Hej København, die Zweite!


Ja, genau, ich war erst Ende Februar/Anfang März in Kopenhagen, aber da es mir so gut gefallen hat, bin ich für ein verlängertes Wochenende erneut in der dänischen Hauptstadt. Die Arbeitswoche ist für mich bereits rum, morgen mittag geht's los! Ich sage jetzt nicht, dass hier deshalb über's Wochenende wenig los sein wird, denn das war es auch schon die letzte Woche (ja, viel zu tun und so) der Fall. Sattdessen wünsche ich Euch ebenfalls ein schönes Wochenende. Ach ja, der gute Thang ist zur gleichen Zeit wie ich in Kopenhagen, vielleicht läuft man sich ja über den Weg …


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Hej København!


Ich wollte Euch nur schnell wissen lassen, dass es hier bis Montag ziemlich still sein wird. Aus dem einfachen Grund, dass ich für ein verlängertes Wochenende in der dänischen Hauptstadt residieren werde. Ich weiß, nicht gerade die beste Zeit um nach Skandinavien zu gehen (nein, es wird wohl eher nicht so aussehen wie auf dem Foto), aber ganz egal, denn ich werde einen guten Freund besuchen und hoffentlich viel Spaß in Kopenhagen haben. Morgen früh geht's los, wer bis dahin noch Last-Minute-Geheimtipps hat, der darf es mich gerne wissen lassen.

Bild: JamesZ_Flickr


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Re-enacting War Crimes: 'The Act of Killing' Doku Trailer

Indonesien, 1965: Bei einem Militärputsch sterben mehr als 1 Millionen Menschen. Drei der dafür verantwortlichen Kriegsverbrecher stellen nun ihre Kriegsverbrechen nach, und zwar für die Doku The Act of Killing, die in Toronto zu sehen war und für mehr als nur gemischte Reaktionen sorgte. Was absolut insane klingt, ist es auch, lauscht man den Worten der Jungs von Film Junk ("It's the weirdest and craziest thing I saw at TIFF, it was insane!"). Es handelt sich im Prinzip um American Movie – mit dem Unterschied, dass es sich bei den Filmemachern um Massenmörder handelt, die nie für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurden.

Schaut man sich den Trailer zur Doku an, die von Werner Herzog und Errol Morris produziert wurde, dann stellt man schnell fest, dass es sich hierbei um harten Tobak handelt, denn die Männer gehen ganz offen mit dem um, was sie getan haben und sind nicht selten stolz darauf. Darf man lachen? Darf man den Film überhaupt gut finden? Fragen, die sich viele nach der Sichtung in Toronto stellten. Fest steht jedenfalls, dass es sich bei diesem Projekt um einen äußerst interessanten Film handelt, der in meiner Must-Watch-Liste sofort um einige Plätze nach oben geklettert ist.


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Kommt ein Däne nach Afrika … 'The Ambassador' Doku Trailer

Mads Brügger muss entweder verrückt oder suizidal sein. Der Däne hat sich in seiner ersten Doku Det røde kapel als Theaterregisseur ausgegeben und bekam so Zugang nach Nordkorea. In seinem neuen Film The Ambassador geht er ähnlich vor: Er gibt sich als besorgt sich Diplomatenpapiere und versucht in Afrika an Blutdiamanten zu kommen. Dass das natürlich alles andere als ungefährlich ist, versteht sich von selbst. Brügger bleibt dabei aber dennoch immer cool, obwohl er wohl jeden Moment draufgehen könnte – so suggeriert es zumindest der Trailer, der großen Appetit auf mehr macht und dessen quotes (u.a. von Twitch) ich ausnahmsweise auch für voll nehme. Hierzulande dürfte es allerdings etwas schwer werden, an den Film heranzukommen, denn der 03. August als Termin für VOD gilt wohl nur für die USA.


