Trailer zu Roman Polanskis 'Carnage'


Roman Polanski hat einen neuen Film. Carnage heißt er und basiert auf einem Theaterstück, wie man dem Trailer (480p/720p/1080p) unschwer entnehmen kann. Als solches funktioniert es dann wohl auch besser, denn das, was der Trailer zeigt, reizt mich nicht die Bohne – sieht nach schlimmem Overacting ohne Pointe aus. Start in den USA ist am 16. Dezember.


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Das Leben als Zirkus: 'Water for Elephants' Trailer


Christoph Waltz ist endgültig in Hollywood angekommen – darf er jetzt doch sogar neben den ganz Großen wie Reese Witherspoon und Roby Pattinson spielen (pun intended!). Der Film heißt Water for Elephants, basiert auf Sara Gruens Roman und der erste Trailer dazu (480p/720p/1080p) sieht nach ganz großem Kitsch aus (gut, Pattinson ist ja auch am Start). Deutscher Start ist am 14. April 2011.


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Trailer zu Michel Gondrys 'The Green Hornet' Verfilmung


Zugegeben, bevor bekannt wurde, dass The Green Hornet verfilmt würde, sagte mir das Franchise gar nichts. Gut, ich bin auch kein großer Comicfan, aber nach dem ersten Trailer zur Verfilmung (480p/720p/1080p), bei der niemand geringeres als Michel Gondry Regie führt, wird sich das wohl auch nicht ändern. Zu platt und gewöhnlich sieht das alles aus, für Gondry dürfte das nicht gerade eine Ruhmestat sein. Und Rogen, der hier mal wieder sich selbst zu spielen scheint bzw. seinen üblichen schtick bringt, habe ich auch langsam satt. Deutscher Start ist am 13. Januar 2011.


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Die Gewinner der 82. Annual Academy Awards


Natürlich habe auch ich mir wieder mal die Nacht für die Oscars um die Ohren geschlagen. Doch eines gleich vorweg: ich weiß nicht, ob ich das im nächsten Jahr wieder tun werde, denn meine Güte war das eine lahmarschige Veranstaltung! Als NPH statt Baldwin und Martin hineinkam, dachte ich noch "Yeah, Barney!", doch sobald er begann zu singen war die Freude dann auch wieder verflogen (glücklicherweise hielt sich das Gesinge in diesem Jahr aber in Grenzen). Dann: Baldwin und Martin reißen einen lahmen Witz nach dem anderen. Gut, der eine oder andere bringt mich zum Schmunzeln, aber das war's dann auch. Sowieso ließ der Humor wieder mal zu wünschen übrig, auch, weil er immer die gleiche Richtung einschlägt: man macht Witze über sich selbst. Da war es dann fast schon eine Erlösung, als Ben Stiller die Bühne als Na'vi betrat und allen zeigte, was wirklich witzig ist. Für weitere Lacher sorgten einige Dankesreden, nicht, weil sie schlecht gewesen wären, nein, weil die Preisträger wirklich verstanden einen Witz zu reißen ("That's an über-Bingo.")

In Sachen Preisträger geht das eigentlich alles in Ordnung. Überrascht haben mich eigentlich nur einige wenige Entscheidungen, allen voran jene, dass Michael Haneke den Oscar für Das weiße Band nicht bekam – nicht, dass ich diese Entscheidung nicht begrüßen würde, aber wer dachte bitteschön nicht, dass dies eine sichere Kiste sei!? Die andere Überraschung – zumindest für mich – war Precious: Based on the Novel Push by Sapphire (was ist das eigentlich für ein bescheuerter Beititel? Da wollte wohl jemand undbedingt seinen Namen im Titel haben), der den Preis für das beste adaptierte Drehbuch einsackte – hier hatte ich dann doch mit Reitmans Up in the Air gerechnet. Doch auch hier begrüße ich die Entscheidung. Weniger überrascht, aber dennoch verwundert, haben mich einige Technikkategorien, die ich eigentlich Avatar zugeschrieben hatte, sie The Hurt Locker aber absolut gönne. Mit am meisten gefreut hat mich aber der Kostümoscar für The Young Victoria, auf den ich mich doch sehr freue.

