David Hess stirbt im Alter von 69 Jahren


Letzte Nacht ist Exploitation-Legende David Hess im Alter von nur 69 Jahren gestorben. Vielen wird der Name vielleicht nichts sagen, aber wer einmal Wes Cravens The Last House on the Left gesehen hat, der kennt den Mann, der in seinen Filmen meist Vergewaltiger, Mörder und Psychopathen gespielt hat – und wird ihn seit dem nicht mehr vergessen haben. Eine ziemlich traurige Woche für das Kino, denn nur drei Tage vor Hess ist Charles Napier im Alter von 75 Jahren gestorben. Die meisten dürften ihn wohl aus Rambo: First Blood Part II kennen. R.I.P. ihr beiden!


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Elijah Drenners Doku 'American Grindhouse' online ansehen


Elijah Drenners Doku American Grindhouse, eine Doku über amerikanische Grindhouse-Filme, in der unter anderem Genregrößen wie John Landis, Joe Dante und H.G. Lewis zu Wort kommen, lief vor einigen Tagen auf ServusTV. Diese Tatsache ist an und für sich schon äußerst lobenswert, aber es kommt noch besser. Denn wer wie ich die Ausstrahlung verpasst hat, der kann in der ServusTV-Mediathek den kompletten Film anschauen. Ich weiß nicht, wie lange der Film noch online sein wird … ich wusste bis gerade ja noch nicht einmal, dass ich ServusTV empfangen kann! Mann sollte die Doku also auch deshalb so schnell wie möglich schauen – den Trailer findet man hier.


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Trailer zur 'American Grindhouse' Doku


Und schon wieder eine neue Doku über den Exploitationfilm. Dieses Mal nicht etwa über Filme, die in Großbritannien verboten wurden oder über das pazifische Exploitationkino, sondern über das amerikanische. Wie der Name schon sagt, lässt American Grindhouse (SD, leider kein HD) Genreregisseure wie Joe Dante oder H.G. Lewis zu Wort kommen. (limited) US-Start war am 04. Februar, hoffentlich auch hier bald im TV oder auf DVD, auch wenn die Doku wohl nicht allzu viel Neues erzählen dürfte.


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Amerikanische Exploitation: 'American Grindhouse' Trailer


Der Exploitationfilm zählt sicherlich zu meinen liebsten Film(sub)genres. Zwar nicht unbedingt der amerikanische, aber dieser verbindet mit dem Wort 'Exploitation' deutlich mehr als nur Sex und Gewalt ausbeutende Filme, nämlich auch die US-amerikanischen – wie man bei uns sagen würde – Bahnhofkinos, die sogenannten grindhouses. Die Dokumentation American Grindhouses lässt im Trailer Filmemacher wie Filmexperten zu Wort kommen und beleuchtet nicht nur Filme, sondern auch Kinos und die ganz spezielle Atmosphäre, die von diesen ausging. Bleibt zu hoffen, dass die Doku so schnell wie möglich ihren Weg auf DVD oder zu den deutschen Verleihern findet (wovon ich natürlich nicht ausgehe).

(Via F5)


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Bevor das Remake kommt … 'The Last House on the Left'


Fast genau drei Jahre ist es her, dass ich Wes Cravens The Last House on the Left gesehen habe. Da das Remake unmittelbar bevor steht, dachte ich, ich frische das Ganze mal wieder auf. Ich hatte nicht mehr allzu viel in Erinnerung, am ehesten wohl die, wie ich damals noch dachte, äußerst unpassende Musik. Da wird fröhliche Volksfestmusik gespielt, während zwei junge Frauen den Alptraum ihres Lebens erfahren. Ein Gegensatz, wie er größer kaum sein könnte. Zieht man jedoch die Werbezeile des Filmes mit in Betracht (To avoid fainting, keep repeating "It's only a movie…It's only a movie…"), scheint die Musik nur ein konsequentes Mittel zu sein, ebenjene Tatsache, nämlich dass es sich hier 'nur' um einen Film handelt, zu untermauern. Betrachtet man die Musik nämlich genauer, so merkt man schnell, dass es die Art von Musik ist, die man hörte, als das Medium Film noch ziemlich jung war.

Es gab noch keinen Ton, über die Musik funktionierte viel mehr als heute. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass der Score von David Hess an ebenjene Filme, das Medium selbt, erinnert. Wie gesagt, es ist ja nur ein Film, also keine Angst vor all den Gräueltaten, die auf der Leinwand stattfinden. Doch die Musik zielt noch auf etwas anderes ab, eine weitere Funktion der 'Verharmlosung' wird ihr zuteil, nämlich das comic relief. Im Kontrast zur ganzen Brutalität lässt sie Gedanken an die Späße eines Dick und Doof aufkommen, eines, wie gesagt, Stummfilmes, der für gute Laune sorgen soll. Das funktioniert so weit auch ganz hervorragend, erst recht natürlich in Verbindung mit den beiden Polizisten, die nichts auf die Reihe bekommen und das comic relief in Reinform darstellen. Da wird Kuchen gemampft, während die Eltern über ihre vermisste Tochter klagen, da wird Schach gespielt, während man eigentlich der Freund und Helfer sein sollte und schließlich vergisst die Staatsmacht dann auch noch zu tanken.

