Alle guten Dinge sind drei

Definitely, Maybe
(Adam Brooks, UK/USA/Frankreich 2008)
Kino

‘Definitely, Maybe’Eigentlich bin ich ja der vollen Überzeugung, dass die Amerikaner so etwas wie RomComs einfach nicht machen können. Man schaue sich nur mal diverse Vehikel mit Julia Roberts in der Hauptrolle an… Meister dieser Klasse sind da sicherlich die Asiaten, allen voran die Koreaner, die mit unvergesslichen Klassikern wie My Sassy Girl (엽기적인 그녀) oder dem m.M. noch besseren Please Teach Me English (영어완전정복) eindrucksvoll gezeigt haben, wie so etwas auszusehen hat – Pathos hin oder her. Dass man hin und wieder aber überrascht werden kann, zeigt Definitely, Maybe, der in gewisser Weise zwar Hollywoodtypischer nicht sein könnte, andererseits aber definitiv auch Stärken vorweisen kann. So ist jedes Element im Film im Prinzip äußerst ambivalent. Da wäre zum einen die kleine, äußerst vorlaute Tochter (Abigail Breslin), die neunmalklug ihren Vater zurechtweist und dabei so weit von der Realität entfernt zu sein scheint, dass es eigentlich wehtun sollte. Wäre da nicht diese grandiose Leistung, die dieses kleine Mädchen aus Little Miss Sunshine abliefert, wofür man sie einfach lieben muss – egal ob es diese Art von Töchtern nun gibt oder nicht.

Nicht anders verhält es sich mit ihren älteren Kolleginnen, die als Typ zwar jede Klischeekiste bedienen, ob ihrer optischen Reize – allen voran Rachel Weisz, die mit ihrer natürlichen Schönheit die anderen beiden locker in den Schatten stellt – aber bisweilen einfach nur faszinieren – und schönen Frauen schaut man dann auch gerne mal zu, was auch immer sie tun… Meistens bringen sie Ryan Reynolds um den Verstand, bei dem es sich nicht anders verhält: Ist er in einigen Szenen sehr stark, könnte er in anderen wiederum hölzerner nicht wirken – aber dennoch würde ich sagen, dass solche Rollen genau sein Ding sind, da bin ich mir sicher. Und so fair muss man ja auch sein: Er ist für das weibliche Publikum zuständig, das in Sachen love interest dann aber doch 3:1 unterlegen ist, da kann man auch mal ertragen, dass er im Minutentakt zu hören bekommt, wie wunderschön er doch sei. Ich könnte so fortfahren, denn auch der Plot selbst strotzt nur so vor Klischees, ist gerade wegen seiner politischen Komponente und der zahlreichen durchaus humorvollen Anspielungen aber irgendwie doch recht erfrischend.

Viel auszusetzen habe ich letzten Endes wirklich nicht, denn dafür war die Geschichte einfach zu schön und warm erzählt. Natürlich ist sie ab einem gewissen Punkt vorhersehbar, aber das weiß man geschickt zu umgehen. Das einzig wirkliche Problem des Filmes ist jedoch das Ende, dem ich den so genannten Return of the King-Komplex unterstellen möchte: Immer wenn man denkt, das Ganze sei nun zu Ende, geht es doch noch weiter, und so zerstört Definitely, Maybe dann auch einige Momente, die am besten gar nicht hätten enthalten sein sollen. Es gibt wirklich schöne Szenen, die sich für einen tollen Abspann mehr als geeignet hätten, und so verwundert es nicht, dass das tatsächliche Ende dann eher enttäuschend, weil viel zu sehr auf Friede-Freude-Eierkuchen und Hollywood getrimmt. Alles in allem aber ein durchaus warmherziges Unterfangen, das. (7/10)


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