Trailer zu Clint Eastwoods 'American Sniper' mit Bradley Cooper

Anfang letzten Jahres sorgte die Nachricht vom Tode Chris Kyles für Aufsehen, als er auf einem Schießsplatz von einem Freund, der unter PTBS leidete, erschossen wurde. Chris wer? Kyle war mit über 160 bestätigten Tötungen der erfolgreichste Scharfschütze der US-Geschichte. Seine Autobiographie American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History war ein Bestseller und machte ihn international bekannt. Ein ganz klassischer Stoff für Hollywood, dem sich niemand geringeres als Clint Eastwood nun angenommen hat. In American Sniper erzählt Bradley Cooper, der Kyle spielt, die Geschichte des erfolgreichen Navy SEAL nach. Der erste Trailer sieht jedenfalls schon mal super aus, auch wenn schon wieder die ersten Stimmen laut werden, dass Eastwood hier lediglich die amerikanische Rechte bedient … Deutscher Kinostart ist am 15. Januar 2015.


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Wagner, Weapons & War: Trailer zur Doku über John 'Milius'

Woah, das hätte ich ja nicht gedacht, dass es das mal geben wird! Auf dem diesjährigen SXSW Festival, das morgen startet, wird die Doku Milius Premiere feiern, die – wie der Name schon sagt – das Filmschaffen von John Milius rekapituliert. Milius, der von sich selbst als 'General Milius' spricht, hat ziemlich bedeutende Werke der Filmgeschichte auf die Beine gestellt, wofür ihm seine Wegbegleiter bis heute dankbar sind – auch wenn sie die Welt nicht immer so sehen wie Milius, wie in den Interviewausschnitten aus dem Trailer deutlich wird. Ziemlich geil, dass die beiden Regisseure Joey Figueroa und Zak Knutson all seine namhaften Kollegen für den Film gewinnen konnten. Ich bin sehr gespannt!

(Via Twitch)


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Der mächtigste, aber schwächste Mann Amerikas: 'J. Edgar'


Wenn es um die Verfilmung des Lebens eines bedeutenden Amerikaners geht, dann hat Hollywood oft einen starken Hang zu Pathos und Kitsch. Viele werden aber auch außerhalb des bewegten Bildes immer wieder in höchsten Tönen gelobt, obwohl ihr Leben alles andere als honorabel war, auch wenn sie große Taten vollbracht haben. So halte ich Benjamin Franklins Autobiographie beispielsweise bis heute für eine einzige Enttäuschung, die sich weniger auf Franklins signifikante Taten fokussiert, als vielmehr auf seine trivialen Begegnungen mit Hinz und Kunz. Wenn man im Vorfeld nun hörte, dass ausgerechnet Clint Eastwood, jener bekennende Republikaner (wenn auch äußerst gemäßigt), der für sein pathetisches Kino bekannt ist, das Leben des FBI-Gründers J. Edgar Hoover verfilmen sollte, dann war der eine oder andere Zweifel ob der Neutralität des Ganzen wohl durchaus angebracht. Und natürlich ist auch J. Edgar phasenweise voll von Pathos – nur der Blick auf Hoover selbst ist sehr differenziert ausgefallen. Eastwood zeigt J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) als eine ziemlich ambivalente Figur der jüngeren US-Geschichte, der die Vereinigten Staaten viel zu verdanken haben, die gleichzeitig aber auch viel Schaden angerichtet hat.

Wir begleiten Hoover im Film in der Gegenwart, den 70ern (also kurz vor seinem Tod), von wo aus er zwei jungen FBI-Agenten seine Lebensgeschichte diktiert, die – und hier wird schon viel über Hoover verraten – geschönter kaum sein könnte. Alles will er quasi im Alleingang geschafft haben: Sei es nun die Gründung des heutigen FBI, die Tötung John Dillingers oder sonstige Meilensteine der Kriminalgeschichte. Und in der Tat, das macht J. Edgar ziemlich deutlich: Hoover war lange Zeit der mächtigste Mann Amerikas. Darf man dem Film auch nur ansatzweise Glauben schenken, dann haben sich selbst Präsidenten – und Hoover hat immerhin unter acht von ihnen gedient – vor diesem Mann gefürchtet. Insbesondere Richard Nixon, den auch Regisseur Eastwood einmal mehr als totalen Versager und Idioten darstellt, was in einer wundervollen Szene zum Ausdruck kommt. Hoover war ein sehr guter Rhetoriker, selbstlos und kannte nur eines: Loyalität. Mit der nahm er es zwar nie so genau, aber welcher Mitarbeiter nicht zu einhundert Prozent hinter ihm stand, dessen Karriere beim FBI war so schnell zu Ende, wie sie begonnen hatte.

