Ridley Scotts 'Prometheus' jetzt auf DVD & Blu-ray


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Auf keinen anderen Film haben sich die Sci-Fi-Fanboys in diesem Jahr so gefreut wie auf Ridley Scotts Prometheus. Klar, da kommt nach einer halben Ewigekti endlich ein 'Prequel' zu seinem Meisterwerk Alien und dann dann sieht das Ganze auch noch unglaublich gut aus. Ich für meinen Teil war ja etwas zwiegespalten. Einerseits hat mich Scotts Film besonders visuell angesprochen, andererseits war das der typische Sci-Fi-Ethno-Kitsch, der in den letzten Jahren leider immer häufiger wird. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu wenig Fan, denn die wirklichen Fans und Kenner des Originals waren durchaus zufrieden, zumal Scott mit dem Film einige essentielle Fragen beantwortete.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich mir sagte, dass unbedingt eine Zweitsichtung her muss, so dass ich mir ein finales Urteil bilden kann. Diese Chance habe ich seit dem 07. Dezember, denn seit diesem Datum ist Prometheus endlich auf DVD & Blu-ray erhältlich. Neben der DVD gibt es noch zwei Blu-rays. Zum einen die Standard-BD mit Extras wie Audiokommentar und entfallenen Szenen, zum anderen die 4-Disc Collector's Edition mit O-Ring-Schuber, die DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D und Digital Copy enthält – und natürlich massig Extras.


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'Sympathy for Lady Vengeance' Remake mit Charlize Theron


William Monahan (Oscar-Gewinner des besten adaptierten Drehbuchs für The Departed – ich lachte hart!) plant eine Adaption von Park Chan-wooks Sympathy for Lady Vengeance, die mit Charlize Theron in der Hauptrolle verfilmt werden soll. Dies gab Therons Produktionsfirma Denver & Deliah Films heute bekannt. Theron wird also nicht nur die Hauptrolle übernehmen, sondern auch produzieren. "This will be very American – and very unexpected (…) Park is a genius; it's the Everest of adaptations and I've got blood in my teeth to do it.", meint Monahan stolz dazu. Ich lasse das einfach mal so stehen … Nächstes Jahr steht uns ja sowieso erstmal das Oldboy-Remake von Spike Lee ins Haus.

(Via ComingSoon.net)


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Ridley Scotts Ethno-Kitsch im Weltall: 'Prometheus'


Schaut man sich Ridley Scotts Prometheus an, fragt man sich einmal mehr, warum kein großer Regisseur je zu alter Größe zurück gefunden hat. Anno 1979 prägte Scott mit Alien nicht nur das Kino nachhaltig, sondern auch die Popkultur. Das von H.R. Giger designte Alien ist bis heute die Blaupause für außerirdische Wesen nicht nur im Film. Wenn man sich also über 30 Jahre später dazu entscheidet, ein Prequel, Reboot oder wie auch immer man es nennen mag, zu drehen, dann haben die Fans – und die hat Alien zuhauf – eine ziemlich hohe Erwartungshaltung. Eine Erwartungshaltung, der man eigentlich gar nicht gerecht werden kann. Und doch hat Scott es zumindest geschafft die Fan(boy)s mit Teasern und Trailer restlos zu begeistern – allein schon deshalb, weil er für die Titeleinblendung den Original-Effekt aus Alien verwand. Und überhaupt, 15 Jahre nach dem letzten (katastrophalen) Alien-Film ist man als Fan der Reihe einfach aus dem Häuschen.

Mit Prometheus will Scott uns nun also den Anfang allen Übels erzählen. Dieses Mal sogar in 3D. Scotts Exposition ist schön anzusehen: Wasserfälle, eindrucksvolle Landschaften – und plötzlich ein blaues Männchen mit Eightpack, das sich einer Art Ritual hingibt und schließlich in den Credits auflöst. Ein blaues Männchen? Schon hier, nach wenigen Sekunden, zeigt sich Scotts Einfallslosigkeit, denn das Wesen, das in Scotts Kosmos jenes ist, von dem der Mensch kreiert wurde, hat man so gefühlt schon einige dutzend Male gesehen. Außerdem sieht es unfassbar lächerlich aus, wie es da am Felsvorsprung steht und diesem komisch anmutenden Ritual nachkommt, das als ziemlich lahme Exposition für das vermeintliche Epos herhalten muss. Kurze Zeit später wird Prometheus dann aber schon spannender, aber nicht wirklich spannend. Die Charaktere werden langsam alle eingeführt, schließlich müssen wir uns mit ihnen die nächsten zwei Stunden herumschlagen.