Um noch einmal zu den Dankesreden zurück zu kommen: Christoph Waltz hat es Tarantino zu verdanken, dass er da oben stand und den Goldjungen in Empfang nehmen durfte, ja, aber muss er deswegen solch eine Arschkriecherei betreiben, wie er das vergangene Nacht tat (zumal sich die Preisträger ja hinter der Bühne nochmals bei allen Produzenten, Regisseuren, etc. bedanken konnten)? Sowieso wurde meinem Empfinden nach viel mehr den Filmemachern als der Familie gedankt, da erfreut es natürlich ganz besonders, wenn MILF Kathryn Bigelow sich bei den Streitkräften bedankt, die man nicht vergessen dürfe. Für einige ein Aufreger, aber Hollywood steht nunmal hinter den Truppen, das wird fast jedes Jahr deutlich – und es hat ja auch nichts mit Politik zu tun, sondern mit dem persönlichen Engagement der Soldaten generell, weshalb sie gleich beide Reden zum Dank nutzte. Geschichte hat Hollywood mit dieser Entscheidung ohnehin geschrieben, denn Bigelow ist die erste Frau, die den Regiepreis verliehen bekam. Ein klares Zeichen dafür, dass es viel zu wenige Frauen in diesem Job gibt.

Auch an der Zeit mangelte es der Verleihung, so zumindest mein Eindruck. Die Übergänge waren so schnell, dass man nicht einmal die Ansagen aus dem Off richtig wahrnehmen konnte. Fast schon gehetzt wirkte das alles, allen voran die Offenbarung des besten Filmes des Jahres, denn kaum war Tom Hanks auf der Bühne war es auch schon wieder vorbei. Grundsätzlich ist dies ja begrüßenswert, denn in den letzten Jahren zog es sich phasenweise doch recht stark, aber ein wenig Tempo könnte man hier schon rausnehmen. Abschließend noch einige unsortierte Gedanken zur Show … Die Horrormontage war hervorragend *** T-Bone Burnett sieht aus wie Cameron mit Sonnenbrille *** Bullock ist und bleibt unattraktiv und unsympathisch *** keine einzige Dame hat mich gestern umgehauen, am ehesten vielleicht noch Vera Farmiga in ihrem schönen Kleid *** Steven Gätjen, unser Mann am Roten Teppich, bekommt sie alle (bzw. Scott Orlin) *** nächstes Mal bitte NPH alles moderieren lassen


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Die Oscar 2010 Predictions von Equilibrium


Gutschein Codes hat uns Filmblogger dazu aufgefordert, die Gewinner der 82. Annual Academy Awards zu tippen. Da diese ja ohnehin vor der Türe stehen und es zudem auch noch etwas zu gewinnen gibt, will auch ich hiermit meine Einschätzung abgeben. Die von mir Genannten stellen dabei jedoch nicht den von mir gewünschten Gewinner dar, sondern jenen, von dem ich ausgehe, dass er gewinnen wird. Ich habe zudem absichtlich nicht alle Kategorien getippt. Hier also nun meine Einschätzung:

# Bester Film The Hurt Locker
# Bester Hauptdarsteller Jeff Bridges
# Beste Hauptdarstellerin Sandra Bullock
# Bester Nebendarsteller Christoph Waltz
# Beste Nebendarstellerin Mo'Nique
# Beste Regie Kathryn Bigelow
# Bester animierter Spielfilm Up
# Bester fremdsprachiger Film Das weiße Band
# Bester Dokumentarfilm The Cove
# Bestes Szenenbild Avatar
# Bestes Kostümdesign Nine
# Beste Kamera Inglourious Basterds
# Beste Filmmusik Up
# Bester Filmsong 'The Weary Kid' – Crazy Heart
# Bester Schnitt The Hurt Locker
# Bestes Originaldrehbuch Inglourious Basterds
# Bestes adaptiertes Drehbuch Up in the Air
# Bester Tonschnitt Avatar
# Bester Ton Avatar
# Bestes Make-up The Young Victoria
# Bester animierter Kurzfilm A Matter of Loaf and Death
# Beste visuelle Effekte Avatar

In der Nacht vom 07. auf den 08. März wissen wir dann mehr. Die Verleihung inkl. der Show vom Roten Teppich ist wie immer live auf ProSieben zu sehen.