Dass diese Selbstlosigkeit und das geradlinige Verfolgen der eigenen Agenda/Ideologie aber auch persönliche Opfer fordert, dürfte dabei nicht überraschen. Hoover lebt ewig bei seiner Mutter, obwohl sie nicht auf ihn angewiesen ist. Er ist aber auf sie angewiesen, denn sie scheint die einzige zu sein, die ihm je nahestand. Nach einem gescheiterten Date mit seiner Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) traut er sich nie wieder an das weibliche Geschlecht – vielmehr wird er zum emotionalen Krüppel, der selbst in intimsten Momenten mit seinem 'Freund' Clyde Tolson (Armie Hammer) nicht zu ihm steht und ihn damit immer weiter verletzt. Zumindest ist Hoover um sein Bild in der Öffentlichkeit besorgter als um seine Beziehung zu Tolson. Erst als es zu spät ist, erkennt er, wie wichtig ihm sein loyalster aller Mitarbeiter doch ist. Es sind Momente wie diese, in denen Eastwood dann natürlich die Emotionsklaviatur spielt und die Geschichte (im doppelten Sinne) dramatisiert. Es sind aber auch gerade diese Momente, die einen Eastwood zu einem Eastwood machen. Hoover ist hier keine abstrakte Geschichts-Figur aus einer Schuldoku, sondern ein greifbarer Mensch aus Fleisch und Blut.

Ohnehin versteht es Eastwood nahezu perfekt, seinen Film nicht nur ein emotionales Biopic und klassisches Erzählkino sein zu lassen; vielmehr ist J. Edgar auch ein spannender Streifzug durch fünf Jahrzehnte US-amerikanische Geschichte. Die erste Weltwirtschaftskrise, die Gründung des FBI, die Weltkriege, die kommunistische Gefahr, die schwarze Bürgerbewegung, die Ermordung Kennedys – das alles spricht Clint Eastwood an, ohne dabei geschwätzig oder gar selbstzweckaft zu werden. Natürlich merkt man dem Film die eine oder andere Länge an, aber allein für DiCaprio und noch mehr für Armie Hammer sollte man sein Sitzfleisch trainieren. Nicht nur ihr Makeup ist Oscar-verdächtig, sondern vor allem Armie Hammers Performance, die für Gänsehaut sorgt. J. Edgar ist Eastwood-Kino, wie man es kennt und liebt. Sein Film ist keine Abrechnung mit J. Edgar Hoover, aber auch keine Verehrung. J. Edgar, in kühle, manchmal gar triste Töne getaucht, ist ein nüchternes filmisches Denkmal für einen Mann, der in seiner ganz eigene Welt lebte. Eine Welt, in der wohl nur ganz wenige hätten Leben wollen. (8.5/10)


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Trailer zu Clint Eastwoods Biopic 'J. Edgar'

Clint Eastwood meldet sich zurück! Dieses Mal hat er ein Biopic über den FBI-Gründer und Direktor J. Edgar Hoover gedreht, gespielt von Leonardo DiCaprio. In Michael Manns Public Enemies drang ja schon etwas von Hoovers Figur durch, deren Leben Eeastwood sich in J. Edgar etwas detaillierter annimmt. Der Trailer schindet jedenfalls durchaus Eindruck – typisches Hollywooderzählkino Marke Eastwood eben. Da dürfte auch die Oscarnominierung schon so gut wie sicher sein. Deutscher Start ist am 16. Februar 2012.


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'Gran Torino': Trailer zu Eastwoods Veteran, der rot sieht


Die Gerüchte um einen neuen Dirty Harry sind ja schon lange verhallt, doch dass Eastwood noch immer nicht mit dem Thema des Rächers abgeschlossen hat, zeigt der Trailer zu seinem neuesten Film, bei dem er auch einmal mehr hinter der Kamera stand, Gran Torino (480p/720p/1080p). In ihm spielt Eastwood einen Koreakrieg-Veteranen, der die etwas andere Art von Nachbarschaftshilfe leistet. Zwar sieht man Eastwood mittlerweile jedes seiner 78 Jahre an, aber er macht einfach immer noch eine hervorragende Figur – allein der Name: Walt Kowalski -, was der Trailer eindrucksvoll beweist. Deutscher Kinostart ist aber leider erst am 26.02.2009.