Der einzig wirklich interessante Charakter bleibt dabei aber lediglich der Androide Dave (Michael Fassbender), der nicht von ungefähr an Data aus Star Trek und dessen Wunsch nach mehr Menschlichkeit erinnert. Er schaut David Leans Lawrence of Arabia in einem eindrucksvollen Heimkino und zitiert daraus. Fassbender brilliert in dieser Rolle natürlich erneut und markiert damit die einzige Figur im Film, die nicht einem Reißbrett entsprungen zu sein scheint. Natürlich gibt es da auch noch Noomi Rapace, die einen auf toughe Heldin machen darf, zu keiner Zeit aber an eine Ripley herankommt. Da kann sie noch so viele Eigen-OPs durchführen. Diese viel gelobte Szene ist eines der Highlights des Filmes, das ist richtig. Nur spricht es nicht gerade für den Film, wenn solch ein Moment schon als absolutes Highlight bezeichnet wird. Mal ganz davon abgesehen, dass der Realismus hier vollkommen auf der Strecke bleibt. Das ist an und für sich ja auch nicht weiter schlimm, wäre der Film nicht voll von diesen vielen Handlungen, die absolut nicht nachvollziehbar sind.

Manche haben lieber Sex als sich um die verschollenen Crewmitglieder zu kümmern, andere nehmen es ganz gelassen, wenn die Kollegin mal eben den eigenen Freund in Asche verwandelt. Und sowieso weiß man hier nicht so recht, wie diese Besatzung überhaupt zustande gekommen ist. Zwischendrin versucht es Scott dann mit massig Philosophie und Meditation, die sich irgendwo zwischen Kreationismus, Evolution und Fantasy einpendelt. Mit der Vorgeschichte zu Alien hat das zumindest nicht allzu viel zu tun, auch wenn Scott sichtlich bemüht ist, immer und immer wieder Enden miteinander zu verknoten. Das, worauf Fans gewartet haben, hebt er sich dann aber für den Schluss auf – und handelt es in wenigen Sekunden ab. Aber Prometheus ist auch nicht unbedingt ein Alien-Prequel, so fair und ehrlich muss man schon sein. Wer sich also nur deshalb auf Prometheus freut, der sollte seine Erwartungshaltung schnellstmöglich anpassen.

Gute Ansätze sind da, das sieht man Scotts Film definitiv an. Nur leider macht er nicht allzu viel daraus. Stattdessen setzt er auf Effekthascherei, deren 3D-Bilder absolut keinen Mehrwert haben und die man (ohne 3D) schon deutlich besser in seinem '79er Meisterwerk gesehen hat. Untermalt wird das Ganze dann noch von den Ethno-Klängen von Zimmer-Zögling Marc Streitenfeld, was an und für sich nicht schlimm ist, in Hinsicht auf den von Scott geschaffenen Kosmos aber nur einmal mehr an der Sache vorbei geht. Prometheus ist kein wirklich schlechter Film, aber man wird das Gefühl nicht los, dass er so enorm gegen den Alien-Mythos und -Kosmos arbeitet, wie es zuletzt nur Alien: Resurrection getan hat. Scott macht ganz viel Lärm um nichts, denn Prometheus ist nicht nur unglaublich geschwätzig, sondern über weite Teile auch ziemlich unspannend. Und so wirklich verstanden, um was es Scott im Film nun eigentlich geht, das haben wohl ohnehin nur die Hardcore-Fans. Immerhin kann Scott aber mit sehr schönen production values punkten, das muss man ihm schon lassen. Hoffentlich bringt eine Zweitsichtung mehr Licht ins Dunkel – und das in jeglicher Hinsicht. (6/10)


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Offizieller Trailer zu Ridley Scotts 'Prometheus' … so what!?