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Academy Awards 2010: Die Nominierten für den Oscar


Heute wurde die Liste der Nominierten für den Oscar im März bekanntgegeben, und da ich den ganzen Tag an der Uni war und vorhin auch noch einige Zeit im Stau verbringen durfte, nun also etwas verspätet einige Gedanken zu den Nominierten. Von der Aufstockung der Nominierten in der Kategorie 'Best Picture' mag man halten, was man will, aber sie dürfte zu einem guten Teil wohl auch ein Zugeständnis ans Blockbusterkino und seinen Kassenschlagern sein. Avatar und Disctrict 9 hätten andernfalls so gar nichts auf der Liste zu suchen, aber vielleicht ist der Publikumserfolg eines Filmes ja auch gar kein allzu schlechtes Kriterium für die Nominierten. Man bedenke nur, wie stark District 9 bisweilen im Gespräch war, egal ob auf Twitter oder per Mundpropaganda. Das alles scheint sich aber auf 'Best Picture' zu beschränken, denn schaut man sich die restlichen Kategorien an, so wirkt alles wie immer.

Dass Christoph Waltz eine Nominierung bekommen würde, war ja ohnehin klar. Dass es in der Kategorie 'Best Supporting Actor' ist, scheint zunächst unverständlich, so wurde der Film aber nun mal von Anfang an platziert – Brad Pitt mimte den Hauptfarsteller -, und da das Studio entscheidet, für welche Kategorie ein Film oder ein Darsteller bei der Academy beworben wird, ist es auch kein großer Aufreger. Apropos Darsteller: auch wenn man die letzten Jahre immer die gleichen  Namen zu lesen scheint, freuen mich zwei Nominierungen ganz besonders. Zum einen wäre da Jeremy Renner, der für seine Rolle in The Hurt Locker zu recht nominiert ist. Zum anderen sein weibliches Pendant, Carey Mulligan, die in An Education (Besprechung folgt) einen mehr als bleibenden Eindruck hinterließ – die süße Britin sollte wirklich jeder Casting-Agent im Auge behalten.

Zu den restlichen Kategorien: auch wenn Das weiße Band wohl den wichtigeren 'Best Foreign Language Film' gewinnen dürfte – da würde ich ein Ei drauf verwetten -, so ist es dennoch lobenswert, dass er auch für 'Best Cinemtography' nominiert ist, denn die elegischen schwarz-weiß-Bilder waren in der Tat das spannendste und am wenigsten problematische am Film. Ebenfalls freue ich mich für Hans Zimmer, der wieder mal nominiert ist, auch wenn ich in seinen Score zu Sherlock Holmes noch nicht hineingehört habe. Kommen wir zu den Dokus: Burma VJ war eine sichere Sache, ebenso The Cove. So was wie Food, Inc. ist irgendwie auch immer 'relevant', große Vorfreude herrscht aber bei The Most Dangerous Man in America. Beim besten animierten Film hoffe ich ja auf Coraline, auch wenn dieser angesichts der Konkurrenz wohl alles andere als gute Chancen haben wird. Am 03. März wissen wir dann mehr, bis dahin gilt es sowieso noch einige Nominierte nachzuholen.


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Die 67. Golden Globe Awards und ihre Gewinner


Nein, ich bereue es wirklich nicht, dass ich die 67. Golden Globes verschlafen habe, auch wenn ich sie die letzten Jahre eigentlich immer live verfolgt habe. Camerons Avatar wird bester Film, Up in the Air gewinnt das beste Drehbuch und Robert Downey Jr. wird bester Darsteller in der Comedy & Musical-Kategorie. Oh Mann, das tut doch irgendwie weh, oder etwa nicht? Natürlich sind Awards selten nach dem perönlichen Geschmack, aber etwas mehr Objektivität darf man doch noch verlangen. Avatar, der technisch zwar perfekte, aber sonst lahmarschige Sci-Fi-Esokitsch vor Kathryn Bigelows The Hurt Locker geht einfach nicht, nein. Jeder in der Kategorie hätte es mehr verdient als Camerons Film, jeder. Ja, sogar Up in the Air, der zwar durchaus zu gefallen weiß, bei näherer Betrachtung jedoch so egal wie sonst was ist. Der Globe für Regie? Wegen mir.

