Drachentattoo meets Profikiller: 'Dead Man Down' Trailer

Es scheint wirklich ein Gesetz der Filmbranche zu sein, dass jeder erfolgreiche europäische Regisseur irgendwann nach Hollywood geht. So nun auch Niels Arden Oplev, Regisseur von The Girl with the Dragon Tattoo a.k.a. Verblendung, der mit Dead Man Down seinen ersten Hollywood-Film abliefert. Mit im Gepäck hat er seine Hauptdarstellerin aus Stieg Larssons Millenium-Trilogie, Noomi Rapace. Die spielt in Dead Man Down an der Seite von Colin Farrell eine durchtriebene Frau, die Profikiller Farrell dazu bringt, sie zu rächen. Ebenfalls mit an Bord: Dominic Cooper, Terrence Howard und Isabelle Huppert. Der Trailer (leider in schlechter Quali und etwas asynchron) sieht jedenfalls recht solide aus. Deutscher Kinostart ist am 04. April.

(Via DVDnarr.com)


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Just Fucking Great. Not. 'Seven Psychopaths' Red Band Trailer

Naja, so wirklich great finde ich ihn gar nicht, den Red Band Trailer zu Martin McDonaghs Seven Psychopaths. Im Gegenteil: Das sieht alles viel zu self-indulgent und 'cool' aus, was McDonagh hier präsentiert. Andererseits hat er mit In Bruges ja einen Knaller abgeliefert, der die Latte für Gangster-Comedies ohnehin recht hoch gelegt hat. Der Cast ist gut, sicher, aber besonders Harrelson und Walken wirken zu bemüht. Deutscher Start ist am 06. Dezember.

(Via Twitch)


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London Calling: 'London Boulevard' Trailer


Ich bin mit dem Trailer zu London Boulevard (480p/720p) vielleicht etwas spät dran, aber lieber zu spät als nie, right? Der Gangsterfilm ist das Regiedebüt von Drehbuchautor William Monahan (The Departed, Body of Lies, Edge of Darkness) und macht einen ziemlich guten Eindruck, wie ich finde. Lange warten muss man auch nicht mehr, denn London Boulevard startet hierzulande am 01. Dezember (wahlweise gibt es in UK auch die Blu-ray günstig). Und bevor ich lange suche: Kennt jemand den Song, der ab 1:11 zu hören ist?


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Für ein strahlend weißes Lächeln: 'Fright Night'


Das Wichtigste gleich vorweg: An das Original aus dem Jahre 1985 kommt Craig Gillespies Fright Night natürlich nicht einmal ansatzweise heran. Kann er auch gar nicht, denn in gewisser Weise ist das 85er Original schon ziemlich dated, was dem Vergnügen auch heute allerdings keinen Abbruch tut. Statt das alles eins zu eins zu kopieren, aktualisiert Gillespie sein Remake konsequent – sprich es gibt auch jede Menge Anspielungen auf die Popkultur – und macht aus Peter Vincent beispielsweise einen modernen Magier Marke Criss Angel, der sich in Las Vegas verdingt und mindestens so viel Probleme hat wie der alte Peter Vincent. Auch die Homoerotik, die das Original nur so durchzog, wurde hier deutlich zurückgefahren und ist nur noch marginal vorhanden (auch wenn der neue Peter Vincent vor Lack und Leder nur so strotzt). Es sind aber auch ebenjene Momente, die den Charme des Originals erst ausmachten, die hier fehlen. So findet sich zwar die Clubszene auch hier wieder, aber im Gegensatz zum Original, ist sie hier nur Mittel zum Zweck. Gleich geblieben ist dagegen der Gewaltgrad, der mich im Original doch sehr, sehr überrascht hat. Auch im 2011er Fright Night spritzt das Blut und Gliedmaßen fliegen durch die Gegend. Der Fokus liegt ebenfalls auf den Horrorelementen und nicht etwa auf humoristischen Einlagen, auch wenn diese zweifelsohne vorhanden sind.

