann, der ihn blöd von der Seite anmacht, schließlich verprügelt. Das Video geht etwas mehr als drei Minuten und zog eine gigantische Berichterstattung nach sich. Dass sich das Ganze auch als Filmstoff anbietet, leuchtet vielleicht noch eher ein als ein Brettspiel zu verfilmen, das Ergebnis ist aber deutlich weniger spannend als das originale drei-Minuten-Video. Mit Danny Trejo in der Hauptrolle hat man zwar einen charismatischen Hauptdarsteller für den Vietnam-Vet gefunden, doch was bringt dieser schon, wenn der komplette Rest auf ganzer Linie versagt?

Der Plot markiert einen dieser high concept films, deren Synopsis auf einen Bierdeckel passt: Ein Vietnam-Vet hat genug von den Scheißtypen um sich herum und wird zum Vigilanten. Die eigentliche Szene, die sich so auch in der Realität zugetragen hat, wurde natürlich stark verändert. Aus dem schwarzen Angreifer wurden zwei Skinheads, die nicht nur Frank Vega selbst stressen, sondern auch andere Buspassagiere. Ein paar Minuten, dann ist es auch schon wieder vorbei – wie beim Original eben. Was folgt ist der bereits beschriebene Plot, der nicht nur völlig einfallslos und generisch, sondern darüberhinaus auch völlig wirr ist. Es reicht nicht nur, dass Vegas bester Freund getötet wird, nein, Moss will da irgendwie auch noch eine politische Verschwörung um Bürgermeister Williams (Ron Perlman) unterbringen. Der spielt aber buchstäblich keine Rolle, und so beschränkt sich Perlmans Screentime auf gerade mal wenige Minuten.

Dann ist da ja aber immerhin noch Charles S. Dutton als Panther (haha, wie einfallsreich!), der einiges an Potential bietet, das – natürlich – verspielt wird. Natürlich entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn Dutton das macht, was er am besten kann, nämlich psychopathische Grimassen schneiden, aber eingebettet in den Rest ist das einfach nicht mehr lustig, sondern nur noch unerträglich. Das liegt zu einem ganz großen Teil auch am geringen Budget, das man dem Film permanent ansieht. In seinem Klimax, das nicht nur unfassbar schlechte Effekte auffährt, sondern teilweise auch noch direkt aus Red Heat geklaut wurde (sprich: es wurde Material aus dem Film verwendet), kommt zusammen, was zusammengehört: ein völlig unorigineller, sich selbst viel zu ernst nehmender und vor allem schlecht getimter Film, der viel Potential verschenkt – am Anfang sah es durchaus so aus, als könnte das was werden – und einfach keine Ahnung hat von dem, was er da tut.

Mit Regisseur Craig Moss, der für solche Perlen wie The 41-Year-Old Virgin Who Knocked Up Sarah Marshall and Felt Superbad About It, Breaking Wind oder Saving Ryan's Privates verantwortlich zeichnete (hat die sich überhaupt irgendjemand angetan!?), hat man vielleicht aber auch einfach nur auf das falsche Pferd gesetzt. Mit Filmemachen hat das jedenfalls nur wenig zu tun, auch wenn der Multiplex-Mob dank diverser Szenen (ich sage nur Hand in Müllschredder) wohl durchaus seinen Spaß damit haben dürfte. Aber meine Güte, auch wenn Trejo immer wieder der go to guy zu sein scheint, lasst ihn doch auch mal wieder was Vernünftiges machen, statt ihn wie hier in Bad Ass Frauen abschlecken zu lassen, die seine Tochter sein könnten. (3/10)


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Gewinnt Blu-ray, Cap und Poster zu 'Bad Ass' mit Danny Trejo!


Dieser Post ist bis zum 27.08. sticky!

Seit dem 16. August ist Bad Ass mit Danny Trejo in der Hauptrolle auf DVD und Blu-ray erhältlich (Review folgt). Passend dazu verlost Equilibrium in Kooperation mit Universal Pictures zwei Fanpakete zum Film, der auf einem YouTube-Hit basiert. Ihr habt die Chance auf ein Paket mit Poster und Cap und eines mit Blu-ray, Poster und Cap. Was Ihr tun müsst, um eines der beiden Pakete gewinnen zu können? Ihr hinterlasst ganz einfach einen Kommentar unter diesem Post oder setzt folgenden Tweet ab: Gewinnt bei @EquilibriumBlog eines von zwei Fanpaketen zu BAD ASS mit Danny Trejo: http://bit.ly/NDfd75

Zeit habt Ihr dafür bis Montag, 27. August, 23.59 Uhr. Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Leser mit deutscher Postadresse – da der Film ab 18 Jahren freigegeben ist, muss der Gewinner des Blu-ray-Pakets eine Kopie seines Ausweises vorzeigen. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Update, 28. August Aus. Schluss. Vorbei. Random.org hat zwei (hoffentlich) glückliche Gewinner ermittelt: Das Paket mit Cap und Poster geht an Kerstin H.K., das Paket mit Blu-ray, Cap und Poster an Dragonlady. Herzlichen Glückwunsch Ihr beiden! Allen anderen danke ich fürs Mitmachen – das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt.


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'Fame': Teaser Trailer zum Remake … oder: Gayclub 4 3/4


Nein, ich werde jetzt nicht wieder mit der typischen Remake-Wahn-Einleitung kommen, nein, wirklich nicht. Wegen mir kann man auch nur noch Remakes drehen, man muss sie ja nicht schauen. Und etwas Gutes haben sie ja dann doch: im Falle von Fame kenne ich das Original beispielsweise nicht (not my cup of tea), bin aber ob des Teaser Trailers zum Remake (480p/720p/1080p) wieder auf ebendieses aufmerksam geworden – auch wenn ich es mir jetzt immer noch nicht wirklich anschauen mag. Das mag zum einen daran liegen, dass das Remake – zumindest der Teaser – doch ziemlich queer daher kommt, und ich habe schon High School Musical und Konsorten erfolgreich umgangen.

Natürlich dürfte auch Fame im Fahrwasser dessen Erfolges fahren wollen und deshalb besonders Kollege Rajko zusagen. Ich halte es bei all dem Musical-Wahn der letzten Zeit dann eher wie die Kollegen von FilmDrunk.com. Wobei: Linie 1 der schulischen Theatergruppe hat mich erst vor ein paar Monaten dann doch richtig umgehauen. Deutscher Kinostart ist am 29.10.


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