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Trailer zu Thomas Vinterbergs Cannes Drama 'Jagten'

Gestern lief in Cannes Thomas Vinterbergs neuer Film Jagten aka The Hunt, der von der Kritik recht gut angenommen wurde und dessen Trailer ebenfalls einen sehr guten Eindruck macht. Ich mag Vinterberg ja spätestens seit seinem Meisterwerk Festen, an das Jagten ziemlich stark erinnern soll. Sogar seinem amerikanischen Ausflug Dear Wendy konnte ich trotzt plattem Subtext etwas abgewinnen. Mit Hauptdarsteller Mads Mikkelsen hat Jagten aber auch ein starkes Zugpferd. Leider dürfte es noch sehr lange dauern, bis auch der gemeine Kinogänger den Film zu sehen bekommt, denn selbst in seiner Heimat Dänemark startet The Hunt erst im Januar 2013.


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Carlsbergs virales Marketing ist buchstäblich großes Kino

Man stelle sich vor man will mit seiner Freundin einen netten Abend im Kino verbringen und trifft im 150-Sitze-Saal dann auf 148 Biker. Ziemlich beschissen, wie die meisten Paare finden, denn nur wenige trauen sich die zwei einzig freien Sitze zu suchen und sich unter das Biker-Volk zu mischen. Jene, die den Mut aufbringen, werden dafür aber auch fürstlich entlohnt – mit einem eiskalten Carlsberg. Großes Kino, was Carlsberg da geschaffen hat. Virales Marketing at its best – das muss selbst ich als nicht-Bier-Trinker zugeben. Ich geh' jetzt erstmal ein Carlsberg trinken *zisch*


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Dokument des Schreckens: 'Armadillo'


Dokus über die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Janus Metz Pedersens Film Armadillo fällt aber schon deshalb etwas aus der Reihe dieser Dokus, weil er nicht etwa ein amerikanischer, sondern ein dänischer Film ist. Er begleitet keine Truppe von GIs, sondern einen Trupp dänischer Soldaten, die im Rahmen der ISAF in Afghanistan operieren. Dieser Unterschied ist aber letztlich keiner, wie Armadillo recht schnell klar macht: Es spielt keine Rolle welche Streitkräfte man begleitet, sie alle weisen gleiche Verhaltens- und Operationsmuster auf. Darüberhinaus: Sie alle verlangen den meist jungen Soldaten alles ab. Hier konnte bereits im letzten Jahr Sebastian Jungers und Tim Hetheringtons Film Restrepo eindrucksvoll zeigen, welchen physischen und vor allem psychischen Strapazen die jungen Männer ausgeliefert sind. Armadillo wird wohl auch deshalb immer wieder mit der amerikanischen Doku vergleichen, weil beide in der afghanischen Provinz Helmand angesiedelt sind, die nach wie vor als eine der gefährlichsten gilt. Ansonsten weisen die beiden Filme aber auch signifikante Unterschiede auf, denn im Gegensatz zum Amerikaner lässt Armadillo die Soldaten nach ihrem Einsatz nicht noch einmal zu Wort kommen, sondern dokumentiert tatsächlich nur das, was vor Ort, sprich im konkreten Einsatz, vor sich geht.

Dabei wird auch deutlich, wie viel mehr Zugang die dänischen Filmemacher um Regisseur Pedersen im Gegensatz zu den Amerikanern hatten. Ihr Film braucht keine nachträgliche Rekapitulation der Einsätze, denn hier ist die Kamera in der Tat mittendrin statt nur dabei – und zeigt den Krieg in all einen Facetten, mit all seinen hässlichen Gesichtern. Zu Beginn des Filmes, der bisweilen einem Hollywood-Script zu folgen scheint (dies aber schon optisch negiert, sieht man dem Videomaterial seinen Ursprung doch deutlich an), begleiten wir einen jungen Soldaten, der sich gerade freiwillig für den Einsatz in Afghanistan gemeldet hat. Er sitzt mit seiner Familie am Essenstisch und genießt den letzten Abend vor seiner Abreise nach Afghanistan. Etwas später wird dann noch mit Freunden gefeiert, inklusive Alkohol und Stripperin – wie man es aus all den Spielfilmen, die sich mit jungen Soldaten im Krieg beschäftigen, ja zu kennen scheint. Sie genießen die Zeit, die sie zusammen auf heimischem Boden, im Frieden, verbringen. Eine Einstellung später verabschieden sich dieselben Männer am Flughafen von ihren Familien und Freunden. Viele der Freunde und Verwandten wünschten sich, dass ihr Sohn/Freund/Ehemann nicht ginge. Doch sie sehen es als ihre Pflicht an, auch stets dem Kameraden verbunden zu sein. Bereits ohne afghanischen Boden gesehen zu haben, ist dies der erste intensive Höhepunkt des Filmes, kann sich der Zuschauer doch vortrefflich in die Lage derjenigen versetzen, die ihre Geliebten verabschieden müssen – mit dem kleinen Unterschied, dass es hier nicht in einen normalen Urlaub geht …

