I Just Called to Say … Trailer zu 'Locke' mit Tom Hardy

Bis gerade eben hatte ich noch gar nichts von Locke mit Tom Hardy gehört. Der Trailer zum Film von Steven Knight (Eastern Promises) sieht aber alles andere als uninteressant aus, wie ich finde. Tom Hardy alias Ivan Locke (!) scheint die ganzen 90 Minuten Auto zu fahren und Telefonanrufe zu beantworten, die sein Leben nachhaltig verändern … Erinnert mich vom Konzept her ein wenig an Buried, der ebenfalls mal etwas anderes war. Deutscher Kinostart ist am 19. Juni.

(Via Film Junk)


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Mit der Geburt folgt der Tod

Eastern Promises
(David Cronenberg, USA/UK/Kanada 2007)
Kino

Eastern PromisesEs ist Winter im sonst ebenfalls kalten London. Doch irgendetwas scheint die englische Hauptstadt noch mehr zu kühlen, seine Straßen leergefegt aussehen zu lassen und lediglich finstere Gestalten zu beleuchten. Kein Wunder, man hat es hier ja schließlich auch mit einem Film des kanadischen Ausnahmeregisseurs Cronenberg zu tun. Dieser betrat mit seinem vorherigen Thriller A HISTORY OF VIOLENCE quasi Neuland, Mainstreamneuland. Cronenberg ist kommerzieller geworden, offener für die breite Masse. Natürlich haben auch seine Gewaltfabel und EASTERN PROMISES Cronenberg’sche Züge, aber mit einem DEAD RINGERS oder VIDEODROME hat das nicht mehr viel gemein, leider. Für sich genommen ist EASTERN PROMISES natürlich kein schlechter Film, aber wer das Oeuvre Cronenbergs kennt, dem fehlt da einfach etwas. "Sometimes birth and death go together.", meint Naomi Watts' Figur an einer Stelle und da wäre auch schon so ein typisches Element Cronenbergs – von der oft zitierten Saunaszene, die in der Tat das Highlight des Filmes darstellt und ebenso intensiv wie komisch ist, ganz zu schweigen.

Cronenbergs Quasifortsetzung zu A HISTORY OF VIOLENCE ist diese nicht nur ob seiner Darsteller (Watts ersetz quasi Maria Bello), sondern auch auf Grund seiner Thematik und Inszenierung. EASTERN PROMISES ist ebenfalls nichts anderes als eine Reflektion über (organisierte) Gewalt, deren Auswirkung und Urheber. Diese wird kompakt in den Thrillerplot eingefügt, der bisweilen aber doch zu kompakt und zu unsubtil daherkommt. Und wenn sich Nikolai (Mortensen) und Anna (Watts) gegen Ende hin sogar näher kommen, dann ist der geneigte Cronenbergrezipient doch etwas enttäuscht über diesen Griff Cronenbergs in die Klischee- und Dramaturgiekiste. Der Film hat großes Potenzial, keine Frage. Vieles davon weiß er auch durchaus gut zu nutzen, aber was am Ende fehlt ist einfach dieses gewisse Etwas, das Gefühl, gerade etwas Besonderem beigewohnt zu haben (wie es bspw. bei seinen älteren Filmen größtenteils der Fall ist). EASTERN PROMISES ist in erster Linie ein Thriller über die Machenschaften der russischen Mafia in Großbritannien, das war von vornherein klar. Das war ja auch bei A HISTORY OF VIOLENCE nicht anders, nur konnte Cronenberg hier wenigstens noch mit Subtilität und Anderem punkten.

Wie gesagt, als eigenständiger Thriller – und vielleicht will der Film dieses Mal ja auch einfach nicht mehr sein – funktioniert das Ganze vorzüglich, auch wenn der "Plottwist" gegen Ende alles andere als überraschen daherkam. Er ist schön düster, zeigt nicht die guten (Touristen)Seiten Londons, sondern seine dreckigen, die von Paten (Armin Müller-Stahl) und deren Handlangern regiert werden. Dabei ist Mortensen wirklich eine Offenbarung, so schön schmierig und authentisch spielt er. Nicht anders verhält es sich mit Vincent Cassel, der die Rolle des hyperaktiven Psychopathen zwar für sich gebucht zu haben scheint, aber immer wieder aufs Neue damit überzeugen kann. Es gibt aber auch Enttäuschungen, nämlich Armin Müller-Stahl. Vor kurzem erst mit dem Bambi ausgezeichnet, liefert er hier eine Leistung ab, die alles andere als groß ist. Zu gelangweilt und geistesabwesend wirkt er, zu unauthentisch in seiner Rolle als Mafioso. Da verlagert man in seinen Szenen den Fokus eben auf Howard Shores Score, der einmal mehr vital zur Atmosphäre beiträgt und unter die Haut geht. Ja, es gibt sie, die Cronenberg'schen Momente, nur machen ein paar Momente noch keinen ganzen Cronenberg-Film. (7-8/10)


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