Seit gestern Abend dreht nahezu die ganze Filmblogger-Szene am Rad – und das nur wegen eines Trailer. Nämlich dem offiziellen Trailer zu Ridley Scotts Alien-Prequel Prometheus. Der Teaser ist ja schon etwas länger draußen und sorgte ebenfalls für Jubelschreie. Der Trailer scheint dem Ganzen aber nochmal eins draufzusetzen und sorgt bei manch einem sogar für feuchte Höschen! Jetzt frage ich mich nur: Liegt das an mir oder gibt es noch andere, die zwar durchaus Interesse am Film haben, aber trotzdem ruhig sitzen bleiben können? Mich hat der Trailer ohnehin erst ab "Cut it ooooout!" gepackt – alles davor sieht aus wie so ziemlich jeder Sci-Fi-Film der letzten paar Jahre. Sei's drum, was nicht ist kann ja noch werden. Und während ein Großteil der Fanboys bei Prometheus Schnappatmung bekommt, bekomme ich sie eben bei Filmen wie Battleship oder Act of Valor. Fair enough. Deutscher Start ist am 09. August.


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Trailer zu Ridley Scotts 'Alien' Prequel 'Prometheus'

Für die, die ihn noch nicht gesehen haben: Der erste Trailer zu Ridley Scotts Prometheus. Mich haut er ja nicht gerade um (was soll diese blöde Titeleinblendung, die alle so toll finden?), aber da scheine ich wohl fast der einzige zu sein. Immerhin ist er gut besetzt. Deutscher Starts ist am 09. August 2012.


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Die Apokalypse droht mal wieder: 'The Road' Trailer


Wie Endzeitfilme nicht aussehen sollten, das haben Doomsday und Babylon A.D. erst eindrucksvoll bewiesen. Es ist aber auch nicht gerade leicht, einen guten Film mit solch einem Sujet zu machen, wie auch zahlreiche andere Flops der letzten Jahre (und noch weiter hinaus) zeigten – erst recht, wenn man sich an Klassikern wie Mad Max messen lassen muss. Nun versucht sich also John Hillcoat, der immerhin für den tollen The Proposition verantwortlich zeichnet, an ebenjenem Sujet. The Road basiert auf dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy (No Country for Old Men) und hinterlässt zumindest mit seinem Trailer (480p/720p/1080p) einen eher zwiespältigen Eindruck. Die Mischung aus Neo-Western, Actionfilm und Endzeitthriller scheint mir etwas zu überladen und daher auch etwas unausgegoren. Doch ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.


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»Do I look like I care what people think?«

Hancock
(Peter Berg, USA 2008)
Kino

Will Smith steht vom Boden auf, die Kamera folgt ihm vom Boden in die Luft, sie dreht sich. Nicht ein Mal, nicht zwei Mal, sondern eine halbe Ewigkeit, eine halbe Ewigkeit dreht sie sich in 360-Grad-Manier um den Titelgebenden Protagonisten, Hancock. Diese eine Einstellung kommt nicht von Ungefähr, und sie erinnert nicht zufällig an Smith in Bad Boys II. Peter Berg, das hat er bereits mit The Kingdom eindrucksvoll gezeigt, scheint langsam aber sicher Michael Bay in Sachen Optik in nichts nachzustehen. Es ist die Art, Action zu inszenieren, seine Helden zu porträtieren und sie abzufeiern. Bei den einen verursacht dieses Kameragezappel Kopfschmerzen, andere können davon nicht genug bekommen. Und so findet sich bereits in der Eröffnungsszene von Hancock eine deutliche Parallele zu Bays Actionvehikel. Hancock (Smith) macht jagt auf drei Asiaten, die ähnlich den Rastas bei Bay für ordentlich Chaos auf dem Highway sorgen.