Am Remake, das man als durchaus gelungen bezeichnen darf, stören eigentlich nur die typisch Hollywood'schen Blockbusterelemente. Natürlich muss es ein Happy End geben (und das nicht nur für die Protagonisten) und natürlich muss so ein Film im Jahr 2011 in 3D daherkommen. Zu Letzterem kann man dann auch nur sagen, dass es selten zuvor so wenig Verwendung fand und die Technik im Falle von Fright Night eigentlich fast schon kontraproduktiv ist. Da ein Großteil des Films in der Dunkelheit respektive Dämmerung spielt, muss man des Öfteren erraten, was da gerade eigentlich vor sich geht – denn eines weiß mittlerweile jeder: Helligkeit und 3D sind zwei Dinge, die nicht miteinander vereinbar sind. Sei's drum. Der Cast hält das ganze Ding schließlich am laufen, denn Colin Farrell gibt nicht nur einen tollen Obervampir ab, sondern harmoniert mit dem restlichen Cast perfekt. Anton Yelchin beweist einmal mehr, dass er ein ganz Großer werden kann und bekommt mit Imogen Poots (was ein Name!) eine sehr attraktive und vor allem dauerwellenfreie Dame an die Seite gestellt. Auch McLovin alias Christopher Mintz-Plasse gefällt in der Rolle des … Nerds, der der Versuchung nicht widerstehen kann. Am Schluss ist dann wieder alles wie im Original: Charley hat die Nachbarschaft gerettet und darf endlich mit seiner Freundin schlafen. (7/10)


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Neuer Trailer zum 'Fright Night' Remake


Im Rahmen der MTV Movie Awards, die gestern verliehen wurden, wurde ein neuer Trailer zum Fright Night-Remake veröffentlicht (480p/720p/1080p), der erstmals auch Peter Vincent (David Tennant) zeigt und auch sonst jede Menge neues Material parat hält.


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Schon wieder Vampire: 'Fright Night' Remake Trailer


Sieht gar nicht mal so schlecht aus, wenn man mich fragt. Das kann aber auch daran liegen, dass ich sowohl Anton Yelchin als auch Colin Farrell sehr gerne sehe (und McLovin ist ja auch dabei, wobei ich mich Frage ob er die 'Seriösität' des Ganzen nicht etwas untergräbt) und das Original aus dem Jahre 1985 nicht gesehen habe. Ob Fright Night (480p/720p/1080p) durch das 3D jedoch besser wird, darf wohl weiterhin stark bezweifelt werden. Deutscher Start ist am 06. Oktober.


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Gefangen in der sibirischen Kälte: 'The Way Back' Trailer


1940 versucht eine Gruppe Soldaten aus einem russischen Gulag zu flüchten. Diese gelingt auch, aber damit sind sie noch lange nicht in der Freiheit angekommen, sondern sind primär der sibirischen Kälte ausgesetzt. Dieser wahren Begebenheit, die auf Slavomir Rawiczs Erlebnisroman basiert, spendiert Hollywood nun eine Verfilmung: The Way Back. Der Trailer (480p/720p/1080p) sieht dabei nach typischen Hollywoodkitsch aus, scheint aber sehr gut besetzt zu sein (u.a. Colin Farrell, Ed Harris und Jim Sturgess). Auch das Setting scheint interessant, denn jeder, der bereits in Sibirien war, weiß, dass man den Horizont ob der Weite und des vielen Schnees kaum sehen kann …


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Whiskey und Country, unser täglich Brot: 'Crazy Heart'


Es kommt wie jedes Jahr pünktlich zur Award-Season, das typische Oscarmaterial. Im letzten Jahr war es David Finchers Obergurke The Curious Case of Benjamin Button, 2010 gibt es gleich eine ganze Reihe von diesen Filmen, denen man zu jeder Sekunde ansieht, dass sie für die Augen der Oscarjury gemacht wurden. Natürlich wäre hier The Blind Side (Besprechung folgt) zu nennen, konservativ-reaktionäres Kino der selbstgefälligsten Sorte. Nicht minder kalkuliert scheint aber auch Crazy Heart, eine Art diesjähriger The Wrestler, nur geht es eben statt um einen Wrestler um einen Countrysänger. Jeff Bridges darf hier einen ebenso erfolglosen alten Hasen wie Mickey Rourke mimen und wird damit nicht minder über den Klee gelobt wie im letzten Jahr Rourke. Crazy Heart verfügt dabei über die üblichen Muster und Sequenzen, die solch eine Art Oscardrama benötigt.

Bad Blake (Jeff Bridges) spielt sich mit seinen alten Countrysongs die Seele aus dem Leib, den Rest erledigt der Alkohol, dem er noch deutlich mehr zugewandt ist als seiner Karriere, die ihn seit Jahren ohnehin nur noch in die schäbigsten Bars des Landes führt. Dabei ist es aber durchaus erstaunlich, wie gut Bridges den abhalfterten Musiker gibt, allen voran auch deshalb, weil seine Stimme sicherlich nicht gerade die schlechteste ist, im Gegenteil.