Dass der Preis für das beste Drehbuch an Jason Reitman und Sheldon Turner geht, regt mich nach wie vor auf, denn auch wenn der Film gefallen konnte, dann lag das sicherlich nicht am Drehbuch, nein. Hier hätte der Gewinner eindeutig Inglourious Basterds beziehungsweise Quentin Tarantino heißen müssen. Dass The Hangover die beste Komödie würde, war ja irgendwie abzusehen, auch wenn ich auf (500) Days of Summer gehofft hatte, der der Kategorie deutlich mehr gerecht wird als Phillips Film. Doch es gibt auch erfreuliche Entscheidungen, allen voran der Globe für Christoph Waltz, auch wenn der ja so sicher war wie das Amen in der Kirche, der Oscar hoffentlich auch. Unentschlossen bin ich hingegen beim besten fremdsprachigen Film, den Das weiße Band gewinnen konnte. Auch hier ist der Oscar so gut wie sicher, denn ich glaube mittlerweile, dass man den Amerikanern alles an deutscher Geschichte vorwerfen könnte, sie würden es lieben, wenn es nur einige 'Vorgaben' erfüllte.

Der Preis fürs Lebenswerk an Martin Scorsese war irgendwie ja an der Zeit. Die ganzen Serien sind mir ja eigentlich immer ziemlich Schnuppe, aber Mad Men und vor allem Dexter sollte ich langsam aber sicher auch endlich mal angehen. Aber vielleicht doch erst einmal die finale Season von The Shield beenden, dann sehen wir weiter. Auch bei der Show selbst soll es ja keine großen Highlights gegeben haben, die es wert gewesen wären, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen, denn ich bin mir sicher, dass ich, wäre dies doch der Fall gewesen, etwas mitbekommen hätte. Habe ich aber nicht, ergo hat Ricky Gervais wohl einen ordentlichen, wenn auch keinen outstanding Job gemacht. Wenn die Oscars jedenfalls in etwa auch so enden werden, dann überlege ich mir das mit dem Aufbleiben doch auch noch ein zweites Mal. Die komplette Liste der Gewinner findet sich hier.

Foto: Joe Shlabotnik


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Tarantinos 'Inglourious Basterds' Lego'ed


Ich lasse das einfach mal so ohne Kommentar stehen …

(Via @Hadis Blogspot)


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Der wahre kinematografische 'Untergang' des Dritten Reichs


Es gibt eine Szene in Inglourious Basterds, die zwar nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, aber doch so stellvertretend für den ganzen Film ist: Dr. Joseph Goebbels nimmt seine französische Dolmetscherin von hinten und hat dabei großen Spaß. Diese kurze Einstellung, diese wenigen Frames repräsentieren dabei wiederum nur einen Bruchteil seines lachhaften Charakters. Stellt man einmal allein diese Szene in Kontrast zur Darstellung Goebbels in Oliver Hirschbiegels Der Untergang, dann bemerkt man schnell, dass der wahre Wahnwitz nicht Tarantinos Film entspringt, sondern dem teutonischen Machwerk aus der Schmiede Bernd Eichingers. Man denke nur an die Gebrechlichkeit eines Goebbels in Der Untergang, das Pathos, die Verklärung, die ihn, seine Frau, ja seine ganze Familie umnebelt, um bei dramatischer Terminologie zu bleiben, denn nichts anderes als eine theatralische Inszenierung ist Der Untergang und seine Geschichtsverfälschung doch am Ende. Das gleiche gilt natürlich auch für den Führer selbst, der hier statt den schmeichelhaften Charmeur den Reichsführer gibt, für den das alles nur ein großes Indianer-und-Cowboy-Spiel ist, von dem er eigentlich keine Ahnung hat, aber er sitzt eben ganz oben, da ist das nicht weiter wild.