In der Tat, die Polizei in Form der beiden tolpatschigen Cops bringt nichts auf die Reihe, versagt im entscheidenden Moment (der Wagen der Truppe steht vor ihrer Nase, aber sie müssen sich angeblich um Wichtigeres kümmern) und kommt am Ende zu spät, um das Schlimmste zu verhindern. Kurzum: die Polizei versagt auf ganzer Linie und es ist kein Verlass auf sie. Da wundert es natürlich nicht, dass der Bürger – hier: nicht der einfache, aber einfach lebende – das Gesetz schließlich in die eigene Hand nehmen muss, egal wie. Und wenn die im Haushalt obligatorische Waffe eben nicht will, dann nutzt man alles zur Verfügung stehende, und sei es eine Motorsäge. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein simples Pamphlet für die Selbstjustiz, erweist sich auf den zweiten Blick jedoch vielmehr als Spirale der Gewalt. Gewalt erzeugt Gegengewalt, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Der Traum Weasels (Fred J. Lincoln, heute erfolgreicher Pornoregisseur, wie das Making-Of verrät), in dem ihn Dr. Collingwood (Richard Towers) und dessen Frau (Cynthia Carr) foltern, ist dabei das wohl interessanteste Indiz.

Doch auch die vorgetäuschte Verführung Weasels durch Mrs. Collingwood und ihre anschließende 'unkonventionelle' Rache deuten vielmehr auf perfide Rache/Folter – sprich Gleiches mit Gleichem – hin als auf eine reine 'Konfliktlösung'. Auch sie genießen den Ausbruch der Gewalt, wenn auch nur kurz. "Don't do it!", heißt es im finalen Moment, doch statt der Aufforderung der beiden Cops nachzukommen, penetriert die Motorsäge den Torso – ein Körperteil, dem im Laufe des Filmes sowieso eine große Bedeutung zuteil wird (das-in-die-Brust-Ritzen, das Ventil um Luft abzulassen, die gewachsene Brust).  Ganz zu schweigen natürlich vom Umwandeln des Wohnhauses in eine einzige Stolperfalle durch den Vater. Ein mögliches Motiv für all diese Taten ist sexueller Natur. Die beiden jungen Frauen führen eine innige Beziehung, die mich bisweilen an jene aus Haute tension erinnerte. Und auch das Böse in Form der Flüchtigen scheint permanent unter sexuellem Druck zu stehen. Nicht zuletzt wird auch auf die Eltern als Paar immer wieder eingegangen, Craven schenkt ihnen und ihrer Zweisamkeit viele Momente.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass sich Craven selbst nicht so ganz sicher war, was er nun eigentlich mit The Last House on the Left erreichen wollte. Sicher, er meditiert über Gewalt und wie sie zum Alltag selbst des abseits lebenden Bürgers gehört, der sich fernab jeglicher Großstadtkriminalität in vermeintlicher Sicherheit wägt. Doch werde ich bei alledem, was eigentlich dagegen spricht, den Gedanken nicht los, dass Craven hier aber auch für Selbstjustiz/Vigilantentum oder zumindest das häusliche Aufrüsten plädiert, denn die Staatsmacht, das ist sicher, hat nicht das nötige Durchsetzungsvermögen. Es wird sich zeigen, was das Remake davon noch übrig lässt – oder sogar weiterspinnt? (8/10)


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Sex, Violence, Gore & H.G. Lewis: 'Smash Cut' Trailer


Er wird nicht umsonst 'Godfather of Gore' genannt – Herschell Gordon Lewis. Im Zuge eines allgemeinen Revivals des Exploitationkinos war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch die alten H.G.-Lewis-Klassiker endlich mal gewürdigt würden. Smash Cut, dessen Trailer (FLV, mäßige Qualität/YouTube) sogar von Lewis präsentiert wird und der darin auch selber eine Rolle spielt, sieht genau nach ebenjenem Gorefest aus, nach dem die Fans in den 60ern und 70ern so hungrig lechzten. Und in der Tat, den Charme und den Charakter von Filmen wie The Gore Gore Girls oder The Wizard of Gore (dessen Remake ja bis heute irgendwie untergegangen ist – zurecht?) scheint Genreregisseur Lee Demarbre verstanden und gut eingefangen zu haben.

Und für alle, denen das noch nicht genug ist, sei gesagt, dass Pornosternchen Sasha Grey (mal die Hits etwas hochtreiben: Pirates II: Stagnetti's Revenge, Not Bewitched XXX, Strip Tease Then Fuck 10) auch mit von der Partie ist (was hier angesichts des Formates aber auch wie die Faust aufs Auge passt). Ich bin ja wirklich mal gespannt, was das wird, ob Hommage oder Exploitation, die sich einfach H.G. Lewis und Pornodarstellerinnen an Bord holt. Eines ist jedoch sicher: ein großer Spaß dürfte Smash Cut auf jeden Fall werden. Wer mit Lewis' genannten Filmen aber schon nichts anfangen konnte, der sollte auch hier lieber zu Tarantinos oder Rodriguez' Exploitationrevival greifen.

(Via Twitch)


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