Keine Frage, Bridges war schon immer ein toller Schauspieler, das hat er unter anderem in Arlington Road bewiesen, einer seiner besten Rollen. Es ist vielmehr das 'was', das Bridges hier spielen muss. Es wirkt dabei schon fast so, als hätte man eine Merkliste abzuarbeiten, denn wenn Bridges mal gerade nicht am Frauen anbaggern ist, dann trinkt er sich bis in den Schlaf. Alles ist seinem Bad Blake egal, erst recht sein Manager, den er immer wieder wüst beschimpft. Natürlich gibt es einen Grund für all diesen Zorn, den er mal mehr, mal weniger in sich hineinfrisst: Tommy Sweet (Colin Farrell), ein deutlich jüngerer Countrysänger, der Blake nicht mehr allzu viel Ruhm in der Branche übrig lässt. Ja, das Alter eben. So muss sich Blake dann auch jeden Tag aufs Neue aufraffen, erst recht mit all dem Alkohol im Blut. Eines Tages findet er in Jungjournalistin Jean (Maggie Gyllenhaal), die ebenfalls deutlich jünger ist als er, eine neue, wenn auch ungleiche, Liebe. Besitzt dieser Mensch, der ein Schatten seiner selbst ist, wirklich so viel Charme und Charisma, dass er Frauen, die seine Tochter sein könnten, rumkriegt? Hollywood as Hollywood can.

Doch damit ist die Merkliste jedoch noch lange nicht abgehakt, denn diese Harmonie muss naturgemäß aus dem Gleichgewicht gebracht werden, nur um am Ende wieder ins Gleichgewicht zu kommen, zumindest grob. So sieht Blake erst deutlich zu spät ein, welch große Probleme er eigentlich hat, zu spät, denn er hat bereits einen fatalen Fehler begangen, der das Idyll erst einmal zerstört. Maggie Gyllenhaal ist bei alledem zwar gut und wie immer äußerst nett anzuschauen, nur ist auch hier das Problem, dass ihre Figur über ihren Schablonencharakter nicht hinauskommt. Sie hat die Schnauze voll von den Männern, wurde zu oft enttäuscht, sie ist allein erziehend und will natürlich nur das Beste für ihren kleinen Sohn, dennoch geht sie die Amour fou ein. Sie kann nur enttäuscht werden, das weiß sie und das weiß auch der Zuschauer. Es folgt das große Klimax, es kommt das, was nach all den Merklisten und Drehbuch-101-Kursen nur konsequent erscheint. Und schließlich durfte Bridges bis zu diesem Zeitpunkt auch oft genug zur Flasche greifen und auch dem Unaufmerksamsten deutlich gemacht haben, dass er ob seiner Karriere frustriert ist und deshalb das Heil im Whiskey sucht.

Natürlich ist die Geschichte an sich eine rührende, das war auch Finchers Film im letzten Jahr schon. Es sind einfach diese gewissen Tasten – allen voran die Mischung aus Kitsch und Pathos -, die man drücken muss, um den Zuschauer vereinnahmen zu können. Das ist mal mehr sichtbar, mal weniger. Nur, wer will schon offen gelegt bekommen, dass er gerade manipuliert wird? Da kann Maggie Gyllenhaal noch so oft die Augen schmerzhaft aufreißen oder Jeff Bridges noch so oft aus dem Bett plumpsen wie ein nasser Sack Kartoffeln, das Drehbuch kann dies einfach nicht ordentlich stemmen (wirft man einen Blick auf die Drehbuchentwürfe, dann wird einem noch übler ob einiger Sequenzen, die bei Verwirklichung dieser Entwürfe nahezu absurd gewirkt hätten). Was bleibt sind zwei tolle Protagonisten, die den Kampf gegen ein käsiges Drehbuch leider recht schnell verlieren. (6/10)


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Golden Globe Awards 2009: Gewinner & Verlierer


Das Wichtigste vielleicht gleich zu Beginn: Nein, leider habe ich die Verleihung gestern Nacht nicht gesehen, da ich heute Morgen recht früh raus musste und es ja auch immer ewig dauert, bis es mal an die interessanteren Kategorien geht (die Oscars werden aber wieder mal komplett geschaut, das ist Pflicht). Und dennoch: die Liste der Gewinner erfreut mich größtenteils. Der Baader Meinhof Komplex hat nicht gewonnen, Mickey Rourke gewinnt absolut zu Recht für seine Rolle in The Wrestler, dem wohl besten Film diesen Jahres (Review folgt bald, ich weiß), dito Colin Farrell. Doch es gibt auch Aufreger, allen voran der Preis für Kate Winslet für ihre gar nicht mal so gute Rolle in dem gar nicht mal so guten, sondern grottenschlechten The Reader.