Natürlich tobt sich Tarantinos Neuer auch in Exploitationgefilden aus, keine Frage, das zeigen aber weniger die beiden genannten Akteure und ihre Überzeichnung, als vielmehr die Historizität, denn hier endet der Krieg schon im Jahre 1944, ohne die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches. Wobei man auch hier schon wieder, wäre man spitzzüngig, zu Recht behaupten könnte, dass es Der Untergang da ja auch nicht allzu ernst nahm, trotz der Zusammenarbeit mit diversen historischen Instituten. Das einzige, was für ein reines Exploitationkino fehlt, ist der Sex – wobei, den gibt es ja in Form von Goebbels "Ausrutscher". Ansonsten ist alles dabei, allen voran die Gewalt, die jedoch erstaunlich selten wirklich selbstzweckhaft daherkommt. Am meisten beutet Tarantino dann sowieso das Talent seiner deutschen Darsteller aus. Statt in einem weiteren deutschen TV-Schmonzes verbraten zu werden, leben allen voran natürlich Christoph Waltz, aber auch August Diehl und Daniel Brühl so richtig auf, als hätte man sie um den ewigen Schatten erleichtert, der deutsche Schauspieler bei ebendieser Thematik doch stets begleitet. Und sie haben ja auch allen Grund aufzuspielen, losgelöst von all dem deutschen Erinnerungskino, das, man kann es nicht oft genug betonen, in den meisten Fällen unehrlicher nicht sein könnte.

Natürlich ist es unmöglich einen Film mit dieser Thematik zu machen, der nicht wertend ist, da allein die Inszenierung des für dieses Kino stellvertretenden Der Untergang schon wertend ist, aber ein SS-Offizier, der in aufkommenden Nebelschwaden hingerichtet wird (die Rede ist von Thomas Kretschmanns SS-Gruppenführer Hermann Fegelein), weil er die NS-Führung davon überzeugen wollte, dass der Krieg bald zu Ende sei, ist schlichtweg unakzeptabel, zumal er ein linienteuer Nazischerge war. Alle gehen sie in tiefen Kitsch getränkt unter, und stets sind wir Zeuge dabei. Nur beim Führer natürlich nicht, der darf hinter verschlossenen Türen sterben. Allein diese Mystifizierung, die auch Georg Seeßlen in seinem Buch über Tarantinos Inglourious Basterds anspricht, zeigt die ganze Widerwärtigkeit, die doch in Der Untergang und Konsorten steckt. Bei Tarantino müssen all die bösen Schergen selbstverständlich auch ins Gras beißen, die Nazijagd ist schließlich der Hauptplot des Filmes, nur geschieht dies hier sang- und klanglos, wenn beispielsweise ein hoher Gestapo-Mann zuerst seine Hoden weggeschossen bekommt und dann einfach im Chaos oder besser gesagt Schnittgewitter des Drunter und Drüber untergeht. So ergeht es dann schließlich auch der gesamten Führungsriege, der keine Nebelschwaden zur Seite stehen, keine aufspielende Musik und keine nachdenklich stimmende Stille nach dem Höhepunkt.

Sie alle verbrennen, das Gesicht des angeblich Schwächeren vor Augen, Hitlers Gesicht nur noch ein einziger Brei, durchsiebt von unzähligen Kugeln – kein Märtyrertum, keine Heroisierung, nur ein Auftrag, der erfolgreich zu Ende gebracht wurde. Gleich danach geht es dann auch buchstäblich weiter mit der Geschichte. Wie singt Zarah Leander dann im Film auch so schön? "Davon geht die Welt nicht unter", wäre ja noch schöner. Bei allem Beifall, dem man Tarantino allein dafür schon geben möchte, verfällt aber auch er etwas in die typische Hollywoodkiste, bei der die Täter stets die Partei (Goebbels, Hitler), SS (Landa), Gestapo (Hellstrom) und SD sind. Die Wehrmacht kommt dabei stets fast völlig unbefangen davon. Dies sieht man am besten natürlich am Beispiel vom Schützen Fredrick Zoller (Daniel Brühl) oder Wilhelm, einem einfachen Soldaten, der gerade Vater geworden ist und eigentlich nur nach Hause zu seinem Sohn will. Vor allem Zoller macht eine Entwicklung durch, die ihm gegen Ende durchaus eine Katharsis zukommen lässt. Vom hilflosen Wehrmachtssoldaten, der die Stellung seiner Kameraden nicht preisgeben möchte und daraufhin von den Basterds zu Brei geschlagen wird, ganz zu schweigen. Hier ist kein großer Unterschied zu deutschen period pieces auszumachen, was an und für sich nicht weiter schlimm ist, da die Schuldfrage der Wehrmacht und ihrer Partizipation an Kriegsverbrechen noch immer nicht ganz klar definiert ist, aber es fällt zumindest auf.