Sechs Monate dauert der Einsatz der jungen Männer, deren Geschichte wir bereits nach der kurzen Exposition durchaus zu kennen scheinen. Es gibt hier alles: den notorischen Draufgänger, Schwiegermutters Liebling und den Einfühlsamen, bei dem durchaus Zweifel aufkommen. Doch die Kameradschaft, ein wichtige Konstante im Film, sorgt nicht nur für den reibungslosen Ablauf der Operationen, sondern auch für den nötigen gemeinsamen Nenner. Denn schon bald zeigt Armadillo – der Name das dänichen Camps – sein wahres, intensivstes Gesicht, und das hässlichste des Krieges. Pedersen begleitet die Truppe nämlich bei einem Einsatz, bei dem die Männer in ein Feuergefecht mit Taliban geraten. Alles scheint in ein einziges Chaos (militärisch: clusterfuck) zu entarten, auch wenn die Männer stets wissen, was zu tun ist. Im Verlaufe des Gefechts werden wir Zeuge, wie der Kommandeur der Truppe folgenschwer verletzt wird, so dass er nach Dänemark ausgeflogen werden muss – was die Truppe zudem in ihrer Moral schwer zurückwirft. Der wirkliche Schrecken liegt aber in der unverblümten Art, mit der die Männer an die Sache herangehen. Nach erfolgreichem Ausgang des Gefechts sind mehrere Taliban tot, was die Männer einerseits erfreut, andererseits aber auch mitnimmt, schildert der Film doch deutlich, dass einige von ihnen nicht etwa festgenommen wurden, sondern gezielt getötet worden sind. Und dies dokumentiert Armadillo in allen Einzelheiten, ist die Kamera doch auch bei der anschließenden Einsatzbesprechung mit dabei.

Einer der Männer, der maßgeblich an der Tötung beteiligt war, meint, dass man das alles gar nicht verstehen könne, wenn man es nicht selbst mitgemacht habe. Es ist schließlich Krieg und der Feind ist hinterhältiger als je zuvor. Armadillo erreicht hiermit sicherlich seinen Höhepunkt. Dabei sind das Schlimmste aber noch nicht einmal die Bilder der getöteten Taliban, die in einer kleinen Wassergrube übereinander liegen – so etwas hat man in Restrepo beispielsweise nicht zu sehen bekommen -, sondern vielmehr die Beschreibungen der Soldaten, die den ganzen Hergang so detailreich beschreiben, dass einem durchaus mulmig wird. Es ist aber auch gerade diese Intensität und Unverblümtheit, die Armadillo fast schon eine einzigartige Stellung einnehmen lässt, macht der Film doch gerade damit unmissverständlich klar, dass es sich hier um die Realität und nicht etwa einen klischeebeladenen Spielfilm handelt. Es verwundert angesichts dieser Bilder und Berichte auch, welche Freiheiten die dänischen Streitkräfte den Filmemachern einräumten – und wie weichgespült eine amerikanische Produktion wie Restrepo dagegen wirkt (auch wenn es sich um einen ebenso guten und intensiven Film handelt). Am Ende des Filmes und des sechsmonatigen Einsatzes wird ein Blick auf den weiteren Fortlauf der Männer gegeben: Alle von ihnen sind wieder nach Afghanistan gegangen oder planen es zumindest. Mehr als Armadillo kann eine Dokumentation nicht leisten. (9/10)


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Mittendrin statt nur dabei: 'Armadillo' US Trailer


Ich hatte vor einem halben Jahr schon einmal auf die vielerorts gefeierte dänische Doku Armadillo hingewiesen. Damals noch mit dem dänischen Trailer, der leider keine UTs hatte. Nun hat Apple einen US-Trailer veröffentlicht (480p/720p/1080p), der zudem auch komplett anders aussieht. Ascot Elite hat sich dem Film glücklicherweise angenommen und bringt ihn ab 10. Mai auf DVD und Blu-ray raus.