Ebenfalls sehr enttäuscht bin ich, dass Neil Patrick Harris den Award für seine Rolle in How I Met Your Mother nicht einsacken konnte – ein Skandal ist das, true story! Der Rest ist eigentlich das, was zu erwarten war, würde ich mal ganz dreist behaupten. Und da ich Danny Boyles Überfilm Slumdog Millionaire erst morgen sehe, gehe ich auf sein Abräumen auch gar nicht weiter ein, denn wer weiß, vielleicht bereue ich es morgen ja schon wieder, wenn ich es ihm heute gönne (was ich aber selber auch nicht wirklich glaube).


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»We're crossing a line here. There's no going back from this!«

Cassandra's Dream
(Woody Allen, USA/UK/Frankreich 2007)
Kino

In den letzten Jahren verstand es Woody Allen durchaus, wie man einen intelligenten Thrillerplot geschickt mit einer Prise Humor verbindet und sogar noch einen Fokus auf das Zwischenmenschliche legt. Dabei favorisierte Allen London stets als zentrales setting, samt seiner Oberschicht. Dass es laut Allen gerade hier zu vielen Krimis kommt, spricht für sich. Cassandra's Dream setzt die Tradition fort, jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied: Allen konzentriert sich dieses Mal nicht auf die oberen Zehntausend, sondern auf zwei Brüder, die charakterlich zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, im Kern aber beide gleich sind. Sie stammen nämlich nicht aus der Oberschicht, sondern aus dem normalen Gutbürgertum, der Mittelschicht. Der eine ist erfolgloser Restaurantspekulant, der anderer bodenständiger Automechaniker. Ian (Ewan McGregor) und Terry (Colin Farrell) komplettieren sich dabei perfekt: Während der eine die Autos seiner Kunden zum Gepose seines Bruders dazusteuert, unterstützt der ihn wiederum mit kleinen Finanzspritzen um dessen Schattenseite, das Glücksspiel, zu fördern – denn sie beide hoffen eines Tages auf den Jackpot, eines Tages muss er ja einfach kommen!

Glück, respektive Zufall, ist das, um was sich in Cassandra's Dream alles dreht. Es ist wie an der Börse, dieses Glücksspiel, das Spiel des Lebens, mal gewinnt man, mal verliert man. Es ist der Kick, die Aussicht auf Erfolg, sowohl sozialen als auch ökonomischen, der einen immer wieder dazu bringt, eben nicht aufzuhören, wenn es an der Zeit wäre. Grenzen verwischen dabei recht schnell, und so scheint es für die Brüder irgendwann keine mehr zu geben – Gewissen hin oder her. Dass Reichtum, egal in welcher Form, aber nicht immer nur Positives innehat, sollten die beiden spätestens in Form ihres Onkels (toll wie immer: Tom Wilkinson) realisieren. Der zeigt nämlich, dass es bei den Gutbetuchten ganz andere Probleme gibt – Allens vorherige beide Filme lassen grüßen und scheinen nicht nur storytechnisch präsent zu sein. Allens writing ist spätestens seit dem tollen Match Point und dem noch besseren Scoop stigmatisiert, sodass man schon nach wenigen Einstellungen realisiert, dass man sich hier in einem Film Allens befindet. Es ist jedoch nicht nur die Optik, über die sich Allen definiert, sondern auch so ein ganz spezielles Bauchgefühl, weniger eine Atmosphäre, die Allentypisch erscheint und in der man sich schlicht wohl fühlt.

Es ist ein gepflegtes Erscheinungsbild, nicht nur in Sachen Musik (Philip Glass), sondern auch in Sachen Figurenzeichnung und weiteren Erscheinungen von 'Mondänität'. Auch im Plot selbst zeigt sich diese, denn Allen verstehet es geschickt, Klischees und andere Unebenheiten zu umfahren und sich stets voll und ganz auf seine Figuren zu konzentrieren, die von McGregor und Farrell hervorragend getragen/gemimt werden. Allen will hier so viel, und im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren, die sich solch hohe Ansprüche stellten, gelingen ihm das meiste auch. Cassandra's Dream ist nicht nur Thriller, Lovestory und 'Komödie', sondern auch tolles Schauspielkino, das Farrell und McGregor fast schon als Dreamteam outet. Sowieso scheint Allen in Sachen Besetzung ein glückliches Händchen zu haben, was auch einmal mehr sein Neuester, gerade frisch in Cannes gezeigter, Vicky Cristina Barcelona zeigt. Das einzige, das man Cassandra's Dream vorwerfen muss, sind die enormen Längen, die das Ganze gut und gerne schon mal wie zweieinhalb Stunden wirken lassen. Zudem kommt das Finale nicht nur zu einfach, sondern auch viel zu abrupt daher. Und dennoch besitzt Allens Film solch eine interpretatorische Dichte, die sich für zahlreiche Diskurse bestens eignen würde, sodass man über kleine inszenatorische Schwächen gern hinwegsieht. (7.5/10)


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