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Das Ende ist ein graziöser Neubeginn

Grace Is Gone
(James C. Strouse, USA 2007)
Kino

Dass die USA in einem großen Tief seit Beginn des Krieges im Irak stecken, zeigt nicht erst Grace Is Gone, der beim Sundance Festival nicht nur den Preis für das beste Drehbuch abräumte, sondern auch noch den Zuschauerpreis für sich einnehmen konnte. Home of the Brave zeigte bereits letztes Jahr, wie schwer der Umgang mit Verlust ist – egal ob es sich um Gliedmaßen, den Stolz oder eben einen geliebten Angehörigen handelt, das Leben wird nie wieder so sein, wie es war. Das muss auch Stanley Philipps (John Cusack) schmerzlich erfahren, der zu allem Übel auch noch eine Art Rollentausch durchmachen muss, ist er doch der Einzige, dessen Frau in den Irak gegangen ist. Doch hier dreht sich alles um dreihundertsechzig Grad, denn auch Stanleys Wertesystem scheint mit dem Tod seiner Frau unterzugehen. Er will mit dem Militärpfarrer nicht beten, obwohl sein Haus voller Kreuze ist, er vernachlässigt seinen Job, den er so liebt. Am meisten verändert sich jedoch seine Beziehung zu seinen beiden Töchtern (Shélan O'Keefe, Gracie Bednarczyk), die er von nun an mit weicherer Hand führt, ja mehr zu lieben scheint als zuvor.

Keine Änderung ist jedoch in seiner Einstellung zum Krieg im Irak festzustellen, nach wie vor sieht er das Gute in dem, was seine Frau tut: "Your mother fights for the freedom we enjoy and the country she loves – she is a hero", so Stanley zu seinen beiden Töchtern, die natürlich trotz oder gerade wegen ihres Alters besorgt sind. Stanley scheint dennoch jeden Bezug zur Realität verloren zu haben: Er schickt seine Kinder nicht in die Schule, greift seinen Bruder an und kommt jedem Wunsch seiner Töchter nach, egal wie ausgefallen diese sind. Doch kann man es diesem Mann übel nehmen, der an einer Stelle erwähnt, dass er es bitter bereut, dass nicht er – er wurde kurze Zeit zuvor jedoch unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen – in den Irak ging, sondern Grace? Plötzlich hat er Zeit für seine Kinder, die zuvor einem straffen Tagesplan weichen musste, Zeit für das Einzige, was ihm nun bleibt und das er von nun an beschützt, wie seinen eigenen Augapfel. Grace Is Gone klingt nach großem Pathos und aus der Leinwand triefendem Kitsch, ja. Doch es ist keine von Hollywood geschriebene Geschichte, kein Drehbuch, das den Kinozuschauer zum tear jerking veranlassen soll. Vielmehr ist es eine Dokumentation dessen, was jeden Tag zu Massen an der Heimatfront geschieht.

Bei all dem Schmerz ist Strouses Film dennoch stets nüchtern und weiß sorgsam mit seinem Sujet umzugehen. Natürlich ist das Pathos nicht von der Hand zu weisen – vor allem nicht mit Clint Eastwoods pathetisch-melancholischem Score, der nicht von ungefähr deutlich Parallelen zu seinen beiden WWII-Epen aufweist -, aber er übertreibt es nie, was angesichts solch einer Thematik nur allzu verführerisch erscheint. Grace Is Gone ist dabei aber nicht nur eine intensives Drama und eine Dokumentation amerikanischer Wundheilung, sondern auch ein hervorragendes Charakterdrama, das von John Cusack alles verlangt und es auch bekommt. Würde dafür keine Nominierung für den Goldjungen raus springen, es wäre ein Affront. Jede Einstellung ist lyrischer und zugleich schmerzvoller als die andere. Keine Anzeichen von Hochglanz, sondern Vororttristesse und Gleichgültigkeit dominieren. Selbst die letzten Einstellungen verherrlichen nicht, vielmehr ernüchtern und appellieren sie. Nicht nur Stans Leben hat die Grazie verloren, nein, ein ganzes Land hat sie verloren. (8.5/10)


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