Hancock macht kurzen Prozess mit ihnen, er ist launisch und es fließt nicht gerade wenig Alkohol durch seinen Blutkreislauf. Genau das macht den eigentlichen Antihelden Hancock aber aus. Er ist launisch, unhöflich, Alkoholiker, pflegt keinen feinen Umgangston, kurz: Er ist asozial. Diese Idee des asozialen Superhelden, der keinem Topoi folgt und sowieso ziemlich 'anders' ist, ist für sich genommen eine sehr schöne Idee. Berg setzt diese auch sehr schön um, wenn er Hancock alle nur erdenklichen Zerstörungsszenarios durchlaufen lässt und mit jeder Menge Gleichgültigkeit gegenüber Autoritäten und Mitmenschen füllt. Da kann auch PR-Mann Ray (Jason Bateman) nicht mehr helfen, denn wir alle wissen, was es mit Alkoholikern meist für einen Lauf nimmt … Fast paradox erscheint dabei auch die Tatsache, dass man diesem asozialen Geschehen voller Freude folgt, sich daran erlabt, wenn Hancock kleine Kinder in die Luft wirft und sie damit wohl ihr Leben lang prägt. Ja, dieser Hancock ist schon ein subversives Kerlchen, und der Film erst recht.

Berg spielt dabei nicht nur mit den Autoritäten und der Gleichgültigkeit der amerikanischen Vorstädtler, sondern auch mit den Medien, wie die You-Tube-Szene mit Hancock und dem Wal eindrucksvoll zeigt. Das macht alles ziemlich großen Spaß, wie gesagt, der Höhepunkt ist dabei sicherlich der Eintritt Hancocks ins Gefängnis, wenn er dort seine Muskeln spielen lässt, Köpfe in Körperteile eindringen lässt und somit gleichzeitig auch noch mit Gefängnis(film)klischees spielt. Doch dann, man will seinen audiovisuellen Rezeptoren kaum glauben, bricht Berg mit alledem – zugunsten eines 0815-Superheldenplots, der nichts mehr von dem Charme und Witz der ersten Hälft erkennen lässt. Es ist ein Bruch, wie er nie gern gesehen wird, einer der schmerzt, aus einem guten Film einen nicht nur mittelmäßigen macht, sondern sogar noch tief greifender zerstört. Plötzlich wird erklärt, warum Hancock über die Kräfte verfügt, die er nun auch im Konsens mit der Stadt nutz. Das ist an sich ja nichts schlechtes, nur ist die Auflösung inklusive lächerlichem Plottwist so dermaßen klischeeträchtig und doof, dass man es Berg nicht durchgehen lassen kann.

Dabei versprühen Smith, der für die Rolle wie gemacht zu sein scheint, und seine Kollegen so viel Witz und Charme, dass man dem Geschehen eigentlich noch gerne weiter gefolgt wäre – nur eben nicht so. Bereits der Trailer machte ja deutlich, dass Hancock gegen Ende eine andere Richtung einschlagen würde. Dass er all seine Subversivität und Anarchie, die er in der ersten Hälfte so konsequent aufbaut, aber dann zugunsten eines Hollywood-Klischeeendes verschenkt, war allerdings nicht zu erwarten – und auch nicht zu hoffen. Da hätte man sich doch einmal gewünscht, dass der Trailer noch mehr vorwegnimmt und man sich das Ganze dann gleich hätte sparen können. Nur dieses eine Mal. (5/10)


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'HanCOCK' …


FilmDrunk.com beweist mal wieder, warum es zu den besten Filmblogs überhaupt gehört – I loled. Übermorgen weiß ich dann übrigens auch, ob Hancock tatsächlich mehr cock als Hancock ist …


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David gegen Goliath

In the Valley of Elah
(Paul Haggis, USA 2007)
Kino

‘In the Valley of Elah’Pathos. Meyers Lexikon definiert es wie folgt: "Feierlichkeit, Leidenschaftlichkeit; in der 'Poetik' des Aristoteles Hauptelement des Tragischen, wesentliche Voraussetzung für die Katharsis." Ja, Paul Haggis mag diese Feierlichkeit, diese Leidenschaftlichkeit in seinen Filmen. Und dass auch Hollywood diesem verfallen ist, zeigte es beim Oscar 2006, als Haggis' Crash die Trophäe für den besten Film des Jahres bekam. Dies als eine umstrittene Entscheidung zu beschreiben, wäre gewagt, denn der Großteil hasste die Academy dafür und hat ihr diesen Fehlgriff – der in meinen Augen absolut keiner war, im Gegenteil – bis heute nicht verziehen. Eines sei also gleich verraten: Wer mit Crash nichts anfangen konnte, der wird auch mit Haggis' Neuem nichts anfangen können. In the Valley of Elah spart nämlich nicht an Leidenschaftlichkeit, was an sich für die meisten ja gar nicht so schlimm wäre, wäre da nicht eben noch die Moralkeule, die auf einem Parallelgleis zum Pathos fährt. Es geht um ein heikles Thema, den Komplex Irak…