All diese Zusammenhänge dürften aber nicht nur für den Verlauf der deutschen Erinnerungskultur von Interesse sein, sondern vor allem auch für den deutschen Film und die deutsche Medien im Allgemeinen. Waren es doch stets mediale Ereignisse wie die Serie Holocaust, die Bücher von Günther Grass und Jörg Friedrich, die für eine große öffentliche Diskussion und Auseinandersetzung gesorgt haben. Auch das trifft zumindest bis zu einem gewissen Grad auf Tarantino und seinen Film zu. Man schaue sich nur einmal das heuchlerische deutsche Plakat an, in dem natürlich das Hakenkreuz fehlt, weil es weder – wie auf einem anderen zu sehen – von einem Messer durchstochen wird, noch dezent im Hintergrund zu sehen ist. Es ist blutverschmiert, exakt das, was es schließlich auch präsentierte, aber das haben die Verantwortlichen wohl wieder nicht verstanden oder einfach nur nicht verstehen wollen. Immerhin dürfte es ja sowieso als großer Schritt gesehen werden, dass man bei uns Making-Ofs mit gut gelaunten deutschen Darstellern sieht, die große Namen tragen und sich nun für solch einen Film engagieren und die Werbetrommel rühren. Sicherlich ist es auch dem Namen Tarantino selbst zu verdanken, dass der Film hier so großen Anklang findet und es endlich normal werden lässt, dass auch deutsche Größen in solchen "darf-man-so-etwas-überhaupt-Filmen" mitwirken.

Und auch wenn es bereits erste Stimmen gibt, die am Film viel auszusetzen haben (ja, Eli Roth hat wirklich keine Ahnung, wie Filme in den 40ern aussahen), unter anderem beispielsweise die Kapitelstruktur, die mehr aufgezwängt wirke als passend oder die dialoglastigkeit ankreiden (haben die schon mal einen Tarantino gesehen?), so ist es der Film selbst, der Tarantino hoch anzurechnen ist, der nicht nur ein Kapitel deutscher (Film-)geschichte zu Ende bringt oder besser gesagt zu Grabe trägt, sondern auch historisch so viel ehrlicher ist als ebendiese (kurz gesagt: man merkt, dass Tarantino fast zehn Jahre am Drehbuch schrieb). Natürlich sollte man bei alledem nicht vergessen, dass Inglourious Basterds auch hervorragendes Schauspielkino ist – und das nicht nur wegen eines hervorragenden Christoph Waltz (hier hat endlich der richtige Österreicher eine Hauptrolle), sondern auch wegen eines Til Schweigers, der – wie die anderen eben auch – endlich sein wahres Schauspieltalent unter Beweis stellen kann, nämlich das griesgrämige Dreinschauen, das einer gewissen Komik alles andere als entbehrt. Inglourious Basterds ist so viel, so detailreich, so ehrlich und vor allem so gut, dass er in Tarantinos Filmografie einen besonderen Platz einnehmen sollte. Gegen diesen Film wirken all seine anderen Werke fast schon wie postmoderne Ego- und Zitatemasturbation. Auch wenn der Begriff so ausgelutscht ist wie der deutsche WWII-Schmonzes, Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk. (10/10)

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Bibliographie

Bösch, Frank. Film, NS-Vergangenheit und Geschichtswissenschaft. Oldenbourg 2007.
Heer, Hannes. Hitler war's. Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit. Berlin
2005.


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'Nation's Pride': Fake Trailer zu Eli Roths Beitrag


Dass Eli Roth neben einer Rolle in Quentin Tarantinos Inglourious Basterds auch noch den Film-im-Film Nation's Pride (Stolz der Nation) übernehmen würde, war ja schon lange bekannt. Nun ist der (Fake) Trailer zum Film (MOV, gute Qualität), um den sich Tarantinos Film wiederum dreht, da und er sieht fuckin' great aus! Die Optik, der Schnitt, das daraus resultierende Pathos – Roth hält den Amerikanern den Spiegel vor, denn im Prinzip ist ein Saving Private Ryan auch nichts anderes als ein Propagandafilm … wie eben Nation's Pride.

(Via I Heart Pluto)


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