Trailer zu Steven Spielbergs Abraham Lincoln Biopic 'Lincoln'

Nach dem Trailer zum Trailer ist der erste offizielle Trailer zu Steven Spielbergs Abraham-Lincoln-Biopic Lincoln da und sieht nach einem typischen Hollywood-Epos Marke Spielberg aus. Don't get me wrong, das sieht nach mindestens 150 Minuten langem packendem Historienkino aus, nur werde ich nicht das Gefühl los, dass es sich hier eben auch um den typischen Oscar-contender Nummer eins handelt. US-Start ist auch noch pünktlich zu den Oscars 2013, nämlich am 16. November.

(Via The Playlist)


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Erster Teaser Trailer zu Steven Spielbergs 'Lincoln'

In drei Tagen erscheint der offizielle Trailer zu Steven Spielbergs Lincoln. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, wurde heute ein erster Teaser Trailer veröffentlicht, der einige Bilder aus dem Film zeigt und mit einer Abraham-Lincoln-Rede zum Ende des Civil War unterlegt ist. Natürlich gibt es noch nicht viel zu sehen, aber bei der Kombo kann ja eigentlich nicht viel schief gehen. US-Start ist am 16. November.

(Via /Film)


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»I'm a sinner!«

There Will Be Blood
(Paul Thomas Anderson, USA 2007)
Kino

There Will Be BloodHype und sehr hohe Erwartungen bekommen einem Film nur selten gut, das habe ich heute erst wieder festgestellt. Dass es Filme gibt, die diesen aber gerecht werden, hat zuletzt Cloverfield eindringlich gezeigt, doch das ist angesichts bestimmter Faktoren sicherlich eine Ausnahme. Um nicht zu erschrecken, There Will Be Blood ist keine Enttäuschung, ganz bestimmt nicht. P.T. Andersons Neuer ist ganz großes Kino, keine Frage. Nur ist es nicht gerade der Film, den ich auf Platz Eins sämtlicher Jahresbestlisten sehen möchte, geschweige denn ein Film, der No Country for Old Men seriöse Konkurrenz bei den Oscars machen soll. Paradoxerweise ist Andersons Film jenem der Coens aber gar nicht so unähnlich. Die Weite beherrscht größtenteils die Fläche der Leinwand, die Weite der Natur und die Weite seiner Figuren. Daniel Day-Lewis' Performance ist Oscarwürdig, ja, spielt er sich doch seinen Hintern wund und begeistert mit einer schier ungreifbaren Präsenz.

Präsent ist auch die Musik, die sich bei fast jedem Einsatz in den Vordergrund drängt, straight into the face, jedoch nicht im negativen Sinne – quasi Zimmer-mäßig, wie es viele vor allem bei The Rock beklagen -, sondern durchaus im positiven. Sie ist kräftig, trägt die meisten Szenen von ganz allein. Selten habe ich einen Film erlebt, der so extrem stark von seinem Score lebt. Würde man dieses Meisterwerk Jonny Greenwoods auswechseln, es wäre nicht nur ein anderer Film, sondern auch ein völlig anderes, deutlich weniger intensives Erlebnis. Die Musik ist Stützbalken für den Film, ähnlich der Holztürme, die das Öl fördern.

There Will Be Blood ist Western, aber auch Familiendrama und period piece. Anderson spricht viele Themen an, angefangen bei Religion, Schuld und Sühne, über die Weltwirtschaftskrise, bis hin zur Familie. Er entlarvt die falschen Propheten, die durch wirtschaftlichen Erfolg korrumpiert und hingewaschen sind. Sie sind ein Narziss, der für den Erfolg alles tun würde beziehungsweise auch tatsächlich tut. Andersons Film lässt sich hervorragend als Kapitalismuskritik lesen, welche in Zeiten von Nokia und dem Einzug der Linken in die Parlamente aktueller nicht sein könnte. Da bedarf es keinem aktuellen setting, nein, der wilde Westen um die Jahrhundertwende reicht völlig aus. Ferner scheint auch der Irakkrieg omnipräsent, wenn Ölfelder brennen und angesichts der abwerfenden Profite dieser keine Rücksicht auf Verluste genommen wird. Plainview (Daniel Day-Lewis) – schon der Name spricht für sich – scheint um diese Opfer zu trauern, zumindest oberflächlich. Sobald es aber wieder ums Geschäft geht, scheint er den Knopf umzulegen und wieder auf kalt zu stellen.

Und genau diesem Aspekt geht Anderson in der zweiten Hälft näher auf den Grund. Es passiert nicht viel im ganzen Film, er ist mehr um eine Charakterstudie als um eine spannungsvolle Geschichte bemüht (was aber nicht heißen soll, dass er das nicht wäre), das macht diese zweite Hälft deutlich. Wer ist Daniel Plainview wirklich, warum verrät er so viele seiner Freunde, warum will er Geld, das er angesichts seiner Fleißigkeit sowieso nicht ausgeben kann? Die Jahre vergehen, sein Ölunternehmen wird immer größer und profitabler. Am Ende hat er alles – zumindest in materieller Hinsicht. Was darunter jedoch leidet ist seine Menschlichkeit, die er über die Jahre immer mehr zu verlieren scheint. Doch besaß er diese überhaupt jemals? Angesichts seines Sohnes (auch toll: Dillon Freasier), der als einziges über allem zu stehen scheint, muss man diese Frage mit ja beantworten. Diese Figur des Öltycoons ist eine zutiefst undurchsichtige, und so verwundert es auch nicht, dass P.T. Anderson auch am Schluss keine Antwort parat hat. Es ist schizophren (wie Plainview eben), ganz klar.

Leider muss man aber auch sagen, dass There Will Be Blood in dieser zweiten Hälft abbaut, nicht viel, aber doch einiges um sich daran zu stören. Der Film nimmt plötzlich eine andere Ausfahrt als erwartet, nur um am Ende zu dieser zurückzukehren, leider aber recht unbefriedigend. Ein Nebenschauplatz wird eröffnet, der der Charakterisierung Plainviews selbstverständlich zuträglich ist, aber nicht unbedingt von Nöten gewesen wäre. Das bremst den Film etwas aus. Nicht dass der Film davor temporeich gewesen wäre, im Gegenteil, da hält er sich dann doch lieber in seiner Lethargie auf, aber es wird einfach etwas der Wind aus den Segeln genommen. Bis zum Schluss, der etwas unbefriedigend ist, aber für sich genommen dennoch gewisse Stärken besitzt, ist Paul Thomas Andersons Film aber eine herausragende Symbiose aus Western und Drama, deren Bilder und Musik zu jeder Sekunde für sich selbst sprechen und begeistern. Leicht enttäuscht war ich dann aber doch, das kann und will ich nicht abstreiten. (8-9/10)


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