Dass es Verfilmungen zu diesem gibt, ist an sich ja nichts Neues; uns überkommt ja gerade eine ganze Welle von Irakkriegsfilmen, mal mehr moraldidaktisch, mal weniger. In einem Punkt sind sich die meisten aber einig, nämlich der Tatsache, dass das, was im Wüstenstaat vor sich geht, falsch ist. Das sieht auch Haggis so, der mit den Drehbüchern zu Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima ja schon reichlich Kriegsfilmerfahrung sammeln durfte. Und von letzteren beiden unterscheidet sich sein zweiter großer Spielfilm auch nicht allzu sehr. Klar, es ist kein richtiger Kriegsfilm, aber in ihrer Inszenierung und Prämisse sind doch deutliche Parallelen zu erkennen. Es sind unsere Jungs, die 'drüben' kämpfen und sterben, die erst durch die inhumanen Umstände zu drastischen Mitteln greifen und zu seelischen Wracks werden. Der Schuldige? Nunja, das ist die Politik – oder auch nicht. Haggis liefert hier keine eindeutige Antwort, denn das Engagement im Irak wird zu keiner Zeit in Frage gestellt. Vielmehr klagt er die Verhältnisse im Irak an, dass viel zu wenig getan wird, die falsche Strategie gefahren wird und unsere tapferen Männer und Frauen den Preis dafür bezahlen müssen.

Sein Protagonist, Tommy Lee Jones, ist ein Veteran, der selbst die Schrecken des Krieges erlebt hat. Er ist ein harter Hund, der moralische Werte hochhält und diese auch die Menschen in seiner Umgebung spüren lässt. Jones mimt diesen innerlich zerfressenen Mann, der die Katharsis bitter nötig hat, die er am Ende auch bekommt, grandios. Ich würde ihm den Oscar wirklich gönnen, was angesichts der Konkurrenz jedoch sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu sein scheint. Er hat Außenseiterchancen, bestenfalls. In the Valley of Elah ist sowieso großes Schauspielkino, denn auch eine Charlize Theron oder Susan Sarandon laufen zur Höchstform auf. Lediglich ein verschenkter Josh Brolin, der nach No Country for Old Men ziemlich klein wirkt, lässt ein klein wenig Wehmut aufkommen. Sie alle sind betroffen von der Situation im Irak, direkt oder indirekt – und repräsentieren dabei nur drei von fast 300 Millionen Menschen. Als es vor ein paar Jahren hieß, Irak werde das zweite Vietnam, dachte ich, das wäre Nonsens. Diese Ansicht hat sich jedoch verändert.

In the Valley of Elah hat so viele großartige Momente, dass man den Film schon fast als einen einzigen magic moment bezeichnen kann (die Unfallszene aus Crash kann der Film aber dennoch nicht toppen). Sei es das Tischgebet, die Badewannenszene (die jedoch äußerst ambivalent aufgenommen zu werden scheint) oder das Hissen der Flagge – Haggis zelebriert das Zelebrierende, das Pathos. Doch so rührselig das Drama auch daherkommen mag, so gibt es auch durchaus spannende Thrillerelemente à la Whodunit. Der Fokus und vor allem auch die Stärke des Filmes liegt aber ganz eindeutig auf Seiten des Dramas. Hier liegt Haggis' Stärke, hier ist er in seinem Element. Viele werden ihn hassen, viele werden Haggis Pathos aber auch wieder verfallen. Dies entscheidet sich spätestens in der fantastischen letzten Szene des Filmes, die es dann endgültig auf den Punkt bringt (denn ja, der Film ist durchaus etwas bedeutungsschwanger, das ist bei Haggis ja aber ebenfalls nicht ungewöhnlich): Es herrscht Notstand im Irak, und das dazugehörige Notsignal ist dieser Film. (8-9/10)


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