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Die Dänen und Afghanistan: 'Armadillo' Doku Trailer


Während in Toronto das TIFF gerade in vollem Gange ist und ich voller Neid gen Kanada schiele (schließlich ist auch Carpenters Neuer zu sehen), tröstet mich zumindest der Film Junk Podcast mit ersten Reviews einiger der Highlights. Besonders aufmerksam bin ich dabei auf eine dänische Doku namens Armadillo geworden, in der Janus Metz Pedersen einige dänische Soldaten, die in Helmand – eine der umkämpftesten Provinzen Afghanistans – stationiert sind, begleitet. Ganze sechs Monate hat er das Leben der jungen Männer dokumentiert, die nur wenige hundert Meter von Talibanstellungen entfernt sind. Zwar ist der Trailer leider ohne UTs, aber so konzentriert man sich schon mehr auf die sehr schönen Bilder, die bisweilen aussehen, als wären sie einem Ridley Scott- oder Michael-Bay-Film entsprungen. Dürfte vor allem in Kombination mit Restrepo interessant sein.


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Lars von Triers 'Antichrist' und was er dazu (nicht) zu sagen hat


Achtung, Spoiler!

Ich habe selten zuvor so auf einen Audiokommentar eines Regisseurs gewartet wie auf jenen zu Antichrist. Primär in der Hoffnung darauf, dass Lars von Trier zu seinem Film Stellung nimmt, sowohl was das den Plot und seine Metaebene betrifft, als auch das Technische (schließlich wurde Antichrist mit der RED gedreht). Lauscht man also dem Audiokommentar, so wird schnell deutlich, dass von Trier hier nicht allein über seinen Film spricht, sondern in einen Dialog mit dem Filmwissenschaftler und Kritiker Maurice Smith (University of Kent) tritt. Eine Form, die sich ebenso schnell als äußerst glücklich gewählt herausstellen soll. Von Trier macht nämlich schnell deutlich, dass er von Technik so gut wie keine Ahnung hat, was er gegenüber Smith auch immer wieder betont. Zwar geht er auf einige spezielle Sachen, wie die Verzerrung der Bilder, in denen Charlotte Gainsbourgs Figur Visionen hat, ein, aber er weißt gleich darauf hin, dass er dies doch seinem DP Anthony Dod Mantle zu verdanken habe. Dennoch gibt er deutlich zu verstehen, dass viele Szenen alles andere als leicht zu drehen waren, allen voran jene Szenen mit den Tieren.

Lässt er in Hinsicht auf die technischen Herausforderungen noch einiges nach Außen dringen, so verhält er sich hinsichtlich des Plots fast schon konträr. Von Trier wiederholt ständig, in welcher Phase er den Film doch gemacht habe, und dass er vieles selbst erlebt habe (Träume, die im Wald spielen, Träume mit Tieren). Genau hier macht sich Smith dann auch bezahlt, denn er versucht immerhin so viel wie möglich aus von Trier herauszukitzeln, der das Ganze aber oftmals auch mit einem einfachen "I don't know" beantwortet. Es ist ja völlig in Ordnung, wenn ein Filmemacher sich eigener Interpretationen seiner Werke verweigert – er ist ja nicht der Einzige -, aber von Trier hinterlässt vielmehr den Eindruck, als habe er wirklich keine plausible Erklärung für dieses und jenes. All die Szenen, die für großes Aufsehen sorgten, will von Trier beispielsweise als Humor verstanden haben, sei es nun der sprechende Fuchs oder die berühmte Scherenszene. Keine Rede von Misogynie, Freud oder sonstigen Versuchen einer interpretatorischen Herangehensweise.

