Bankraub & Pizza: '30 Minutes or Less' Red Band Trailer

Jesse Eisenberg hat seit meinem Roundtable-Interview mit ihm einen Stein bei mir im Brett. Wer ihn einmal live erlebt hat, der weiß, dass er genau so ist wie in seinen Filmen: hibbelig, schnell sprechend, authentisch. Nach seiner bisher besten Rolle als Mark Zuckerberg in The Social Network, wechselt er nun wieder ins Komödienfach. In 30 Minutes or Less spielt er einen Pizza-Lieferboy, der von Danny McBride und Nick Swardson mit Hilfe eines Bombengürtels dazu gezwungen wird, eine Bank auszubrauben. Der neue Red Band Trailer macht dabei Lust auf mehr, denn auch Aziz Ansari ist mit von der Partie. Regie führt Ruben Fleischer, der bereits für den durchaus ansehnlichen Zombieland verantwortlich zeichnet. Deutscher Start ist am 29. September.


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Two and a Half Men: 'Due Date'


Während es um Judd Apatow immer ruhiger wird, lässt es Todd Phillips so richtig krachen. Nach seinem letztjährigen Erfolg The Hangover, bringt Phillips vor dem Sequel, das im kommenden Jahr in die Kinos kommt und schon jetzt für Schlagzeilen sorgt, mal noch schnell ein weiteres Starvehikel unter. Due Date setzt dabei ganz und gar auf seine beiden Protagonisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten – sowohl Downey Jr. und Galifianakis selbst, als auch ihre Figuren. Da ist zum einen Peter Highman (Robert Downey Jr.), erfolgreicher Architekt und Familienmensch, der gerade sein erstes Kind erwartet. Auf der anderen Seite findet sich der etwas stehengebliebene Möchtegern-Schauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis), der sein Glück in Hollywood versuchen will. Dieses Setting verspricht dann natürlich auch jede Menge Raum für Zoten, Witze und sonstige Widerlichkeiten, an die man sich in den letzten Jahren ja irgendwie auch schon gewöhnt hat. Phillips hat dieser Art von Humor mit seinen Filmen ohnehin auch selbst den Weg geebnet, wenn nicht sogar geöffnet. Neben allerlei Wortwitz und Situationskomik, die größtenteils auf Downey Jr.s Kappe gehen, ist Galifianakis natürlich der Mann fürs Grobe, im wahrsten Sinne des Wortes. Da kommt es dann auch schon mal vor, dass wir ganz im Geiste der Teeniekomödie onanierende Hunde sehen, die lediglich das nachahmen, was ihr Herrchen ihnen vormacht.

Diese Art von Brachialhumor hält sich in Due Date allerdings in Grenzen, denn Phillips hat sich seit seinen Teeniekomödien-Tagen durchaus weiterentwickelt und führt das fort, mit dem sein Bruder im Geiste, nämlich Apatow, angefangen hat. Due Date zitiert sich fleißig durch die Popkultur und hantiert bei einigen Kalauern schon mal mit Facebook ("I've got 90 friends on Facebook!") oder Craigslist ("I found her on Craigslist."). Eine Art Humorbasis, die derzeit vermehrt in der jüngeren Komödie Verwendung findet. Natürlich dürfen dabei auch die Cameos nicht fehlen, die hier zwar nicht wirklich welche sind, aber das war ja auch schon bei The Hangover nicht der Fall, sah man Mike Tyson doch schon im Trailer (ich glaube ja, dass der Mel-Gibsons-Gossip über sein Cameo im Sequel eine geschickte Marketingstrategie ist). Im Falle von Due Date macht es aber gleich doppelt so viel Spaß, denn selbst für kleinste Rollen sind sich Darsteller wie RZA, Juliette Lewis, Jamie Foxx oder der fantastische Danny McBride – hier wieder mal in einer saukomischen Rolle – nicht zu schade. All dies sind Elemente, die durchaus darüber hinwegtrösten, dass Phillips jüngste Comedy doch auch etwas redundant daherkommt. Die verkorkste und ungleiche Beziehung zwischen den beiden Männern wird bis zuletzt ausgeschlachtet, obwohl die Prämisse der beiden 'Freunde', die wie Wasser und Feuer sind, ab einem gewissen Zeitpunkt längst gesättigt ist.

Das Problem nicht nur von Due Date, ist die Tatsache, dass man die Regeln der Komödie mittlerweile auswendig aufsagen kann. Von Beginn an ist es dem Zuschauer daher bewusst, dass das ungleiche Paar am Ende zusammenfinden wird – bis dahin gilt es aber noch einige Hindernisse und Zwischenfälle zu überwinden, die den Bogen immer weiter spannen müssen. Leider setzt Phillips dabei nicht immer auf Qualität, sondern vielmehr auf Quantität. Downey Jr. und Galifianakis geraten dabei von einer prekären Situation in die nächste, leider ist dabei eine unglaubwürdiger als die andere, was an sich nicht das Problem ist, wäre da nicht diese forcierte over-the-topness. Sicherlich, bei Galifianakis, der sich jüngst in Bill Mahers Talkshow einen Joint anzündete, weiß man nie, was kommt. Es dürfte aber auch bei dieser, Phillips' Muse, nur eine Frage der Zeit sein, bis sie das gleiche Schicksal erfährt wie Apatows Muse Seth Rogen – sie hat ihren Zenit überschritten … Da ist Galifianakis in Due Date glücklicherweise zwar noch nicht angekommen – allein das Ende des Filmes macht so einiges wieder wett, nein, mehr als das -, aber wenn er immer der stereotype Nerd und Zurückgebliebene bleibt, dann wird es sich irgendwann rächen. Umso gespannter darf man wohl auf The Hangover 2 sein.

Due Date hat seine Schwächen, allen voran darin, dass er gewohnten Genremustern folgt und die Spritzigkeit eines Old School oder Road Trip vermissen lässt (natürlich dürfen auch die ernsteren Töne nicht fehlen). Andererseits wartet der Film aber auch mit einigen Überraschungen auf, die man nach dem sehr belanglosen Trailer nicht erwartet hätte. Das Duo Downey Jr. und Galifianakis harmoniert dabei überraschend gut und versprüht zudem einen gewissen Charme. Nach den 100 Minuten ist der kurzweilige Spaß dann aber auch schon wieder vorbei. Denn außer dem Ende und der sarkastischen Breitseite gegen Hollywood bietet Due Date nichts, was einem wirklich in Erinnerung bliebe. (6/10)


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