Von Trier weist ferner darauf hin, dass er Ähnliches auf schamanischen Reisen erlebt hätte, sei es nun die Therapie, mit der Dafoe versucht seine Frau zu heilen oder das Versinken von Gainsbourg im Grün des Waldes. Die Tiere seien ein Symbol für das Leben und den Tod, erwidert Smith, denn das Reh vereine mit dem toten Fötus (von Trier weist darauf hin, dass man einen echten Fötus benutzt hätte, den man dem Reh dann an das Hinterteil geschnallt hat und das Geschirr schließlich digital entfernt) die Balance zwischen Leben und Tod. Gleiches gilt für den Fuchs und die Krähe, die ebenfalls halb lebendig, halb tot sind. Statt darauf jedoch weiter einzugehen, leitet von Trier auf die Geräuschkulisse hin und gibt zu verstehen, dass es sich bei vielen der Töne um einen so genannten polish sound handle, der natürlich hergestellt wurde. So wird dann auch auf die verschiedenen optischen Stile des Filmes eingegangen. Die Eröffnungssequenz in Slow-Motion nennt von Trier 'monumental', den restlichen, an einen Dokumentarstil erinnernden nennt er den 'rauen Stil', der ihm aber letztlich nicht rau genug war.

Leider geht von Trier auch nicht großartig auf die Arbeit seiner beiden Darsteller ein, lässt nur das übliche Lob an die Oberfläche geraten, verliert aber kein Wort darüber, wie hart es für die Darsteller wohl war, in solch eine Rolle zu schlüpfen, die vor allem auf physischer Seite so viel abverlangt. Stattdessen weist er Smith darauf hin, dass er ihn kurz unterbrechen müsse, da sie beide doch eine der interessantesten Masturbationsszenen der Filmgeschichte genießen müssten (von denen es ja ohnehin nicht viele gäbe). Das zeigt einerseits, dass von Trier vielleicht über einen wirklich sehr ambivalenten Humor verfügt, andererseits zeigt es aber auch, dass er die ganze Chose mit seinen Depressionen geschickt für den Film und dessen Rezeption genutzt haben könnte (und diese Rolle im Audiokommentar dann fortführt). Etwas, über das von Trier hingegen gerne zu sprechen scheint, ist seine Vorliebe für Tarkowski. Fast in jeder Szene von Antichrist erläutert er, wie er sich hier von Tarkowski inspirieren hat lassen und wie er ihm dadurch hommagiert. Die Widmung seines Filmes ist dabei nur das offensichtlichste Beispiel.

Dachte ich nach der Erstsichtung noch, dass es sich bei Antichrist um einen der prätentiösesten und selbstgefälligsten Film der letzten Jahre handelt, so machte die Zweitsichtung (in digital) deutlich, dass es sich bei von Triers Film um einen der interessantesten der letzten Jahre handelt. Allen voran technisch kann von Triers Arbeit überzeugen und faszinieren – die Verweise im Audiokommentar unterstreichen diese Sichtweise dabei nur weiter. Vielleicht ist es gerade auch aus diesem Grund von Vorteil, dass von Trier einer Interpretation des Ganzen nicht vorgreift, so dass diese Faszination des Ungewissen, die von Antichrist ausgeht, nicht plötzlich in Gewissheit umschlägt (was ohnehin nur zu Teilen funktionieren würde, denn die Lesart des Autors muss ja nicht kongruent mit der des Rezipienten sein). Auch wenn der Begriff reichlich abgedroschen klingen mag, so scheint 'Meisterwerk' mir hier doch angebracht, und das gleich in vielerlei Hinsicht.

Die DVD, die von Ascot Elite am 18. März kommt, ist eine absolut würdige technische Umsetzung des Filmes. Das Bild lässt zwar zu jeder Zeit erkennen, dass es einen digitalen Ursprung hat, aber dies ist ja auch so beabsichtigt. Kontrast und Schärfe befinden sich auf hohem Niveau und auch der Ton, der auf Deutsch und Englisch jeweils in DD5.1 und DD2.0 vorliegt, kann überzeugen. Neben dem bereits erwähnten Audiokommentar gibt es auf einer zweiten Scheibe Interviews mit Dafoe und Gainsbourg, ein Making-Of, sowie ein Featurette zu den Special Effects, in dem unter anderem auf den Fuchs eingegangen wird. Eine äußerst gelungene Veröffentlichung.


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